Philipp Amthor gibt eine erste Erklärung zur Lobbyaffäre ab

Von Jürgen Fritz, Fr. 12. Jun 2020, Titelbild: NDR-Screenshot

Die Affäre um den Bundestagsabgeordneten und CDU-Hoffnungsträger Philipp Amthor schlägt seit heute mittag hohe Wellen. Inzwischen hat sich auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zu Wort gemeldet und Amthor selbst hat eine erste Stellungnahme abgegeben.

Peter Altmaier will die Vorgänge um Amthors Lobbyaffäre in seinem Ministerium untersuchen

Dass Philipp Amthor im Falle der Firma Augustus Intelligence, ein Technologie-Unternehmen, das im One World Trade Center ansässig ist und sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt, nicht sauber zwischen Förderung dieser Firma und eigenen Vorteilen trennte, dürfte inzwischen als weitgehend gesichert gelten. Der junge CDU-Politiker hatte sich spätestens ab September, Oktober 2018 massiv für das Unternehmen eingesetzt, sogar einen Brief an den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geschrieben, in dem er das Start-up lobt und Altmaier um politische Unterstützung bittet. Wenige Monate später soll ihn Augustus Intelligence zum Direktor gemacht haben und habe ihm mehrere tausend Aktienoptien zukommen lassen, wird berichtet und von Amthor offensichtlich auch beides nicht abgestritten.

Dazu hat sich nun heute Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zu Wort gemeldet. Er wolle die Vorgänge rund um die Lobbyaffäre von Philipp Amthor in seinem Ministerium untersuchen lassen. „Die entsprechenden Pressemeldungen“ habe er heute „zur Kenntnis genommen“, sagte Altmaier heute Nachmittag in Berlin. Amthors Werbebrief für Augustus sei auf der Ebene seiner Mitarbeiter besprochen worden. Das sei immer der Fall, wenn sich ein Abgeordneter des Bundestags ans Ministerium wende. Er selbst habe noch keine Gelegenheit gehabt, „eigene Nachforschungen anzustellen“, werde die Medien aber später „umfänglichst“ darüber informieren, ließ Altmaier verlauten.

Amthor: „Es war ein Fehler“

Philipp Amthor hat sich heute Nachmittag ebenfalls zu Wort gemeldet und auf seiner Facebookseite einer erste Stellungnahme zu dem Fall abgegeben. Offenbar ist ihm klar, dass er hier einen schweren Fehler begangen hat. Amthor schreibt:

Es war ein Fehler

Ein schwerer Knick in dieser bisher so erfolgreichen und verheißungsvollen politischen Karriere

Vor wenigen Tagen erst wurde auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landesjustizministerin Katy Hoffmeister in Schwerin bekanntgegeben, dass sie auf eine Kampf-Kandidatur um den Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern verzichten und Amthor den Vortritt lassen werde. Damit war der 27-Jährige der einzige Kandidat für den CDU-Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern und wäre mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit als Spitzenkandidat seiner Partei in den Landtagswahlkampf im nächsten Jahr gegangen.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU derzeit in einer aktuellen Umfrage klar auf Platz eins vor der SPD. Damit hätte Amthor auch keine schlechten Chancen gehabt, nächstes Jahr Deutschlands jüngster Ministerpräsident zu werden. Das alles dürfte jetzt erstmal passé sein.

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