Jeder Mensch hat ein Recht auf Scheidung als Teil seiner Selbstbestimmung

Von Jürgen Fritz, So. 27. Okt 2019, Titelbild: Pixabay, CC0 Public Domain

Frauen trennen sich manchmal von ihren Männern, manchmal auch umgekehrt. Nein, das ist nicht schön. Ja, das kann sehr schmerzhaft sein, zumal wenn man auch noch gemeinsame Kinder hat. Ja, es wäre viel schöner, wenn alle Beziehungen immer auf Dauer glücklich verlaufen würden. Aber so ist es nun mal nicht. Zum geistig-seelisch Erwachsenwerden gehört, dass man lernt, mit solch schweren persönlichen Rückschlägen adäquat umzugehen, denn ein Mensch wird auch durch einen Liebesschwur oder eine Heirat nicht Eigentum eines anderen.

Zur Menschenwürde gehört das Recht auf Scheidung

Jede Frau und jeder Mann hat das Recht, sich von seinem Partner zu trennen, wenn er es mit ihm zusammen nicht mehr aushält, wenn er jemanden anders kennen lernt, mit dem er lieber zusammenleben möchte, oder wenn er einfach nicht mehr will. Ob das in jedem Einzelfall immer klug oder gut ist, sei dahingestellt. Aber Menschen haben das Recht dazu, über ihr eigenes Leben selbst zu bestimmen, auch wenn dies für andere schmerzhafte Entwicklungen mit sich bringt.

Diese Selbstbestimmung über das eigene Leben nennt man Menschenwürde. Zu dieser gehört, sich seinen Lebenspartner selbst auszusuchen und sich auch von ihm trennen zu können. Wenn gemeinsame Kinder da sind, dann natürlich in weiterer Verantwortung für diese. Und wenn der Partner mittellos ist, dann auch in Verantwortung für ihn, zumindest für eine gewisse Zeit. Aber keiner darf den anderen mit Gewalt festhalten, ihn einsperren, ihn einschüchtern, man werde ihm etwas antun, wenn er sich trennt, oder ihn gar totschlagen. Durch einen Liebesschwur wird nicht der eine Eigentum des anderen, auch nicht durch eine Heirat.

Die alten Römer kannten schon in der Republikzeit (510 bis 27 v. Chr.), also vor über zweitausend Jahren, das Recht auf Scheidung – auch der Frau. Wer das nicht versteht oder nicht akzeptieren kann und meint, der Partner müsse dann sterben, wenn er sich von einem trennt, und das dann selbst in die Hand nimmt, sich dabei auf seine Kultur oder sonst was beruft, der hat bei uns nichts zu suchen. Rein gar nichts!

Alle Staaten der Erde bis auf zwei akzeptieren die Scheidung

Eine Scheidung ist in allen Staaten der Erde, auch den islamischen, möglich, außer zweien:

  1. den Philippinen (der einzige asiatische Staat mit katholischer Bevölkerungsmehrheit) und
  2. dem Vatikanstaat.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein lehnten die meisten westlichen christlichen Kirchen Scheidung kategorisch ab. Die römisch-katholische Kirche sowie der überwiegende Teil der pietistisch geprägten, täuferischen und charismatischen Kirchen halten in unterschiedlichem Grade bis heute daran fest.

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