Der nächste Hornochse, der unter eine Satire „Fake“ schreibt, kommt dahin, wo er hingehört: vor den Pflug

Von Michael Klonovsky und Jürgen Fritz

Folgende Begebenheit hat sich tatsächlich zugetragen. Dies ist eine wahre Geschichte und auch die Namen wurden nicht geändert. Es handelt sich mithin nicht um ein Fake! Michael Klonovsky berichtet.

Ruprecht Polenz (Knecht Ruprecht) – der von Allah so reich Beschenkte

Der Journalist Alexander Wendt hat auf seiner Facebook-Seite einen politischen Witz gemacht, nämlich: „Der neue Begriff Angela Merkels für Senioren: ‚Die nicht mehr lange hier leben.'“

Ruprecht Polenz, kurzzeitiger und somit Ex-Generalsekretär der CDU, langjähriger Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, inzwischen als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und als „Offizieller Vertreter der Bundesregierung im Dialog um den (in der Definition als solcher nicht ganz unumstrittenen – M.K.) Völkermord an den Herero und Nama mit Namibia“ im Zweifrontenkrieg fürs Vaterland, Ruprecht Polenz also las diese Worte und postete alsogleich: „Beleg?“

Auf Wendts Replik Oh Mann, Ruprecht Polenz, das ist SATIRE. Verstehen Sie: uneigentliches Sprechen. So wie bei Ulbricht-Witzen in der DDR. Und Sie waren tatsächlich mal CDU-Generalsekretär?“, versetzte Polenz, in Parteikreisen „Knecht Ruprecht“ genannt (wofür ich keinen Beleg habe): Wir leben nicht in der DDR. Ich denke nicht, dass ich der einzige bin, der Ihren Post anders versteht.“ Und verlinkte auf die Webseite einer „Initiative gegen Falschmeldungen“.

Ich halte diesen Vorgang für bedeutend. Noch das letzte Stasi-Rindvieh wusste, was als Witz gemeint war und was als Tatsachenbehauptung. Aber ein ehemals im Joch ziemlich weit vorn gehender CDU-Ochse will Witze unter Falschmeldungen rubrizieren.

Achtung, nicht für Riendviecher geeignet!

Kennen Sie den: Wenn Merkel und Gabriel zugleich vom Berliner Fernsehtum springen – ruhig bleiben, Polenz, es gibt keinen Beleg, dass jemand wirklich springt –, wer kommt zuerst unten an? – Ja ist das nicht egal?

Und wenn wir gerade bei Falschmeldungen sind: Klingelt ein abgemagerter Typ nordafrikanischen Aussehens an der Tür eines schwäbischen Reihenhauses. Es öffnet die Hausfrau. „Helfen Sie mir, ich bin ein Flüchtling und habe seit drei Tagen nichts gegessen!“, sagt er. Die Frau blickt ihn streng an und sagt: „Manchmal muss man sich ebe zwinge!“

Nachwort von Jürgen Fritz

Für diejenigen, die der englischen respektive amerikanischen Sprache weniger mächtig sind: „Fake“ bedeutet so viel wie „Fälschung“, „Schwindel“, „Vortäuschung falscher Tatsachen“, „Betrug“, „Lüge“.

Und für diejenigen, die auch der deutschen Sprache nur rudimentär mächtig sind (restringierter Code) – man hört bisweilen, diese sollen immer mehr werden, sowohl bei denen, die schon länger hier sind, als auch bei den anderen: Beim Betrug und auch der Lüge liegt immer eine Täuschungsabsicht zu Grunde.

Nicht jede Unwahrheit ist eine Lüge

Wer also die Unwahrheit sagt, ist nicht a priori und per se – für die Restringierten: nicht automatisch – ein Lügner oder Betrüger. Die Eltern, die ihren Kindern jahrzehntelang predigten, sie sollen viel Spinat essen und das grüne Zeug in ihre Kinder reinstopften, da sei nämlich so viel Eisen drin, die wussten es selbst nicht besser. Sie wollten ihr armen Kleinen aber nicht betrügen.

Satire sucht die Erkenntnis

Ebenso möchte der, der einen Witz erzählt, den anderen nicht belügen. Im Idealfall hofft er, dass sein Gegenüber den Witz des Witzes versteht, um so ein Gefühl in ihm zu evozieren, das sich sodann in einem Schmunzeln, wenn nicht gar lauten Lachen seinen je eigenen Ausdruck verschafft.

Und bei der Satire will der Schlingel, der sich dieser bedient, der z.B. uneigentlich spricht (Ironie verwendet, Metaphern benutzt etc.) nicht nur einfach einen Brüller landen, sondern mit seinem uneigentlichen Sprechen auf etwas hinweisen, Kritik üben, mithin sogar einen Erkenntnisprozess evozieren, also genau das Gegenteil von lügen, betrügen und täuschen! Uih, jetzt guckt er aber, der Herr Polenz. :-O Wär er gar nicht drauf gekommen, gell?

P.S.

Ruprecht_Polenz_2012Ruprecht Polenz ist über die von Michael Klonovsky genannten Fuktionen hinaus auch noch Vorsitzender der christlich-muslimischen Friedensinitiative e. V. und Kuratoriumsmitglied der Christlich-Islamischen Gesellschaft. Polenz wirbt lange schon für einen EU-Beitritt der Türkei. Im September 2011 sprach sich Polenz für die Beobachtung des „islamfeindlichen“ Blogs Politically Incorrect durch den Verfassungsschutz aus.

Karl Jaspers stellte bereits vor über 50 Jahren fest, dass unsere Regierenden zu wenig Anteil haben am Geiste. Zu wenig???

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Die erste Hälft des Textes erschien zuerst auf dem sehr empfehlenswerten Blog von Michael Klonovsky Acta diurna, der nur so vor Gedanken, Ein- und Quersichten sprüht. Sollten Sie sich unbedingt öfters ansehen. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des sehr geschätzten Autors.

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Zum Autor: Michael Klonovsky, 1962 im Erzgebirge geboren, ist Romanautor und PublizistAufgewachsen in Ostberlin. Maurerlehre. Abitur. Seit 1990 Journalist. “Wächterpreis der Tagespresse” für die „Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen durch die DDR-Justiz und den Staatssicherheitsdienst“. 1992: Wechsel zum Focus, zunächst als Redakteur, später als Chef vom Dienst bzw. Textchef, Leiter des Debattenressorts, sodann als Autor. Am 31. Mai 2016 endete die Ehe mit Focus, die Partner hatten sich auseinandergelebt. Von Juni 2016 bis Anfang 2017 war er parteiloser Berater von Frauke Petry, von Juni bis November 2017 Sprecher der von Jörg Meuthen geführten Landtagsfraktion der AfD Baden-Württemberg. Michael Klonovsky ist Autor mehrerer Bücher.

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Bilder: Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons; Ruprecht Polenz: Deutscher Bundestag [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

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9 Antworten auf „Der nächste Hornochse, der unter eine Satire „Fake“ schreibt, kommt dahin, wo er hingehört: vor den Pflug

  1. Pingback: Der nächste Hornochse, der unter eine Satire „Fake“ schreibt, kommt da hin, wo er hingehört: vor den Pflug – Leserbriefe

  2. gilbert808

    Hat alles seine Richtigkeit, mit dem Herrn Polenz und anderen, meine ich. „Politik machen“ heißt im Klartext, jedem, aber auch wirklich jedem Sachargument des Gegners widersprechen, falls der sich mal verplappert und tatsächlich was anderes von sich gibt als hohle Sprechblasen (das kann dem besten Rumlaberer passieren).

    Das muss selbst dann glaubhaft rüberkommen, wenn der andere was gesagt hat, was man selbst auch meint. Um seine eigene Meinung wirklich glaubhaft zu dementieren, ist es am Besten, man hat keine Meinung, und zu keiner Meinung verhilft wiederum profundes Unwissen und totale Überforderung, mehr als 0,003 Gedanken folgen zu können.

    Oder anders ausdrückt: als erfolgreicher Politiker muss man reichlich blöd, aber absolut rücksichts- und skrupellos sein. Nur der miese Charakter gelangt ganz nach oben.

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  3. oldman

    „Wir leben nicht in der DDR. Ich denke nicht, dass ich der einzige bin, der Ihren Post anders versteht.“ Ist der Mann wirklich geistig so überfordert, dass er die Satire nicht erkennt ? Bei seinen Mitgliedschaften (s.o.) muss man ihm das wohl zugute halten.
    Andererseits – getroffene Hunde (tut mir leid, heisst halt so – nicht Rindviecher) heulen auf !
    Übrigens: DDR trifft anscheinend doch noch zu, siehe Ruf nach Kahane und Co.

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