Jürgen Fritz Blog

Politische Beiträge und philosophische Essays

Fünfter Toter nach Kapitol-Sturm: Polizist erliegt seinen schweren Kopfverletzungen

Von Jürgen Fritz, Fr. 08. Jan 2021, Titelbild: YouTube-Screenshot

Nach dem gewalttätigen Sturm auf das Kapitol ist am Donnerstagabend nun auch ein Polizist gestorben. Der 42-jährige Brian Sicknick wurde im Einsatz von einem Trump-Anhänger mit einem Feuerlöscher am Kopf schwer verletzt. Später brach er in seinem Büro zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort erlag er Donnerstagabend seinen Verletzungen. Eine Mordkommission ermittelt. Hier die weiteren Opfer.

Ein Polizist wurde von einem fanatischen, aufgestachelten Trump-Anhänger mit einem Feuerlöscher tödlich am Kopf verletzt

Nachdem der abgewählt Präsident Donald Trump seine Anhänger wieder und wieder aufgestachelt hatte, haben am Mittwoch Hunderte das Kapitol gestürmt, die verhindern wollten, dass der vom Volk gewählte neue Präsident Joe Biden vom Kongress zertifiziert wird. Einige gelangten dabei bis in den Sitzungssaal. Es fielen Schüsse. Eine völlig fanatische Trump-Anhängerin, Ashli Babbitt, wurde von einem Polizisten beim Versuch, gewaltsam in den Sitzungssaal einzudringen, in die Brust geschossen und erlag später ihrer Verletzung.

Gestern Abend erlag nun auch ein Polizist seinen schweren Verletzungen, die er beim Sturm aufs Kapitol erlitten hatte. Der 42-jährige Brian Sicknick wurde, wie nun bekanntgegeben wurde, im Einsatz am Mittwoch von einem Trump-Anhänger mit einem Feuerlöscher am Kopf schwer verletzt. Später brach er in seinem Büro zusammen und wurde in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Dort erlag er Donnerstagabend seinen Verletzungen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen bereits aufgenommen.

Brian Sicknick, Facebook-Bild

Insgesamt wurden nach Angaben der Behörden mehr als 50 Beamte bei den Protesten und Gewaltexzessen der aufgehetzten Trump-Anhänger verletzt.

Eine Trump-Anhängerin wurde von einem Polizisten erschossen, als sie versuchte, gewaltsam in den Sitzungssaal einzudringen

Ein weiteres Todesopfer ist die 35-jährige völlig fanatische Veteranin und Randaliererin Ashli Babbitt. JFB berichtete bereits gestern ausführlich über sie. Sie war extra aus San Diego, Kalifornien, über 4.000 Kilometer nach Washington D.C. angereist, um Donald Trumps Verbleib im Weißen Haus zu erzwingen. Ashli Babbitt schenkte all den Lügen und Unwahrheiten von Trump Glauben und war wie so viele zutiefst davon überzeugt, Trump wäre die Wahl „gestohlen worden“, wie der eindeutig abgewählte Noch-Präsident immer wieder fälschlich behauptete.

Die drei weiteren Todesopfer

Bei den drei weiteren Toten sprach die Polizei bisher nur von „medizinischen Notfällen“. Inzwischen sind weitere Details bekannt geworden:

Roseanne Boyland (34) aus Georgia soll im Kapitol von der Menge totgetrampelt worden sein. Das sagte ihre Familie der britischen Mail. Polizisten versuchten noch, Roseanne Boyland wiederzubeleben, doch es kam jede Hilfe zu spät. Der Schwager der 34-Jährigen, Justin Cave, erklärte, die Kundgebung habe Roseanne das Leben gekostet. Er gibt Trump die Schuld an ihrem Tod. „Roseanne, wie viele andere, war sehr leidenschaftlich in dem, was sie glaubte. Das war ihr Recht.“ Er persönlich sei der Meinung, der Präsident habe eine Unruhe angestachelt, die einigen seiner größten Fans das Leben gekostet habe, sagt Cave gegenüber Daily Mail.

Auch der 50-jährige Benjamin Phillips aus Pennsylvania war ein überzeugter Trump-Anhänger. Er erlitt beim Sturm des Kapitols einen Herzinfarkt. Philips war Gründer der Website Trumparoo, wo Trump-Anhänger miteinander in Kontakt treten können. Er organisierte zudem den Transport für Dutzende von Menschen aus Pennsylvania, die am Mittwoch in Washington an der Kundgebung teilnehmen wollten. Zu welchem Zeitpunkt des Tages er einen Herzinfarkt erlitt, ist unklar.

Auch der 55-jährige Kevin Greeson aus Alabama starb während den Unruhen in Washington. „Mein Vater hatte gestern einen Herzinfarkt und ist leider verstorben“, schreibt sein Sohn im Internet. Social-Media-Fotos zeigen Greeson mit zwei Maschinengewehren und zwei Pistolen neben einem Weihnachtsbaum. Greeson postete regelmäßig auf der Website Parler, wo er auch zu Gewalt gegen Demokraten aufrief. Einer seiner letzten Kommentare lautete: „Lasst uns dieses verdammte Land zurücknehmen! Ladet eure Waffen und nehmt sie mit auf die Strasse!“

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