Terroranschlag in Nizza: Frau in Kirche enthauptet

Von Jürgen Fritz, Do. 29. Okt 2020, Titelbild: WELT-Screenshot

In Frankreich gab es heute morgen erneut einen Messeranschlag. In Nizza wurden in einer Kirche drei Menschen tödlich verletzt. Einem Mann wurde in den Hals gestochen, eine 70-jährige Frau wurde enthauptet. Das dritte Opfer konnte sich noch aus der Kirche in ein Café schleppen und verstarb dann dort. Mehrere weitere Menschen sollen verletzt worden sein.

Allahu Akbar-Attentäter ermordet drei Menschen, enthauptet eine alte Frau

Mindestens drei Menschen wurden bei dem Messeranschlag auf entsetzlich brutale Weise ermordet, mindestens sechs weitere Menschen wurden verletzt. Dabei soll es zu mindestens einer Enthauptung einer 70-jährigen Frau gekommen sein, der in der Kirche der Kopf abgetrennt wurde. Ob sie dabei noch lebte oder schon tot war, ist nicht unbekannt.

Bei dem zweiten Ermordeten soll es sich um den Hausmeister der Basilika handeln, dem der Attentäter das Messer in den Hals rammte. Das dritte Opfer, das bei dem Anschlag tödlich verletzt wurde, war eine eine 44-jährige Mutter von drei Kindern, die sich noch aus der Kirche in ein Cafè schleppen konnte, wo sie dann verstarb. Weitere Personen, mindestens sechs, sollen von dem Angreifer ebenfalls verletzt worden sein.

Nach dem Anschlag ist der mutmaßliche Angreifer im Umfeld der Kirche festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Bei seiner Festnahme sollen Schüsse gefallen, er verletzt und dann in ein Krankenhaus gebracht worden sein. Der Mörder soll immer wieder „Allahu Akbar“ gerufen haben – selbst nach seiner Festnahme und während seines Abtransports in die Klinik.

Der Täter: ein muslimischer Immigrant aus Tunesien

Bei dem Täter soll es sich um einen angeblich 21-jährigen tunesischen Immigranten handeln, der sich noch nicht sehr lange in Frankreich aufhielt. Laut dem Anti-Terror-Staatsanwalt soll er 1999 in Tunesien geboren worden sein. Er habe ein Papier des italienischen Roten Kreuzes bei sich getragen, auf dem seine Identität vermerkt gewesen sei.

Bei dem Killer habe man die Tatwaffe, ein 17 Zentimeter langes Messer, zwei Telefone, einen Koran sowie eine Tasche und zwei weitere unbenutzte Messer gefunden. Den französischen Geheimdiensten sei er nicht bekannt gewesen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, der Tunesier sei als „Flüchtling“ ins Land gekommen. Laut französischen Medien soll er über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist sein.

Alles deutet auf einen islamistischen Terroranschlag hin

Der Bürgermeister von Nizza Christian Estrosi erklärte auf Twitter, dass alles auf einen Terroranschlag hindeute. Er besuchte umgehend den Ort der brutalen Messerattacke. Laut BFMTV fordert der Bürgermeister aus Sicherheitsgründen die Schließung aller Kirchen und aller Kultstätten in Nizza für die nächsten Tage. „Ohne Zweifel“ passe die Art und Weise zu dem Mord am Geschichtslehrer Samuel Paty vor wenigen Tagen. Zu Journalisten sagte Estrosi, die Opfer seien auf „entsetzliche Art“ getötet worden. Die Geste des Mannes habe „keinen Zweifel“ gelassen.

Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte an, sich unverzüglich zum Anschlagsort begeben zu wollen. Die französische Regierung hat landesweit die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz „Sentinelle“ des Militärs soll von bisher 3.000 auf nun 7.000 Soldaten aufgestockt werden.

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Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, erklärte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft.

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Es gab Warnungen, aber „wir dachten nicht, dass es so kommen würde“

Die Kirchengemeinde sei in den vergangenen Tagen immer wieder vor möglichen Anschlägen gewarnt worden. Der Oberpriester Gil Florini sagte gegenüber BFMTV: „Wir wurden gewarnt, dass es zu Angriffen kommen könnte. Wir wurden zwei oder drei Tage lang gewarnt, dass es mit dem bevorstehenden Allerheiligenfest zusätzliche Angriffe geben könnte. Wir waren auf der Hut, aber wir dachten nicht, dass es so kommen würde.“

Die Basilika Notre-Dame ist die größte Kirche von Nizza. Sie wurde 1864 bis 1868 erbaut und liegt im Stadtzentrum Nizzas.

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Weiterer Allahu Akbar-Anschlag in der Nähe von Avignon und in Saudi-Arabien

Außerdem soll es in der Nähe der südfranzösischen Stadt Avignon zu einem weiteren mutmaßlich islamistischen Anschlag gekommen sein. Ein Mann habe in dem Ort Montfavet mehrere Passanten mit einer Pistole bedroht, teilte die Polizei am Donnerstag mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Polizisten haben den Angreifer dann schließlich erschossen. Der Hörfunksender Europe 1 meldet, auch dieser Mann habe „Allahu akbar“ gerufen.

Zur selben Zeit wurde ein Wachmann des französischen Konsulats im saudi-arabischen Dschidda mit einem Messer attackiert und verletzt. Der einheimische Angreifer sei festgenommen worden, wie die französische Botschaft in Saudi-Arabien bekanntgab. Der Wachmann sei ins Krankenhaus gebracht worden.

Nächste Enthauptung einer französischen Bürgerin in Frankreich durch einen radikalen Muslim

Seit Jahren erlebt Frankreich immer wieder islamistisch motivierte Anschläge. Mehr als 260 Personen kamen seit 2015 durch den islamistischen Terror zu Tode. 61 Anschläge wurden nach Angaben des Innenministers seit 2013 verhindert. Mehr als 8.000 Personen werden derzeit wegen möglicher terroristischer Aktivitäten vom Inlandsgeheimdienst beobachtet.

Keine zwei Wochen ist es her, da war es am Freitag, den 16. Oktober, in Paris zu einer Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty durch einen tschetschenischen Islamisten gekommen, weil der Lehrer es gewagt hatte, im Unterricht Mohammed-Karikaturen zu thematisieren, um das Recht auf freie Meinungsäußerung zu verdeutlichen.

Twitter-Bild von Samuel Paty

Heute traf es die 70-Jährige und zwei weitere Menschen und morgen?

Nachdem der französische Präsident dem Islamismus den Kampf angesagt hat, kam es überall in islamisch dominierten Ländern zur Hetze gegen Macron und Frankreich. Der türkische Präsident bezeichnete Macron als „Feind des Islam“, weil dieser die Freiheit der Meinungsäußerung und der Kunstfreiheit verteidigte, auch im Falle von Karikaturen von religiösen Inhalten, sowie die Freiheit von Religion.

Nun wurden also erneut französische Staatsbürger in ihrem eigenen Land womöglich wieder von einem Islamisten mit einem Messer ermordet und in mindestens einem Falle erneut enthauptet. Dieses Mal traf es eine 70-jährige Frau in einer Kirche und weitere Menschen in einer Morgenandacht.

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