Wie der Universalismus gegen die abendländische Kultur instrumentalisiert wird

(Johannes Eisleben, 08.12.2018) Der moralische Universalismus geht davon aus, dass bestimmte Rechte jedem Menschen zeit- und ortsunabhängig zukommen. Doch gingen die Erfinder bzw. Entdecker dieser natürlichen Rechte eines jeden Menschen davon aus, dass deren Geltung immer auf das Gebiet eines Staates begrenzt ist, um das Individuum vor dem staatlichen Machtmonopol zu schützen. In den letzten Jahrzehnten hat sich nun aber ein ganz anderer Universalismus entwickelt, der gegen die Prinzipien des Völkerrechts, gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker in Stellung gebracht wird. Dabei geht es diesen Herrschaftsuniversalisten in Wahrheit gar nicht um die Menschenrechte, welche sie lediglich instrumentalisieren, um die nationalen Zivilgesellschaften von innen heraus aufzulösen, wie Johannes Eisleben dezidiert aufzeigt.

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Das Wagnis der Öffentlichkeit: Hannah Arendt über Karl Jaspers, Freiheit und Vertrauen in die Vernunft

(Jürgen Fritz, 25.11.2018) „Wo Jaspers hinkommt und spricht, da wird es hell. Er hat eine Rückhaltlosigkeit, ein Vertrauen, eine Unbedingtheit des Sprechens, das ich bei keinem anderen Menschen kenne“, so die große Hannah Arendt über ihren ehemaligen Lehrer und lebenslangen Freund, den Psychiater und Philosophen Karl Jaspers. Lesen und hören Sie hier, was die wunderbare Hannah Arendt ferner über Freiheit und Vernunft zu sagen hatte und über das Vertrauen in das Menschliche des Menschen.

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Die Beutemacher: Wie die Altparteien die Gewaltenteilung aushebeln

(Jürgen Fritz, 12.11.2018) „Eine ewige Erfahrung lehrt, dass jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu missbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt. Sobald in ein und derselben Person oder derselben Beamtenschaft die legislative Befugnis mit der exekutiven verbunden ist, gibt es keine Freiheit. In einer Despotie ist es gleich gefährlich, wenn jemand gut oder schlecht denkt; es genügt, daß er denkt, um den Führer der Regierung zu beunruhigen.“ – Charles de Montesquieu: Vom Geist der Gesetze

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Der ontologische Gottesbeweis

(Jürgen Fritz, 10.11.2018) Kann man Gottes Existenz beweisen? Immer wieder gab es Versuche, dies zu tun. Berühmt wurden vor allem der kosmologische, der teleologische und der ontologische Gottesbeweis, den Anselm (1033 – 1109) als erster durchführte, später dann Descartes (1596 – 1650), bevor Kurt Gödel ihn im 20. Jahrhundert in der Sprache der modernen Modallogik rekonstruieren sollte. Dies aber nicht, wie Nicht-Logiker, insbesondere Theologen, gelegentlich meinen, um die Existenz Gottes logisch herzuleiten, sondern um gleichsam zu zeigen, dass mit der axiomatischen Methode bei Zurechtlegung der entsprechenden Axiome im Grunde alles bewiesen werden kann, sogar Gott. Doch bleiben wir bei Anselms besonders beeindruckendem Beweis, der natürlich fehlerhaft, gleichwohl aber von atemberaubender Genialität und Schönheit ist und an dem sich ungemein viel erlernen lässt, sowohl in Bezug auf die Geistesgeschichte als auch die Ontologie, die Erkenntnistheorie und das logische Denken.

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Das Geheimnis der höchsten Göttin

(Jürgen Fritz, 07.11.2018) Die Göttin der Vernunft, von den Griechen Athene, den Römern Minerva genannt, zwar schon erahnt, aber noch nicht gänzlich erkannt, steht weit über allen anderen Göttern, auch wenn drei von diesen, von denen ein jeder behauptet, er wäre der einzige überhaupt, zwei sogar höchst aggressiv danach trachten, alle Erdlinge unter ihre Gewalt zu bringen, auf dass sie nur noch ausschließlich vor ihnen auf die Knie sinken, und die sich gegenseitig bekämpfen. Zwar spricht die höchste Göttin stets nur mit leiser Stimme, daher können sie nicht alle gleich gut vernehmen, weil der Erdlinge Gehör sehr unterschiedlich ausgeprägt, gleichwohl ist sie doch die mächtigste, vor allem aber die edelste und reinste von allen. Doch was ist nun ihr Geheimnis?

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Wie sind die Martin Horns dieser Welt so geworden, wer hat sie so gemacht?

(Jürgen Fritz, 28.10.2018) Straftaten wie diese – gemeint ist die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen durch acht Männer, darunter sieben Syrer, womöglich sogar durch bis zu 15 Täter – dürften nicht dazu dienen, Flüchtlinge pauschal zu verurteilen. Dies meinte der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn sofort nach dieser schrecklichen Tat und warnte sogleich vor „vorschnellen Urteilen“. Wem galt also die primäre Sorge des Stadtoberhauptes, in dessen Gemeinde dies nicht die erste solche Tat war? Der so schrecklich Geschundenen? Was sind das nur für Menschen, fragt #JFB. Wer hat diese so gemacht respektive wie konnten all die Martin Horns dieser Welt so werden? Wie war das möglich und wo kommt das her?

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Wo die Toleranz des Humanisten im Gegensatz zu der des Idioten endet

(Jürgen Fritz, 26.10.2018) „Die Menschen kommen durch nichts den Göttern näher, als wenn sie Menschen glücklich machen.“ – „Suche nicht andere, sondern dich selbst zu übertreffen.“ – In diesen beiden Zitaten von Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.) kommen die beiden Momente des Humanismus wunderbar zum Ausdruck. Doch was genau bedeutet Humanismus im Gegensatz zur Humanität und zum Humanitarismus und wo endet die Toleranz des Humanisten gegenüber der des Idioten?

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Der Neue Linke als Epigone des epigonalen Nazis

(Jürgen Fritz, 20.10.2018) Der böse Nazi gilt heute als die Verkörperung des Bösen schlechthin, über welche sich der Neue Linke zuallererst definiert, ja welchen er geradezu braucht, um sich selbst zu konstituieren. Ohne den bösen Nazi hätte der Neue Linke mithin gar kein Fundament, keine Basis, stünde gleichsam im Nichts. Dabei verhielten sich die Nationalsozialisten ebenso epigonal gegenüber den Kommunisten, wie sich nun der Neue Linke epigonal zum Nationalsozialisten verhält. „Schon 1918 hatte Lenin sich zu dem Dogma bekannt, der Kampf gegen die Barbarei dürfe vor barbarischen Methoden nicht zurückschrecken. Mit dieser Wendung nahm er die anarchistische Veräußerlichung des Schreckens in den Kommunismus auf“, schreibt Peter Sloterdijk. Doch dieser Schrecken geht noch viel weiter zurück – direkt zu Marx und Engels.

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Vom Barbaren zum Menschen und wieder zurück

(Jürgen Fritz, 17.10.2018) „Fatalerweise liefert der Terminus ‚Barbar‘ das Paßwort, das den Zugang zu den Archiven des 20. Jahrhunderts öffnet. Es bezeichnet den Leistungsverächter, den Vandalen, den Statusleugner, den Verweigerer der Anerkennung für jede Art von Ranking-Regel und Hierarchie. Wer das 20. Jahrhundert verstehen will, muß stets den barbarischen Faktor im Auge behalten. Daß die barbarische Position im Europa des 20. Jahrhunderts selbst unter den Vertretern der Hochkultur zeitweise als wegweisend galt, bis hin zu einem Messianismus der Unbildung, illustriert das Ausmaß der Zivilisationskrise, die dieser Kontinent in den vergangenen einhundertfünfzig Jahren durchlaufen hat – die Kulturrevolution nach unten inbegriffen, die in unseren Breiten das 20. Jahrhundert durchzieht und ihren Schatten auf das 21. Jahrhundert vorauswirft.“ – Peter Sloterdijk

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Von der Tiefe und der Höhe

(Peter Sloterdijk, 16.10.2018) „Es mag ein Recht auf Unvollkommenheit geben, ein Recht auf Trivialität besteht nicht. – Die tiefen Spiele sind (aber) diejenigen, die von den Höhen bewegt werden.“

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Sittlicher, Charakter- und Geistesadel oder: Worunter unsere Gesellschaft am meisten leidet

(Jürgen Fritz, 11.10.2018) Drei Formen des Adels lassen sich unterscheiden, bezogen nicht auf das Äußerliche (Adelstitel), sondern bezogen auf das Innere: Erstens der sittliche Adel, gekennzeichnet durch vornehme Manieren, Tischsitten, den gepflegten, zivilisierten Umgang miteinander, Höflichkeit, die Ausbildung des Geschmacks, zum Beispiel bei der Kleidung, der Wohnungseinrichtung oder in Bezug auf Kunst etc. Zweitens der Charakteradel, der nicht mit sittlichem Adel einhergehen muss. Hier kommt es auf ethische Tugenden an, wie Aufrichtigkeit, Loyalität, Treue, Mut, Fairness, Gerechtigkeit usw. Drittens der Geistesadel, der sich auszeichnet durch Intellekt (Denkvermögen) und Geistesbildung (Wissen und kognitive Fähigkeiten).

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Hauptsache Frieden! Hauptsache Frieden?

(Jürgen Fritz, 09.10.2018) Immer wieder hört man von verschiedenen Gestalten – übrigens nicht selten solchen weiblichen Geschlechts und ganz besonders bei Esoterikerinnen, die es mit dem Nachdenken meist schon aus Prinzip nicht übertreiben möchten, das Gefühl wäre ja doch viel wichtiger, nicht wahr? –, die Hauptsache sei doch, dass Frieden herrsche auf der Welt. Und auch die UNO, die Vereinte Nationen, sehen darin ihre wichtigste Aufgabe und ihr höchstes Ziel. Nun, ein solcher Friede ist im Grunde relativ leicht herstellbar, wenn man es nur wirklich will und konsequent umsetzt. Wie? Na ganz einfach so …

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Anpassung nach unten um der Gleichheit willen

(Jürgen Fritz, 08.10.2018) Zweimal waren die Europäer allen anderen weit überlegen, entwickelten sich in der Evolution – nun nicht auf der körperlichen, sondern der geistigen Ebene – weit über alle anderen hinaus: erstens in der griechisch-römischen Antike, zweitens seit Beginn der Neuzeit, also nach Überwindung des christlich dominierten Mittelalters. Beide Male war der tiefere Grund dieser enormen europäischen Überlegenheit die Überwindung oder zumindest die Einhegung und Domestizierung des religiösen sowie die Entwicklung des philosophisch-wissenschaftlichen Denkens. Dies hat natürlich nie die gesamte Bevölkerung erreicht, aber doch die Mehrheit der Gebildeten, der Humanisten, und weite Teile der Mittelschicht. Doch dann geschah etwas Seltsames.

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Die Anfänge der Hochkultur: Wie alles begann

(Jürgen Fritz, 05.10.2018) Mit dem Entstehen der ersten Hochkulturen wird der Übergang vollzogen von der Ur- zur Weltgeschichte. Die ersten Hochkulturen entwickelten sich an Flüssen. Vor ca. 10.000 Jahren werden erstmals nomadisierende Sammler und Wildbeuter zu sesshaften Fischern, Viehzüchtern, Ackerbauern und schließlich seit rund 5.000 Jahren zu Hochkulturschaffenden. Wie alles anfing.

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Lieber Hamed Abdel-Samad, erlauben Sie mir, Sie auf etwas hinzuweisen

(Jürgen Fritz, 03.10.2018) Lieber Hamed Abdel-Samad, ich habe gestern zufällig die Sendung „Europas Muslime“ auf ARTE gesehen, in der die Journalistin Nazan Gökdemir sich mit Ihnen zusammen auf die Reise durch Europa begibt, um mit Muslimen zu sprechen. Zunächst einmal meinen größten Respekt für Ihren persönlichen Mut und Ihre Lebensleistung. Dass Sie nur noch von Personenschützern ständig umgeben leben können, sagt sehr viel aus über die Weltanschauung, die Sie kritisieren, und diejenigen, die diese in sich tragen. Dass Sie diese Kritik gleichwohl äußern und trotz der Gefahren, die dies für Sie ganz persönlich heraufbeschwört, nicht damit aufhören, Sie sich nicht einschüchtern lassen, sagt wiederum sehr viel aus über Sie. Solche Menschen bräuchte es viel mehr, sowohl bei uns wie in jeder Gesellschaft. Doch erlauben Sie mir, Sie und Nazan Gökdemir auf etwas hinzuweisen.

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