Achtet auf euren Geist!

Von Jürgen Fritz

Ein reiner Geist geht keine Kompromisse ein. Von dem nach kritischer Prüfung einmal als wahr Erkannten weicht er keinen Millimeter ab, es sei denn jemand beweist ihm die Falschheit des irrtümlich für wahr Gehaltenen. Dann aber rückt er völlig von diesem ab.

1 (3)

Der Kompromiss aus wahr und falsch ist falsch

Der Kompromiss aus wahr und falsch ist nicht halb wahr oder gar noch wahrer (vier Augen sehen mehr als zwei), sondern: ganz falsch. Wenn A sagt, 3 ist die vierte Wurzel aus 81 und B meint, 3 wäre die dritte Wurzel aus 81, dann sollte A nicht einen Kompromiss eingehen (3 ist die 3,5-fache Wurzel aus 81), sondern er sollte B wenn möglich von der Wahrheit seiner Meinung überzeugen.

Der Kompromiss aus „die Erde hat eine Kugelform“ und „die Erde ist eine Scheibe“ wäre „die Erde ist ein kugelförmige Scheibe“, also Unsinn. Der Kompromiss aus „es gibt keine Götter“und „es gibt genau einen Gott“ wäre „es gibt einen halben Gott“, ebenfalls Unsinn. Der Kompromiss aus „man soll seine Kinder prügeln“ und „man soll seine Kinder nicht prügeln“ wäre „man soll sie ein wenig prügeln“ oder „Montags prügeln, Dienstags nicht“.

Kompromisse gehören in den Bereich des Interessenausgleichs, nicht aber in den Bereich der Wahrheitsfindung oder den Bereich der Ethik.

Achtet auf euren Geist!

Lasst nicht Falsches in euren Geist hinein respektive nichts Falsches dort verweilen, weder Unwahres noch Schlechtes oder Böses. Fehlvorstellungen verunreinigen den Geist. Sich von ihnen zu trennen, ist kein Fehler, sondern etwas Gutes. Wir müssen also lernen die Lüge, auch die Selbstlüge loszulassen. Wer das Schlechtere loslässt, um das Bessere an- und aufzunehmen, der verbessert damit sich selbst in seinem Sein, der gibt sich selbst die Möglichkeit zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Unser Geist, der höchste Teil der Seele, bestimmt das Sein dieser. Unsere Seele wiederum – bestehend aus Logos (subjektiver Vernunftfähigkeit, Denk- und Urteilsvermögen, Geist), Thymos (Mut, Selbstbehauptungswille, Stolz, Gerechtigkeitssinn) und Eros (Begehrungsvermögen) – bestimmt unsere Handlungen. Unser aller Handlungen formen und beeinflussen die Welt. Nichts ist unwichtig. Jeder Gedanke, jede Emotion, jeder Entschluss, jeder Wille und jede Handlung hat eine Bedeutung für das Ganze. Wenn wir das Falsche in uns aufnehmen und dort belassen, wenn wir uns von der Lüge nicht befreien, tragen wir sie immer weiter in die Welt und beeinflussen die Zukunft zum Negativen hin.

Wir sind verbunden mit anderen in Vergangenheit und Gegenwart und erschaffen die Zukunft

„Unsere Leben und unsere Enscheidungen, jede Begegnung eröffnet eine mögliche neue Richtung. Furcht – Glaube – Liebe, Phänomene, die den Lauf unseres Lebens bestimmen. Diese Kräfte nehmen ihren Anfang lange vor unserer Geburt und überdauern unseren Tod. Unsere Leben gehören nicht uns. Wir sind verbunden mit anderen in Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.“ – Aus Cloud Atlas (Der Wolkenatlas).

Ich glaube, auf uns – das Menschengeschlecht – wartet noch eine andere Welt. Eine bessere Welt. Es ist an uns, diese Schritt für Schritt zu verwirklichen.

Cloud Atlas – Der Wolkenatlas

*

Lesen Sie hier:

**

Bild: Youtube-screenshot aus Cloud Atlas

***

Spendenbitte: Wenn Sie diesen Blog und meine Arbeit wichtig finden und finanziell unterstützen möchten, dann können Sie entweder einmalig oder regelmäßig (Patenschaft) einen Betrag Ihrer Wahl auf das folgende Konto überweisen.

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: Spende für Blog.

7 thoughts on “Achtet auf euren Geist!

  1. Pingback: Gerechtigkeit in der Gesellschaft und in der Seele | Jürgen Fritz Blog

  2. Pingback: Handelt der Nächstenliebe praktizierende Gottgläubige letztlich doch nur egoistisch? | Jürgen Fritz Blog

  3. Pingback: Jürgen Fritz Blog steigt in drei Monaten um fast 1,3 Millionen Plätze | Jürgen Fritz Blog

  4. Pingback: Aphorismus Nr. 4: Menschwerdung | Jürgen Fritz Blog

  5. Pingback: Ludwig Wittgenstein, das Jahrhundertgenie, oder: Manchmal reicht ein einziger Satz | Jürgen Fritz Blog

  6. Pingback: Warum die Aufklärung scheitern musste – ein Schlüssel zum Verständnis: Psychologie der Massen | Jürgen Fritz Blog

  7. Pingback: Der Tanz auf dem schmalen Grat des Glücks | Jürgen Fritz Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s