Alexander Gaulands vollständige Vogelschiss-Rede

Dokumentation, Do. 7. Jun 2018

Diese Rede sorgte die letzten Tage für einiges Aufsehen. Auch ich selbst habe Alexander Gauland für seine Wortwahl heftig, aber doch sachlich kritisiert. Zumeist wird jedoch nur ein kleiner Ausschnitt aus seiner Rede zitiert, der Teil, in dem der Ausdruck „Vogelschiss“ vorkommt. Jürgen Fritz Blog dokumentiert hier die gesamte Rede, so dass jeder, der möchte, sich ein Bild machen kann, in welchem Kontext dieser Ausdruck fiel.

Vorbemerkung von Alexander Gauland

Zahlreiche Nachfragen haben mich dazu veranlasst, das meiner Rede am 2. Juni während des Bundeskongresses der Jungen Alternative zu Grunde liegende Redemanuskript zu veröffentlichen. Ich hoffe, sie alle können sich nun ein eigenes Bild über meine Rede und meine Absichten diesbezüglich machen. Wie üblich gilt auch hier das gesprochene Wort. Während meiner Rede kann es zu geringfügigen Abweichungen gekommen sein.

Meine Rede vom 2. Juni 2018

„Liebe Freunde, als ich das letzte Mal bei Ihnen zu Gast sein durfte, schien der Bundestag noch eine uneinnehmbare Festung. Jetzt sind wir die größte Oppositionspartei. Dass ist weniger unser als Ihrer aller Leistung. Ohne ihr „Anpacken“ in allen Landesverbänden, säßen die 92 nicht im alten Reichstag.

Und Sie haben der Partei noch etwas voraus, was wir nachmachen müssen: Zusammenhalt und Einigkeit. Ja liebe Freunde, wir haben das Land schon verändert. Es ist wieder sagbar geworden, was unterzugehen drohte. Wir sind Deutsche, wir sind stolz darauf, wir lieben dieses Land.

Es gibt Menschen in diesem Land, die weder mit deutscher Geschichte noch mit deutscher Kultur etwas anfangen können. Aber liebe Freunde, Integration kann nur in etwas stattfinden, das einen Eigenwert verkörpert, dass den Fremden stolz macht, dazu zu gehörenWer dieses Land nicht liebt, wer seine Kultur und Geschichte verachtet, kann und wird niemanden integrieren. Denn der Neubürger will stolz sein, er will zu etwas Wertvollem dazugehören. Deshalb sind die Deutschland-Abschaffer die wahren Fremdenfeinde.

Ja, ich weiß, nach 1945 wollten manche Deutsche das Deutschsein wie eine alte zerfetzte Wehrmachtsuniform ablegen und in Europa aufgehen. Doch das wollte niemand außer ihnen. Die Briten hatten nie die Absicht, ihre Jahrhunderte alte Monarchie gegen die Brüsseler Eurokratie zu tauschen. Aber auch Franzosen und Italiener hatten und haben nicht vor, von Frankreich und Italien zuerst abzugehen.

Deshalb liebe Freunde, die Italiener haben jedes Recht ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen – aber bitte nicht mit deutschem Steuergeld. Unsere Partei wurde gegründet als Anti-Euro-Partei. Wie Recht wir hatten, kann man heute sehen. Es funktioniert nicht, um unterschiedliche Volkswirtschaften eine einheitliche Währung zu legen und zu glauben, nationale Wirtschaftskulturen damit aushebeln zu können.

Aber liebe Freunde, es funktioniert eben auch nicht, Menschen aus fremden Kulturen ins Land zu lassen und zu glauben, diese Menschen würden im Handumdrehen zu Deutschen. Wie hat Frau Göring-Eckardt so falsch formuliert: „Wir haben Menschen geschenkt bekommen.“ Und das hat die Leiterin der Bremer Asylaußenstelle schon richtig verstanden. Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul. Da haben Beamte umgesetzt, was die Politik von ihnen wollte – möglichst schnelle Annahme aller Geschenke.

Aber liebe Freunde, die Zeiten haben sich geändert, wir sind jetzt da und durchleuchten diese Geschenke und wir wollen wissen, warum ohne Beteiligung des Deutschen Bundestages die Grenzen geöffnet und rund eine Million Afrikaner ins Land gelassen wurden, die uns allein 2017 20 Milliarden Euro kosten.

Doch, wenn man daran erinnert und die fast täglichen Messerattacken und -übergriffe thematisiert, dann reden die anderen davon, wir spalten die Gesellschaft. Aber nicht wir haben die Gesellschaft gespalten, es waren die Politiker und ihre Helfershelfer, die dieses Land dem Unheil geöffnet haben. Nicht der ist schuld, der Feuer ruft, sondern der, der den Brand gelegt hat. Und noch heute darauf beharrt, dies sei richtig gewesen.

Die Zustände im BAMF sind Ausdruck einer gesellschaftlichen Haltung, die jede Selbstbehauptung aufgegeben hat und uns beibringen will, als Volk zuerst in Europa und dann in der Welt aufzugehen. Aber wir wollen weder in der Welt noch in Europa aufgehen.

Wir haben eine ruhmreiche Geschichte, die länger dauerte als 12 Jahre und nur wenn wir uns zu dieser Geschichte bekennen, haben wir die Kraft, die Zukunft zu gestalten. Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die 12 Jahre, aber liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in unserer über tausendjährigen Geschichte.

Und die großen Gestalten der Vergangenheit, von Karl dem Großen über Karl den V., bis zu Bismarck sind der Maßstab an dem wir unser Handeln ausrichten müssen. Grade weil wir die Verantwortung für die 12 Jahre übernommen haben, haben wir jedes Recht, den Stauferkaiser Friedrich II., der in Palermo ruht, zu bewundern.

Der Bamberger Reiter gehört zu uns, wie die Stifterfiguren des Naumburger Doms. Liebe Freunde, denken wir immer daran, dass ein deutscher Jude, Ernst Kantorowicz den Ruhm des Stauferkaisers beschrieben hat. Nein, der Islam gehört nicht zu uns, unsere Vorfahren haben ihn 1683 vor Wien besiegt. Aber das deutsche Judentum, von Ballin und Bleichröder über Rathenau und Kantorowicz war Teil einer deutschen Heldengeschichte, die Hitler vernichten wollte.

Liebe Freunde, uns muss man nicht vom Unwert des Nationalsozialismus überzeugen, wir haben diesen Unwert im Blut. Aber liebe Freunde, wer eine Rotkreuzflagge aus den letzten Tagen des Kampfes um Berlin entsorgt, wie die Bundesverteidigungsministerin, hat keine Achtung vor soldatischen Traditionen, die es jenseits der Verbrechen auch in der Wehrmacht gab.

Ich war befreundet mit dem jetzt leider verstorbenen britischen Historiker Lord Blake, dem großen Disraeli-Biografen, und der hat mir gesagt, wenn General Feldmarschall Rommel am 08. Mai 1945 in Wehrmachtsuniform am Trafalgar Square gestanden hätte, hätten ihm die Briten freundlich die Hand gegeben.

Zu unserer Geschichte gehören: Roßbach, Leuthen und Hohenfriedberg, Düppel und Königgrätz, Mars la Tour und Sedan aber eben auch Verdun und El Alamein und ich bin froh, dass eine neue Generation dieser Tradition unvoreingenommen gegenüber steht.

Lassen Sie uns gemeinsam das Gute bewahren und aus dem Schlechten lernen. Die Junge Alternative soll leben, sie ist die Zukunft der Partei.“

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Alexander Gaulands Redesmanuskript erschien zuerst auf der Internetseite der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Hervorhebungen durch Jürgen Fritz.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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