Papst schlägt Christin, die seine Hand ergreift

Von Jürgen Fritz, Mi. 01. Jan 2020, Bilder: The Guardian-Screenshots

Na das war ja ein schöner Jahreswechsel im Vatikanstaat. Papst Franziskus ging gestern am Silvesterabend über den Petersplatz und begrüßte die Pilger, die gekommen waren, ihn zu sehen, zu hören und wenn möglich auch zu berühren. Sehen Sie hier, was passierte als eine ostasiatisch aussehende kleine Frau seine Hand ergriff.

Papst schlägt Christin erbost auf die Hand

Franziskus hatte die Menschen auf dem Petersplatz in Rom begrüßt, sich ihnen zugewandt und einigen auch die Hand gereicht. Nachdem er ein Kind begrüßt hatte, wollte er sich von der Menge abwenden. Doch da ergriff eine kleine ostasiatisch aussehende Frau seine Hand und zog ihn zu sich. Das aber schien dem Oberhaupt der katholischen Kirche und dem absolutistischen Staatsoberhaupt des Vatikanstaates überhaupt nicht zu gefallen. Nachdem er ihr ein, zwei Sekunden zugehört hatte, schlug er ihr energisch auf die Hand und riss sich los. Ein Mann aus seinem Gefolge packte dann die Hände der irritierten Frau und schob sie zurück, während Franziskus sich erbost abwendete.

Der Vorfall in Einzelbilder zerlegt

Hier ist die Welt noch in Ordnung. Franziskus begrüßt die Pilger. Links sehen wir schon die ostasiatisch aussehende Frau, die ihre Hände gebetsartig faltet und sich unmittelbar davor schon bekreuzigt hat. „Gleich ist es soweit“, mag sie denken, „und ich kann dem Papst endlich die Hand schütteln.“

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Einigen, insbesondere dem Kind auf den Schultern eines Erwachsenen reicht er auch die Hand, während die asiatische Frau sehnsüchtig auf ihren obersten Hirten wartet und womöglich darum betet, dass ihr kirchliches Oberhaupt auch zu ihr kommen und ihr einmal im Leben die Hand reichen möge. Wie lange die Frau schon dort steht und wartet, wissen wir nicht, aber sicher nicht erst seit einigen Minuten. Viele „Gläubige“ sollen Stunden auf dem Platz ausgeharrt haben.

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Doch dann möchte sich Franziskus ausgerechnet vor ihr, die sie ihn doch sehnsüchtig erwartete, abwenden. Also greift die Frau nach der Hand des Stellvertreter des einen und einzigen Gottes, wie die Katholiken ihn bezeichnen.

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Doch dem scheint diese Übergriffigkeit der Frau gar nicht zu gefallen, die ihn in ihrem Eifer regelrecht zu sich hin zieht und dann zu ihm spricht.

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Doch dann, nach ein, zwei Sekunden reißt Franziskus sich nicht nur von ihr los, sondern schlägt ihr dabei wie ein Vater seinem kleinen Kind auf die Hand.

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Und wendet sich dann verärgert von der Frau ab, die völlig konsterniert dasteht und nicht weiß, wie ihr gerade geschah. Da schafft sie es endlich mal, ihrem Kirchenoberhaupt so nah zu kommen, ihr gelingt es sogar, seine Hand zu ergreifen und zu ihm zu sprechen, und dann schlägt er ihr auf die Hand und reißt sich ärgerlich von ihr los, lässt sie wie einen begossenen Pudel stehen. So hatte die arme Frau sich den Jahreswechsel wohl auch nicht vorgestellt.

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Und hier in bewegten Bildern

Hier sieht man die ganze Szene am Stück:

Nicht das erste seltsame Verhalten von Franziskus beim Zusammentreffen mit „Gläubigen“

Diese seltsame Begegnung ist nicht die erste, bei der sich das Oberhaupt der Katholiken während öffentlicher Veranstaltungen verärgert zeigt. Im März zeigte Franziskus schon einmal ein auffälliges respektive für viele verstörendes Verhalten, als eine Reihe von „Gläubigen“ versuchte, seinen päpstlichen Ring zu küssen. Doch jedes Mal zog der Papst seine Hand von insgesamt 19 Menschen weg, wollte offensichtlich nicht, dass sie seinen Ring küssen konnten. Viele Katholiken empfanden das als eine Missachtung der langjährigen Tradition. Was hinter diesem sehr merkwürdingen Verhalten steckte, ist nicht bekannt. Ein Sprecher des Papstes ließ später verlautbaren: Es wäre „eine einfache Frage der Hygiene“. Der Papst wolle keine Keime verbreiten.

Das Oberhaupt der Katholiken und der Vatikan sind Anhänger der Prügelstrafe

Anfang 2015 hatte Franziskus (Jorge Mario Bergoglio), der seit März 2013 der 266. Bischof von Rom und damit Papst, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und absolutistischer Herrscher des Vatikanstaats ist, bei seiner wöchentlichen Generalaudienz, die der Rolle von Vätern in der Familie gewidmet war, erklärt, dass es aus seiner Sicht völlig in Ordnung sei, seine Kinder zu schlagen, solange dabei deren Würde geachtet werde. Wie das freilich vonstatten gehen soll, jemanden zu schlagen, ihm also körperliche Gewalt anzutun, um ihn zu erziehen, ohne dabei seine Selbstbestimmung zu missachten, bleibt womöglich Franziskus‘ Geheimnis. Vielleicht meint er, wenn man immer auf die Hände oder den Körper schlägt, ist es okay, nur ins Gesicht dürfe man nicht schlagen.

Dazu erzählte der Oberkatholik eine Anekdote: „Einmal habe ich einen Vater bei einem Treffen mit Ehepaaren sagen hören: ‚Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen‘.“ „Wie schön!“, erklärte Franziskus. „Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht …“ 

Der Vatikan verteidigte im Nachhinein die Position seines Staatsoberhauptes. Dabei regt sich seit Jahren harsche Kritik an der Haltung der katholischen Kirche zur Prügelstrafe. 2014 hatten Mitglieder eines UN-Menschenrechtskomitees die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention unter die Lupe genommen. Hintergrund waren Berichte über weit verbreiteten körperlichen Missbrauch in katholisch geführten Schulen und Institutionen.

In deren Abschlussbericht erinnerten Komiteemitglieder den „Heiligen Stuhl“ daran, dass die Konvention ausdrücklich alle Unterzeichner dazu aufrufe, alle rechtlichen und pädagogischen Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor allen Formen von physischer und mentaler Gewalt zu ergreifen. Der Heilige Stuhl sollte seine eigenen Gesetze zum Verbot der Prügelstrafe anpassen und Wege zu deren Umsetzung in katholischen Schulen und Einrichtungen in der ganzen Welt finden.

Das Verhältnis der katholischen Kirche zur Gewalt gilt es noch weiter und genauer zu beleuchten, was im Laufe der nächsten Monate ausgiebig erfolgen soll.

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