Der Sieger heißt Winfried Kretschmann

(Thomas Schmid, 08.04.2021) Aus der Landtagswahl in Baden-Württemberg waren Die Grünen nochmals gestärkt hervorgegangen und hatten nun die Wahl, wen sie sich als Koalitionspartner aussuchen wollen, erneut die CDU oder die SPD plus FDP (Ampel). Trotz großer Bedenken gegen eine Wiederauflage der grün-schwarzen Koalition innerhalb seiner Partei hat Winfried Kretschmann sich doch durchsetzen können. Dazu ein Kommentar von Thomas Schmid.

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Die Singularität des Holocaust bestreiten inzwischen nicht nur Rechtsradikale

(Thomas Schmid, 28.02.2021) Anhänger der Postcolonial Studies ziehen eine direkte Linie vom Massenmord an den Herero 1904 bis 1908 zum Holocaust. Wer im Holocaust ein singuläres Verbrechen sehe, erliege der eurozentrischen Borniertheit. Nicht zu verkennen ist dabei der Neid anderer Opfergruppen auf die Juden. Diese würden einen singulären Opferstatus für sich usurpieren. Der Holocaust aber war einzigartig, macht Thomas Schmid deutlich, weil es in ihm nicht um Unterdrückung und Ausbeutung, sondern um originäre Vernichtung ging. Der Erlösungsantisemitismus lieferte eine ganze Welterklärung. Und noch etwas arbeitet Thomas Schmid heraus: Im Kern verwerfen postkoloniale Denker die Moderne und den Universalismus. Die Barbarei kam aber nicht aus dem Universalismus, sondern aus dessen Missachtung.

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Kann Armin Laschet der CDU ein neues Selbstverständnis verleihen?

(Thomas Schmid, 31.01.2021) Angela Merkel hat die CDU am langen Arm verhungern lassen, das herkömmliche Selbstverständnis der Partei missachtet und die Mitglieder im Namen angeblich eiserner Notwendigkeiten von den CDU-Traditionen entfremdet. Sie hat aber kein neues Selbstverständnis geschaffen, das die CDU zu einer Art neuer Heimat machen könnte. Mit Armin Laschet könnte sich das durchaus ändern, meint Thomas Schmid.

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Der gescheiterte Populist, der seine Anhänger aufstachelte und dann fallen ließ wie heiße Kartoffeln

(Thomas Schmid, 21.01.2021) Trump ist etwas Außergewöhnliches gelungen. Er hat den Geist des radikalen Anti-Institutionalismus ins Zentrum der Macht getragen. Nun hinterlässt er eine zertrümmerte republikanische Partei. Er und seine Anhänger wollten den Putsch, aber beide hatten keinerlei Plan. Hier unterscheidet sich Trump von Erdoğan. Als die Wüterichs das Kapitol gestürmt hatten, ließ der Anstachler sie in seiner ihm eigenen Feigheit fallen wie heiße Kartoffeln. Ihr Idol haben sie damit verloren.

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Hauptsache Glühwein: Der paradoxe Umgang der Politik mit dem Weihnachtsfest

(Thomas Schmid, 22.12.2020) Niemand kennt das Virus wirklich, die Bürger nicht, die Politik nicht. Die Wissenschaft offenkundig auch nicht. Eines scheint aber sicher: Es zögert und schwankt nicht, es nutzt jede Chance, so weit wie möglich auszugreifen. Und es ist das gesellschaftliche Leben selbst, das ihm den Weg bereitet: eine sächsische Reisegruppe im deutschen Norden, eine Party, ein Familienfest, ein Glühweinstand, ein Schulhof, ein Verwandtenbesuch zu viel, wie Thomas Schmid deutlich macht.

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Die politischen Corona-Spiele haben gerade erst begonnen

(Thomas Schmid, 14.11.2020) Der Staat hat keinen guten Ruf. Gleichwohl kann nur er eine Pandemie wirksam bekämpfen. Die Gefahr des fürsorglichen Staates, der sein Bestreben, die eigene Macht auszudehnen, als uneigennützige Hilfe verkauft, liegt auf der Hand. „Querdenker“ reklamieren für sich zu unrecht das Recht, auf Vorsicht verzichten zu können. SARS-CoV-2 aber ist ein völliger neuartiger Feind, der mitten unter uns ist. Bürger und Politik sitzen hier in eine Boot, wie Thomas Schmid verdeutlicht.

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Adieu, Wolfgang Clement

(Thomas Schmid, 13.10.2020) Am 27. September verstarb im Alter von 80 Jahren der ehemalige NRW-Ministerpräsident (1998-2002) und Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit (2002-2005) Wolfgang Clement. 2008 trat dieser wegen ihres Linksrucks aus der SPD aus. Heute findet in Bonn ein Staatsakt für den ehemaligen Superminister der rot-grünen Bundesregierung statt. Thomas Schmid erinnert auf seine Art an den Verstorbenen.

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Achille Mbembe: Afrozentrist & umgeklappter Rassist mit Ressentiments gegen die liberale Demokratie

(Thomas Schmid, 09.09.2020) Der afrikanische Historiker und Politikwissenschaftler Achille Mbembe wird von hochrangigen Repräsentanten aus Politik und Kultur emphatisch gewürdigt. Zurecht? Nein, sagt Thomas Schmid. Mbembe sei nichts weiter als ein Komplize und Profiteur eines umgeklappten Rassismus und platten Antikapitalismus. Wie konnten sich namhafte Politiker und Institutionen dafür hergeben, diesen Mann zu fördern und zu preisen?

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Berlin2908: Eine Tendenz ins Autoritäre und das Versagen eines Innensenators

(Thomas Schmid, 03.09.2020) Die Corona-Regeln schränken die Grundfreiheiten ein, ergo hat jeder das Recht, deren Notwendigkeit in Zweifel zu ziehen. Kein Innensenator ist legitimiert, ihn zum Schweigen zu bringen. Selbst dann nicht, wenn sich mitten in der Demonstration diverse Spinner befinden und arglose Bürger sich willig ins Joch von Rechtsradikalen, Verschwörungsgläubigen und erklärten Feinden der Demokratie spannen lassen. Thomas Schmid resümiert.

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Kevin Kühnert: ein Karrierist, der den Rebellen mimt?

(Thomas Schmid, 05.08.2020) Die Jungsozialisten, denen er seinen Aufstieg verdankt, sind Kevin Kühnert zu klein geworden. Der nur 1,70 Meter große Sozi hat einiges vor, das kann man regelrecht spüren. Schon mit 16 war er in die SPD eingetreten. Diese ist quasi sein Beruf, einen anderen hat er nicht. Im Dezember 2019 wurde der damals 30-Jährige bereits stellvertretender SPD-Vorsitzender. Esken und Walter-Borjans haben ihre Wahl zum Bundesvorsitz vor allem auch ihm zu verdanken. Eigentlich war Kühnert noch bis November 2021 als Juso-Vorsitzender gewählt. Doch die Jusos braucht er nun nicht mehr. Daher will er dieses Amt schon dieses Jahr abgeben und 2021 Bundestagsabgeordneter werden. Ob aus ihm mal ein Großer werden kann? Dazu eine Einschätzung von Thomas Schmid.

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Polen braucht ein eigenes Denkmal

(Thomas Schmid, 25.07.2020) Sechs Millionen polnische Opfer waren 1945 das Ergebnis der deutschen Besatzungsherrschaft. Die Zerstörung Polens war von Anfang an ein eigenes Ziel. Polen, wie es war, sollte es nach dem Willen Hitlers nicht mehr geben. Wie dem gebührend gedenken? Der Vorschlag eines eigenständigen Polendenkmals hebt die Einzigartigkeit des polnischen Leidens hervor, sagt Thomas Schmid und spricht sich gegen den Vorschlag eines alle Opfergruppen umfassenden Sammeldenkmals aus. Denn dies, so macht er klar, lasse die Besonderheit Polens verschwinden – wieder einmal.

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Das karolingische Zeitalter der EU ist vorbei, der Schritt in die Transferunion getan

(Thomas Schmid, 22.07.2020) Das Urteil, ob eine Stunde historisch war, sollte man kommenden Generationen überlassen. Den Zeitgenossen fehlt der Blick in die Tiefe. So gesehen, ist es kein gutes Omen, dass die EU-Kommissionspräsidentin, der französische Staatspräsident und andere sich nach dem längsten Gipfel in der Geschichte der europäischen Gemeinschaft umgehend selbst bescheinigten, Großes geleistet und Geschichte geschrieben zu haben. Die EU, sagte Ursula von der Leyen nach dem Ende des Gipfels mit Pathos, habe bewiesen, dass sie in der Lage sei, groß zu denken. Thomas Schmid resümiert und kommentiert den EU-Gipfel.

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Sind die Gedanken wirklich noch frei?

(Thomas Schmid, 20.07.2020) Der Fanatismus der einzig zugelassenen Meinung macht die Korridore des Sagbaren immer schmaler. Wirklicher Dissens ist kaum noch gefragt. Dafür sehen wir zunehmend mangelnde Neugier, den Verzicht auf ein Denken ohne Geländer, Diskursverweigerung als Absage an die Aufklärung und eine Moralisierung der Diskurse. Man müsste diesem Unfug laut und in großer Zahl entgegentreten. Und im Namen der Freiheit schwungvoll nicht nur trial, sondern auch error verteidigen. Die Tugendwächter sind Spukgestalten. Nackte Kaiser. Eingeschüchtert können aber nur die werden, die sich einschüchtern lassen. Thomas Schmid mit einem Appell zu mehr Mut zum offenen Diskurs.

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80 Jahre und neugierig wie eh: Thomas Kielinger

(Thomas Schmid, 16.07.2020) Es gibt ins Alter gekommene Menschen, die jugendlich wirken, weil sie den Eindruck erwecken, sie seien nie erwachsen geworden. Weil sie den einzigartigen Kosmos der Kindheit nicht verließen, sei es aus Angst vor der Welt, sei es weil sie den Bildern, Farben, Gerüchen, Geräuschen ihrer frühen Tage verfallen blieben. Auch Thomas Kielinger, der vor 80 Jahren, im July 1940, in Danzig zur Welt kam, wirkt auf eine Weise noch immer jugendlich. Aber aus ganz anderen Gründen: seiner Neugier wegen zum Beispiel. Thomas Schmid würdigt seinen Kollegen, der es sich bewahrt hat, im Neuen das Alte wie auch das Neue zu erkennen.

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