Fünf der größten Tennis-Rivalitäten aller Zeiten

Von Jürgen Fritz, Sa. 14. Sep 2019, Titelbild: YouTube-Screenshot

Diese fünf Rivalitäten prägten jeweils ihre Zeit, oftmals eine ganze Dekade, manchmal sogar mehr als das. Diese Spieler machten ihren jeweiligen Kontrahenten immer noch besser, trieben sich gegenseitig zu absoluten Höchstleistungen. Sie prägten den Tennissport in den letzten Jahrzehnten mehr als alle anderen und machten ihn weltweit noch populärer und interessanter.

5. Borg – McEnroe

Sie beherrschten die Tennisszene (zusammen mit Jimmy Connors) in der zweiten Hälfte der 1970er und der ersten Hälfte der 1980er Jahre, lieferten sich unglaubliche Tennisschlachten. Erinnert sei besonders an das Wimbledon-Finale 1980, das so spannend war, dass man fast vom Sofa fiel.

Leider hörte Björn Borg viel zu früh auf (mit Mitte 20) und John McEnroe ließ schon mit 26 deutlich nach, schaffte es ab 1985 nur noch partiell Lendl, Becker und Edberg Paroli zu bieten. Bei diesen beiden hätte man sich gewünscht, dass sie länger auf diesen Niveau gespielt hätten. Vielleicht hätte ja Borg McEnroe auch zu neuen Höchstleistungen motivieren können, hätte er sich nicht so früh vom Tennissport zurückgezogen.

4. Sampras – Agassi

Die zwei US-Amerikaner beherrschten die 1990er Jahre nahezu vollkommen, wobei Agassi bei den A-Turnieren (leider) meist den Kürzeren zog. Keiner konnte sich derart auf die Grand Slam Turniere konzentrieren und dort immer wieder sein bestes Tennis abrufen, wenn es drauf ankam, wie Sampras. Er brach den Rekord von Borg (11 A-Titel) und gewann sage und schreibe 14 Grand Slam-Titel, seinen letzten (2002) exakt zwölf Jahre nach seinem ersten (1990), als der gerade 19-Jährige völlig überraschend den hoch favorisierten Agassi im Finale der US Open bezwang. Es sollten viele weitere Endspiele gegen den Dauerrivalen folgen.

Zu Beginn der 2000er Jahre, als Sampras dann nachließ und nach seinem fünften Triumph bei den US Open 2002 kein Match mehr bestritt, drehte Agassi mit inzwischen über 30 Jahren nochmals richtig auf, gewann dreimal die Australian Open (insgesamt acht A-Titel) und traf dann auf einen noch Größeren als seinen großen Rivalen aus den 1990ern: Roger Federer, gegen den er ab 2003 bis 2005 achtmal in Folge verlor.

3. Federer – Djokovic

Der größte Spieler der ersten Dekade des Jahrhunderts und der größte der zweiten Dekade. Bis 2010 war Federer klar stärker, beherrschte die Szene vor allem zwischen 2004 und 2007, als er viermal in Folge zum Weltsportler des Jahres gewählt wurde, wie selten ein Spieler zuvor. Schon 2009, mit 28 Jahren, brach er den Weltrekord von Sampras (14) und bringt es inzwischen auf 20 Grand Slam-Siege.

Seit 2011 aber spielt Djokovic überragend, dominierte die ablaufende Dekade. Und auch er brach den Rekord von Sampras dieses Jahr. Federer, der Größte von allen und inzwischen 38 Jahre alt, will wohl auch noch in die 2020er-Jahre hinein weiterspielen, womöglich versuchen, seinen 21. Grand Slam-Sieg zu erringen. Auch Djokovic scheint noch Großes vor zu haben, möchte sowohl Nadal als auch Federer überholen und als größter Spieler aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Ausgeschlossen ist das nicht. Der Serbe ist erst 32 und kann mit Sicherheit noch einige A-Titel holen.

2. Nadal – Djokovic

Bis 2010 war Nadal klar stärker, dominierte vor allem in den Jahren 2008 und 2010. Djokovic hatte in jungen Jahren das Pech, mit den zwei Größten aller Zeiten konkurrieren zu müssen, war 2007, 2008, 2009 und 2010 am Jahresende immer die Nr. 3, hinter den beiden Superstars. Doch ab 2011 gelang ihm das Unglaubliche: Er überflügelte beide, Nadal und Federer, gewann inzwischen 16 A-Titel und dominierte die Szene zeitweise noch mehr als Federer in seinen besten Jahren, schaffte es sogar irgendwann, Nadal auf Sand zu bezwingen.

Doch die zwei schlagen selbst im hohen Alter immer wieder zurück, was dazu führt, dass wir eine einzigartige Ära sehen. Für Nadal aber scheint Djokovic (und vielleicht zukünftig auch Medvedev) auch in den kommenden Jahren der gefährlichste Gegner. Gegen keinen verlor der Spanier häufiger. Keiner kann seine enormen Top-Spin-Schläge besser entschärfen und über Stunden dagegen halten. Diese Rivalität könnte also durchaus noch einige Jahre anhalten.

1. Federer – Nadal

Die zwei Giganten des Tennissports, die für diesen die beste Werbung machen, die man sich überhaupt nur denken kann. In Wimbledon 2003 erklomm der damals knapp 22-jährige Federer mit seinem ersten Grand Slam-Erfolg den Tennis-Thron. Zwei Jahre später, im Juni 2005, gewann der gerade 19 gewordene Nadal erstmals die French Open. Im März 2004 trafen die beiden beim B-Turnier in Miami erstmals aufeinander. Federer (22) war damals bereits die Nr. 1 der Welt, Nadal war erst 17 Jahre alt und er schlug den Wimbledon-, ATP-Finals- und Australian Open-Champion direkt. Seither liefern sie die zwei in der nunmehr 15. Saison immer wieder sagenhafte Duelle. Und auch diese Paarung dürfte noch nicht zu Ende sein. Zugleich sind sie gute Freunde.

Nadal, der quasi wie in einem Sandwich zwischen den außer ihm zwei größten Spielern aller Zeiten eingeklemmt ist – vor ihm dominierte Federer, dann nachdem er diesen 2008 erstmals überflügelte, kam drei Jahre später gleich Djokovic und überflügelte ihn – bringt es bislang dennoch auf 19 Grand Slam-Titel und er wird versuchen, die Rekordmarke von Federer (20) zu erreichen. Vielleicht schon im nächsten Jahr.

Derzeit soll der Präsident von Real Madrid planen, dass die beiden Giganten des Tennissports, Federer und Nadal, ein Match im Estadio Santiago Bernabéu von Real Madrid austragen – vor 80.000 Zuschauern! Die bisherige Zuschauer-Rekordmarke im Tennissport beträgt 35.681 Zuschauer, als Kim Clijsters 2010 in Brüssel gegen Serena Williams im König-Baudouin-Stadion ein Showmatch bestritt und gewann.

Zehn der letzten 15 Auszeichnungen Weltsportler des Jahres gingen an Tennisspieler – an drei Tennisspieler

Wie interessant gerade die Rivalitäten zwischen Federer, Nadal und Djokovic den Tennissport weit über ihre Disziplin hinaus gemacht haben, erkannt man auch daran, wenn man sich anschaut, wer in den letzten 15 Jahren bei den Herren zum Weltsportler des Jahres gewählt wurde. Es waren dies in zehn von 15 Jahren Tennisspieler, die mithin diesen Titel doppelt so oft holten, wie die Sportler aller anderen Sportarten zusammen.

Und diese zehn Auszeichnungen gingen an genau drei Spieler: fünfmal an Federer, viermal an Djokovic und einmal an Rafael Nadal.

Big Rivalries in Tennissport

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