AfD in Bayern auf Platz 2 – Grüne und SPD überholt

Von Jürgen Fritz, Sa. 9 Jun 2018

Überall Kreuze aufzuhängen, scheint der CSU auch nicht mehr zu helfen. Ebenso dürfte Söders Plan, in erster Linie die AfD zu bekämpfen, nicht aufgehen. Im Gegenteil, der Schuss scheint nach hinten los zu gehen, denn vier Monate vor der Landtagswahl fällt die CSU weiter, während die AfD steigt und steigt, inzwischen sogar die Grünen und die SPD überholt hat und nun bereits auf Platz 2 liegt.

CSU verliert weiter

Eine plötzliche 180-Grad-Kehrtwende in der Positionierung zum Islam, ein Kreuz-Erlass, ein Asylplan, wie man endlich schneller abschieben könnte, Talkshowauftritte bei Lanz und Co., eine Verteufelung der AfD, die wie keine andere Partei bekämpft und ausgegrenzt wird, das und vieles mehr hat der neue bayerischer Ministerpräsident Markus Söder versucht, um den Sturz der CSU zu stoppen und eine Kehrtwende herbeizuführen.

Das Ziel: die absolute Mehrheit in Bayern sichern. Bayern ist CSU-Land, das weiß jeder und das muss so bleiben. Derzeit sitzen unter den 180 Landtagsabgeordneten im Maximilianeum in München 101 CSU-Abgeordnete. Einen Koalitionspartner will man nicht, brauchte man fast nie in den letzten 56 Jahren. 51 Jahre lang konnte man die Alleinregierung in Bayern stellen und das soll so bleiben. Doch danach sieht es immer weniger aus. Denn im aktuellen „Bayern-Monitor“ verliert die CSU noch weiter, während ausgerechnet die, die man bis aufs Blut bekämpft, immer weiter zulegt.

AfD steigt auf Platz 2

Laut der jüngsten, gestern veröffentlichten Umfrage von Civey für die Augsburger Allgemeine käme die CSU, wenn morgen schon Landtagswahlen wären, nicht mehr wie 2013 auf knapp 48, sondern nur noch auf ca. 41,1 Prozent. Auf Platz 2 inzwischen bereits die AfD, die vor fünf Jahren noch gar nicht angetreten ist, mit 13,5 Prozent, vor der SPD mit 13,4 Prozent und den Grünen mit 12,6 Prozent. Auf Platz 5 die Freien Wähler mit 7 Prozent klar vor der FDP mit 4,8 und vor der Linkspartei (SED) mit 3,5 Prozent. Hier das Ganze im Überblick:

  1. CSU: 41,1 %
  2. AfD: 13,5 %
  3. SPD: 13,4 %
  4. GRÜNE: 12,6 %
  5. Freie Wähler: 7,0 %
  6. FDP: 4,8 %
  7. LINKE: 3,5 %
  8. Sonstige: 4,1 %

2018-06-08

Für die repräsentative Umfrage wurden die Antworten von über 5.000 Teilnehmern aus Bayern berücksichtigt. Das Meinungsforschungsinstituts Civey zählt nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung der bayerischen Bevölkerung gewichtet. Der Befragungszeitraum war vom 20. Mai bis zum 7. Juni.

Gewinne und Verluste und Regierungsbildung

Gegenüber der Landtagswahl 2013 ergeben sich damit folgende Gewinne und Verluste:

  1. AfD: + 13,5 %
  2. GRÜNE: + 4,0 %
  3. FDP: + 1,5 %
  4. LINKE: + 1,4 %
  5. Freie Wähler: – 2,0 %
  6. Sonstige: – 4,6 %
  7. CSU: – 6,6 %
  8. SPD: – 7,2 %

Bei diesem Ergebnis würde nicht nur die Linkspartei (SED) den Einzug in den bayerischen Landtag nicht schaffen, sondern auch die FDP nicht. Und die absolute Mehrheit wäre dahin für die CSU. Somit müsste diese sich einen Koalitionspartner aussuchen aus:

  • AfD
  • SPD
  • Grüne oder
  • Freie Wähler.

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Titelbild: © Jürgen Fritz

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