Die Alternativen Unworte des Jahres 2018 lauten: „Hetzjagden und Zusammenrottungen“

Von jouwatch, So. 13. Jan 2019

Die Wahl ist entschieden. Die Alternativen Unworte des Jahres 2018 können gekürt werden. Sie lauten: „Hetzjagden und Zusammenrottungen“. Knapp dahinter landeten in unseren Online-Abstimmungen auf jouwatchPI-NewsPhilosophia PerennisJürgen Fritz Blog und Die Unbestechlichen auf Platz zwei: „Einzelfall“ und auf Platz drei: „Schutzsuchende“. 1.633 Leser stimmten ab. Vielen Dank für Ihre Mitwirkung! Hier die Hintergründe zu diesen Unwörtern, wer sie wann in welchem Kontext gesagt hat, die weiteren Plätze sowie die Gewinner der Verlosung.

Herzlichen Glückwunsch an Regierungssprecher Steffen Seibert und Bundeskanzlerin Angela Merkel

Am 27.08.2018 sagte Regierungssprecher Steffen Seibert:

„Was in Chemnitz stellenweise zu sehen war und was ja auch in Videos festgehalten wurde, das hat in unserem Rechtsstaat keinen Platz… Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin, das hat bei uns in unseren Städten keinen Platz, und das kann ich für die Bundesregierung sagen, dass wir das auf das Schärfste verurteilen.“

Am 28.08.2018 sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel:

„Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab, dass es Hass auf der Straße gab, und das hat mit unserem Rechtsstaat nichts zu tun.“

Merkels und Seiberts DDR-Sprech zur Verunglimpfung und Kriminalisierung von Bürgerrechtlern

Die „Videoaufanahmen“, auf die sich Merkel bezog, war ein 19-sekündiger Videoclip, der von Antifa Zeckenbiss, auf dem zu sehen war, wie zwei südländisch aussehende junge Männer auf Demonstranten zugingen, von denen einer ihnen dann ein Paar Schritte hinterherläuft. Die „Hetzjagd“ wird dann mit den Worten „Hase, du bleibst hier“ in die bundesdeutsche Wirklichkeit 2018 zurückgepfiffen. Erst Monate konnte Tichys Einblick, namentlich Hariolf Reitmaier, die Urheber des Videos ausfindig machen, suchte sie auf und ließ sich den Vorfall erklären:

„Kathrin B.: »Sie waren aggressiv auf uns zugekommen und hatten uns angepöbelt und wohl auch, aber eben schwer verständlich, ‚Verpisst euch‘ gerufen. So haben wir das in Erinnerung.« »Dann kam es zu einem körperlichen Kontakt mit den beiden, wobei einem unserer Freunde der Inhalt eines Bierbechers über seine Kleidung und wohl auch ins Gesicht geschüttet wurde.« Weil Kathrin B. erschrocken »jetzt kracht’s aber« gedacht hatte, sei die Handy-Kamera angeschaltet worden.

Kathrin B. befürchtete, dass auch Thomas B. in Richtung der aggressiv auftretenden Migranten losstarten würde und rief ihm auf dem Video deutlich vernehmbar zu: »Hase, Du bleibst hier!« … »‚Hetzjagden‘ oder gar ‚Menschenjagden‘ … haben wir nicht erkennen können. … Wir sind auch bereit, unsere Aussage eidesstattlich zu versichern.«

Am Abend dann hatte Kathrin B. ihr Kurzvideo in ihrer eigentlich geschlossenen »Bürger«-Gruppe des Social Media-Dienstes Whats-App eingestellt. Noch ungeklärt ist, wie die »Antifa-Zeckenbiss«-Akteure Kathrin B.s 19-Sekunden-Video erhalten haben, um es mit Zeit Online als Pseudo-»Menschenjagd-Video« polit-medial explodieren zu lassen.“

Bis dahin hatten die abfälligen Bemerkungen der Kanzlerin über ihre eigenen Bürger jedoch längst das Deutschlandbild weltweit nachhaltig geprägt. Von der New York Times bis CNN sah man „Nazi-Mobs“ in der vormaligen Karl-Marx-Stadt marodieren. Besonders pikant war die Tatsache, dass die CDU-Kanzlerin Angela Merkel mit „Zusammenrottungen“ ein Wort aus dem DDR-Strafrecht benutzte, das vor 1990 verwendet wurde, um Bürgerrechtler und Protestmärsche zu kriminalisieren, wie Hadmut Danish bemerkte.

Statt einer Entschuldigung für diese verbalen Fehltritte musste der, der auf diese Fake News aufmerksam machte, seinen Hut nehmen

Bis heute haben sich weder Merkel noch Seibert für ihre beleidigende Falschmeldung (Fake News) entschuldigt. Statt einer Entschuldigung hat Merkel sogar zugelassen, dass ihr verdienter Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen gehen musste – nicht ohne einen historischen Abschiedsbrief zu hinterlassen:

„Ich habe bereits viel an deutscher Medienmanipulation und russischer Desinformation erlebt. Dass aber Politiker und Medien „Hetzjagden“ frei erfinden oder zumindest ungeprüft diese Falschinformation verbreiten, war für mich eine neue Qualität von Falschberichterstattung in Deutschland. Ich hatte mich in der darauffolgenden Woche gegenüber der „Bild-Zeitung“ in nur vier Sätzen dazu geäußert, indem ich klarstellte, dass es nach Erkenntnissen aller zuständigen Sicherheitsbehörden keine derartigen rechtsextremistischen „Hetzjagden“ gab.“

Ergebnis der Abstimmung

Deshalb führten bei der diesjährigen Wahl zum Alternativen Unwort des Jahres von Anbeginn diese Ausdrücke in verschiedenen Formen, ob „Hetzjagd“, „Hetzjagden“, „Zusammenrottungen“ oder „Hetzjagden und Zusammnrottungen“ (solche Wortkombinationen sind ebenfalls zugelassen.) Da wir uns als Jury nicht entscheiden wollten, welche Variante besser sei, haben wir alle zur Wahl gestellt, aber alle Stimmen für diese Kombinationen zusammengezählt.

Unter den vier Varianten erhielt
1. „Hetzjagden und Zusammenrottungen“
eindeutig am meisten Stimmen.

Auf den Plätzen landeten:
2. „Einzelfall“,
3. „Schutzsuchende“,
4. „Migrationspakt“,
5.„Haltungsjournalismus“ und
6. „Klimaflüchtling“.

Gewinner

Ein Exemplar von Wir sind noch mehr – Deutschland in Aufruhr, dem Buch der Freien Medien, gewinnen jeweils die jouwatch-Leser „moenty M“ und „Freundliches Gesicht“ sowie PI-News Leser „Lorbas“. Bitte schreiben Sie uns Ihre Adresse an: redaktion@journalistenwatch.com.

Bildergebnis für Wir sind noch mehr Deutschland in Aufruhr

P.S.

Wir bedanken uns herzlich bei Katja Thorwarth von der Frankfurter Rundschau für die kostenlose Werbung – sowie für die ersten Vorschläge für das „Alternative Unwort des Jahres 2019“ aus ihrer Eigensatire („Migration wird man nicht verhindern können“): „Hassworte“, „Propagandaschmiede“, „Komplexitätsreduktion“, „Klimawandelleugner“ und „politische Inzestveranstaltung“. Weiter so, Frau Thorwarth! Sie gewinnen vielleicht noch ein Buch. Wir drücken Ihnen ganz fest die Daumen.

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Titelbild: (c) jouwatch

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