Angela Merkel: Mein Kurs war und ist vollkommen richtig!

Von Jürgen Fritz

Mitten in der Vorbereitung der Sondierungsgespräche für eine neue Regierungsbildung nahm die Kanzlerin sich Zeit für ein exklusives Kurzinterview und gab Einblicke in ihre Gedankenwelt, die sie so offen selten gewährt.

24.09.2017

Youtube-Screenshot

Ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen sollen

Jürgen Fritz: Sehr geehrte Frau Merkel, vielen Dank, dass Sie sich trotz der anstehenden parteiinternen wie auch der Sondierungsgespräche mit CSU, FDP und Grünen die Zeit genommen haben für diese kurze Interview.

Angela Merkel: Mach‘ ich doch gerne.

JF: Frau Merkel, die Union insgesamt und ganz besonders die CDU haben ja bei der Bundestagswahl ein für Sie sehr schlechtes Ergebnis eingefahren. Es war Ihre vierte Bundestagswahl als CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin, aber so schlecht haben Sie noch nie, ja so schlecht hat überhaupt die Union seit 1949 niemals abgeschnitten. Wie erklären Sie sich das?

AM: Ich kann mir das auch nicht so richtig erklären. Ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen sollen. Im Grunde war ja alles richtig so. Die Bevölkerung hat es nur noch nicht so richtig verstanden. Vielleicht hätten wir es den Menschen besser erklären müssen. Wir müssen das noch genauer analysieren. Aber das kann ich ja in vier, acht oder zwölf Jahren machen, wenn ich dann in Rente bin. Jetzt geht es erstmal darum, möglichst schnell eine neue Regierung zustande zu bringen. Das ist jetzt meine primäre Aufgabe als CDU-Vorsitzende, amtierende und zukünftige Bundeskanzlerin.

Gegner räumt man anders aus dem Weg

JF: Die SPD scheint ja nicht mehr mit Ihnen zu wollen. Martin Schulz hat schon am Wahlabend entsprechende Äußerungen getätigt und die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles träumt schon davon, Ihnen und ihren Parteikollegen kräftig in die Fresse zu geben.

AM: Also wissen Sie, Herr Fritz, das ist nicht meine Sprache und auch nicht mein Stil. Den politischen Gegner räumt man anders aus dem Weg oder macht ihn unschädlich.

JF: Aber die SPD scheint auf jeden Fall raus aus dem Spiel.

Meine Umarmungsstrategie hat funktioniert

AM: Die Zusammenarbeit mit der SPD war sehr gut in den letzten vier Jahren. Die konnten letzten Endes nicht viel ausrichten gegen meine Umarmungsstrategie. Was gut bei der Masse ankam, habe ich einfach übernommen und dann für mich reklamiert. So konnte ich die SPD immer klein halten. Von mir aus hätten wir das auch nochmal vier Jahre so weitermachen können, wobei mir die Grünen als Koalitionspartner am liebsten gewesen wären. Deren Positionen hätte ich komplett übernommen, in vier Jahren hätte die kein Mensch mehr gewählt. Wir haben ohnehin viel zu viele Parteien, was beim Regieren nicht immer förderlich ist. Aber gut, nun ist es anders gekommen. Letzten Endes ist es ja nicht entscheidend, wer unter mir mit in der Regierung sitzt.

JF: Denken Sie, Jamaika wird zustande kommen?

AM: Ja warum denn nicht? Jetzt müssen alle ihre Pflicht für unser Land wahrnehmen. Geht doch gar nicht anders. Ansonsten gäbe es Neuwahlen und das kann keiner von uns wollen. Wir können ja nicht so lange wählen lassen, bis uns das Ergebnis gefällt. Und womöglich würde dann die AfD von Mal zu Mal stärker, wenn die Leute den Eindruck bekommen, wir sind sogar unfähig, eine neue Regierung zu bilden.

Jetzt haben wir halt dieses schlechte Ergebnis – na und?

JF: Nochmals zurück zu dem schlechten Abschneiden der Union und der SPD. Letztere hat ja bezogen auf ihr ohnehin schon schlechtes Ergebnis von 2013 nochmals über 20 Prozent ihrer Stimmanteile verloren, die CSU auch fast 17 Prozent – Seehofers Position scheint derzeit höchst fragil -, Ihre Partei hat aber sogar über 21 Prozent verloren. Geben Sie selbst sich denn wirklich gar keine Schuld an diesem miserablen CDU-Ergebnis?

AM: Also wissen Sie, Herr Fritz, wenn ich jetzt anfange, mich auch noch selber zu kritisieren oder zu hinterfragen, dann bringt das auch niemanden weiter. Jetzt haben wir halt dieses Ergebnis. Na und? Ich kann es jetzt auch nicht mehr ändern. Noch bin ich die Kanzlerin und werde das auch bleiben.

JF: Frau Merkel, wenn Sie überhaupt keine Selbstreflexion betreiben, sich jeglicher Kritik entziehen, besteht denn dann nicht die Gefahr, dass Sie die gleichen Fehler immer wieder machen und am Volk völlig vorbeiregieren?

AM: Also wissen Sie, ich werde jetzt nicht anfangen, mich dafür zu entschuldigen, dass ich eine schlechte Politik gemacht habe. So etwas liegt mir nicht und damit werde ich jetzt mit über 60 auch nicht mehr anfangen.

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© Archi W. Bechlenberg

Ich bin nicht die Kanzlerin der Deutschen, sondern aller Menschen

JF: Aber was ist denn mit dem Volkswillen? Sie sind doch die deutsche Kanzlerin, die Bundeskanzlerin der Deutschen, denen Sie auch einen Eid geschworen haben!

AM: Ich bin nicht die Bundeskanzlerin der Deutschen, sondern aller Menschen, die hier leben. Derer, die schon länger hier sind, aber auch derer, die jetzt neu dazugekommen sind. Und Letzteren gilt unser besonderes Augenmerk, denn diese haben ja viel mitgemacht. Das ist ein Gebot der christlichen Nächstenliebe. Da muss man schon auch die Prioritäten richtig setzen. Ansonsten gibt es ja nicht nur Deutschland. Als Regierungschefin muss ich schon auch über die Landesgrenzen hinaus denken, die es ja ohnehin eigentlich gar nicht mehr gibt. Ich selbst habe sie ja abgeschafft.

Ich muss kurfristige Lösungen finden und nicht langfristige Gedanken entwickeln

JF: Immer mehr Menschen sehen aber gerade diese Haltung als sehr kritisch an. Sie sagen, wir können doch nicht die halbe Welt hier in unserem kleinen Land aufnehmen. Das wäre doch völlig fernab der Realität. Außerdem hochgradig gefährlich für unsere Demokratie für welche der Großteil der Immigranten ja gar nicht erzogen und gebildet wurde. Und 16-, 18-, 20- oder gar 30-jährige Menschen könne man meist nicht mehr umerziehen, weil die Grundprägungen längst vorhanden und abgeschlossen. Was sagen Sie diesen Landsleuten?

AM: Das ist nicht meine Denke. So tief steige ich grundsätzlich nie in die Materie ein. Ich muss als Kanzlerin kurzfristige Lösungen finden und mir nicht tiefgründige oder langfristige Gedanken machen für Zeiten, wenn ich ja gar keine politische Verantwortung mehr trage.

Notfalls wird das Volk eben ausgetauscht

JF: Und wenn immer mehr Bürger das aber anders sehen und sich die Frage stellen, ob wir alle nicht lernen müssen, über den Tellerrand hinaus zu blicken? Muss denn die Regierungschefin dem Volk nicht geistig voraus sein statt ständig nur hinterher zu hinken? Die Menschen wünschen, ja sehnen sich doch nach geistiger Führung gepaart mit hoher Integrität. Der Name Helmut Schmidt fällt immer wieder.

AM: Helmut Schmidt ist tot. Jetzt bin ich da. Ich bin die gewählte Kanzlerin, die im übrigen schon jetzt viel länger im Amt ist als Helmut Schmidt es je war. Und wenn das Volk meinen Kurs nicht mehr tragen möchte, dann stimmt was nicht mit ihm. Wenn ich mich jetzt beim Volk entschuldigen muss, nur weil ihm meine Politik nicht gefällt, dann ist das nicht mehr mein Volk. Notfalls muss es eben ausgetauscht werden. In der ganzen Welt findet man meine Politik sehr gut und auch fast alle der neu zu uns Gekommenen sehen das so. Sogar die Leute vom IS. Die sind mir alle meist sehr dankbar, dass sie kommen durften und würden mich sofort wählen, wenn sie könnten.

Mit Kritik konnte ich noch nie was anfangen

Wenn es nicht anders geht, ändern wir das Wahlrecht und dann wird das Volk meinen Kurs schon weiter mittragen. Warum sollten nur die wählen dürfen, die schon länger hier sind? Ansonsten müssen wir halt alles so lange erklären, bis es die Menschen verstehen.

JF: Die Kritiker sind also a priori und per se immer im Unrecht, Sie immer im Recht?

AM: Ja aber natürlich! Ansonsten wäre ich ja nicht die gewählte Kanzlerin.

So wichtig ist das Rechtsstaatsprinzip auch wieder nicht

JF: Und was ist mit der Missachtung des Rechtsstaates? Prof. Meuthen wirft Ihnen multiple Rechtsbrüche vor. Selbst Horst Seehofer sprach von einer Herrschaft des Unrechts, hat das dann irgendwann aus welchen Gründen auch immer aber wieder vergessen. Prof. di Fabio hat ein Rechtsgutachten erstellt, das zu ähnlichen Ergebnissen kommt. Prof. Schachtschneider hat eine Verfassungsbeschwerde gegen Sie eingereicht. Das Urteil des Europäischen Gerichtshof stellte ebenfalls fest, dass Ihr Vorgehen nicht rechtmäßig war. Denken Sie, dass Sie über dem Gesetz stehen?

AM: Ich stehe selbstverständlich nicht über dem Gesetz, aber manchmal gibt es wichtigere Dinge.

JF: Also dienen nicht Sie dem Staat, dem Volk und dem Recht, sondern das Recht dient Ihnen und Ihrem Machterhalt? Wenn es ihnen passt, halten Sie sich dran, wenn nicht, dann nicht?

AM: Natürlich diene ich dem Volk. Das habe ich ja geschworen. Aber manchmal muss man sich eben über Dinge hinwegsetzen.

JF: Und wer entscheidet, wann Sie sich darüber hinwegsetzen dürfen und wann nicht?

AM: Die Kanzlerin.

JF: Also Sie selbst?

AM: Ja, wer denn sonst? Ich bin die gewählte Kanzlerin.

JF: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Merkel.

AM: So, jetzt muss ich auch weiter. Der Horst wartet schon.

*

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5 thoughts on “Angela Merkel: Mein Kurs war und ist vollkommen richtig!

  1. Sabrina

    „AM: Ich bin nicht die Bundeskanzlerin der Deutschen, sondern aller Menschen, die hier leben. Derer, die schon länger hier sind, aber auch derer, die jetzt neu dazugekommen sind.“
    ———————————————
    Köstlich! Genau so ist der Sprachstil und das oberflächlig-bräsige Gehabe (die „Denke“) dieser Person. Und in diesem Stil erinnert mich AM „Erika“ (E.M.) an Erich Mielke (E.M), mit seinem seinerzeitigen, an Peinlichkeit unübertroffenen Gestammel, am unwiderruflichen Ende seiner Machtherrlichkeit: „Aber ich bin doch ein Freund aller Menschen! Ich liebe sie doch alle; alle Menschen liebe ich!!!“

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  2. Tanzender Berg

    Der Text klingt im großen und ganzen recht authentisch, Teile sind aber mit Sicherheit gefälscht. Das sieht man hier: „Aber das kann ich ja in vier oder acht Jahren machen, wenn ich dann in Rente bin. “ Frau M. plant überhaupt nicht für die Rente, schon gar nicht so früh. Sie muss erst ihre Mission erfüllen, das dauert noch mindestens 20 Jahre.

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  3. truckeropa66

    Sollte es Satiere sein, dann gehört dem Schreiberling eine 1+!
    Wäre dieses Gespräch real, dann würde es das zeigen was immer mehr, leider noch nicht genug sehen, das diese Person überheblich ist und eigentlich untragbar.

    Man sollte wirklich mal bei Herrn Putin anfragen ob er nicht 10 qm Nord Sibirien zur verfügung stellen könnte für eine neue bleibe, für IM Erika ! Heizmaterial braucht Sie keins, sie beherscht es perfekt heiße Luft zu machen.

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  4. Pingback: Angela Merkel: Mein Kurs war und ist vollkommen richtig! – Alternativnews

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