So würden die Bundesbürger heute wählen

Von Jürgen Fritz, So. 30. Sep 2018

Wahl-O-Matrix, Deutschlands führendes Meta-Analyse-Tool, hat die jeweils aktuellsten Umfragen von acht verschiedenen Instituten ausgewertet, stützt sich mithin auf mehr als 23.000 befragte Personen. Hier das Ergebnis.

Was und wie ausgewertet wurde

Ausgewertet wurden die jeweils aktuellsten Umfragen von:

  • Civey für Spiegel online, mittlerer Befragungstag: 13./14.9.
  • Infratest dimap für ARD-DetuschlandTrend, mittlerer Befragungstag: 18.9.
  • INSA für die BILD, mittlerer Befragungstag: 22./23.9.
  • YouGov, mittlerer Befragungstag: 23.9.
  • GMS, mittlerer Befragungstag: 23.9.
  • Emnid für die BILD AM SONNTAG, mittlerer Befragungstag: 23.9.
  • Forschungsgruppe Wahlen für ZDF-Politbarometer, mittlerer Befragungstag: 26.9.
  • Forsa für stern/RTL, mittlerer Befragungstag: 26.9.

Berücksichtigt wurden nur Institute, deren letzte Umfrage (mittlerer Befragungstag) nicht mehr als drei Wochen zurückliegen, da bei älteren Umfragen keine Aktualität mehr gegeben ist.

Die Auswertung stützt sich somit auf insgesamt mehr als 23.000 Befragungen, so dass hier von einer extrem hohen Genauigkeit ausgegangen werden darf. Ferner wurden Verzerrungen, die bei einigen Instituten seit längerem zu beobachten sind, insbesondere bei Forsa, aber auch Forschungsgrupe Wahlen, leicht korrigiert. Somit kommt Wahl-O-Matrix, das schon bei der NRW-Wahl und der Bundestagswahl mit seinen Prognosen weit herausragte, zu folgendem Ergebnis.

So würden die Deutschen heute wählen

  1. CDU/CSU: 27 %
  2. AfD: 18 %
  3. SPD: 16 %
  4. GRÜNE: 15 %
  5. LINKE: 10,5 %
  6. FDP: 9 %
  7. Sonstige: 4,5 %

2018-09-30

Gewinne und Verluste gegenüber der Bundestagswahl 2017

Damit ergäben sich folgende Veränderungen seit der letzten Bundestagswahl am 24. September 2017, also vor 53 Wochen:

  1. GRÜNE: + 6,1 %
  2. AfD: + 5,4 %
  3. LINKE: + 1,3 %
  4. Sonstige:  – 0,5 %
  5. FDP:  – 1,7 %
  6. SPD:  – 4,5 %
  7. CDU/CSU:  – 5,9 %

Damit dürfte klar sein, warum sowohl SPD als auch CDU und CSU ein sehr geringes Interesse an Neuwahlen haben. Sie würden dann nämlich noch viel mehr unter die Räder kommen, als sie das letztes Jahr schon taten als die SPD gegenüber der 2013er-Bundestagswahl 5,2 Prozentpunkte verloren hatte und die Union sogar 8,6 Punkte.

Neuwahlen würden wohl nach Jamaika führen

Was wir derzeit erleben, ist also eine mehr oder weniger kaum noch handlungsfähige Bundesregierung, die aber Neuwahlen unter allen Umständen meiden wird, da dann aus ihrer Sicht alles noch viel schlimmer käme. Deshalb spielt man jetzt wohl immer mehr mit dem Gedanken einer Minderheitsregierung. Würde man die Bundesbürger neu abstimmen lassen – etwa die Hälfte wünscht sich das -, dann würden vor allem Die Grünen davon profitieren und die AfD. Die Grünen wohl deshalb weil viele SPD-, aber auch viele CDU-Wähler zu ihnen überlaufen würden, ein Teil vielleicht auch aus der FDP.

Die Grünen müssten dann wahrscheinlich in eine Jamaika-Koalition einsteigen und auch die FDP könnte sich dem dann kaum noch verweigern. Dies würde höchstwahrscheinlich dazu führen, dass beide, FDP und Grüne, sehr schnell entzaubert wären und rapide an Zustimmung verlieren würden.

Jamaika würde womöglich das Ende der FDP bedeuten

Bei der darauf folgenden Bundestagswahl müsste die FDP fürchten, wieder unter die Fünf-Prozent-Hürde zu fallen, wovon sie sich unter Umständen nie wieder erholen würde, da die AfD in den nächsten Jahren eine wahre Sogwirkung ausüben wird und viele bisherige FDP-Wähler dann ebenfalls die AfD wählen würden, so dass immer weniger klar wäre, wozu es eine pseudoliberale Partei braucht, die sich gar nicht mehr für die Freiheitsrechte der eigenen Staatsbürger einsetzt.

Auch Die Grünen würden in einer solchen Jamaika-Regierung böse Federn lassen, da sie mit vier Parteien insgesamt enorm viele Zugeständnisse insbesondere an CSU und FDP machen müssten, was viele ihrer Wähler maßlos enttäuschen würde. Von 15 Prozent würden sie dann bei der nächsten Wahl wohl nur noch träumen können. Profitieren würde von Neuwahlen vor allem die AfD, die dann aus 94 Bundestagsabgeordneten womöglich 130 bis 140 machen und somit eine noch stärkere Oppositionspolitik im Deutschen Bundestag machen könnte. Genau davor aber fürchten sich alle.

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Titelbild: (c) Jürgen Fritz

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