Leyla Bilge plant bereits den nächsten Marsch der Frauen in Berlin

Ein Gastbeitrag von David Berger

Die Kurdin Leyla Bilge flüchtete vor über 30 Jahren mit ihren Eltern vor der Verfolgung in der Türkei nach Deutschland. Mit 16 wurde sie zwangsverheiratet, half dann später vor allem jesidischen und christlichen Flüchtlingen im Nahen Osten und in den Flüchtlings­lagern im syrisch-türkischen Grenzgebiet. Das machte sie in Deutschland zu einem gefeierten Medienstar, änderte sich jedoch schlagartig, als sie in die AfD eintrat. 2018 initiierte sie den  Berliner Frauenmarsch und plant bereits den nächsten. David Berger sprach mit ihr über ihre weiteren Pläne.

Interview

David Berger: Liebe Leyla, für den 2. Juni planst Du eine Fortsetzung des Frauenmarsches. Ganz böse könnte ich jetzt fragen: Hast Du nach den Schikanen des letzten Frauenmarsches Anfang des Jahres noch nicht genug?

Leyla Bilge: Nein, jetzt erst recht. Nach unserem ersten Frauenmarsch in Berlin konnten wir Erfolge verbuchen. Es gab eine spezielle Debatte über unseren Frauenmarsch im Bundestag und im Abgeordnetenhaus. Das Thema Frauenrechte wurde, nachdem wir selbst anlässlich der Demo in unseren Rechten (Demonstrationsrecht, Meinungsfreiheit) beschnitten wurden, in den Medien und von vielen Bürgen diskutiert.

DB: Aber irgendwelche Konsequenzen hatte das nicht …

LB: Doch, das Schönste war nämlich, dass der Polizeipräsident wegen uns gehen musste. Auch wenn unser Frauenmarsch nur das I-Tüpfelchen war, das den letzten Ausschlag für seine „Entlassung“ gab. Aber wir waren eben das I-Tüpfelchen. Hätte es den Frauenmarsch und das unglückliche Agieren der Polizei nicht gegeben, bin ich mir sicher, hätte der Polizeipräsidenten zu diesem Zeitpunkt nicht die Kündigung bekommen.

DB: War es nicht unklug, die Demo ausgerechnet in Kreuzberg zu starten, sozusagen in jener Gegend, die viele als das traditionelle „Rattennest der Antifa“ bezeichnen?

LB: Ich hatte bewusst diesen Ort für die Demo ausgesucht, da ich den Linken und der Antifa den Spiegel vorhalten wollte. Und das habe ich geschafft. Wir werden so lange demonstrieren, bis wir unser Recht auf Demonstrationsfreiheit in dem selben Umfang nutzen dürfen, wie jeder andere Bürger dieses Landes auch.

leyla-bilge

Am Abend vor dem ersten Frauenmarsch hatten sich einige Redner bei Leyla Bilge getroffen. Der einzig Indigene unter den „Nazis“ mit Migrationshintergrund war meine Wenigkeit …

DB: Was mich besonders erstaunt hatte, war der Ruf der Gegendemonstranten: „Kein Recht auf Nazipropaganda!“ Ich war ja bei der Demo ganz vorne mit dabei: Menschen, die einen kurdischen, libanesischen, iranischen oder jüdischen Hintergrund haben – und auch Homosexuelle. Menschen, die für Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung der Frau und v.a. gegen ideologisch motivierte Gewalt demonstrieren. Und sicher sein können: Hitler hätte sie in ein Konzentrationslager gesteckt – Wie kommt man sich da vor, wenn man dann als „Nazi“ bezeichnet wird?

LB: Es hilft da nur eines: Nicht einschüchtern lassen, immer weiter machen und diesen Menschen den Spiegel vorhalten. Dann wird auch der normale Bürger wach, wenn er sieht das Migranten, Homosexuelle und Juden dermaßen beschimpft werden. Diese linken Demonstranten machen sich lächerlich.

DB: Kannst Du schon Näheres zur nächsten Demo verraten?

LB: Wir werden mehr prominente Unterstützer als letztes mal haben. Sollte zu diesem Zeitpunkt der neue Polizeipräsident fest stehen, so laden wir ihn herzlich ein vorne weg mit unseren Frauen für die Freiheit der Frau zu demonstrieren. Auch dieser Marsch wird wieder überparteiisch sein. Es geht uns um die Sache. Und die ist extrem wichtig, für die Menschen aller parteipolitischen Richtungen.

Leyla Bilge spricht auf der Demo in Hachenberg

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Philosophia perennis, eines der inzwischen erfolgreichsten und führenden freien Medien in Deutschland. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors, Blogbetreibers und Freundes David Berger.

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Zum Autor: David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch Der heilige Schein über seine Arbeit im Vatikan als homosexueller Mann. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Homomagazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritk. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die ZeitJunge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.

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Titelbild: YouTube-Screenshot von Leyla Bilge

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12 Antworten auf „Leyla Bilge plant bereits den nächsten Marsch der Frauen in Berlin

  1. Hansa

    „Frage an Horst Seehofer – wenn der Islam nicht zu Deutschland gehört, warum kriegt Ditib nach wie vor Millionen von Fördergeldern?“

    Mit einer einfachen Frage enttarnt der Islamwissenschaftler Abdel Samad die heuchlerische Politik der CSU.

    rundertischdgf.wordpress.com/2018/04/10/frage-an-seehofer-warum-bekommt-der-tuerkische-moscheeverband-ditib-deutsche-foerdergelder/

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  3. maja1112

    Hochachtung vor dieser Frau, nur wenn sie denkt, daß sie mit ihrem Frauenmarsch was ändern wird, dann täuscht sie sich. Es mag der eine oder andere zurücktreten, das ist leider nur Kosmetik. Politisch wird alles so bleiben wie bisher, denn die fette Zonenmastgans pellt sich darauf ein Ei. Wenn wir diese Politik weiter tolerieren, dann sind wir schneller als wir denken im WK 3. Die Deutschen sind absolut gehirngewaschen nach 70 Jahren dieser Politik, und lassen es zu, daß sie von solchen Politikern regiert werden. Deshalb Hut ab vor Leyla Bilge, sie könnte sich auch auf die faule Haut legen, nein sie geht auf die Straße, wenn es auch total umsonst ist.

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    1. Carla Schütte

      …wer Kritik übt, muß auch bessere Lösungen haben, welche wären das ?
      erst wenn alle auf die Strasse gehen, erreichen wir etwas und einige müssen eben voran gehen, dazu gehört LB

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  6. Der Beurteiler

    Eine Frau mit viel Mut und Courage, ein seltenes Beispiel. Ich hoffe, die geplante Demo wird ein großer Erfolg und somit ein weiterer Messerstich für Merkel, die Alte und ihre Vasallen soll endlich abdanken, noch besser ins Gefängnis gesteckt werden.

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