CSU: Wenn’s drauf ankommt, Schwanz einziehen und Kreuz vorschieben

Ein Gastbeitrag von Joseph Emich Rasch, Do. 7. Jun 2018

Der äußerst schädlichen, unverblümt abkassierenden Anti-Abschiebungs-Industrie muss das Handwerk gelegt werden. Doch der Södersche Vorstoß mit dem Kreuz stellt wohl kaum mehr als ein billiges Wahlkampfmanöver dar. Die Protagonisten aus der Münchner Parteizentrale haben bisher letztlich immer den Schwanz eingezogen, wenn es darum ging, der gemütsarmen Pfarrerstochter Angela richtig auf die Finger zu klopfen. Dabei wissen sie, dass die Befreiung dieses Landes von islamischer Infiltration eine Schicksalsfrage darstellt.

Ein Wahlkampfmanöver der bayerischen Merkel-Kriecher

Die einst und auch später gar nicht so heile Welt der Stoibers, Bechsteins und Waigels, ja selbst der Seehofers ist auf ganz subtile Weise und in ihrer Konsistenz ausgesprochen porös geworden. Es mussten erst Markus Söder und Alexander Dobrindt kommen, um den aufgedunsenen Ausreden der Merkel-Kriecher zum Versagen der deutschen Asylpolitik endlich so etwas wie Paroli aus der schwächelnden CSU heraus zu bieten. Dass sie nun von der schon völlig konturlosen Schwester CDU eher gemieden wird, tut der Sache des drohenden Verderbens allerdings keinen Abbruch.

Die im bayerischen Kabinett beschlossene Anordnung, in den Eingangsbereichen aller Behörden und öffentlicher Gebäude des Freistaates seien seit dem 1. Juni dieses Jahres wieder christliche Kreuze anzubringen, wird indes mit leicht hilflosem Schmunzeln, oder auch ein bisschen Kojotengeheule in den Reihen von SPD, ihren abtrünnigen Krypto-Ökologen, den Grünen, und vielleicht noch einigen Wichtigtuern bei der protestantisch verwirrten CDU sowie der Lindner-Sekte FDP als Wahlkampfmanöver abgetan.

Der äußerst schädlichen, unverblümt abkassierenden Anti-Abschiebungs-Industrie muss das Handwerk gelegt werden

Selbst der Münchner Kardinal Marx – welch eine kafkaeske Parabel im 200. Geburtsjahr des agnostizistischen Philosophen Karl Marx – meinte, er müsse sich zum liberalistischen Bewahrer des religiösen Bildzeichens aufschwingen, das durchaus und schier unabhängig von scheinheiliger, katholischer Pietät, eines der identitären Symbole abendländischer Kultur geworden ist. Doch Söders Freude über seinen Coup ist eine trügerische. Denn in seiner zerfurchten Wahlkampfspur, die er schon längst unübersehbar zieht, setzt die AfD zum Überholen der armseligen Bayern-SPD an. Bald wird er auch den Atem von Gaulands und Weidels weißblauen Mitstreitern im Nacken spüren – wenn er und sein alter Kupferstecher Seehofer nicht Nägel mit Köpfen machen; will heißen: Schaffung effizienter Anker-Zentren, konsequente, wirkliche und schnelle Abschiebung aller Scheinasylanten, absoluten Stopp von weiterer Zu- und vorgeblicher Einwanderung aus Afrika, Arabien und Vorderasien bis auf Weiteres.

Diese „Liste“ der Grundvoraussetzungen für einen zuverlässigen Wahlsieg ist natürlich noch sehr viel länger, als die realitätsresistenten Windjammer im Kanzleramt wahrhaben wollen. Sebastian Kurz und Victor Orban lassen aber schon mal grüßen. Nur Alexander Dobrindt, der heftig angegiftete Wadelbeißer mit Führungsanspruch, sprang dem Parteifreund noch bei, indem er unverkrampft aussprach, was von den chronisch angegrantelten Spießgesellen des grünlich-blassroten Kuratels um Göring-Eckhardt und Anton Hofreiter mit dem bekannten Gebell kommentiert wurde: der äußerst schädlichen, unverblümt abkassierenden Anti-Abschiebungs-Industrie muss das Handwerk gelegt werden.

Die Münchner Parteizentrale zieht letztlich immer den Schwanz ein, wenn es drauf ankommt

Die instabile Gefühlslage der sonst geneigten Wählerschaft von Markus Söder, Horst Seehofer und Alexander Dobrindt berührt das nur peripher. Denn die Protagonisten aus der Münchner Parteizentrale haben bisher letztlich den Schwanz eingezogen, wenn es darum ging, der gemütsarmen Pfarrerstochter Angela richtig auf die Finger zu klopfen. Der einstmals angedrohte Kreuzzug vor das Bundesverfassungsgericht blieb ebenso aus wie eine Rote Karte in der (alten) Koalition. Und der begonnene Marsch durch die Institutionen, in persona Seehofer als neuer markiger Innenminister, ist bislang nur ein kleiner Stachel im mageren Fleisch der kaputten SPD.

Das Kreuz des Südens leuchtet also allein in der Arena des FC Bayern München, beileibe nicht über den Straßen der Republik. Viele Städte in Bayern verkommen in Teilen selbst schon zu Drogenzentren für larmoyant dreinschauende Migranten; alle größeren Bahnhöfe wurden zu Wandel- und Schlupfstätten für afrikanische, vorderasiatische, arabische und balkanische Horden. Auf den Plätzen und in den Straßen des Freistaates tummeln sich mehr und mehr und besonders Großfamilien aus angeblich sicheren Drittstaaten – drei, vier Kinder unter fünf Jahren sind die Regel – und die Anträge auf Nachzug für Zweit- und Drittfrauen häufen sich.

Söder weiß, dass die Befreiung dieses Landes von islamischer Infiltration eine Schicksalsfrage ist

Nur die Fünften Kolonnen des osmanischen Despoten Erdogan haben das nicht nötig. Die haben ihre Clans und geheimdienstlich geneigten Schergen längst eingeschleust und arbeiten munter mit den aus der Türkei „berufenen“ Imamen zusammen. Der „Türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion“, kurz DITIB sei Dank, denn sie bezahlt die angeblich geistlichen Herrn und instruiert sie auch.

Markus Söder weiß, dass die Befreiung dieses Landes von islamischer Infiltration eine Schicksalsfrage ist. Das mag in vielen Ohren pathetisch klingen. Genauso, wie wenn führende CSU-Mitglieder, noch hinter vorgehaltender Hand, von einem „notwendigen Kreuzzug Söders im eigenen Land“ sprechen. Doch es kommt den Erfordernissen sehr nahe.

Die Gefühlslage in Bayern ist diffus. Das Anbringen von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden kann nur ein symbolischer Schritt sein. Das wird in der Partei des Innenministers Seehofer – der immer noch Parteivorsitzender ist – ganz nüchtern gesehen. Doch ein chinesisches Sprichwort sagt: der erste Schritt auf einer langen Reise ist der Wichtigste.

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Zum Autor: Joseph Emich Rasch, Jahrgang 1953, Linguist, Dramaturg und Kolumnist, schrieb und inszenierte diverse Theaterstücke sowie zahlreiche Satire-Programme. Im vergangenen Jahrzehnt wandte er sich vermehrt der Analytischen Philosophie zu. Er ist Lehrbeauftragter und Dozent für Kommunikation, Rhetorik und Dialektik.

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Titebild: YouTube-Screenshot aus quer

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