Der Massenmensch

(Jürgen Fritz, 07.02.2019) Der Massenmensch lebt ganz im Gefühl. Die Welt der Gedanken bleibt ihm weitgehend fremd. Die Rute auf seiner Haut kann er unmittelbar spüren, ebenso eine Umarmung oder wenn ihm jemand über den Kopf streicht. Auch wenn ihm andere Beifall klatschen oder aber ihn ausbuhen, schneiden, ignorieren. All das kann er direkt fühlen.

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Philosophischer Start in den Tag: Grenzen

(Jürgen Fritz, 05.02.2019) Bereits diese elementare Unterscheidung (Diskrimination) dürfte angesichts des Zerfalls des logischen Denkvermögens, angesichts der Dekadenzphase, in welcher wir uns seit geraumer Zeit befinden, viele überfordern, aber es ist ein Unterschied, ob man sein Kind in den Keller einsperrt oder ob man die Haustüre verschließt, um unwillkommene Eindringlinge auszusperren.

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Bist du schon ein Mensch oder bellst du noch?

(Jürgen Fritz, 03.02.2019) „O welch ärmliches Geschöpf ist der Mensch, wenn er sich nicht über das Menschliche erhebt!“ (Lucius Annaeus Seneca, ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr., genannt Seneca der Jüngere, römischer Philosoph, Stoiker, Naturforscher und Politiker, einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit)

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Philosophischer Start in den Tag: Die Rückkehr der Religion

(Aphorismen, 02.02.2019) „Als die Mauer fiel und der Ostblock zusammenbrach, war ich erleichtert, weil eine große Bedrohung verschwunden schien. Die Hoffnung von Francis Fukuyama, nun sei ‚Das Ende der Geschichte‘ erreicht, fand ich zwar voreilig, denn menschliche Irrtümer, Bosheit und Unvernunft kommen niemals an ihr Ende, ebenso wenig wie der technische Fortschritt und die natürliche Evolution. Aber nach dem Zusammenbruch des Kommunismus glaubte ich an das allmähliche Ende eines unaufgeklärten religiösen Glaubens und war der festen Überzeugung, dass alle großen Religionen irgendwann den Weg gehen, der für das Christentum durch die Reformation vorgezeichnet wurde: nämlich das Sichbeugen vor den Gesetzen der Logik und des wissenschaftlichen Denkens – mit der Folge, dass Religion immer abstrakter, immer entfernter und folglich auch immer gleichgültiger wird. Da hatte ich mich offenbar gründlich getäuscht.“ (Thilo Sarrazin)

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Philosophischer Start in den Tag: Der neue Totalitarismus

(Aphorismen, 01.02.2019) „Es gibt natürlich keinen Grund, warum der neue Totalitarismus dem alten gleichen sollte. (…) Ein wirklich leistungsfähiger totalitärer Staat wäre einer, worin die allmächtige Exekutive politischer Machthaber und ihre Armee von Managern eine Bevölkerung von Zwangsarbeitern beherrschen, die gar nicht gezwungen zu werden brauchen, weil sie ihre Sklaverei lieben. Ihnen die Liebe zu ihr beizubringen, ist in heutigen totalitären Staaten die den Propagandaministerien, den Zeitungsredakteuren und Schullehrern zugewiesene Aufgabe.“ (Aldous Huxley, britischer Schriftsteller, 1894 – 1963, Vorwort zur Neuausgabe von Schöne neue Welt, 1946)

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Philosophischer Start in den Tag: Neid und Missgunst

(Jürgen Fritz, 31.01.2019) Der eine Neid will auch haben, er zielt auf Verdopplung (aus 1 wird 2), nicht auf Zerstörung. Er fragt den anderen: „Wie machst du das nur? Ich möchte das auch haben!“ Der andere Neid will nicht verdoppeln, sondern nur das Bestehende erhalten, dieses aber umverteilen. Und zwar weg von dem anderen, hin zu sich (1 bleibt 1, es ist jetzt nur woanders). Im Extremfall, wenn der Neider das fragliche Objekt nicht selbst haben kann, dann will er es lieber zerstören, damit es der andere auch nicht hat, dem er es nicht gönnt (aus 1 wird 0). Diese Form des Neids, die nicht auf Verdopplung, ja nicht einmal auf Erhaltung, aber Umverteilung, sondern auf Zerstörung aus ist, nennt sich Missgunst.

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Philosophischer Start in den Tag: Das derzeitige Dilemma der westlichen Welt

(Jürgen Fritz, 30.01.2019) Die einen verstehen nicht, woran wir kranken und was unseren Untergang herbeiführen wird. Sie leben vor sich hin, wie sie es immer getan haben, und können sich gar nicht vorstellen, dass dies einmal gänzlich anders werden könnte. Das liegt vollkommen außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Die anderen könnten es rein kognitiv erkennen, wollen aber nicht, da bei ihnen innerlich alles ideologisch so sehr geronnen, so fest geworden ist, dass da nichts mehr aufgeweicht werden kann. Denn dann würde sich gleichsam ihr eigenes Innerstes, ihre Identität in Wohlgefallen auflösen. Sie müssten sich eingestehen, dass sie alles falsch gemacht haben, und ihnen würde gewahr, dass von ihnen selbst eigentlich gar nichts mehr übrig bleibt. Die dritten sehen, was da auf uns zurollt, oder erspüren es zumindest – für jeden auch nur halbwegs sensiblen Menschen ist es ja förmlich schon greifbar -, sind aber gegen die beiden ersten, die sich innerlich und immer mehr auch äußerlich abschotten, machtlos.

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Philosophischer Start in den Tag: Europas verlorene Identität

(Aphorismen, 29.01.2019) „Wenn Europa die Heimat der Welt werden will, muss es eine Definition für sich finden, die weit genug ist für die ganze Welt. Aber noch bevor dieser Wunsch in sich zusammenbricht, werden unsere Werte – weil zu weit gefasst – jede Bedeutung verlieren. Während die europäische Identität in der Vergangenheit auf sehr spezifischen, um nicht zu sagen, philosophisch und historisch tief fundierten Werten (der Herrschaft des Rechts, einer Ethik, die aus der Geschichte des Kontinents und der Philosophie herauskristallisiert wurde) beruhte, bestehen heute Ethik und Glaube – das heißt die Identität und die Ideologie Europas – aus »Respekt«, »Toleranz« und (die höchste Stufe von Selbstverleugnung) »Diversität«. Solch flache Selbstdefinitionen können zwar noch ein paar Jahre halten. Aber sie sind nicht imstande, die tiefe Loyalität hervorzubringen, die eine Gesellschaft braucht, um für eine lange Zeit zu überleben.“ (Douglas Murray)

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Philosophischer Start in den Tag: Selbstbesinnung

(Jürgen Fritz, 28.01.2019) Wahrlich, ich sage euch, warum siehst du den Splitter in deinem eigenen Auge und im Auge deiner Kultur, den Balken aber im Auge des Fremden bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinen eigenen Brüdern sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, im Auge des Fremden, dem du völlig unkritisch und undifferenziert huldigst, steckt ein Balken! Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus dem Auge des Fremden, dann kannst du zusehen, den Splitter aus deinem eigenen Auge und dem deines Bruders herauszuziehen!

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Philosophischer Start in den Tag: Was ist Aufklärung?

(Aphorismen, 27.01.2019) „Ein Mensch kann zwar für eine Person, und auch alsdann nur auf einige Zeit, in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht tun, es sei für seine Person, mehr aber noch für die Nachkommenschaft, heißt die heiligen Rechte der Menschheit verletzen und mit Füßen treten.“ (Immanuel Kant, 1724 – 1804, deutscher Philosoph, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, 1784)

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Philosophischer Start in den Tag: Betrüger und Verbrecher

(Jürgen Fritz, 26.01.2019) Wer Geschichten – Sagen, Legenden, Märchen, Mythen … – erzählt und dazu sagt, dass es sich um solche handelt, der nichts Gegenteiliges behauptet, ist kein Betrüger, sondern ein Geschichtenerzähler. Wer aber solches erzählt und behauptet, das wären nicht nur Sagen, Legenden, Märchen, Mythen …, das wäre die Wahrheit, der ist nicht bloß ein Geschichtenerzähler. Derjenige, der nun solches erzählt und nicht nur behauptet, das, was er erzählt, wäre wahr, sondern alle anderen Geschichtenerzähler, die mit dem gleichen Anspruch auftreten, verfolgt und deren Geschichten auszurotten versucht, der vor allem alle verfolgt, die seine Geschichten als unglaubwürdig bezeichnen, der ist nicht nur ein Betrüger, der ist gefährlich.

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Du sollst keine anderen Bösewichte neben dem Nazi haben

(Jürgen Fritz, 25.01.2019) Die Aussage, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht relativiert, also zu rein gar nichts in Bezug gesetzt werden dürfen, sie vielmehr eine Singularität in der gesamten Menschheitsgeschichte darstellen, daher mit keinen anderen Verbrechen auch nur verglichen werden dürfen, egal wie schlimm diese auch gewesen sein mögen, zeigt, dass hier in einem religiösen Akt das absolut Böse geschaffen werden sollte. Dieses absolut Böse soll sodann als absoluter Bezugspunkt für alles dienen, ein moralischer archimedischer Punkt quasi, anhand dessen man ein Koordinatensystem aufspannt, über welches man sich und die ganze Welt definiert und bestimmt. Aus dem „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ wird das neue erste Gebot: „Du sollst keine anderen Bösewichte neben dem Nazi haben. Es gibt nur den einen und mit ihm ist nichts vergleichbar“.

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Philosophischer Start in den Tag: Religion

(Aphorismen, 25.01.2019) „Religion, eine mittelalterliche Form der Unvernunft, wird, wenn sie mit modernen Waffen kombiniert wird, zu einer echten Gefahr unserer Freiheiten.“ (Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller, *1947, Wall Street Journal, 7. Januar 2015)

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