Der Zauber der Umhüllung: Christo, Jeanne-Claude und der Deutsche Reichstag

(Thomas Schmid, 02.06.2020) „Nichts bleibt für die Ewigkeit“, hatte der Meister der Verhüllung, der Meister der vergänglichen Kunst einmal gesagt. Und ganz so war ein großer Teil seiner Arbeit. Christo und seine Frau Jeanne-Claude wurden berühmt vor allen Dingen durch ihre Umhüllungsaktionen an Gebäuden und Großprojekte in Landschaftsräumen. Hierzulande wurden die beiden besonders durch die Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes 1995 populär. Am gleichen Tag, dem 13. Juni 1935, geboren, ist Jeanne-Claude schon im November 2009 von uns gegangen. Vorgestern folgte ihr Christo kurz vor seinem 85. Geburtstag. Nichts bleibt für die Ewigkeit, aber manches bleibt irgendwie doch. Thomas Schmid mit einer persönlichen Erinnerung.

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Corona in Italia: Die Rückkehr der Vergangenheit

(Thomas Schmid, 30.05.2020) Seit Wochen wird darüber gestritten, ob, wann und wo die restriktiven Corona-Maßnahmen gelockert werden. Und längst hat die Rückkehr zum Status quo ante begonnen, zögerlich anfangs, dann immer schneller. Seit Tagen wird zudem deutlich, dass im föderalen Deutschland die Macht des Bundes in der Corona-Frage ziemlich geschrumpft ist. Dennoch hält sich in interessierten Kreisen hartnäckig der Verdacht, die Berliner Politik habe das Virus nur benutzt, um die Grundrechte außer Kraft zu setzen. Mancher ist sich sicher, dass nun die alte obrigkeitsstaatliche Misere Deutschlands wieder zum Vorschein komme. Ähnliches ist nun auch in Italien zu beobachten, wie Thomas Schmid berichtet.

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Ramelow macht die Thüringer froh oder: Thüringen first

(Thomas Schmid, 27.05.2020) Am Wochenende sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE),  er wolle „den allgemeinen Lockdown“ aufheben und „auf besondere Schutzvorschriften, die für alle Menschen in Thüringen gelten, verzichten“. Am Dienstag nahm der linke Landesfürst sich dann, nachdem es von verschiedener Seite, auch aus seiner eigenen rot-rot-grünen Landesregierung heftige Kritik an seinem Vorstoß gegeben hatte, eine ganze Stunde Zeit, um der Öffentlichkeit zu erklären, was er denn eigentlich gemeint habe mit seiner Ankündigung, dass jetzt mal Schluss sein müsse mit dem Krisenmodus. Dazu ein Kommentar von Thomas Schmid.

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Corona: Merkel könnte die Ministerpräsidenten wie Schuljungen aussehen lassen

(Thomas Schmid, 15.05.2020) Großbritannien offenbart in der Corona-Krise anders als die Schweiz und Deutschland schwere Defizite, konstatiert der renommierte britische Wirtschaftswissenschaftler Paul Collier und sieht die Stärke dieser beiden Länder in ihrem föderalen Aufbau. Doch stimmt das wirklich? Hat nicht gerade dieser Föderalismus einen neuen, in der Sache kontraproduktiven Wettbewerb um ein weitgehendes Öffnen der Lockdown-Schrauben eröffnet, fragt Thomas Schmid. Die Kanzlerin versucht, die Fäden zusammenzuhalten, hat aber, da Gesundheit weitgehend Ländersache ist, kaum Mittel in der Hand, um die Ministerpräsidenten bei der Stange zu halten. Aber sie hat etwas anderes.

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Das Versagen der Denker und Literaten in Corona-Zeiten

(Thomas Schmid, 05.05.2020) Eine der klügsten und zugleich bescheidensten Bemerkungen über das Damoklesschwert namens Corona stammt von einem Mann, der sich selbst zur „Hochrisiko-Gruppe“ rechnen muss. Auf die Frage, wie er die Krise erlebe, antwortete der Philosoph Jürgen Habermas, der nächsten Monat 91 Jahre alt wird, auf sokratische Weise: „Eines kann man sagen: So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.“ Wie kaum ein anderer in den unterschiedlichsten Wissenschaften belesen, bekennt sich der Philosoph dazu, das zu sein, was wir alle sind: Unwissende. Thomas Schmid über defensive Tugenden und was wir heute, aber auch in Zukunft brauchen.

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Rigorose Klugheit versus der Verzweiflung geschuldete „Lockerungen“

(Thomas Schmid, 01.05.2020) Wir wissen viel mehr als die Menschen vor 400 Jahren. Deswegen neigen wir dazu, uns ihnen überlegen zu fühlen. Damals Dunkelheit, heute Licht. Damals Unwissen, heute Wissenschaft. So erscheinen unsere Vorfahren als Menschen in einem Zustand kindlicher Ahnungslosigkeit. Sind wir mit all dem naturwissenschaftlichen, technischen und soziologischen Wissen aber auch klüger geworden? In Wahrheit waren unsere Vorvorfahren nicht so unklug, wie oft behauptet wird. Und wir sind – auch das zeigt die Corona-Krise – nicht immer so klug, wie wir gerne wären. Thomas Schmid blickt zunächst zurück ins frühe 17. Jahrhundert, die Zeit der Beulenpest in Europa, um dann nach vorne zu blicken.

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