Jesus – ein Linker, der Europa eine schwere Bürde auferlegte?

Von Jürgen Fritz

Aus seinem Wirken entstand das Christentum, die größte aller Weltreligionen mit mehr als zwei Milliarden Anhängern. Er wird verehrt wie kaum ein anderer, denn sein Anspruch war weit höher als der aller anderen Religionsstifter: Mensch und zugleich Gott beanspruchte er zu sein. Doch ist seine Lehre in Wahrheit nicht voll innerer Widersprüche und ist seine Moral nicht nur maßlos überzogen, sondern auch eine schwere Bürde, ja der Keim des Untergangs für Europa und die gesamte westliche Welt?

In Teil 1 und Teil 2 ging es um die Fragen, ob Jesus von Nazereth letztlich ein jüdischer Nationalist war und ein Trostspender für die Notleidenden, zugleich ein Feind jeglicher Aristokratie. Nun also zu der Frage, ob er ein Linker war.

Jesus – ein Linker?

Und wir sehen hier die Nähe zur heutigen alles beherrschenden Ideologie, um nicht zu sagen der völligen Verblendung des Anti-Imperialismus, der sich ebenfalls zum Anwalt der Benachteiligten dieser Welt macht und nur ihre Interessen sieht. Dieses Motiv finden wir bereits bei dem jüdischen Wanderprediger, der niemals Platon oder Aristoteles gelesen hat, niemals Konfuzius, niemals Buddha, der keinerlei Gedanken entwickelte zur Staatstheorie, zur Demokratie, ja überhaupt dazu, wie eine Gesellschaft aufgebaut werden und dauerhaft funktionieren kann.

Und jetzt verstehen Sie vielleicht auch besser, warum all die linken Bewegungen so gut mit dem Nazarener können, warum die Grünen und die SPD sich so gut mit modernen Kirchenvertretern verstehen und gar nicht genug bekommen können von der Massenimmigration Kulturfremder, der Masseneinwanderung der Armen, Schwachen, Unterprivilegierten. „Die Letzten werden die Ersten sein. Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.“ Die Armen sind aber die Afrikaner und die arabischen Muslime. Und die christliche Morallehre kennt keine Nationen. Paulus hat die Lehre Jesu für alle geöffnet.

Hierbei müssen wir bedenken, aus welcher Bevölkerung Jesus selbst stammte. Er war der Sohn eines jüdischen Bauhandwerkers. Und die Juden waren ein von den Römern beherrschtes Volk, welches bereits seit vielen Jahrhunderten fast immer von anderen beherrscht wurde. Jesus selbst stammte also aus der Gruppe der Unterdrückten. Hinzu kommt, er selbst hat niemals auch nur das Geringste geleistet auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Philosophie, der Kunst, der Literatur, der Architektur, der Musik, der Politik. Er hat selbst nicht das Geringste aufgebaut. Er hat niemals seinem Vaterland im Krieg mit der Waffe in der Hand gedient und sein Volk verteidigt. Er hat nichts geschaffen, nicht einmal eine kleine Schrift. All diese Gruppen – Wissenschaftler, Philosophen, Künstler, Literaten, Architekten, Musiker, Politiker, Soldaten, Polizisten … – kommen bei ihm folglich überhaupt nicht vor.

Die Wendung hin zum Inneren

Das Einzige, was er machte – und das konnte er wahrscheinlich sehr gut, vielleicht besser als jeder andere Mensch, daher auch die Verehrung -, war zu predigen, sprich hauptsächlich zu einfachen Menschen zu sprechen, ihnen Hoffnung zu machen. Er war wohl extrem gut darin, auf sie und ihre Sorgen einzugehen und dabei sehr empathisch zu sein – eigentlich typisch weibliche Tugenden. Und er gab der jüdischen Lehre eine neue Ausrichtung oder Akzentuierung. Inwiefern?

Jesus hob die „Nächstenliebe“ (genauer: das Wohlwollen jedem gegenüber) in den gleichen Rang wie die Gottesfurcht und ordnete sie damit den übrigen Torageboten über. Auch hier sehen wir eine Umwertung. Während zum Beispiel die Zehn Gebote sich in Bezug auf das Miteinander der Menschen deutlich mehr an Handlungen orientieren (5. Du sollst nicht töten/morden. 6. Du sollst nicht ehebrechen. 7. Du sollst nicht stehlen. 8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten …) konzentriert sich die Jesu-Lehre ganz auf das Innere, sprich die Haltungen und Einstellungen, das Innenleben oder – wenn Sie so wollen – die Seele und ihre Beschaffenheit.

Ähnliche Gedanken finden wir 350 Jahre zuvor bei Aristoteles und seiner Ethik, der bereits aufzeigte, dass die moralisch richtige Handlungen automatisch aus der moralisch richtig geformten Seele entspringt. Diese ist das Primäre. Die Handlungen sind das Sekundäre, sind Äußerlichkeiten.

Feindesliebe und Widerstandslosigkeit als Formen der Maßlosigkeit

Zugleich sehen wir aber bei der Jesu-Lehre eine Überforderung und Überstrapazierung des Ganzen. Seine Forderungen sind an vielen Stellen weit überzogen und können dann leicht kontraproduktiv werden. So, wenn er zum Beispiel die Feindesliebe regelrecht einfordert:

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch verfluchen, tut Gutes denen, die euch hassen, bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, (…) Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? (Mt. 5,43–46)

Oder wenn er verlangt, keinen Widerstand zu leisten und damit dem Pazifismus huldigt (während sein Vater und er selbst beim jüngsten Gericht furchtbar zu wüten ankündigen):

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.“ (Mt 5,38–42)

„Wer dich bittet, dem gib …“ – Wer um Asyl bittet, den nimm auf. Frage nicht nach. Auch wenn es 500 Millionen sind, die kommen wollen. – „Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.“ – Wenn einer 2.000 Euro Sozialhilfe haben will, dann gib ihm 4.000 Euro. – „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“ – Wenn dich einer ausraubt, dann gib ihm noch mehr und wenn einer deine Frau vergewaltigt, so biete ihm auch noch deine Tochter an.

Fazit

Sie merken, diese Vorstellungen und Forderungen sind absurd. Der jüdische Wanderprediger hat hier maßlos überzogen. Sie funktioniert auf der ganzen Erde keine einzige Gesellschaft. Und das ist moralisch auch nicht sinnvoll. Denn es würde bedeuten, den am wenigsten Moralischen das Terrain zu überlassen. Güte ist natürlich eine wunderbare Tugend, aber die Hoffnung, dass durch ein Übermaß derselben, alle anderen auch zu gütigen Menschen werden, kann kaum anders als völlig realitätsfremd und illusorisch angesehen werden.

Den Schwerpunkt auf die Güte zu legen, diese in den Fokus zu rücken, das ist sicherlich die große Leistung des jüdischen Wanderpredigers. Das ist sein bleibender Verdienst. Doch müssen wir auch konstatieren, dass er hierbei maßlos überzogen hat in seinen Forderungen und damit der christlich geprägten Welt einen schwere Bürde auferlegte, zumal er sich durch seine Behauptung der Göttlichkeit selbst gegen Kritik immunisierte. Eine Bürde, an der gerade Europa im Extremfall zu Grunde gehen kann, so wir nicht das rechte Maß (Platon, Aristoteles) aus Selbstbehauptungswille und Durchsetzungkraft einerseits und Fairness und Güte andererseits finden.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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125 Antworten auf „Jesus – ein Linker, der Europa eine schwere Bürde auferlegte?

  1. meinemeinungmypointofview

      1. 300sel

        Zuerst einmal müsste bewiesen werden, dass es die Sagenfigur Jesus überhaupt gegeben hat. Möglicherweise ist er ja nur eine erfundene Figur. Wer weiß das schon genau?

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  2. 300sel

    Meine Gratulation zu dieser mutigen Analyse des abendländischen Irrglaubens. Ich fürchte allerdings, dass der Intellekt der meisten Zeitgenossen nicht ausreicht, um zu überreissen, welche Folgen ihre weltanschaulich geprägte Unterwürfigkeit auch heute noch mit sich bringt.

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      1. oldman_2

        Danke für Ihre Replik. Als ebenfalls abendländischer Irrgläubiger mit möglicherweise unzureichendem Intellekt wollte ich dem Vorredner eigentlich eine weniger dezente Antwort geben, dies haben Sie mir – zu meinem besten – erspart. Im übrigen finde ich Ihre Anmerkungen äußerst lesenswert. Danke.

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  3. Pingback: Jesus – ein Linker, der Europa eine schwere Bürde auferlegte? – Leserbriefe

  4. Heike Zoch

    Ein langer Text. Geht aber am Kern des Christentums vorbei. IM christianisierten Europa entwickelte sich Bürgerlichkeit. Die Christen waren es, die din antiken Errungenschaften mit der christlichen Lehre verbanden. Nie hat Christentum, richtig verstanden, das Denken verboten! Als eindrückliche Beleg meiner Behauptung sei das was in Quedlinburg erhalten ist angeführt.
    Kapitalismus, was ich nicht trennen kann von Selbstverantwortung und einem Moralkodex hat, sonst ist es Profitneokapitalismus, hat funktionierende, prosperierende Staatswesen hervor gebracht. Das ist NUR dem Christentum in der Art gelungen.
    Der Gedanke der Gnade und damit der Freiheit des Menschen für jedes menschliche Individuum, hat den Grund gelegt und z. B. zuR Menschenrechtscharta geführt.
    Das Judentum und das Christentum sind sich darin sehr ähnlich.
    Islam, als als Religion getarnte Ideologie und Sozialismus, als als Ideologie getarnte Religion , sehen den Menschen als Teil eines Kollektivs. Individualität wird abgeschliffen, um dem Kollektiv zu nutzen. Mensch wird zum Objekt.
    Die Verbindung dieser beiden Religionsideologien halte ich für die größte Gefahr, der Menschen jemals gegenüber standen.
    Jesus bietet einen Weg aus menschlichen Verstrickungen und ein Ende der unauflöslichen Paradoxien.
    Er spricht Subjekte an und die Thor und die Bibel bieten genial einfache Definitionen von Moralkodex, die ein friedliches Zusammenleben möglich machen. Ethik und Moral haben nur Sinn, werden sie von etwas Höherem definiert.
    Das Christentum geht noch weiter. Es lässt dem Individuum die Wahl, was er sein will.
    Vergessen wird in der heutigen Wohlfühlinterpretation allerdings, dass das Verantwortungsübernahme fordert.
    Das naive Fragen nach: warum lässt Gott das zu? Ist nichts anderes, als die Verantwortung von sich zu weisen.
    Nicht Gott holt all die Moslems nach D und vergewaltigt und mordet.
    AIch die Bergpredigt wird so missverstanden.
    In der Welt wie sie ist, ist das Handeln Israels im Sinne der Bergoredigt zu verstehen. Die Soldaten haben das 7- jährige Palästinensermädchen nicht erschossen, sondern zu seinen Eltern nach Gaza gebracht. Kriegsverletzte Syrer wachen in israelischen Krankenhäusern auf und glauben sie werden geschlachtet und erstarren, wenn sie der Erzfeind gesund pflegt. Aber der Selbe würde erschossen, würde er Juden morden.
    Christen haben diese Vernunft im Westen verlernt. Wir hier übernehmen keine Verantwortung mehr.
    Wir halten es nicht aus, dass wir anderen schaden müssen, um uns und das uns anvertraute zu schützen.
    Wir halten es nicht aus Christen zu sein, die schuldig werden. Wir halten es nicht aus, dass es Gottes Sohn braucht und die unverdienten Gnade Gottes, die und vorbehaltlos als jeden einzelnen Menschen annimmt und liebt, wie wir sind.
    Christsein ist eine sehr nüchterne Angelegenheit. Es fordert, dass Mensch erwachsen und verantwortlich wird.
    Das ist schwer.
    Je mehr ein Mensch an was weiß ich gebunden ist und Angst hat es zu verlieren, um so schwerer wird es für ihn, sich auf die Freiheitsbotschaft, die Gnadenbotschaft Jesu einzulassen.
    Ich werde niemanden angreifen, aber ich werde mich wehren, greift man was mir anvertraut ist, oder mich an.
    Auch mit einer Waffe. Das habe ich mir von den Juden abgeschaut. Allerdings würde ich dem Gegner später die Blessuren verbinden.

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    1. Benjamin Goldstein

      Ja, Jesus war auch wehrhaft. Eigentlich lassen sich alle Sätze, die von „Pazifisten“ rauf und runterzitiert werden, auch ganz anders deuten.

      Aber was sagen Sie zu den Kritikpunkten? Hat Jesus die Reichen verachtet oder ist das falsch überliefert? Waren seine Wunderheilungen Betrug? Hat Jesus den Armen zu viel versprochen?

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      1. 300sel

        Die Schriften der drei Buchreligionen kann man getrost als Gebrauchsanweisung ihrer jeweiligen Zeit für Menschen, deren Bildungs- und Sozialisierungsstand nicht hoch genug entwickelt war, um einen eigenen sozialverträglichen ethisch-moralischen Kompass zu entwickeln, abtun. Dass ihnen heute noch so eine hohe Bedeutung beigemessen wird und Menschen sich um ihrer religiösen Weltanschauung Willen gegenseitig die Köpfe einschlagen, abstechen oder sogar Kriege führen, ist im Grunde das größte Armutszeugnis für den „homo sapiens“.

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      2. Benjamin Goldstein

        Der „Bildungs- und Sozialisierungsstand“ ist nie hoch genug um sich einen eigenen moralischen Kompass zu basteln. Ihr Denken basiert auf den Gedanken, die Jahrtausende vor ihnen entwickelt wurden. So wie Ihr Akzent ist auch ihr Denken nicht einfach bewusst an- und abzulegen. Nur mit den alten Schriften sehen Sie, wo ihre Ideen herkamen. Und nur im Kontrast mit den alten Moralsystemen, können Sie Ihr eigenes auf Fehler absuchen.

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      3. 300sel

        Das ist zwar auch eine interessante Sicht der Dinge, ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Mensch zum Zurückschauen neigt, statt nach vorne zu schauen. Im Rückspiegel sieht man aber nicht, was auf einen zukommt … 😓

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      4. Heike Zoch

        Das sehe ich anders. Das Judentum und das Christentum können sich auf die selben Wurzeln berufen.
        Aus diesen Wurzeln sind funktionierende Gesellschaften entstanden, die sich vorwärts entwickelt haben. Das Potential beider Religionen ist die Reflexion und die Ansprache des einzelnen Menschen in Verantwortung zur Gemeinschaft. Es hat sich gelohnt die Schwachen zu unterstützen. Es schafft Ruhe in einer Gesellschaft, haben alle so viel, dass es ausreicht. Das meint nicht alle gleich zu machen. Aber es bedeutet, zu helfen, wo eigene Kräfte nicht mehr ausreichen. Der Helfermasochismus heute hat für mich in D die Wurzeln in nicht aufgearbeitetem Leid. Selbst erlittene und selbst verursachtes, selbst angetanes.
        Die Botschaft von Bibel und Thora kann hier wirklich helfen. Der Gedanke der Vergebung löst aus diesen Verstrickungen. Vor allem dem hilft rs, der vergibt!
        Der Islam ist hierzu ein Gegenentwurf, der vor allem die christliche Botschaft kontakariert.

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      5. 300sel

        Schön wär´s.

        Leider gibt es auch Fundamentalchristen und -juden, die Bibel und Tanach ganz und gar nicht in Ihrem Sinne interpretieren, sondern radikalen Islamisten in ihrer Auslegung ihrer jeweiligen Schrift in nichts nachstehen. Im besten Falle ziehen sich christliche Fundis darauf zurück, dass das NT nicht so barbarisch sei, wie das AT. Letztlich finden sich aber in den Schriften aller drei Buchreligionen sowohl friedensstiftende und nach unserem heutigen Verständnis vorbildliche Passagen als auch die genauen Gegenentwürfe dazu. So dass sich jeder „Gläubige“ das heraus suchen kann, was ihm gerade in den Kram passt. Letztlich alles nicht besser als eine Lebensanleitung für Pippi Langstrumpf („ich mal mir meine Welt wie sie mir gefällt“).

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      6. Heike Zoch

        Das ist mir vollkommen klar. Verfolgung ist nirgends härter, als unter sog. Rechtgläubigen.
        Christen sind das Salz der Erde
        …Das Licht auf dem Berg. Nicht mehr und nicht weniger.

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      7. 300sel

        Wenn Ihnen Ihr Glaube als Richtschnur für Ihr persönliches Leben hilft, soll es mir recht sein. Von mir aus kann jeder anbeten wen er will, so lange er andere nicht bekehren oder gar zur Annahme seines Glaubens zwingen will.

        Ich persönlich kann damit eher weniger anfangen. Viel zu oft wurde auch der christliche Glaube schon für politische Zwecke und zum Erreichen niederer Ziele (z.B. aus Macht- oder Habgier) missbraucht, als dass ich darin „Das Licht auf dem Berg“ erkennen könnte.

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      8. Heike Zoch

        Kannst ich verstehen. Allerdings halte ich ihr Fazit für eine Verwechslung von Ursachen. Der Missbrauch der christlichen Lehre ist ein menschlich begründeter Abfall von eben dieser Botschaft. Letztlich nagelt man mit dieser Schuld Jesus immerwieder ans Kreuz. Die Amtskirche darf man nicht mit der Kirche Christi verwechseln. Der Deutungshoheitsanspruch der Amtskirche ist NICHT biblisch. Dort steht etwas von der Priesterschaft aller Gläubigen! Das ist hochexplosiv, impliziert aber die Reformkraft die das Christentum in sich trägt.
        Im übrigen verstehe ich Christsein nicht elitär. Auch Mission sehe ich nicht als mit der Bibel um sich schlagen. Ich sehe Mission als werben , als Diskurs, als Standpunktklärung, als menschliche Begegnung.

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      9. 300sel

        Luthers Kritik an der Amtskirche wurde von ihm ähnlich begründet. Dennoch löste er damit die bis dahin schlimmsten Kriege auf europäischem Boden aus. Von seinem eigenen Fundamentalismus und seiner Intoleranz einmal ganz abgesehen. Religion ist eben doch nur Opium für das Volk.

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      10. Heike Zoch

        Das ist doch wieder eine Verwechslung.
        Luther wollte REFORMIEREN.
        Er hat mit seiner Bibelübersetzung, der Kritik an der allmächtigen kath. Kirche MACHTSTRUKTUREN angegriffen. Daraus wurde Krieg, nicht wegen Jesu Botschaft. Der Prager Fenstersturz war kein christlicher Akt. Es ging um die Macht, um eine sich umstellende gesellschaftliche Struktur.
        Rückwärtsgewandt ist das was wir heute haben ähnlich. Nur viel grösser. Global.
        Wer und wie viele das Überleben werden ist noch nicht ausgemacht.
        Es werden in Europa nicht viele Europäer sein, so wie es jetzt aussieht.

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      11. 300sel

        Dass Luther die Geheimniskrämerei der katholischen Kirche angegriffen hat, macht ihn noch lange nicht zu einem Fortschrittsfreund. Ich betrachte ihn vielmehr als rückwärtsgewandten Fundamentalisten, was er nicht zuletzt durch seine engstirnigen Vorstellungen von Tugend und durch die von ihm auf die Spitze getriebenen Hexenverfolgungen zum Ausdruck brachte.

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      12. Heike Zoch

        Das eine schließt das andere nicht aus.
        Luther war Kind seiner Zeit. Hatte die Sicht seiner Zeit auf vieles.
        Es schmälert nicht sein Werk.
        Ich frage mich, was sie mit Fundalismus meinen. Die Bibelübersetzung.machte sicherlich das Fundament der christlichen Botschaft für jeden zugänglich. Die Schlüsse , die Luther daraus zog waren zur damaligen Zeit tatsächlich revolutionär. Sind es heute noch.
        Seine Vorstellung von Tugend und Anstand haben Generationen geprägt und gaben einen Rahmen für ein gesellschaftsfähiges Leben. Es löste sich eben nicht alles in Beliebigkeit auf, wie heute. Familie hatte einen Wert an sich und die Aufgabenteilung in der Ehe garantierte allen Mitgliedern Schutz und Versorgung. Das ist heute weitgehend zerstört, in einem entkoppelten Individualwahn, der nur noch die eigenen Interessen und den Nutzen für diese im anderen sieht. Das nennt sich heute Entsozialisierung.
        Tugend und Anstand haben in ihrem Anspruch lange Gesellschaft zusammengehalten.
        Die heutige Allgegenwärtigkeit von Beliebigkeit ist ein Symptom einer sich selbst vernichtenden degenerierten Gesellschaft.

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      13. Heike Zoch

        Zu den Reichen habe ich schon was gesagt.
        Wo dein Herz hängt, da ist dein Gott. Wer an viel hängt tut sich schwer los zu lassen. Wenn Reichtum zum Selbstzweck wird, wird es zwischenmenschlich sehr schwierig. Oder wenn Mensch sich Ethik und Moral entledigt, seiner Hybris folgt, wars das.
        Die Wunder Jesu verstehe ich wie Gleichnisse. Als Glaubende glaube ich, dass Jesus sie vollbracht hat.
        Er war kein Sozialrevolutzer! Sonst hätte das Volk ihn gefordert an Karfreitag und nicht einen Schwerverbrecher. Jesus hat die weltliche Ordnung vordergründig nicht in Frage gestellt. Er hat gepredigt, was man von den Kirchenoberen im Moment nicht behaupten kann. Sie geben politische Statements ab. Angst haben die Mächtigen vor Christus, weil er Menschen unerreichbar für ihre absolute Kontrolle macht. Mitmenschlickeit stört die Ränke der weltlich Mächtigen.
        Darum haben heute Linke aller Schattierungen Angst vor Müttern, die Schutz für ihre Kinder fordern…usw.

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      14. Benjamin Goldstein

        Aber wie erklären Sie sich Lukas 6? Meint er hier einfach nicht alle Reichen, sondern nur selbstsüchtigen? Warum würde er dann nicht Reichtum als Selbstzweck direkt anprangern?

        Aber dagegen weh euch Reichen! denn ihr habt euren Trost dahin.
        25 Weh euch, die ihr voll seid! denn euch wird hungern. Weh euch, die ihr hier lachet! denn ihr werdet weinen und heulen. 26 Weh euch, wenn euch jedermann wohlredet! Desgleichen taten eure Väter den falschen Propheten auch.

        Ich denke auch nicht, dass Jesus gegen Reiche war. Ich mutmaße, dass die Textstelle, ebenso wie die Bergpredigt auf der sie beruht, nicht authentisch ist.

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      15. Heike Zoch

        Zu Lukas 6: lesen Sie den Text doch mal genau. Es geht um Verstrickung. Es geht darum an was Mensch gebunden ist.
        Ich weiß um die Schatten der Menschen Luther und Calvin.
        Auch um den Antisemitismus Luthers.
        Ich weiß auch um den Ehebruch Davids, der sogar einem Menschen das Leben gekostet hat, ich weiß um den Feigling Jonas, den Mörder Moses, den Verräter Petrus, die nicht gesteinigte Hure, den primiskutiven Martin Luther King, den ich sehr vereehre, alle Menschen in der Nachfolge Christi waren und sind fehlbar und schuldig. Aber genau darum, weil es eben keine Helden waren und sind, zeigt uns Bibel und Thora den Menschen wie er ist und ruft die Gnadenbotschaft aus.

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      16. Benjamin Goldstein

        Ja, Sie lesen die Bibel vernünftig. Jeder ist dreidimensional, inklusive Jesus. Ich denke, dass er das Zitat vermutlich nicht gebracht hat. Er sagt ja, dass die Reichen schon genug gutes erfahren hätten und nix mehr erwarten können. Das klingt nicht nach einem Mann, der eine Gefolgschaft aufbaut und ein anderes Feindbild, nämlich die römische Besatzung, hatte.

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      17. Chrisamar

        Alle Religionen und auch der Kommunismus haben eine Gemeinsamkeit:
        „Der Lohn ist die Zukunft!“
        Diese „Zukunft“ findet statt, wenn der Tod bereits eingetreten ist. Aus meiner Sicht ein ausgesprochen schlechtes Geschäft. Meine Empfehlung ist der Transhumanismus. Sterben ist doch wirklich so was von überflüssig. Finden Sie nicht?

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      18. Heike Zoch

        Nein, denke ich nicht. Es heißt : Herr Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf das wir klug werden
        Die Entgrenzung der Dinge führt in die grausige Beliebigkeit, die den Menschen entmenschlicht. Das will ich nicht.

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      19. Chrisamar

        Das absurde Versprechen jeder Religion ist „das ewige Leben“. Jesus ist doch „auferstanden“ von den Toten! Oder etwa nicht? Mir fällt dazu folgendes ein: „Ein Zombie hängt am Glockenseil“. Vertrauen Sie mir. Denn ich verspreche Ihnen nichts.
        Mit freundlichem Gruß!

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      20. Heike Zoch

        * lach * der Tod ist besiegt. Ja, aber das Ende der Geschichte ist noch nicht da.
        Man kann das nicht diskutieren. Den Griechen eine Torheit, den Juden ein Ärgernis. Sie scheinen der griechischen Fraktion anzugehören. Mich tröstet die Aussicht auf das Tor des Todes, dass ich nicht ewig hier leben muss, sondern nach Hause darf, zu meinem Vater im Himmel, zu Christus meinem Erlöser. Das glaube ich. Mehr kann ich nicht dazu sagen, mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
        Was mich immerwieder belustigt, an solchen Diskussionen: wenn sie nicht glauben, warum dann diese Diskussionen? Um was genau geht es? Um den Beweis, Recht zu haben? Um verstehen zu wollen? Um sich an der „Dummheit“ anderer zu freuen? Um sich als etwas erhabener zu fühlen?

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      21. Chrisamar

        Aus meiner Sicht sind Sie eine Suchende. Keine „Gläubige“. Mir persönlich geht es um gar nichts. Was ich hier mitteile, können Sie leider nicht verstehen. Ja, ich halte Sie für dumm. Bitte fühlen Sie sich davon nicht beleidigt.
        Mit freundlichem Gruß!

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    2. Realistischer

      Es gibt allerdings keinen Beweis für die Theorie, dass das Christentum all das hervor brachte, was man so als europäische Errungenschaften ansieht. Es könnte auch sein dass das Christentum diese nur weniger verhindert hat als andere. Oder dass es garnichts damit zu tun hatte sondern es am Klima lag, oder ein zufälliger evolutionärer Effekt der durch die genetische Vermischung von Römern und Germanen entstand, oder was auch immer sonst noch so an Möglichkeiten denkbar sind, die aber alle kaum mehr nachweisbar sein werden.

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      1. 300sel

        Dieses ganze Geschwafel von den angeblichen Tugenden des Christentums widerlegt alleine schon die „Christianisierung“ Lateinamerikas im 16. und 17. Jahrhundert eindrucksvoll. Von den in etwa zeitgleich stattgefundenen innerchristlichen Religionskriegen in Europa einmal ganz abgesehen.

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      2. Heike Zoch

        Sicherlich hat alles seine Wirkung gehabt. Z.B. fließen noch heute viele Dinge des römischen Rechts mit in unser heutiges Rechtsverständnis mit ein. Das Christentum kann m.M.n. nicht ohne die Zeit seines Entstehens gesehen werden.
        Was am Christentum einzigartig ist, ist seine Anschlussfähigkeit. Die christliche Botschaft steht mit unserem Rechtsverständnis NICHT im Widerspruch, wie z.B. der Islam mit seiner Scharia. Das Christentum ist inclusiv in seiner Botschaft.
        Mit Luther und der Lesbarkeit der Bibel für alle, waren die Rechtsauffassungen der Bibel eben doch prägend.
        Die Einfachheit der 10 Gebote und des Gebotes Jesu, Gott zu lieben mit ganzem Herzen und ganzer Vernunft, und das ihm gleichgestellt Gebot den Nächsten zu lieben wie sich selbst, legen für jeden Menschen einen Rahmen fest, richtig und falsch zu unterscheiden.
        Hier in D haben Christen nach dem Zerfall des römischen Reiches in Klöstern Wissen bewahrt und weiter entwickelt.
        Wie gesagt, schauen Sie sich Quedlinburg mal an. Da kann man sehen, wie das geschah. Dort kann man sehen, wie das was wir heute kennen seinen Anfang nahm.

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    3. Gisbert J. Wagner

      Sehr geehrte Frau Zoch,
      Ihr Beitraag spricht mir aus der Seele.
      Vielen Dank dafür.
      Der Unterschied zu anderen Religionen liegt darin begründet, dass Jesus mit seinen Vorstellungen vom humanitären Imperativ in seinen Lehren den Schwerpunkt auf Eigenverantwortlichkeit jedes Menschen ausgeht.
      Er also alle Menschen auffordert das Ergebnis seiner Taten zu bedenken.
      Jürgen Fritz irrt mit seinen Auslegungen völlig, ist davon beseelt das Christentum, Glaube allgemein als altbacken und überholt darzustellen. Dabei übersieht er jedoch den auf Jesu zurückgehenden Effekt das jeder Mensch seiner Verantwortung gerecht werden muss und das der humanitäre Imperativ da endet, wo eigene Belastungen dem eigenen Wesen schaden.
      Auch unter Jesus gelten die 10 Gebote, allerdings ergänzt um die Gebote der Bergpredigt und sein Nächsteliebegebot.
      Dort wird deutlich erkennbar das Nächstenliebe immer in Relation der Selbstliebe zu praktizieren ist. Diese also zumutbar sein muss.
      „Du sollst Deinen Nächsten lieben, wie Dich selbst,“ ist Aufforderung sich in der Gemeinschaft einzubringen, jedoch gleichzeitig Warnung davor sich selbst in seinen „guten Taten“ zu vernachlässigen.
      Ergo sind die Ausführungen von Jürgen Fritz so einseitig verdreht, dass man sich fragen muss, ob er das alte und neue Testament wirklich so kennt wie er tut, oder ob er sich bewusst falscher Tatsachenbehauptungen bedient um Glauben zu schädigen und seine vormachiavellische Land- und Industrieadel Theorie verwirklicht zu sehen.
      Was das bedeutet, hat uns das frühe Industriezeitalter, französische und deutsche Revolutionen eindrücklich gezeigt.
      Das was wir politisch derzeit erleben hat nichts mit Ansprüchen des Christentums zu tun. Es ist eine neoliberale Marktwirtschaftspolitik, die mit dem Deckmäntelchen „humanitärer Imperativ“ Massenzuwanderung zulässt, damit hiesiger Arbeitsmarkt entsprechen aufgefuttert wird um dann aufgrund der Überangebots an Arbeitskräften die Löhne niedrig halten zu können und damit einhergehend die Risiken unseres Bevölkerungsrückgang zu reduzieren.

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  5. Der Beurteiler

    Als Atheist, der aber trotzdem nie ein „höheres denkendes Wesen“ ausschließen würde, bin ich ziemlich flexibel und denke schon, dass nicht ohne Grund der Glaube dort am stärksten ist, wo die Intelligenz am wenigsten verbreitet ist.

    Kurzum, die Pfaffen können mir den Buckel runterrutschen und sind nicht besser, wie Merkels Vasallen!
    Leider ist es schwer, so bei vielen bekennenden Christen etwas Positives im Kampf gegen Merkel zu erreichen.

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    1. Heike Zoch

      Ich bin WEIL ich Christin bin aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Was von den Vertretern beider grossen Konfessionen derzeit kommt iSt unverantwortlich! Und es hat mit dem Evangelium sehr oft herzlich wenig zu tun. Einschließlich Papst sind diese Leute z.Z. Die besten Missionare des Islam.
      Zudem verbitte ich mir die Bemerkungen zur Intelligenz. Sie ist wertfrei. Auch Verbrecher können hoch intelligent sein. Wie es aber mit Ethik und Moral aussieht, das erfasst Intelligenz nicht.
      Nebenbei…. Mein IQ liegt zwischen 140 und 150….und ich bin bekennende Christin.

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      1. Der Beurteiler

        Hallo Frau Zoch,

        Sie brauchen sich gar nicht wegen der „Intelligenz“ persönlich angegriffen zu fühlen. Trotzdem ist es eine Tatsache, was ich schrieb, das können Sie auch gar nicht leugnen. Gegen 1990 hatte ich mit einigen „Deutschlandrussen“ zu tun gehabt, und einer meinte voller Inbrunst „Es ist Gottes Wille, viele Kinder auf die Welt zu bringen!“ (er hatte 8 Kinder) da war ich noch ein junger Mann und wollte von Familie nichts wissen. Die Art und Weise, wie das rüber kam, hatte mich damals nur angewidert.
        Jeder kann von mir aus mit seinem Glauben glücklich sein, aber es sollte immer freiwillig sein, ohne jeden Zwang.

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      2. Gisbert J. Wagner

        Der Unterschied zwischen bekennenden Christen und Atheisten besteht im vorhandenen, und fehlenden Respekt- und Toleranzgedanken.
        Bei der Achtung des Mitmenschen verweigetn Atheisten ihren „gläubigen“ Mitbürgern gerne deren Stellenwert, werten sie als nicht intellektuell und nicht intelligent ab.
        Doch oft genug ist es eher umgekehrt, weil Atheisten nicht fähig sind die Nachrichten von Kirchenführern, besser der Gründer, zu verstehen und in heutige Realition zum Geschehen zu bringen, verweigern diese Glauben vollständig.
        Ist deren Problem, solange diese ihre gläubigen Mitmenschen nicht durch den Schmutz ziehen.
        Soll jeder nach seiner Fason glücklich werde, aber jedem anderen die gleiche Chance geben um mit seiner Wahl so zu seinem Wohlergehen zuzutrauen, wie der nörgelnde Atheist auch tun Kann!

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      3. 300sel

        Genau. Alle „Ungläubigen“ sind dumm und intolerant. Ach was, unrein und nicht lebenswert.
        Kommt mir irgendwie bekannt vor. So etwas ähnliches faseln Eure Kollegen vom Islam auch dauernd daher. *Ironie Ende* (das muss man bei religiösen Fundis vorsichtshalber dazuschreiben, die verstehen die Botschaft sonst nicht und werden danz ganz schnell ziemlich aggressiv)

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      4. Heike Zoch

        Warum so aggressiv? Haben sie die Diskussion vorher nicht verfolgt? Und wo nehmen sie ihre Behauptungen her? Wo sind christliche“ Fundis“ mit Islamterroristen vwrgleichbar?
        Ich bin „Fundi“ und finde in der Botschaft, an die ich glaube keinen Aufruf zu messern. Einzig dass ich Selbstschutz für richtig halte. Verantwortung übernehmen nennt sich das. Das nimmt man ja den Juden übel tun sie das….

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      5. 300sel

        Erfahrungswerte.

        Ersetzen Sie das „aggressiv“ (das vor allem auf viele Muslime zutrifft) durch „ungehalten“, dann trifft es jedenfalls auch auf Fundamentalchristen wie Sie zu (q.e.d., s.o.).

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      6. Heike Zoch

        Wo?

        Oder fällt es auch Ihnen schwer, dass andere Menschen andere Überzeugungen haben als Sie?

        In Nichts wir Ihnen irgend eine Freiheit genommen.
        Nur das Aushalten des Andersein des Mitmenschen sollte auch bei überzeugten Atheisten klappen.

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      7. 300sel

        Sehen Sie sich doch nur die ganzen Untersekten der Calvinisten und „reformierten“ Freikirchen an. Dort treffen Sie allerorten auf Intoleranz und Kadavergehorsam.

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      8. Heike Zoch

        Zu denen gehöre ich nicht. Deren teils sehr verdrehten Auslegungen der christlichen Botschaft vertrete ich nicht.
        Und was juckt sie das?
        Wo schädigen diese Leute die Gesellschaft?

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      9. 300sel

        Diese Leute unterziehen beispielsweise arglose Kinder und Jugendliche, die sie besonders gerne an Orten mit wenig altersgerechten Freizeitangeboten anlocken, einer gnadenlosen Gehirnwäsche. Ich hatte vor bald vier Jahrzehnten selbst das zweifelhafte „Vergnügen“ als junger Zeitungsjournalist über das Treiben einer solchen charismatischen Sekte unter der schützenden Hand der evangelischen Gemeinde in meiner Heimatstadt (einer bayerischen Kleinstadt) regelmäßig berichten zu müssen. Auch später stieß ich durch meinen Beruf immer wieder auf solche „freikirchliche Gemeinden“, nicht nur in Deutschland.

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      10. Heike Zoch

        Das sehe ich als Problem, was alles unter Kirchendach, besonders der evang. Kirche möglich ist.
        Ich mag die Freikirchen nicht.
        Mir ist vieles dort einfach zu eng. Und Denken mag ich mir nicht verbieten lassen.
        Auch lehne ich die oft extatischen, mit extrem viel Gefühl, in Großveranstaltungen stattfindenden Bekenntnisshows ab.
        Dennoch steht es mir frei dort beizutreten oder auch nicht.
        Ich werde deshalb nicht umgebracht.

        Heute geht die Gefahr eindeutig von einer faschistischen Ideologie, dem Islam und der Verbindung mit selbem mit dem Sozialismus, einher.

        Ich bin Gründonnerstag nicht um sonst aus der Amtskirche ausgetreten.

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      11. 300sel

        Selbst zu denken ist Kindern nicht in die Wiege gelegt. Das wissen alle Religionsführer, egal welchem Gott sie huldigen. Mir ist es ehrlich gesagt bis heute nicht gelungen, zwischen so genannten „Freikirchen“ und dem was man gemeinhin als ‚Sekte‘ bezeichnet, eine Trennlinie zu ziehen. Ich sehe da keinen wirklich signifikanten Unterschied in der Vorgehensweise der Mitgliedergewinnung. Alle Sekten und Religionen bedienen sich letztlich derselben subtilen Grundmechanismen.

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      12. Heike Zoch

        Diese Behauptung ist schlicht falsch.
        Glauben und Denken schließen sich eben nicht aus.
        Dass man denken kann weil man glaubt, Glaube sei Blödsinn und nur ein Manipulationswerkzeug stimmt.
        Der Mann der sagte, Religion sei Opium für das Volk, hat eine Ideologie geboren, die neben dem Islam die tödlichste der Welt ist.

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      13. Heike Zoch

        Ich habe tatsächlich nicht Feuerbach gemeint.
        Der Spruch wird gängig mit Marx in Verbindung gebracht.
        Auch wenn Feuerbach der Urheber ist, besser und wahrer wird der Spruch dadurch auch nicht…

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      14. 300sel

        Was für eine schlichte Pauschalierung ist das denn?
        Ist das Ihr Gegenentwurf zur „Nazikeule“?

        Dass man Ludwig Feuerbachs „Religion ist Opium für das Volk“ zustimmt, bedeutet doch nicht, dass man der Ideologie von Karl Marx anheim gefallen ist.

        Auch Ihr Glaube ersetzt nur Ihr Unwissen, Frau Zoch. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Angeblicher IQ hin oder her.

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      15. 300sel

        Auch Friedrich Nietzsche (einer der wohl anerkanntesten Philosophen der Phase des ausklingenden Zeitalters deutscher Dicher und Denker) kam zu folgenden Erkenntnissen:

        „Hüte Dich vor den Guten und Gerechten!“

        „Die Dummheit der Guten ist unergründlich.“

        „Glauben heisst Nichts wissen.“

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      16. 300sel

        Wie gesagt – meinetwegen können Sie anbeten wen Sie wollen. Jeder hat das Recht das zu tun, so lange er anderen seinen „Glauben“ (IMO seine Dummheit) nicht aufzuzwingen versucht. Missionarischer Eifer ist mir aber bei Fundamentalchristen genauso suspekt wie bei Vertretern anderer Sekten. Egal ob sich diese nun als Religion, politische Ideologie oder was auch immer tarnen oder bezeichnen. Für mich als freiheitsliebenden Selbstdenker ist das einfach nichts.

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      17. Heike Zoch

        Haben Sie sich jetzt ausgetobt?

        Das was ich geschrieben habe habe sie nicht verstanden.
        Nicht schlimm….
        Ich hoffe ihre Tastatur hat ihre Rage ausgehalten…
        Alles Gute und Gottes Segen.

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      18. Heike Zoch

        Zu Kindern…. Alle Eltern ideologisieren ihre Kinder.
        Das geltende Recht in D setzt bewusst weite Grenzen, wie wer leben will.
        Eltern wollen das Beste für ihre Kinder.
        Jeder legt „das Beste“ für sich anderst aus.
        Viele Moslems sehen den Märthyrertod als das Beste für ihr Kind. Das ist hier Gott sei Dank verboten.
        Die Genitalverstümmelung von Mädchen ist für die, die es tun, das Beste für ihre Töchter.
        Hier ist es verboten. Aber hier weicht es schon auf! Barke sieht offensichtlich in diesem Horror nur dann ein Problem, wenn er nicht religiös begründet ist. Damit stellt sie fälschlicherweise Religion über das geltende Recht.
        Das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit steht ÜBER dem Recht der freien Religionsausübung.
        Ich weiß wirklich nicht, warum das so schwierig zu sein scheint… Offensichtlich sind weite Teile der Gesellschaft schon derart korrumpiert und degeneriert, dass sie keinerlei Rechtsverständnis oder ethische Bildung mehr mitbringen.
        Erschreckender Weise vor allem das sog. Bildungsbürgertum.

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      19. 300sel

        Ja, es ist in vielen Fällen schlimm genug, dass Kinder unwillentlich die Ideologie ihres Elternhauses einatmen müssen. Aber das lässt sich nun einmal nicht vermeiden, wenn sie den Eltern ihre Kinder nicht wegnehmen wollen.

        Was jedoch in manchen Kindergärten und erst recht in als „Teestuben“ usw. getarnten Treffs / Freizeiteinrichtungen / religiösen Freizeitangeboten für größere Kinder und Jugendliche auch in der „christlichen“ Szene – meist fernab öffentlicher Wahrnehmung – an Frühideologisierung geboten wird, ist schockierend.

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      20. Heike Zoch

        Ich finde ihre Statements allmählich höchst bedenklich!
        Alle Eltern geBen ihren Kindern „Ideologie“ mit.
        Sie wegzunehmen würde bedeuten, dass ein paar wenige entscheiden, was gut ist.
        Das wiederum gab es schon 2x auf deutschem Boden. Und es ist beides ist 2x sehr schlimm schief gelaufen.

        Es gibt in D einen Konsens. Der nennt sich Grundgesetz.
        Die christliche Botschaft steht dem nicht entgegen. Im Gegenteil.
        Dass es verschiedene Auslegungen gibt, die sehr kritisch gesehen werden müssen ist ein anderes Blatt. Sowas nennt sich dann gesellschaftlicher Diskurs.
        Was nicht geht sind Botschaften, die mit dem GG nicht zusammengehen. WiE der Islam, wie der Sozialismus!
        Beide stehen dem Christen- und Judentum diametral entgegen.

        Ihre Statements sind voll ( religiösem) Eifer. Sie gehen auf keine meiner Anmerkungen ein.
        Das einzige, was Sie bringen sind hasserfüllte Hauptsache antichristliche Phrasen, die sie mit ihren stark ausschnittsbetonten Erfahrungen zur allgemeingültigen Wahrheit erheben.
        So ist eine vernünftige Diskussion nicht möglich.
        Hass macht blind und taub.

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      21. 300sel

        An welcher Stelle habe ich denn Ihrer Ansicht nach gefordert, dass man Eltern ihre Kinder wegnehmen soll? Das ist ausschließlich Ihre verquere Interpretation.

        Ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, dass es keine ideologiefreie Erziehung gibt. Denn selbst wenn eine Instanz, die glaubt dazu berufen zu sein – also wie Sie die ultimative Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben -, sich dies anmaßen würde, dann doch wohl aus ideologischen Gründen, oder etwa nicht?

        Sie sollten nicht dauernd so viel für andere denken. Mit Ihrem angeblichen IQ zwischen140 und 150 müssten Sie eigentlich in der Lage sein, das selbst zu erkennen …

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      22. Heike Zoch

        Nochmal. Über was echauffieren Sie sich derart? Nichts anderes sage ich doch auch. Niemand kann Kinder ideologiefrei erziehen. Jeder wird das was er für sich gültig hält, was er für sich als richtig erkannt hat auch an seine Kinder weiter geben.
        Auf ihre platten, persönlichen Beleidigungen gehe ich nicht ein.
        Empfehlen würde ich Ihnen allerdings Standpunkt und Überzeugung anderer einfach mal stehen zu lassen, denn sonst kommen Sie nicht nur in den Geruch “ die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben“. Würden Sie so sicher auf ihrem Standpunkt stehen, wie sie das vorgeben, müssten Sie nicht beleidigend werden.

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      23. 300sel

        Sie neigen leider – und das offenbar chronisch – zu Unterstellungen und Kolonialisierung.

        Besser hätte ich gefunden, wenn Sie wenigstens auf meine vorausgegangene Frage eingegangen wären. („An welcher Stelle habe ich denn Ihrer Ansicht nach gefordert, dass man Eltern ihre Kinder wegnehmen soll?“)

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      24. Chrisamar

        Sekten haben mir immer gut gefallen. Schon als Kind habe ich die Nähe zu Sekten gesucht und mich dort stets wohl gefühlt. An den Freikirchen gefiel mir deren Musizieren und das spontane „Herr, ich bekenne!“ Leider hat das mit der „Gehirnwäsche“ nie so recht geklappt. Nicht mal „Scientology“ hat mich in irgendeiner Weise beeindruckt. Die „Scientologen“ waren ja sehr nett, aber irgendwie auch dümmlich. Bei den „Sannyasins“ habe ich als Teeny wahnsinnig gute Parties gefeiert und lecker essen kann man dort auch. Sogar den Dalai Lama habe ich irgendwann mal persönlich kennengelernt und aufmerksam seinen Worten gelauscht. Zu meinem Bekanntenkreis gehörten z.B. auch Anhänger von Alisteir Crowley. Die aus christlicher Sicht als „Schwarz-Magier“ bezeichnet werden. Alles sehr nette und gebildete Menschen. Auf alle Fälle intelligentere Menschen als jene „Freimaurer“ welche ebenfalls zu meinen Bekanntenkreis gehörten. Das brasilianische „Macumba“ wurde mich durch Bekannte meines Vaters nahe gebracht und es gibt sogar noch Fotos von mir, wo ich mit Macumba-Fetischen um den Hals zum Fasching gefahren bin. Ach, die Bahais sind auch sehr nette Menschen. Vermutlich fehlte es mir stets an Ernsthaftigkeit. Darum ist aus mir kein Sektenopfer geworden. Bum Shankar! Vermaledeit sind wir alle unter den Gesegneten. Om-Amen.

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      25. 300sel

        Ja, das mit der fehlenden Ernsthaftigkeit ist schon so eine Sache.

        Als junger Reporter musste ich einmal für meine Zeitung über eine mehrtägige Veranstaltung so einer freikirchlichen Sekte berichten. Beim Abschlussgottesdienst, der ganz amtlich in einer evangelischen Kirche stattfand, stand ich auf der Empore neben der Orgel, um ein paar Fotos zu schießen. Da erhob sich der Sektenguru (ein evangelischer Religionslehrer) und forderte seine Jünger auf, sich ebenfalls zu erheben, um „dem Herrn Jesus im Himmel“ näher zu sein. Sie können sich wahrscheinlich denken, welchen Zuruf ich mir dann von meinem erhobenen Platz aus nicht verkneifen konnte …

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      26. Chrisamar

        Wir beiden Spottdrosseln haben uns eine Menge zu erzählen. Natürlich interessiert es mich brennend, was Ihnen damals spontan aus dem Mund geflossen ist.

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      27. 300sel

        „Seht her, ich Agnostiker stehe ihm am nächsten!“

        Böser Blick des Gurus. Irritierte Gesichter unter seinen Jüngern. Blitzlicht. Foto im Kasten. Und mein örtlicher Chefredakteur erlaubte mir sogar, meinen Artikel noch um eine bissige Kommentarspalte zu ergänzen.

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  6. Tanzender Berg

    Danke, lieber Herr Fritz, daß Sie das so klar auf den Punkt bringen. Mein Problem in der gegenwärtigen politischen Lage: Die Gegner der Islamisierung und Masseneinwanderung sind meist Anhänger eines ziemlich konservativ bis fundamentalistisch verstandenen Christentums. Die Religionskritiker hatten ein paar hundert Jahre Zeit, durch Aufklärung etc. die von Ihnen dargestellten Fehler des Christentums abzubauen. Stattdessen werfen sie sich jetzt dem Islam an den Hals.

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    1. 300sel

      Fundamentalchristen sind in puncto Toleranz gegenüber Andersgläubigen oder Ungläubigen häufig keinen Deut fortschrittlicher als zur Zeit der Hexenverfolgungen und würden wohl auch heute noch häufig entsprechend über die Stränge schlagen, wenn sie unsere weltlichen Gesetze nicht davon abhielten.

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      1. Heike Zoch

        Stimmt. Darum sind ihnen Gegner aus den eigenen Reihen erwachsen. Wie der Geistliche Spee, der im Hexenhammer den Horror dokumentierte und anklagte. Darum gab es die Reformation, die Bibel für alle zugänglich machte und wieder auf die biblische Botschaft verweist! Zurück zum Ursprung.
        Geht der Islam zurück, kommt IS, Hamas, Hizbollah, Massenimmigration als Eroberungsstrategie, Gebuetendschihad usw. raus.
        Allerdings ist der Mangel an Kindern bei uns ein Selbstmord auf Raten.
        Es stimmt Gott sagt, seid fruchtbar und mehrere euch…. Ob das wie unter Moslems laufen soll denke ich eher nicht.
        Keine Kinder ist degeneriert. Arterhaltung betreibt normalerweise jede gesunde Spezie.

        Ist das schon Nazisprech? 😉

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      2. 300sel

        @Frau Zloch,

        Ihnen scheint völlig entgangen zu sein, dass die beiden großen „Reformer“ Luther und Calvin die übelsten Hexenverfolger der ganzen Geschichte ihrer Sekte gewesen sind. Dagegen waren die Burschen der Spanischen Inquisition die reinsten Waisenknaben.

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    2. gis1855blog

      Was ein Quatsch, Sorry!
      In der Regel sind linke Spinner und Grüne weder an Glaubensfragen noch an den zehn Geboten interessiert, geschweige denn, dass diese danach leben.
      Das wird schnell deutlich, wenn man sich deren Umgang mit Recht und Gesetz, Genderpolitik oder gar dem Abtreibungsrecht vor Augen führt.
      Die von Jürgen Fritz angestoßene Diskussion verkennt als Wirkung und Ursache.
      Es ist linke Gleichmacherei und die Erwartung der Parteien, dass die Migranten, aufgrund ihrer Abstammung eher sozialistisch eingestellt sind, und daher bei kommenden Wahlen eher linke Parteien bevorzugen.
      Mit humanitärem Imperativ, wie uns Politiker ständig weißlichen wollen, hat die Flüchtlingspolitik am wenigsten zu tun.
      Hier geht es darum, mit falschen Mitteln einen sich bis 2030 schnell leerenden Arbeitsmarkt aufzufüllen um damit einhergehend weiterhin Exportweltmeistet bleiben zu können.
      Wobei jeder weiß das bis 2030 mindestens 36% unserer Arbeitsplätze wegen beginnender Digitalisierung und Industrie 4.0 dauerhaft entfallen.
      Lediglich hat die Kurzsichtigkeit unserer analphabetischer Politiker dieses bis heute noch nicht realisiert.
      Die Zuweisung politischer Fehler als Ergebnis christlicher Werte ist damit nachdrücklich belegt als sachlich falsch und wissentlich verlogen zu bezeichnen.

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    3. Jürgen Fritz

      Genau das ist unser größtes Problem, Tanzender Berg: Die Aufklärung, die Rationalität, die Wahrheitsliebe, die Aufrichtigkeit sind seit Jahrzehnten auf dem Rückzug. Den meisten zumindest halbwegs Aufgeklärten scheint es weitgehend egal zu sein, ob der Islam, der noch viel rückständiger ist als das Christentum, hier Einzug hält. Wahrscheinlich denken die meisten, der Islam wäre so was Ähnliches wie das Christentum, was natürlich nur bedingt stimmt. Es gibt viele Parallelen und Gemeinsamkeiten, aber auch ganz gravierende Unterschiede. Epistemologisch und vom Reflexionsniveau sind die Unterschiede nicht so groß, in der Morallehre aber gewaltig.

      Der größte Widerstand scheint mir in der Tat von fundamentalen Christen zu kommen, die ihren Fundamentalismus gegen den islamischen Fundamentalismus verteidigen wollen. Die Pseudoliberalen sind zumeist Luschenliberale, also keine echten Liberalen, die Feinde der Freiheit aktiv bekämpfen, sondern eher einem „Lass doch jeden machen, wie er will“ frönen. Das hat schon etwas Deprimierendes, wie wenig die Aufklärung bei der breiten Masse angekommen ist.

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      1. 300sel

        Hierzu zwei Zitate aus „Von tausend und einem Ziele“
        (in Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“):

        „Nie verstand ein Nachbar den anderen: stets verwunderte sich seine Seele ob des Nachbarn Wahn und Bosheit.“

        „Tausend Ziele gab es, denn tausend Völker gab es. Nur die Fessel der tausend Nacken fehlt noch, es fehlt das eine Ziel. Noch hat die Menschheit kein Ziel.
        Aber sagt mir doch, meine Brüder: wenn der Menschheit das Ziel noch fehlt, fehlt da nicht auch – sie selber noch? -“

        Also sprach Zarathustra.

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  7. Bloggich

    Der Ansatz das man als Kultur sich aufgeben soll um sich zu opfern, sehe ich in der christlichen Lehre nicht. Ich sehe aber bedingt Parallelen zur derzeitigen Lage, auf die ich mich beziehe.

    Nämlich eher indem was Teile der Kirche aus dem Glauben zur gesellschaftlichen
    „Steuerung“ an die Christen weitergab.
    Daher könnte man den Rückschluss ziehen, dass die glauben die Christlicheren oder besser „Gläubigeren“ zu sein, die sich und andere opfern .

    Ob diese wollen oder nicht
    Was letztlich den Rückschluss zulässt, dass es genau das Gegenteil ist. Sie sind NICHT barmherzig.

    Denn andere opfern ist weder barmherzig noch gütig, sondern unchristlich wohl auch ungläubig.. Die Wahl kann man nur für sich selbst treffen, niemals aber für andere.

    Somit ist das Verhalten einiger vermeintlich Gütiger, die Christen eher opfern möchten, und massregeln wollen, denn darauf denke ich, zielt das Obige ab, unchristlich, evtl missverstandene Ideologie und verblendet.

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  8. maru

    Ich verstehe Ihre Kritik, als eine als Atheistin sozialisierte „Kopfarbeiterin“ ist mir diese Betrachtungsweise nicht allzu fremd. Ich selber habe inzwischen eine spirituelle Grundorientierung, wenn auch nicht unbedingt eine, die sich am Christentum ausrichtet. Und ich bin dahin auch nicht konvertiert.

    Aber egal, ich verstehe, was GEISTIG gemeint ist und möchte das Mißverständnis aufklären helfen. Grundsätzlich mal ist Ihr Betrachtungsrahmen, der BIAS bzw. das Framing, nicht richtig. Denn wovon Jesus spricht, bezieht sich ganz und gar nicht auf irgendwelche WELTLICHEN Angelegenheiten, sondern ausschließlich auf das geistig-seelische Geschehen IM Gläubigen. „Seid in der Welt, aber nicht von dieser Welt“ – d.h. man soll nicht menschenhörig sein, sondern nur auf Gott hören – also auf seine eigene innere Stimme und Überzeugung (als Teil Gottes im Menschen).

    Alles fokussiert sich auf die Beziehung zwischen Gott und seinem „Geschöpf“, dem Menschen. Sein Selbstverständnis ist das eines göttlichen Gesandten, der seinen Lebensauftrag darin versteht, die Menschen (wieder) auf den göttlichen Weg zu führen. Es ist ein seelischer Weg der Individuation, der genau erst in die VERANTWORTUNG hineinführt. Leichtgläubig naiv soll man grad nicht sein, sondern prüfen und man selber wird auch geprüft – durch das Leben selbst.

    Alle Gleichnisse, Bilder, Metaphern und Symbole, die Jesus verwendet, dienen dem inneren Verständnis. Es ist immer ein INNERSEELISCHES Geschehen, das aufgegriffen und angesprochen werden soll. Das Symbol des „Armen, Kranken, Ausgegrenzten“ z.B. – das ist nicht der Bettler an der Ecke und schon gar nicht der Asylant, sondern ein Bild für den inneren Armen. Der Teil in uns, der zuwendungsbedürftig ist, zuwenig Aufmerksamkeit bekommen hat und „unterernährt“ ist oder den wir aus unserer Wahrnehmung ausgrenzen, weil er uns z.B. aufgrund unserer Sozialisation nicht in den Kram paßt. Oder in der Kindheit nicht erlaubt war.

    So wie laut Freud´scher Traumdeutung im Traum ALLE Figuren einen Teil der eigenen Seele symbolisieren, die miteinander interagieren, so beziehen sich auch die Jesus-Vorträge ebenfalls auf die inneren Seelenlandschaften.

    Ach, es gibt da viel zu zu sagen. Wenn ich mal Lust und Zeit habe, schreibe ich mal wieder selber was dazu. Schönen Tag noch.

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    1. Heike Zoch

      Ich bin nicht atheistisch sozialisiert.
      Habe in kirchlichen Kreisen denken gelernt.
      Christen sind beides. In dieser Welt, aber schon nicht mehr VON dieser Welt. Wie es Jesus selbst war.

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      1. maru

        Genau @Heike, in der Welt sein = am Leben teilnehmen mit allem was dazu gehört, es auch genießen mit dem, was es einem zu bieten hat. Ein maßvoller Hedonismus ist mit Spiritualität gut vereinbar.

        Aber sich davon nicht abhängig machen, die eigene Seele nicht dran hängen. Schon gar nicht ans Geld. Obwohl auch Geld Spaß machen kann oder besser: man kann es in Gestaltungs- und Freiräume umwandeln.

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      2. Heike Zoch

        Das meine ich. Und was mir auch gut tut… Man muss sich nicht produzieren, sondern kommt in eine tiefe Ruhe und stille Freude. Allerdings muss man in so einer Haltung nicht mit fixierotem Dauerlächeln und professionellem Heiligenschein herum laufen. Das ist abstoßend und unnötig.

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      3. corvusalbusberlin

        „Habe in kirchlichen Kreisen denken gelernt.“
        In kirchlichen Kreisen? In welchen der kirchlichen Kreise?
        Das würde mich interessieren.

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      4. Heike Zoch

        Tja. In einer vollkommen verrückten Gemeindesituation. Einmal die schwäbische Landeskirche, mit eindeutig pietistischem Touch. Dann eine tiefrote evangelische Akademie in direkter Nachbarschaft zum westdeutschen Hauptsitz der Herrnhuter Brüdergemeinde. Nicht weit davon ein athroposophisches Zentrum mit zugehörigen Homöopathen. Dann noch eine katholische Gemeinde, eine grosse neuapostolische Gemeinde, später nich Sientologen. Meine damalige beste Freundin stammte aus einer extrem pietistischem Gemeinschaft, den Hahnschen Brüdern. Meine Peergroup war die evangelische Jugendarbeit, mit einem sehr nüchternen Jugendreferenten aus dem Mitelstand.
        Gespielt habe ich mit Pastorentöchtern, die in Kenia und Zimbabwe geboren waren. Deren Väter gehörten zur Akademie. Dann war da ein schwarzer Pfarrer mit Familie in der Akademie, aus Südafrika. Der älteste Sohn war mein Kumpel und wurde ein paar Jahre später in Süd Afrika erschossen.
        Der Sohn des Kurarztes heiratete später meine Freundin. Diese Familie lebte als Misdionsarzt bis zum Schulalter des Sohnes in Indien. Meine Geschwister und ich waren mit den Schwestern ebenfalls freundschaftlich verbunden.
        Ich habe schnell hinterfragt, was was ist. In diesem Ort bin ich gross geworden. Später habe ich in einer riesigen diakonischen Einrichtung Heilerziehungspflege gelernt.
        Später in einer weiteren kleinen Einrichtung habe ich mich vom Konzept verführen lassen und wurde an den Bedingungen dort lebensbedrohlich krank…..

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      1. maru

        Danke @gis. Ja, Sie haben recht.
        Einerseits legt Herr Fritz herrschende Ideologien bloß, andererseits ist er selbst ideologisch befangen und widmet sich einem Thema, dem sein ideologisch getrübter Blick die Erkenntnis aber gerade vereitelt.
        Das ist sehr widersprüchlich.

        Aber auch dafür gibt´s ein überliefertes Jesus-Gleichnis: Wir sehen den Holzsplitter im Auge des anderen, nur den Balken vorm eigenen Kopf erkennen wir nicht.

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  9. Marianne Streuer

    Sehr geehrter Herr Fritz,

    zuerst mein Kompliment zu der kultivierten Aufmachung Ihres Blogs.

    Da ich selbst denken kann, interessieren mich Fakten, als Meinungen

    habe ich meine eigenen und somit bitte ich Sie, meine Adresse aus Ihrem

    Verteiler zu nehmen. Es ist ein Unterschied, ob Sichtweisen angeboten

    werden oder übergestülpt. Diesen Ton hab’ ich nicht so gern und deswegen

    danke ich für die Stornierung.

    Es möge Ihnen wohl ergehen und freundliche Grüße

    Marianne Streuer

    _____

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    1. corvusalbusberlin

      @ Heike Zoch
      Erst einmal herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Sie scheinen von mehrere Dörfern und deren Menschen erzogen zu sein. Mein Leben ist genau das Gegenteil. Ich war immer Alleinerzieher meiner selbst.
      Was ich nicht verstehe ist der folgende Satz am Ende ihres Kommentars.

      “ habe ich mich vom Konzept verführen lassen und wurde an den Bedingungen dort lebensbedrohlich krank…..“

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      1. Heike Zoch

        Ich würde nicht erzogen sagen. Meine Eltern haben vieles verboten. Ich habe aber einen angeborenen Widerstandsgeist, oder Widerspruhsgeist mirbekommen und eine ungebrochene Neugier, die sich gegen jedes Denkverbot auflehnt. Das hat mir viele Beulen eingebracht. Hat mich aber auch dazu gebracht mir selbst Meinung und Standpunkt zu bilden. Die vielen Richtungen mit denen ich konfrontiert war und eine saubere Bildung im Lesen der Bibel (!) haben mich zu der gemacht, die ich heute bin.

        Mit meinem letzten Satz meine ich, dass das Konzept der diakonischen Einrichtung der gelebten Umsetzung nicht stand hielt. Es widersprach meinen Überzeugungen. Vieles von dem was heute gesellschaftlicher Mainstream geworden ist, hat mich dort meine Gesundheit gekostet.

        Zu meinem Glauben kann ich nur sagen, dass ich ihn TROTZ meinem Naturell habe.
        Ich habe ihn nicht gewirkt.

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      2. corvusalbusberlin

        Danke für Ihre Antwort.

        „Erzogen “ ist das falsche Wort.
        Dieser Widerspruchsgeist entsteht oft, wenn Eltern verbieten , ohne zu erklären, warum.

        Mir wurde von meinem Vater nie etwas verboten, aber er hat mir schon sehr früh gezeigt, dass nur ich selbst die richtige Antwort für mein Handeln bin.

        Bei meinen Kindern habe ich es dann weitergeführt. Zu mindestens versucht.
        Eine solche „Art des Erziehens“ ist ungeheuer strapaziös und der Ausgang ist ungewiss.

        Von Diakonie Mitarbeitern habe ich ebenfalls erfahren, dass Innen- und Außenleben nicht in Einklang stehen und das wichtigste das Geld ist. Ich habe zu solchen Einrichtungen absolut kein Vertrauen.

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  10. Eine deutsche Mutter

    Ich bin Christ.Ihre Ausführungen sind leider für im Herzen bekehrte und Heilig Geist Glaübige nicht akzeptabel.Christus verstehen zu wollen ,Lehren und Moral zu übernehmen ohne selbst wirklich zu Ihm zu gehören ist einfach nicht möglich und das sagt die Bibel auch.Der Natürliche Mensch versteht das nicht! All das linke Geplärre ( heute von linken Kirchenlehren gefordert)von Nächstenliebe usw war niemals dafür gedacht,Menschen die gottlos leben zu erziehen.Ohne Bekehrung geht gar nix,man wird nicht Christ bloß weil man sich zu einer Kirche hält—oder wie die moslemischen „Flüchtlinge „sich schnell mal taufen lassen.Das ist alles Scheinchristentum und scheinheilig. Christsein und Politik sollte wahrlich getrennt bleiben,obwohl mein echtes Christenleben alles beeinflusst,auch mein politisches Denken.Ich wählte früher cdu,heute AfD.Die Bibel redet von Völkern,Stämmen und Grenzen,und ja auch von feindesliebe —dann stellt erstmal fest,wer heute die Feinde sind.

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    1. Heike Zoch

      Das meine ich. Und was mir auch gut tut… Man muss sich nicht produzieren, sondern kommt in eine tiefe Ruhe und stille Freude. Allerdings muss man in so einer Haltung nicht mit fixierotem Dauerlächeln und professionellem Heiligenschein herum laufen. Das ist abstoßend und unnötig.

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  11. Heike Zoch

    Herr Goldstein… Es geht um Sekbstherrlichkeit! Was will denn ein bigotter Mensch, wie so viele Kirchenrepräsentanten mit dem provozierenden Evangelium, das ihnen einen Spiegel vorhält, der weh tut.
    Da wird lieber so lang dran herum interpretiert , bis es einem passt. Hören sie mal hin, die ganzen sog. Osterbotschaften waren nicht biblisch. Es war keine Verkündigung. Es waren politische Statements im Talar und Ornat. Trost, Hoffnung, Stärkung, Reflexion, Demut, Barmherzigkeit.. Nichts zu finden… und ich habe sehr gesucht.

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  12. maru

    Ich habe grad gesehen, daß es mehrere Teile, eine Jesus-Trilogie, gibt.
    Aber so, mit weltlicher Brille, kann man da nicht rangehen. Das ist ein sehr verzerrtes Bild. So, als ob eine Ameise einen Baum beschreibt.

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  13. Heike Zoch

    Ach… Blumhardt habe ich noch vergessen. Vor dessen Villa spielte ich in einem kleinen Wäldchen. Und auf dem Blumhardtfriedhof habe ich oft die alten Grabsteine bewundert….. Er war gruselig schön…geheimnisvoll…

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  14. Hanna

    Das ist das was uns über Jesus überliefert wurde! Natürlich wurde auch dieses Mannes Worte manipuliert und verdreht um die Menschheit in eine neue Religion einzupressen, wie bei allen anderen Religionsstiftern. Ich glaube eher, dass die Römer, resp. deren Nachfolger (genauso von unsichtbaren Seilschaften der Weltregenten beherrscht, wie sie heute noch bestehen) der viel zu vielen Jesus-Anhänger nicht mehr Herr wurden, und flugt – mittels Uminterpretation und Lügen – seine Botschaften in eine neue System-Religion einbetteten. Und die Lämmer folgten. Es ist kein Zufall, dass Jesus mit einem Lamm = uns!, dargestellt wird! Denn: Wer garantiert, dass Jesus genau so gesprochen hatte wie es die Bibel vorgibt?? Ich glaube er würde sich im Grab umdrehen, wüsste er, dass er zu „Gott“ hochstilisiert wurde. Aber eben: Eines der Märchen ist ja, dass er dem Grabe ausstieg und gen Himmel flog. Glaube dies wer wolle. Ich kann es nicht. Auch nicht, dass er sich selber als Gott ausgab.

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    1. Heike Zoch

      Der Bezug Lamm kommt vom Pessachfest. Gott selbst macht sich zum Lamm für die verdiente Strafe die an ihm vollzogen wird. Lesen Sie mal nach warum zum Pessachfest Lamm gegessen wird!

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  15. Krischan

    Nein, ich stimme mit den Aussagen ihres Textes nicht überein, sehr geehrter Herr Fritz. Sie haben uns nicht mehr als einen Abriß des Katechismus solch armseliger Kleriker wie Bedford-Strohm oder Kardinal Marx gegeben, die ebenso Meister darin sind, die christliche Ethik bis zur Unkenntlichkeit zu infantilisieren. Wäre auch nur ein Funken Wahrheit in Ihrer Darstellung, hätte es die Kirche keine 2000 Jahre gegeben. Indiz dafür mögen die vielen Kirchenaustritte der Gegenwart sein, von Menschen wie mir, die diese geistige Diarrhöe, die in den meisten Kirchen gepredigt wird, nicht mehr mit ihrem christlichen Gewissen vereinbaren können und wollen. Die christliche Ethik unterscheidet sich substantiell von jeder anderen durch ihren Realismus, der der Natur des Menschen Rechnung trägt, indem der Kernsatz lautet: Liebe deinen Nächsten (und nicht ALLE und schon gar nicht die „Fernsten“) wie DICH SELBST. Letzteres ist das alles Entscheidende. Denn der Mensch liebt zunächst einmal sich selbst, was aus seiner Kreatürlichkeit und Einzigartigkeit vor Gott resultiert. Darum gibt es keine Nächstenliebe ohne Eigenliebe. Vergebung und Gnade geben dem Menschen die Möglichkeit sich selbst zu lieben, obwohl man seine eigenen Sünden verachtet und haßt. Das Bewußtsein der eigenen Unvollkommenheit und Schuldhaftigkeit bildet die Grundlage für die Nachsicht dem Nächsten gegenüber, im Sinne einer der Eigenliebe spiegelbildlichen Nächstenliebe. Und mit der Nächstenliebe ist, das zeigt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, einem Reichen übrigens, der uns hier zum Vorbild gegeben wird, ist immer die Hilfe zur Selbsthilfe und niemals ein lebenslanger Transfer zugunsten von Faulheit und Unfähigkeit gemeint. Jedes Lebewesen stirbt, wenn es unwillig ist, für sich Verantwortung zu übernehmen. Das Christentum aber ist eine Religion des Lebens, nicht des Todes. Das ethische Ur-Gebot entspringt für mich aus der Schöpfungsgeschichte. Dort heißt es „Gott schuf den Menschen nach SEINEM Bilde“. Gott aber ist der Schöpfer! Das bedeutet, daß der Mensch, um nach dem (Vor-)Bilde Gottes zu leben, kreativ, fleißig und verantwortungsvoll sein soll und aus seinen jeweiligen Gaben, seiner Begabung etwas zu machen hat. Und erst dadurch entsteht überhaupt die materielle Grundlage und die Befähigung zur Nächstenliebe.

    Sieht man sich die 10 Gebote an, so sind sie vor allem dazu da, Eigentumsrechte, also das Privateigentum zu schützen (‚Du sollst nicht stehlen, nicht begehren‘ etc.) und sie implizieren, daß der Mensch im Rahmen seiner individuellen Freiheit Verantwortung für sich und seinen Nächsten zu übernehmen bereit sein soll. Er hat sogar die Freiheit, sich gegen den mutmaßlichen Willen Gottes zu entscheiden. Denn Freiheit und Selbstbestimmung sind unteilbar von Gott gegeben. Und immer ist der Einzelne gemeint und wird angesprochen. Verantwortung, die individuelle Freiheit, Beziehungen auch geschäftlicher Natur, einzugehen, Schutz des Privateigentum – das alles aber ist klassischer Kapitalismus, also das genaue Gegenteil von Kollektivismus und Sozialismus. Denn Nächstenliebe und Eigennutz sind die Grundpfeiler einer zivilisierten Gesellschaft. Gutmenschlichkeit und Kollektivismus die der Barbarei. Weder war Christus Sozialarbeiter, noch steht Gott für die Gleichheit unter den Menschen, denn es gibt nur Gleichheit ODER Freiheit. Als klassisches Beispiel für die Ungleichheit vor Gott seien hier Judas und Petrus genannt. Und Liebe wählt aus, bevorzugt und diskriminiert, anders geht es nicht. Es gibt sogar Theologen, die behaupten, mit dem Objekt der Nächstenliebe seien nur die Angehörigen des eigenen Volkes gemeint. Dávila hatte recht, als er schrieb: „Den Christus der Evangelien kümmert nicht die ökonomische Lage der Armen, sondern die moralische Situation der Reichen.“

    Meines Erachtens hat die Ideologie des Sozialismus/Kollektivismus die christliche Ethik vergiftet, nicht umgekehrt. Das Christentum ist der Gegenentwurf zum Kollektivismus, also auch zum Islam und dem Sozialismus. Und noch einmal Nicolás Gómez Dávila:

    „Weder gründete die Religion in der Notwendigkeit, die Solidarität in der Gesellschaft zu sichern, noch wurden die Kathedralen gebaut, um den Tourismus zu fördern.“

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    1. corvusalbusberlin

      @ Krischan
      Ihr Bericht gefällt mir. Es gibt nichts hinzuzufügen oder hinwegzusehen. (wie in der Bibel, der man auch nichts hinzufügen noch weglassen sollte).
      All diese von Menschen georderten Organisationen haben mit Gott oder Jesus nicht das Geringste zu tun.
      Sie tragen nur zur Verdummung der Menschen bei.

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  16. Chrisamar

    Wer nicht besonders sportlich ist und auch sonst keine Talente hat, der kann ja immer noch einen auf religiös machen! Damit alle anderen auch wissen, dass diese Untalentierten religiös sind, setzen die sich einen Hut auf. Oder lassen sich einen Bart wachsen. Oder tragen Kopftücher. Oder die schmücken sich mit Amuletten.

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  17. R.B. Stufen Pascal

    Wir leben hier in dieser Welt, wissen nicht woher wir kommen und wohin wir gehen.Wer einigermaßen bei Verstand ist, muss anerkennen, dass das Leben ein Geheimnis ist, das der Verstand nicht lösen kann. Deshalb sind die meisten der großen Wissenschaftler religiös gewesen. Das ist kein Widerspruch zur Wissenschaft, sondern eine notwendige Ergänzung. Keiner von uns weiß, was ihm im nächsten Moment durch den Kopf gehen wird und woher Ideen kommen. Eine Betrachtung von Christentum. Judentum und von sozialistischen Ideen als unsere europäische Wurzeln macht nur Sinn, wenn man die jeweils wahren und substantiellen Kerne herausschält:
    Judentum: Wenn es uns als unwissende Wesen hier in dieser Welt gibt und auch eine höhere Welt bzw Gott logisch erscheint, hat unsere Existenz hier unten einen Zweck, der bis hinauf zu Gott zurück reicht. Es geht also nicht darum, schnell diese Welt wieder zu verlassen, in die höheren Sphären zu entfliehen, oder auf das Leben nach dem Tod zu warten, sondern unsere Aufgabe hier untern zu finden und zu realisieren. D.h. das Reich Gottes zu errichten.
    Christentum: Wir können das Reich Gottes auf Erden nicht errichten, bevor wir es in uns selbst gefunden haben.
    Sozialismus: Ein harmonisches soziales Reich bedarf der Mitwirkung der menschlichen Vernunft. Ohne diese fallen wir auf die Ebene der Tierwelt zurück (Sozialdarwinismus).
    Nur wenn wir diese drei Wurzeln unserer europäischen Identität kennen und ernst nehmen, können wir die aktuellen Probleme unserer Zeit gestalten.

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    1. 300sel

      Sie übersehen in Ihren Ausführungen, dass Konservatismus und Liberalismus älter sind als der Sozialismus und im Gegensatz zu Letzterem auch keine Sackgasse darstellen, in der nur abgewirtschaftet wird bis nichts mehr da ist.

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