Individuelle und politische Freiheit und deren Feinde

Von Jürgen Fritz

Wo die politische Freiheit (Volkssouveränität) fällt, da meist auch schnell die individuelle. Was aber wird aus einer Demokratie ohne mündige, sittlich gebildete, freiheitsliebende und wehrhafte Bürger? Droht einer solchen zuerst die Ochlokratie, sodann die totalitäre Herrschaft einer Minorität über eine Majorität? Vor allem aber: Wer sind die Feinde der Freiheit und was kann gegen sie getan werden?

Die Qualität einer Demokratie bestimmt sich an der sittlichen Qualität des Demos

Fällt die politische Freiheit, dann fällt meist auch schnell die individuelle. Denn welches Interesse sollte der Souverän haben, seinen Untertanen ein Höchstmaß an individueller Freiheit zukommen zu lassen. Muss er frei denkende Menschen nicht zwangsläufig als Gefahr für seine Herrschaftsposition sehen? Eine freiheitliche Demokratie setzt die politische Mitbestimmung von mündigen Bürgern voraus, also politische Freiheit. Diese setzt aber wiederum mündige, sittlich gebildete Bürger voraus. Eine Demokratie ohne solche entartet sofort in eine Pöbelherrschaft (Ochlokratie).

Stellen sie sich eine Horde von Barbaren vor, die sich mehrheitlich schnell dafür entscheiden könnte, auf demokratischem Wege per Volksentscheid die Todesstrafe, Folter, Steinigungen, Genitalverstümmelungen von Kindern, die völlige Entrechtung von Frauen, grausamste Behandlungen von Tieren und vieles mehr einzuführen. Oder stellen sie sich fünf Pädophile und vier kleine Jungs und Mädchen vor, die demokratisch bestimmen sollen, wie die nächste Nacht gemeinsam gestaltet werden soll.

Die Gerechtigkeit der Gesellschaft muss fundiert sein in der Gerechtigkeit der Einzelnen

Eine freiheitliche, menschenrechtsorientierte Demokratie bedarf also freiheitsliebender, menschenrechtsorientierter, sittlich gebildeter, mündiger, urteilskompetenter, verantwortungsbewusster, umsichtiger Bürger. Die Gerechtigkeit der Gesellschaft muss fundiert sein in der Gerechtigkeit der Seelen der Einzelnen.

Deswegen ist auch der arabische Frühling gescheitert und hinterher war vieles noch schlimmer als zuvor. Deswegen ist es in China, in Russland, in Afrika, in Arabien, in der gesamten islamischen Welt nicht möglich, freiheitliche, menschenrechtsbasierte, gerechte Demokratien zu installieren: weil die Fundierung in den Seelen der Menschen noch nicht entsprechend entwickelt ist. Und deswegen ist es auch so gefährlich massenweise Menschen immigrieren zu lassen, die innerlich noch lange nicht so weit sind, eine freiheitliche, menschenrechtsbasierte, gerechte Demokratie tragen zu können.

Die Massenimmigration von zur politischen Freiheit gar nicht Fähigen höhlt die freiheitlich-demokratische Gesellschaft, die ohnehin schon kräftig ausgehöhlt ist, noch weiter aus und zwar mit rapide wachsendem Tempo.

Die Feinde der Freiheit

Es wird aber noch etwas anderes deutlich: Es gibt bei uns offenbar vielfältige Mächte, die seit Jahrzehnten daran arbeiten, das Fundament der freiheitlichen Demokratie abzubauen, indem sie die Bildung der Seelen zur Freiheitsliebe, zur Wehrhaftigkeit, zum selbstständigen Denken und Urteilen (Mündigkeit) systematisch abbauen. Dies ist der sicherste Weg, die Demokratie zu zerstören, weil es dann irgendwann gar niemanden mehr gibt, der bereit wäre, für diese einmaligen, sehr anspruchsvollen Errungenschaften zu kämpfen.

Wer sind diese Kräfte, die all das abzubauen trachten und uns hinter die kulturelle Moderne zurückwerfen wollen?
  1. Das eigene Großkapital, siehe hierzu die Verflechtungen zwischen deutschem Großkapital und den Parteien, ganz besonders der CDU.
  2. Das feindliche, vor allem das muslimische Großkapital: steinreiche Ölscheichs, die förmlich im Geld schwimmen (Stichwort: ökonomischer Dschihad). Die beiden, 1 und 2, können gut miteinander und arbeiten zusammen, da sie ähnliche Interessen verfolgen und ähnliche Wertmaßstäbe haben. Für die beiden gibt es keine Bürger, sondern nur a) kaufgeile Konsumenten, deren Kaufgeilheit ständig weiter angestachelt werden muss, und b) möglichst billige, möglichst schlecht organisierte Arbeitskräfte.
  3. Die Massenmedien, die zum Großteil in der Hand von 1 sind.
  4. Viele Politiker und fast alle Parteien, die sich dem Druck aus 1, 2 und 3 beugen.
  5. Die Kirchen bzw. die Offiziere der religiösen Armeen, die in mündigen Bürgern immer eher eine Bedrohung für ihre Macht gesehen haben und die den Tod ihrer religiösen Weltanschauung und ihres religiösen Machtapparates mehr fürchten als den Tod der Demokratie. Mehr Religion und mehr Großkapital, mit dem sie sich immer geschickt zu verbinden vermochten, assoziieren sie mit mehr eigener Macht und mehr Einfluss auf die Gesellschaft, auf die dummen, kleinen Schäflein, die nie zu klug werden dürfen, da dies die eigene, herausgehobene gesellschaftliche Position hinfällig machen würde, insbesondere als moralische Instanz, weswegen sie auch jegliche philosophische Ethik von den kleinen Schäflein fernzuhalten trachten und massiven Einfluss nehmen auf die Erziehungs- und Bildungspläne.

Fazit

Ich fasse zusammen: Individuelle Freiheit bedarf, wenn sie langfristig gesichert sein soll, der politischen Freiheit (Volksouveränität), diese wiederum sittlich gebildete, mündige Bürger. Wer die Bildung und die Mündigkeit zerstört, insbesondere die Wahrheitsliebe, die Vernunft und die Diskursfähigkeit, zerstört die Basis von allem, was Demokratie ausmacht. Genau dies scheint das Ziel der genannten Kräfte zu sein. Daher kooperieren sie zur Erreichung dieses gemeinsamen Ziels.

Das heißt, wir haben es mit einem Konglomerat übermächtiger Gegner zu tun, von denen jeder einzelne für sich schon gefährlich wäre, die zusammen aber eine massive Bedrohung darstellen, da sie sich verbündet haben gegen die europäischen Völker, gegen deren Selbstbestimmungsrecht, gegen die Demokratie, gegen die Freiheit, gegen die Wahrheitsliebe, gegen die Vernunft.

Was tun?

Wie können diese mächtigen Feinde der Freiheit gestoppt werden? Nur über Bildung, über mündige, freiheitsliebende Bürger, die die Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe in ihren Seelen tragen und sich nicht entmachten lassen. Denn ansonsten würde ja nur ein Übel durch ein anderes solches abgelöst.

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Bild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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13 Antworten auf „Individuelle und politische Freiheit und deren Feinde

  1. Petra

    Ich gebe zu bedenken das gerade die Tatsache das seit mindestens 40 Jahren nahezu alle Kindergärtner und Lehrer eher dem linken Spektrum zuzuordnen sind. Das hat meines Erachtens nach erst zu der aktuellen Situation geführt. Das reicht jetzt bis weit in die Uni rein und auch hoch bis in die Justiz (über die uns „Regierenden“ schweige ich jetzt mal. Diese Leute haben 40 Jahre erfolgreich Gehirne gewaschen und die selber Gehirngewaschenen sollen jetzt mündige Bürger „generieren“? Ich seh da wirklich zappenduster.

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    1. Jürgen Fritz

      Genau das scheint mir das größte Problem von allen zu sein. Man hat über viele Jahrzehnte diesen Leuten das Feld immer mehr überlassen und die degenerierten immer mehr und entwickelten sich zu quasi zu den neuen Nazis, nur mit anderen Vorzeichen.

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      1. Heidi Preiss

        Dem Problem hätten intakte Familien entgegenwirken können; aber diese hat man ja systematisch kaputtgemacht. Die häusliche Erziehung ist auf der Strecke geblieben; in diesem Staat hat man es fast geschafft, dass Kinder nur noch als Humankapital verwaltet werden. Spricht man mit Bürgern genau über dieses Thema heißt es rundum, hab keine Zeit, Miet- und Stromkosten müssen gezahlt werden, bin froh, dass es Ganztagsschulen gibt usw., usf. Diese Menschen verstehen überhaupt nicht, was mit ihren Kindern geschieht und was im Endeffekt hierbei rauskommt, erleben wir derzeit, mehr denn je.
        Aber – das Volk wählt die Hasardeure, weil es Versprechungen glauben möchte. Geschieht es uns nicht recht? Wir haben unsere Macht falschen Propheten gegeben. Aber machtlos sind wir nicht. Wir können das ändern. Mit anderer Politik. Mit anderen Politikern.
        Wieder ein aber – solange das Bier noch zischt und bezahlbar ist, solange der Ball rollt und die Glotze funktioniert, solange hege ich keine Hoffnung, dass sich irgend etwas ändert. Schade um diejenigen, die noch über Politik nachdenken und aufzeigen, was total schief und aus dem Ruder läuft hier im Buntland.

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  3. Heidi Preiss

    Prof. Wiesner schrieb hierzu bereits in 1985:
    „Der deutsche Rechtsstaat ist nicht nur zu einem Faustrecht-Staat geworden, sondern die Vielzahl seiner Rechtsbrüche, die die Gerichte kennen, aber in den Entscheidungsverfahren nicht berücksichtigen, hat im Verborgenen dieses Land zu einer Ganoven-Republik werden lassen. Die Justiz wirkt daran kräftig mit.“
    Weiter führt er aus:
    „In den konkreten Fragen ihres individuellen Lebensschicksals von meist existentieller Bedeutung begegnen die Menschen einer von der gnadenlosen Härte abstrakter Ideologien geprägten Rechtsordnung. So werden sie in ihrem ureigensten Privatbereich zum Spielball und Opfer des jeweils staatlich verordneten Zeitgeistes. Seine Flüchtigkeit hüllt sich in den trügerisch tarnenden Mantel der Wahrheit mit Absolutheitsanspruch.“

    Wir erleben es täglich, mit brutaler Staatsgewalt werden Ideen durchgesetzt, die den Kriterien der Vernunft auf allen Gebieten nicht standhalten.
    Ein kluger Mann hat einmal gesagt (Name fällt mir im Moment nicht ein): Der Staat, das ist die unheilige Allianz von Lumpen und Idioten gegen die Rechtschaffenden.

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      1. Heidi Preiss

        Hallo Tanzender Bär, leider kann ich Ihnen hierzu keinen Link bieten. Ich habe mir vor etlichen Jahren diese Passagen aus einer Publikation von Prof. Wiesner rausgeschrieben, weil ich sie auch sehr gravierend fand. Wenn mich mein Gedächtnis nicht ganz im Stich lässt, glaube ich zu wissen, dass das Mises Institut hierüber berichtet hat. Ist aber auch schon ein paar Jahre her. Tut mir leid.

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