Morddrohung gegen David Berger – Staatsanwaltschaft schaltet sich ein

Von Jürgen Fritz, Mi. 10. Jul 2019

Wie Philosophia perennis heute vermeldet, haben die Drohungen durch Rechtsextremisten gegen David Berger inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass die Staatsanwaltschaft Berlin ein Verfahren in dieser Angelegenheit eingeleitet und die weiteren Ermittlungen dem zuständigen Staatsschutzkommissariat des Landeskriminalamts übertragen hat. Es gibt sogar direkte Anspielungen, dass es ihm ähnlich ergehen könnte wie dem kürzlich ermordeten Walter Lübcke, mit dem er in einem Atemzug genannt wird.

Drohungen und perverse Gewaltphantasien

Anlass war unter anderem diese Mail (die geschwärzte Passage betrifft eine Person aus dem privaten Umfeld David Bergers und enthält perverse Gewaltphantasien, die hier nicht veröffentlicht werden):

Vorangegangen war ein dem Ganzen ein Shitstorm rechtsradikaler Kreise mit antisemitischen und homophoben Hasskommentaren gegen den Macher von Philosophia perennis David Berger.

Den Anstoß bildete wohl vor allem seine Funktion beim Empfang für Milo Yiannopoulos in Berlin, seine Kritik an dem Umkreis von Schnellroda, welches er als „intellektuell parfümierten Nazis“ bezeichnet hatte, sowie an der „Identitären Bewegung“ und seine Warnung vor einem größeren Einfluss der Höcke-Gruppe in der AfD.

Philosophia perennis ist sich dabei sicher, dass es sich keinesfalls um eine Falsche Flagge-Aktion (false flag) handeln könnte.

Solidarisierung

Ich bedaure diese Entwicklung außerordentlich. Man muss die Sichtweise von David Berger und den Autoren von Philosophie perennis – wie bei jedem anderen auch – nicht in allen Punkten teilen, man kann sie sogar komplett falsch finden. Aber Gewaltandrohungen, derartige persönliche Herabsetzungen und Diffamierungen, perverse Gewaltphantasien und Anspielungen auf eine mögliche Ermordung sprengen jeden Rahmen des Tolerablen.

Unabhängig davon, ob man die Positionen von PP teilt oder nicht, sind hier alle aufgefordert, ein Mindestmaß an Solidarität zu zeigen. Nicht für jedes Wort, das David Berger und PP schreiben, aber für die Personen, für die Menschen dahinter und für die Redefreiheit. Nach dem Grundsatz:

Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht (in allen Punkten), aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot von David Berger

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