Terror-Anschlag in Halle vor Synagoge und in Dönerladen: zwei Tote

Von Jürgen Fritz, Mi. 09. Okt 2019, Titelbild: Privataufnahme von einem der Täter

In Halle kam es heute mittag gegen 12:45 Uhr zu mehreren Anschlägen, zum einen auf eine Synagoge, zum anderen auf einen Dönerladen. Zwei Menschen, eine Frau in der Nähe der Synagoge, und ein Mann im Dönerladen, wurden erschossen. Zwei weitere wurden mit Schussverletzungen in die Klinik eingeliefert und mussten operiert werden. Handgranaten wurden geworfen und auch im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) fielen Schüsse. Doch der Täter hatten noch viel Schlimmeres vor!

Zwei Menschen in Halle erschossen

„Der Täter schoss mehrfach auf die Tür und warf auch mehrere Molotow-Cocktails, Böller oder Granaten, um einzudringen. Aber die Tür blieb zu, Gott hat uns geschützt. Das Ganze dauerte vielleicht fünf bis zehn Minuten“, sagt der Gemeindevorsitzende der Synagoge. In dieser befanden sich  etwa 70 bis 80 Menschen, denen zum Glück nichts passierte! Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, hätte es der Killer geschafft, in das Gebäude, das wohl mit einer Panzertür geschützt ist, einzudringen.

Eine Frau in der Humboldtstraße in der Nähe des Friedhofs und der Synagoge hat Gott leider nicht geschützt. Sie wurde von dem respektive einem der Täter erschossen. Ferner wurde ein Mann in einem Dönerladen erschossen. Auch habe der Täter Handgranaten oder handgranatenähnliche Gegenstände geworfen, die explodierten, eine wohl auf dem jüdischen Friedhof, eine vor dem Dönerladen. Diese wollte der Mörder laut einer Zeugenaussage in den Imbiss hineinwerfen, in dem sich ca. fünf, sechs Personen befanden. Die Granate prallte aber laut der Zeugenaussage an der Scheibe ab und explodierte dann vor dem Imbiss.

erschossene Frau

Die erschossene Frau, BR24-Screenshot

Auch im 15 Kilometer entfernten Landsberg fielen Schüsse

Ein Verdächtiger wurden festgenommen. Die Fahndung nach möglichen weiteren Tätern läuft. Die Menschen in Halle sind aufgerufen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. Das SEK ist bereits im Einsatz, die GSG 9 soll nach Halle unterwegs sein.

Rund eine Stunde später, gegen 13:45 Uhr, fielen im etwa 15 Kilometer entfernten Landsberg ebenfalls Schüsse. Dort gab es einen Verletzten. In die Universitätsklinik Halle sollen zwei Personen eingeliefert worden sein mit Schussverletzungen, die operiert werden mussten.

Schütze4 (2)

Einer der Täter, FAZ-Screenshot

Dieser Anschlag fällt genau auf Jom Kippur (deutsch: Versöhnungstag oder Versöhnungsfest), den höchsten jüdischen Feiertag, der als strenger Ruhe- und Fastentag begangen wird.

Hier ein weiteres Täterfoto:

Schütze 3 (2)

Privatfoto

Update

Der Täter, ein 27-jähriger Deutscher, hat sein Vorgehen mittels einer Helmkamera aufgezeichnet und die Videos online verbreitet. In insgesamt drei Videos zeigt er, wie er nahe der Synagoge eine Frau und in dem Dönerimbiss einen Mann erschießt. Zu hören ist, wie er über Juden schimpft und wie er droht, sie zu erschießen.

Filmaufnahmen vom schießenden Täter

*

Aktive Unterstützung: Jürgen Fritz Blog (JFB) ist vollkommen unabhängig und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: JFB. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR