Johannes Normann: Facebook arbeitet nicht nur mit Sperren und Shadowban, sondern auch Shadowlikes

Ein Gastbeitrag von David Berger, So. 28.10.2018

Johannes Normann gilt als der bekannteste Aktivist der AfD in den sozialen Medien, will nun für die AfD ins Europaparlament einziehen. David Berger hat mit dem gestandenen Unterfranken gesprochen, den Facebook rechtzeitig vor der Bayern- und der Hessenwahl für 30 Tage aus dem Verkehr zog, weil er – bitte festhalten! – eine Bundestagspetition eingestellt hatte.

David Berger: Ihr Interview mit der osteuropäischen Nachrichtenagentur „News Front auf Deutsch“ hat auch international für sehr große Aufmerksamkeit gesorgt. Insbesondere der unglaubliche Umgang mit einem Oppositionspolitiker im System Merkel kurz vor Wahlen.

Johannes Normann: Vor allem war man überall entsetzt, dass ein Oppositionspolitiker für das Teilen einer Petition (gegen den Migrationspakt) 30 Tage auf Facebook gesperrt wird. Sperre wegen Teilen einer Petition hat schon eine ganz neue Dimension, zudem kurz vor Wahlen. Mein „Widerstandsbiotop Freigericht“ gehört ja zu Bayern und Hessen (Landtagswahlen), zudem wird ja schon im November die Kandidatenliste der AfD für die EU-Wahl 2019 aufgestellt, also gleich dreifach Wahlkampf.

DB: Sie haben ja, wie im Interview erwähnt, dass Sie Admins aus „freien Ländern“ (Island, Schweiz) haben, damit konnten Sie ja zumindest weiterhin auf Ihrer Politikseite posten. Inwieweit behindert die Facebook-Sperrre trotzdem?

JN: Sie haben mir bei Facebook ja auch den Messenger gesperrt, quasi das „Telefon des 21. Jahrhunderts“. Ich konnte bei meinem Account zwar Nachrichten lesen, aber nicht antworten. In der alten Heimat der „Noch-Kanzlerin“ wurde bei den Regime-Gegner zwar deren Telefon (auch) abgehört, aber eben nicht gesperrt. Und ich bin ja gerne „Propaganda-Exorzist“, kommentiere oft auf Seiten der Alt-Parteien und Mainstreammedien, um vielen endlich die Augen zu öffnen. Das war ja dann auch kaum mehr möglich. Zudem bin ich in über 1.000 Facebook-Gruppen aktiv, was natürlich dann auch nicht mehr ging.

DB: Sie hatten kürzlich auch etwas über angebliche Shadow-Likes gepostet. Was ist das?

JN: Meine Beiträge sind offensichtlich nicht nur im Shadow-Ban, also werden bei den Neuigkeiten fast niemand mehr angezeigt. Und es verschwinden nicht nur auf wundersame Weise FB-Freundschaften und Likes, sondern es gibt auch viele Likes für meine „böse“ Seite, die zwar beim „Liker“ aber nicht bei mir und meiner Seite erscheinen. Kürzlich hatte ich mit meiner FB-Gemeinschaft einen Test dazu gemacht. Der ergab, dass die wahren Likes für meine Politikseite in Wahrheit wohl mindestens 40 Prozent höher sein müssten, als auf der Seite angezeigt.

DB: Sie erzählen gerne, dass man schon mehr als 1 Million Euro GEZ-Gebühren „investiert“ hat, um Sie und die AfD zu „entlarven“. Was meinen Sie damit?

JN: Nach meinem am 3. Oktober 2016, dem Jahrestag der Deutschen Einheit, veröffentlichten Artikel, bei dem ich Parallelen vom damaligen „SED-System mit nationaler Front“ zum jetzigen „WSD-System“ („Wir schaffen das“) mit „nationaler Abschaffungsfront“ aufzeigte, ging es richtig los. Für den Artikel gab es übrigens auch die üblichen 30 Tage Facebook-Sperre. Das ARD-Magazin Kontraste bat mich kurz nach Veröffentlichung um ein Interview und war auch drei Stunden zu einem Hausbesuch bei mir im „gallischen Dorf der Bayern und Franken“. Von dem Interview wurde übrigens nie etwas ausgestrahlt.

Im Frühjahr 2017 bat mich „Doclight“, eine Produktionsfirma aus Hamburg, um meine Teilnahme an einem „Internet- und Fernsehprojekt“ in Berlin, im früheren DDR-Funkhaus. Als ich dort ankam, stellte sich heraus, dass die anderen sieben Eingeladenen „zufällig“ alle in Berlin wohnten und „Buntfans“ waren. Als „Projektleiter“ stellte sich Sascha Lobo vor, Projektname des Ganzen „Manipuliert“. Für mich waren es drei Drehtage (zudem einer ohne mich). Mit ZDF-Team insgesamt 30 Leute gegen mich „kleinen Internet-Rebellen“.

DB: Das konnte ja nicht gut gehen.

JN: Bei der re:pulica, Europas größter Internetkonferenz, war „Manipuliert“ ganz großes Thema. Wurde aber für die ÖR-Propaganda ein einziges Desaster, denn statt aufzuzeigen, dass die AfD und insbesondere ich „manipuliere“, war offensichtlich, wer da wirklich „Meinungen manipuliert“ und gefühlte Mehrheiten erzeugt. Das Gegenvideo von Massengeschmack TV machte aus dem Projekt Manipuliert durch Sascha Lobo. Nach Ausstrahlungen bei ZDFneo sollte Manipuliert ja auch groß beim ZDF gesendet werden. Der geplante Sendetermin von Freitag auf Samstag Nacht (26./27. Mai 2017) um 01 Uhr wurde plötzlich einen Tag vorverlegt, Donnerstag auf Freitagnacht um 01 Uhr schaut natürlich fast niemand zu. Weitere Ausstrahlungen von Manipuliert beim ZDF gab es dann plötzlich nicht mehr, nur noch bei ZDFneo. Kurz vor den Landtagswahlen wurde Manipuliert nicht nur in der Mediathek gelöscht, sondern sogar der Beitrag auf You-Tube auf privat gestellt. Und nach der Ausstrahlung des Interviews wurde auf You-Tube plötzlich das Video auf öffentlich umgestellt.

DB: Wie verhält es sich mit der ARD-Doku Wahlkampf im Netz, an der Sie beteiligt waren? Diese ist ja nicht mehr auf YouTube verfügbar, oder?

JN: Ja, die wurde auch vor der Wahl in der Mediathek und auf Youtube beim BR gelöscht (ein Team von dort hatte mich zuhause besucht und zu einem Wahlkampfauftritt begleitet). Auch die Kurzfassung der Doku von ZAPP wurde überall gelöscht. Ein Facebook-Freund hatte aber glücklicherweise eine Kopie des Beitrags von ZAPP davon gemacht, die jetzt auf meinem eigenen YouTube-Kanal zu finden ist.

DB: Ich habe gehört, dass Ihnen der Anwalt der Amadeu-Antonio-Stiftung (Anneta Kahane) letztes Jahr eine vorbereitete Unterlassungserklärung zur Unterschrift geschickt hatte, was wurde denn daraus?

JN: Fünf Seiten hatte der Anwaltsschriftsatz. Ich hatte auf meiner Facebook-Seite geschrieben, dass ich ja glücklicherweise Admins aus „freien Ländern“ habe, bei der die Zensur von Maas+AAS keinen Zugriff hat. Sie wollten eine vollständige Entfernung dieses Posts und Unterzeichung einer „strafbewährten Unterlassungerklärung“ von mir. Habe natürlich nicht entfernt, sondern lediglich auf Beihilfe der AAS zur Zensur geändert. Eine Unterlassungserklärung habe ich selbstverständlich nicht unterschrieben, sondern mitgeteilt, dass ich für eine etwaige Unterlassungsklage auf Gerichtsstand bei mir hier bestehe, denn in Bayern ist die Justiz noch relativ unabhängig. Und dass auch bei einem „etwaigen Obsiegen“ der AAS, sie wahrscheinlich selbst auf den Kosten sitzen bleiben werden, denn ich wurde ja schon „erfolgreich finanziell und beruflich zersetzt“.

DB: Wie sind die Pläne für Ihre Zukunft?

JN: Wie im Interview angeklungen, will ich es ja auf die AfD-Liste zur EU-Wahl schaffen und dann ab Mai in Brüssel/Straßburg „aufräumen“. Die EU-Wahl 2019 ist sicherlich mit Abstand die wichtigste Wahl in der europäischen Nachkriegsgeschichte. Es wird ja nicht nur im „Noch-Merkel-Land“ gewählt, sondern in ganz EUtopia. Eine Mehrheit der Patrioten können und müssen wir schaffen. Schon am 3. November treffen sich die bayerischen AfD-EU-Delegierten mit den möglichen bayerischen Kandidaten, dabei wollen sie drei „bayerische Auserwählte“ festlegen, die vom bayerischen Landesverband den anderen Landesverbänden der AfD empfohlen werden. Da ist es natürlich sehr wichtig, dass ich da dabei bin.

DB: Als Unterfranke hat man es in „Rest-Bayern“ und „Rest-Franken“ ja besonders schwer. Wie waren ihre diesbezüglichen Erfahrungen in der AfD?

JN: Seit Napoleons Zeiten wird Unterfranken massiv benachteiligt. Wir haben insgesamt 14 bayerische AfD-Abgeordnete und 7 Regierungsbezirke. Und unser Unterfranken ist „zufällig“ der einzige Regierungsbezirk ohne AfD-Abgeordneten im Bundestag. Bin Einziger aus Unterfranken, der es überhaupt auf die bayerische Landesliste zur Bundestagswahl 2017 geschafft hatte, auf Platz 22 (!) von 30. Selbst mein Nachrücken für den Bundestag ist also wohl eher nur „theoretischer Natur“. Hoffen wir also nächste Woche etwas auf bayerische und fränkische Solidarität mit uns. Brüssel ist von meinem Mömbris über 100 km näher als Berlin und einen fertigen Großflughafen gibt es in der „EU-Hauptstadt“ auch.

DB: Die Kandidaten werden dann ja auf einem bundesweiten EU-Parteitag der AfD ab dem 16. November in Magdeburg aufgestellt. Wie stehen denn da dann Ihre Chancen?

JN: Wäre natürlich gut, wenn ich zu den drei vom bayerischen LV vorgestellten Kandidaten gehöre. Ich kann natürlich auch, falls dies nicht der Fall sein sollte, trotzdem kandidieren, es wird dann aber noch schwerer. In Magdeburg habe ich gegenüber anderen bayerischen Kandidaten sicherlich den großen Vorteil, dass man meine Arbeit deutschlandweit kennt und schätzt.

Unsere historische Aufgabe ist die Wiederherstellung von tatsächlicher Rechtsstaatlichkeit und wirklicher Demokratie für den angeblichen Souverän (deutsches Volk bzw. andere europäische Völker) in einem Europa freier Vaterländer. Und ich habe keiner Zweifel daran, dass uns dies dann Ende Mai gelingen wird und wir gemeinsam den Triumph der Patrioten über die EU-Idiotisten feiern können.  Ein von mir unterstützter Freund hatte bei mir in CSU-Land die letzte Bürgermeisterwahl  mit 96,5 Prozent gewonnen. So viel zu „unmöglich“ und zu meiner „Gefährlichkeit“.

DB: Dann viel Erfolg und herzlichen Dank für das Gespräch!

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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