Fehlvorstellungen sind keine „subjektive Wahrheiten“, sondern Fehlvorstellungen

(Jürgen Fritz, 25.04.2019) Phantasie ist ohne jeden Zweifel eine der schönsten Gaben überhaupt, mit welcher der Mensch wie kein anderes bekanntes Wesen gesegnet ist. Seit Jahrtausenden erfinden die Menschen Geschichten, dabei gibt es jedoch Unterschiede. 1. Der Schriftsteller weiß, a) dass seine Geschichten erfunden sind und will b) andere auch nicht Glauben machen, sie wären es nicht. 2. Der Hochstapler weiß a) auch, dass seine Geschichten erfunden, also nicht real sind, will aber b) andere Glauben machen, sie wären wahr. 3. Der verblendete Fanatiker dagegen hält a) seine Geschichten selbst für wahr und kann dann b) in anderen besonders gut Fehlvorstellungen erzeugen, weil sie seine innere Überzeugung spüren.

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Die fehlerhafte Kopplung von Gott und gut

(Jürgen Fritz, 19.04.2019) Der Grundfehler der monotheistischen Göttergläubigen war und ist der, das Gute an ihren jeweiligen Gott zu koppeln, quasi die Fortführung der frühkindlichen Moralvorstellung, gut sei, was der Papa sagt und tut, nicht weil er das Gute eher zu erkennen vermag – dann gäbe es ja einen Begriff von gut jenseits des Vaters, auf den er dann blicken könnte, einen solchen Begriff von gut hat das Kleinkind aber gerade noch nicht -, sondern einfach weil es der Papa sagt, der mithin als die Quelle von Moralität fehlinterpretiert wird (Stufe 1 von 6 der Moralentwicklung nach Kohlberg).

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Welcher Gott ist stärker?

(Jürgen Fritz, 14.04.2019) Fußballweltmeisterschaft. Endspiel. 89 Minuten sind vorüber. Es steht noch immer 0:0. Das Match ist hochklassig. Taktisch sind beide Mannschaften exzellent eingestellt. Vor allem in der Defensive und in der Laufarbeit liefern sie jeweils eine Meisterleistung ab. Auch technisch alles vom Feinsten. Das Einzige, was fehlt, ist das längst überfällige Tor, denn trotz der jeweils überragenden Defensivarbeit gab es doch einige sehr schön herausgespielte Torchancen, wenngleich noch keine zwingende. Jetzt aber in der 90. Minute schafft es die Mannschaft A, der Gastgeber der WM, sich in einem Konter durchzuspielen. Der Mittelstürmer von A läuft alleine auf den Torwart von B zu. Niemand ist mehr zwischen ihnen. Keiner kann den Stürmer von hinten mehr einholen.

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Komm zu uns, unterwirf dich nur einmal, dann gehörst du dazu und kannst anschließend andere unterwerfen!

(Jürgen Fritz, 10.04.2019) Stellen Sie sich vor, Sie wären weder der Hellste noch der Fleißigste, kämen aus einem Elternhaus, das Ihnen irgendwie wenig Orientierung geben konnte. In der Schule waren Sie nicht sonderlich gut oder gar ziemlich schlecht. Eine Berufsausbildung haben Sie keine, wissen auch nicht so richtig, was Sie mit Ihrem Leben anfangen sollen. Vielleicht sind Sie auch nicht der oder die Attraktivste, man prügelt sich nicht gerade um Sie und Sie gehören irgendwie nirgends so richtig dazu, sind zumindest für niemanden eminent wichtig und haben kein emotionales Zuhause. Von keiner Seite bekommen Sie besonders viel Anerkennung. Dann kommen welche und machen Ihnen ein enorm verlockendes Angebot.

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Die vier Sorten von Menschen: Erbauer, Bewahrer, Verluderer und Zerstörer

(Jürgen Fritz, 09.04.2019) In dieser Welt gebe es nur zwei Sorten Menschen, intelligente Menschen ohne Religion und religiöse Menschen ohne Intelligenz, meinte der arabische Dichter und Philosoph Abu’l-Ala-Al-Ma’arri (973 – 1057). Nun bin ich ja bekanntlich ein durchaus scharfer Kritiker all der religiösen Illusionen und Verblendungen, gleichwohl muss ich hier Abu’l-Ala-Al-Ma’arri widersprechen. Ganz so einfach sind die Zuordnungen und die Dinge nicht. Entscheidend ist letztlich etwas anderes und es gibt nicht nur zwei, sondern vier Sorten von Menschen.

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Was ist das Gute?

(Jürgen Fritz, 05.04.2019) Angenommen du hast ein Kind und möchtest es vor der Wirklichkeit der Welt schützen, da du befürchtest, dass es diese, zumal es ein sehr sensibles Kind ist, nicht aushalten, dass es an ihr zerbrechen könnte. Also erzählst du ihm von Anfang an Lügen. Nicht aus böser Absicht, sondern um deinen kleinen Schatz, der dir so sehr am Herzen liegt, ja welchen du mehr liebst als dein eigenes Leben, zu schonen, um ihn zu beschützen vor dieser schrecklichen, ja manchmal geradezu grausamen und ungerechten Welt.

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Wird ein wahrer Satz erst durch seinen Beweis wahr?

(Jürgen Fritz, 31.03.2019) „Nicht darum nämlich, weil unsere Meinung, du seiest weiß, wahr ist, bist du weiß, sondern darum, weil du weiß bist, sagen wir die Wahrheit, indem wir dies behaupten“, analysierte Aristoteles messerscharf. In diesem einen Satz stecken viele Erkenntnisse, zum Beispiel eine über den Ort der Wahrheit, wo diese überhaupt zu finden ist: a) in unseren Meinungen über das Sein, die wahr oder falsch sein können, und b) in unseren Behauptungen über das Sein, für die das Gleiche gilt. Ein wahrer Satz beschreibt die Wirklichkeit richtig, hat also – eine Einsicht, die in einigen modernen Wahrheitstheorien verlustig gegangen ist und das mit schwerwiegendsten Folgen – einen Bezug zur Realität. Doch welcher Art ist die Beziehung zwischen Wahrheit und Beweis dieser? Wird ein wahrer Satz erst durch seinen Beweis wahr?

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Warum die geistig offene Gesellschaft sich nach außen schützen muss

(Jürgen Fritz, 22.03.2019) Kennen Sie das: jemand hat etwas für sich innerlich als gut oder schlecht bewertet und möchte nun überhaupt nichts sehen oder hören, was sein einmal gefasstes Urteil in Frage stellen könnte? Gegen jedes andere Urteil, gegen alle Fakten und Argumente kapselt er sich regelrecht ab und würde am liebsten allen, die seine Sicht in Frage stellen, den Mund verbieten, um selbst nicht hören zu müssen. Wo rührt dieses Muster her, was liegt ihm im Innersten zu Grunde und inwiefern ist dies eine riesige Gefahr für die geistig offene Gesellschaft?

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15 Stufen des Geistigen

(Jürgen Fritz, 16.02.2019) Ein mittelmäßiger Tischtennisspieler käme kaum auf die Idee, von einem sehr guten Spieler zu verlangen, er solle mit ihm ein Match bestreiten, dabei aber nicht auf seinem normalen, sondern auf dem Niveau des mittelmäßigen Spielers zu spielen. Das wäre absurd und das leuchtet den meisten sofort ein. Doch wie ist es im geistigen Bereich? Wie ist es im Bereich des Diskutierens und Argumentierens? Sind Argumente nicht universell gültig oder ist es hier im Grunde doch auch ähnlich, weil der sehr viel Schwächere an die Bälle des sehr viel besseren Spielers  gar nicht herankommt?

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Im Anfang war der präzise Gedanke

(Jürgen Fritz, 12.02.2019) Präzises Sprechen hat zur Voraussetzung präzises Denken. Ohne dieses ist jenes nicht möglich. Wer präzise denkt, kann beides, er kann genau und ungenau, zum Beispiel poetisch oder einfach so dahin sprechen. Wem die Präzision im Geiste fehlt, der kann nur eines: ungenau sprechen. Und noch eines kommt hinzu …

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Philosophieren bedeutet Widerstand leisten

(Jürgen Fritz, 10.02.2019) Philosophieren und seine Gedanken der Öffentlichkeit aussetzen, bedeutet, sich dem ehernen Gesetz von Angebot und Nachfrage zu widersetzen. Es bedeutet, nicht das anzubieten, was nachgefragt wird, sondern das zu sagen respektive schreiben, was gesagt werden muss. Es bedeutet, aus einer anderen Sphäre zu sprechen. In diesem Punkt ähnelt es der Kunst.

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Worum es in allen JFB-Texten letztlich geht

(Jürgen Fritz, 09.02.2019) Man kann Menschen nicht einfach so von heute auf morgen umprogrammieren. Dies ist ein Faktum, welches sich aus der Natur des Menschen selbst ergibt. Geht man etwas tiefer, so stellt sich die Frage, ob das überhaupt richtig ist, Menschen von außen umprogrammieren zu wollen, dergestalt das alte Programm in ihnen gelöscht und ihnen stattdessen ein neues verpasst (andressiert) wird, ja ob das dem Wesen des Mensch überhaupt gerecht wird.

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Die letzten Menschen

(Jürgen Fritz, 08.02.2019) „Als Zarathustra diese Worte gesprochen hatte, sahe er wieder das Volk an und schwieg. »Da stehen sie«, sprach er zu seinem Herzen, »da lachen sie: sie verstehen mich nicht, ich bin nicht der Mund für diese Ohren. Muss man ihnen erst die Ohren zerschlagen, dass sie lernen, mit den Augen hören. Muss man rasseln gleich Pauken und Busspredigern? Oder glauben sie nur dem Stammelnden? Sie haben etwas, worauf sie stolz sind. Wie nennen sie es doch, was sie stolz macht? Bildung nennen sie’s, es zeichnet sie aus vor den Ziegenhirten. Drum hören sie ungern von sich das Wort »Verachtung«. So will ich denn zu ihrem Stolze reden. So will ich ihnen vom Verächtlichsten sprechen: das aber ist der letzte Mensch.«“ (Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra)

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