Aphorismen und Gedankensplitter

Von Jürgen Fritz, So. 22. Jul 2018

Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein. Doch fürchtet er die Freiheit bisweilen und flüchtet vor ihr. Damit jedoch flieht er gleichsam vor sich selbst. – Hier weitere Aphorismen und Gedankensplitter von Jürgen Fritz.

Weitere Aphorismen und Gedankensplitter

Es sei nicht Sache eines Politikers, allen zu gefallen, meinte Margaret Thatcher. Dasselbe gilt für Denker und Autoren. Um das auszuhalten und durchzustehen, nicht zu gefallen, bedarf es etwas, das man Format nennt und das die meisten Menschen, auch wenn sie sich anfangs daran reiben, mit der Zeit zu schätzen wissen.

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Frage: Was ist dein tiefster Glaubenssatz, der dein Weiltbild im Innersten zusammenhält? – Antwort: Die Welt ist nicht nur und nicht primär in mir, sondern ich bin zuvor in ihr und sie ist mir zugänglich. Ich kann sie erkennen und verstehen, auch das Gute selbst, das Teil der Welt ist. Das alles ist immer schon da und wartet darauf, gesehen und erkannt zu werden, a) einfach um wahrgenommen zu werden, b) um das Gute wachsen zu lassen. Meine Aufgabe ist es, just dies zu tun, so gut ich kann, und trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge niemals damit aufzuhören, solange es mir möglich ist.

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Gut bist du dann, wenn auch deine Feinde dich lesen. Richtig gut bist du, wenn sie dich lesen und denken: „Scheiße, er hat nicht ganz Unrecht!“

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Houellebecq: sehr gut und liegt völlig richtig in der Analyse, in seinem Therapie-Vorschlag zeigt sich aber die ganze Verirrtheit seiner Seele, die offenbar keinerlei Halt zu finden imstande ist.

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Lachen sei gesund, sagen der Arzt und der Psychotherapeut. Auch das bösartige, hämische Lachen, fragt der Philosoph? Der Körper könne das eine nicht vom anderen unterscheiden, antwortet der Mediziner; gesund sei gesund. Gesund für wen, fragt der Ethiker. Na für den, der lacht, antwortet der Arzt. Und was ist mit dem, der ausgelacht wird, fragt der hartnäckige Denker. Der ist nicht unser Patient, antworten Arzt und Psychotherapeut.

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Merke: Es gibt immer nur eine Wahrheit – eine einzige. Wenn dein Feind etwas von dieser zu fassen bekam und du ein Ehrenmann bist, dann gilt es das anzuerkennen. Weshalb? Weil die Wahrheit über dir und deinem Feind steht. Sie ist größer als ihr beide zusammen. Viel größer!

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Nietzsches Größe besteht weniger darin, dass er selbst höchste geistig-seelische Höhen erklomm, sondern viel eher darin, dass er mit seinem gnadenlos ehrlichen und mutigen Blick die Niedrigkeit und Verlogenheit so sehr entlarvte. Er war mithin kein ganz großer Denker, ich bin nicht mal sicher, ob er überhaupt ein Philosoph war, als vielmehr ein philosophischer Poet, ein genialer Psychologe und Prophet, aber ein sehr viel ehrlicherer als all die anderen.

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Warum greift der schwache, unredliche Geist so oft und so gerne zum Argumentum ad hominem oder gar zu einem Argumentum ad personam (ohne jeden Bezug zum Thema)? Die Antwort auf diese Frage ist in der Formulierung derselben bereits präjudiziert.

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Wenn du nach oben willst, darfst du niemals mit dem Strom schwimmen, der kennt immer nur eine Richtung: nach unten.

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Zwei Dinge braucht der Mensch: Verstand und Charakter; Charakter und Verstand (Geist).

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Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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