Es gibt keine Islamisierung!

Von Jürgen Fritz

Zehn relative und zugleich apodiktische, unumstößliche, ewige Wahrheiten, die nicht in Frage zu stellen sind. Wehe dem, der es wagen sollte!

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Prolog

Auch der Relativist braucht absolute Gewissheiten, die nicht in Frage gestellt werden dürfen. Aber diese sind andere als die, die der Objektivist hat, dessen Wahrheiten absolut abzulehnen sind. Dies ist kein Widerspruch in sich! Und selbst wenn es einer wäre, spielte dies keine Rolle, da der Relativist – und etwas anderes als ein solcher zu sein ist einfach unschicklich, zumindest für Europäer und ganz besonders für Deutsche – den Gedanken des Widerspruchs bereits ablehnt, da mit diesem schon die erste Diskriminierung einhergeht, nicht nur derer, die es mit dem Denken nicht so haben, sondern überhaupt, was keiner näheren Begründung bedarf.

Daher seien die folgenden zehn relativistischen, absoluten, apodiktischen, unumstößlichen und ewigen Wahrheiten hiermit verkündet, die niemand in Frage stellen sollte. Wer meint, dies gleichwohl tun zu müssen, dem wird es nicht gut ergehen. Dafür wird mit absoluter Sicherheit gesorgt werden!

Die neuen zehn Gebote

1. Es gibt keine Islamisierung! Und es gibt auch nicht DEN Islam! Es gibt überhaupt keinen Islam, nur Muslime.

2. Gewalt, Grausamkeit und Brutalität, Frauen- und Menschenverachtung haben nichts mit dem Islam zu tun, können gar nichts mit ihm zu tun haben, weil es ja gar keinen Islam gibt. Siehe (1).

3. Es gibt auch nicht DEN Muslim. Jeder Muslim ist anders. Wenn ein Muslim sechsjährigen Mädchen, jungen oder auch 60-, 80- oder 90-jährigen Frauen mal schnell Finger in sie einführt, sie vergewaltigt, anderen den Kopf abschneidet, ihnen Säure ins Gesicht schüttet, sie in die Luft sprengt oder mit einem Messer absticht, dann war er gar kein Muslim. Was er dabei ruft, spielt keinerlei Rolle. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein solcher Verbrecher ein Deutscher ist, der nur südländisch aussieht und einen leichten Akzent hat. Insofern muss das auch gar nicht mehr untersucht werden.  Auf jeden Fall aber ist er ein Rechter. Oder ein armer Mensch, um den man sich einfach viel zu wenig gekümmert hat, um den wir uns viel mehr bemühen müssen.

4. Im Grunde gibt es auch keine Muslime, sondern nur Menschen. Diese sind alle gleich! Außer Nazis und überhaupt Deutsche. Das sind keine richtigen Menschen. Eigentlich gar keine. Das sind Bestien.

5. Wer behauptet, es gäbe eine linkstotalitäre, psychopathologische Gesinnungsdiktatur, die Massenmedien wären hiervon weitgehend durchdrungen und würden immer mehr zur Lügen- und Propagandapresse verkommen, der ist ein Rechter, wenn nicht sogar ein Nazi, was im Grunde das Gleiche ist. Er ist also kein Mensch, sondern eine Bestie.

6. Für Bestien gelten selbstverständlich keine Grund-, Bürger- und Menschenrechte. Mit solchen Kreaturen kann man machen, was man will. Vor allem muss man sie streng zensieren und ihnen die digitalen Stimmbänder herausoperieren. Egal was man mit ihnen anstellt, man bleibt immer ein anständiger Mensch, der für das Gute kämpft. Bei diesem Kampf müssen eben manchmal drastische, brutale, auch böse Dinge getan werden, die aber nicht wirklich böse sind, sondern nur auf den ersten Blick so scheinen. In Wahrheit sind sie gut, weil sie sich ja gegen die Bösen richten.

7. Vor allem darf man lügen und heucheln, bis sich die Balken biegen, ja das muss man sogar. Es ist ja für das Gute, sprich gegen die Bösen. Wer böse ist, bestimmen die Guten. Und sonst niemand! Wer die Guten sind, bedarf keiner Erläuterung. Die Guten sind die Guten. Schluss, Punkt, aus.

8. Genau genommen gibt es auch keine Menschen, denn das würde alle Nichtmenschen diskriminieren. Eigentlich gibt es gar nichts, denn die Existenz eines Seienden würde jegliches Nichtseiende ausgrenzen, mithin dieses diskriminieren.

9. Alles bisher Gesagte ist nichtig, denn es würde das Gegenteil des Gesagten diskriminieren.

10. Es gibt gar kein Gegenteil. Allein der Gedanke, dass es so etwas wie ein Gegenteil geben könnte, stellt bereits eine Spaltung und somit eine Diskriminierung der einen Seite dar, wenn nicht sogar beider!

Epilog

Heiko Maas ist ein vorzüglicher Bundesjustizminister und lupenreiner Demokrat. Und Angela Merkel ist eine völlig selbstlose Frau, der es nicht um brutale und skrupellose Machtpolitik geht, sondern ausschließlich um das Wohl des eigenen Volkes, dem sie – ganz ihrem Amtseid eingedenk – hingebungsvoll Tag und Nacht dient. Beide sind grundehrliche, aufrichtige, zutiefst anständige Menschen.

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Bild: Pixabay, CC0 Public Domain

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Good bye Mohammed – Wie wir die Islamisierung Europas beenden können

Von Jürgen Fritz

Europa steht erneut vor einer Epochenwende. Wieder einmal muss es sich von jeglicher Fremdherrschaft, von feindlichen Bündnissen auf eigenem Territorium, von Untergrabung und Unterwanderung befreien, wenn es überleben will. Dabei kann es viel vom Handeln seiner Vorfahren lernen.

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Die Schlacht bei Las Navas de Tolosa

Es war am 16. Juli des Jahres 1212, als es zum großen Showdown kam. In der Schlacht bei Las Navas de Tolosa standen sich auf beiden Seiten zigtausende Krieger gegenüber. Manche sprechen gar von hunderttausenden auf beiden Seiten. Es sollte eine der größten Feldschlachten des hohen Mittelalters werden. Unter Führung der Könige von Kastilien, Navarra, Portugal und Aragon marschierte eine gewaltige Streitmacht von Rittern aus ganz Europa auf. Die andere Seite bot eine panmuslimische Streitmacht etwa gleicher Größe auf, wenn nicht gar eine doppelt so starke mit Dschihadisten aus Nordafrika bis Zentralasien. An diesem Tag wurde über das weitere Schicksal Spaniens entschieden und vielleicht sogar mehr als das. Wer würde den Kampf für sich entscheiden können? Doch bevor wir zum Schlachtverlauf kommen, ein paar Worte zur Vorgeschichte. Wie und weshalb war es zu dieser gigantischen Feldschlacht gekommen?

Zur Vorgeschichte: Fremdherrschaft in Spanien

Die Eroberung Spaniens und die Fremdherrschaft hatte bereits 711 begonnen. Der Westgote Roderich, ein katholischer Christ, ließ sich 710 zum König krönen, hatte jedoch große Teile des Adels, arianische Christen, gegen sich. Diese riefen Verwandte, Verbündete und Söldner aus Nordafrika zur Unterstützung, um Roderich abzusetzen.

711 landete der Berber Tāriq ibn Ziyād mit seinem Heer (keine Araber, keine Muslime wie vielfach zu lesen) in der Region von Gibraltar und unterwarf das Westgotenreich. Die Geister, die man gerufen hatte, wurde man nun aber nicht mehr los. Denn nun drangen auch omayadisch-arabische Truppen (auch keine Muslime) ein, denen es in den Folgejahren gelang, fast die gesamte iberische Halbinsel zu erobern.

Zum Inbegriff der verhassten, nun wirklich muslimischen Fremdherrschaft wurde dann um 1000 der Wesir Mansur, der sich damit brüstete, jedes Jahr einen Feldzug gegen die „Ungläubigen“ zu unternehmen. Über 50 Mal überfiel er die nördlichen Gebiete auf der iberischen Halbinsel, brandschatzte und plünderte diese aus. 997 ließ er die christlichen Bewohner von Santiago de Compostela, die versklavt wurden, zur Demütigung die Glocken der Basilika zu Fuß in das tausend Kilometer entfernte Cordoba schleppen.

Die Zeit der Almoraviden (militante Muslime)

1031 löste sich das omayadische Kalifat auf und es entstanden zig Taifas, kleine Königreiche, teilweise bis zu 60. Die Regenten waren Araber verschiedener Clans, Berber diverser Stämme, Romanen, Normannen, Goten, Piraten usw. Jeder paktierte mit jedem gegen jeden. Einer dieser kleinen Fürsten rief nun die Herrscher aus Nordafrika zu Hilfe, die Almoraviden, militante Muslime aus der Sahara. Die Almoraviden wandten sich gegen alles, was nicht ihrer Auffassung vom Islam entsprach, bekämpften natürlich alle Christen, räumten aber auch unter ihren muslimischen Verbündeten auf. Mit Weingelagen und Tanzdarbietungen in Cordoba, Sevilla und anderswo war es nun vorbei. Und wieder galt: die Geister, die man gerufen hatte, wurde man nicht mehr los.

Die Fundamentalisten aus Nordafrika brachten eine völlig neue Qualität der Auseinandersetzung nach Spanien: den Glaubenskrieg, den Dschihad.  Was jetzt zählte, war die Eroberung im Namen Allahs. Zugleich kam es jetzt zu einer Gegenbewegung. Die spanische Kirche kam unter den direkten Einfluss Roms. 1095 rief Papst Urban II. zum Kreuzzug auf. 1099 wurde Jerusalem zurückerobert. Fast zeitgleich fielen allerdings Granada, Sevilla, Valencia und Mallorca in die Hände der nordafrikanischen Dschihadisten.

Zwei Megatrends, die Afrikanisierung des spanischen Islam und die Europäisierung des spanischen Christentums, steuerten ab nun aufeinander zu und trafen wo aufeinander? In der Schlacht bei Las Navas de Tolosa im Jahre 1212. Nun zum Schlachtverlauf.

Schlachtverlauf

Dem christlichen Heer gelang es, im Zentrum bis zu den Stellungen der Bogenschützen der Almohaden vorzudringen und diese im Nahkampf niederzumachen. Der Anführer der Muslime Kalif Muhammad an-Nâsir hatte sich mit einer Gruppe schwer bewaffneter Sklaven, die in der Nähe seines Zeltes angekettet waren, verschanzt. Doch als er schließlich persönlich in Bedrängnis geriet, setzte er sich mit seiner Leibwache ab, was eine Panik im ohnehin bereits zurückweichenden muslimischen Heer auslöste. Auf der Flucht erlitten die Muslime verheerende Verluste. Die Schlacht endete mit ihrer totalen Niederlage. Der almohadische Kalif Muhammad an-Nâsir flüchtete schließlich nach Nordafrika.

Von dieser Niederlage konnten sich die Muslime in der Folgezeit nicht mehr erholen, zumal der christliche Sieg die Legende der Unbesiegbarkeit der Almohaden widerlegte. Die Macht der Muslime in Spanien war gebrochen.

Folgen der Schlacht

In den nächsten 40 Jahren konnte der größte Teil der spanischen Halbinsel wieder unter die Herrschaft christlicher Könige gebracht werden. 1236 wurde Córdoba zurückerobert, 1248 Sevilla und 1261 Cádiz. Die seit Jahrhunderten andauernde Reconquista (Rückeroberung Spaniens) war zum Großteil abgeschlossen.

Bei der Einnahme Cordobas hatte Yusuf Ibn Nasr, Kleinherrscher aus Arjona, den kastilischen König Ferdinand III. unterstützt und bekam dafür freie Hand in Granada, das er in seinen Besitz brachte – der Beginn des letzten Kapitels muslimischer Herrscher in Spanien, das 250 Jahre später auch geschlossen werden sollte. Wie kam es dazu?

Das Ende der muslimischen Herrschaft in Granada

Ende des 15. Jahrhunderts war das große Thema der Zeit die Türkengefahr (1481 landete eine osmanische Expedition in Süditalien, der Papst floh aus Italien; später 1529 und 1683 standen die Türken jeweils vor Wien und versuchten die Stadt einzunehmen). Die Türken entwickelten sich immer mehr zu einer ernsten Bedrohung und man konnte sich in Spanien keinen Bündnisfall von Muslimen auf eigenem Territorium leisten. Das Ende des muslimischen Granadas war damit eingeläutet. Es war ein Ende, zu dem es in der Geschichte nicht viele Parallelen gibt; schon gar nicht in der islamischen Geschichte, wenn Muslime in der Position des Überlegenen waren.

Doch springen wir zeitlich wieder ein wenig zurück, um die Vorgeschichte zu verstehen. Von entscheidender Bedeutung war die Heirat Ferdinands von Aragon mit Isabel von Kastilien im Jahr 1469, die es ermöglichte, dass die beiden Königreiche zehn Jahre später in die Vereinigung Spaniens mündeten. Spanien war jetzt geeint und konnte sich dem Granada-Problem widmen.

Weshalb aber wurde das muslimische Granada immer mehr zum Problem? Zum einen weil es fortwährend muslimischen Piraten in seinen Häfen Zuflucht gewährte. Noch beunruhigender war aber etwas anderes. Es kam wiederholt zur Kontaktaufnahme mit der neuen Schreckensherrschaft im Osten, den Türken. Ferdinand musste handeln, um den genannten Bündnisfall im eigenen Land zu verhindern. Aber was sollte er tun? Was sollte mit all den Muslimen in Granada geschehen? Die Stadt mit Gewalt einzunehmen und alle Muslime niederzumachen, zu vertreiben oder zu versklaven, wäre mit entsprechenden eigenen Verlusten sicherlich möglich gewesen für das geeinte Spanien. Doch Ferdinand entschied sich anders.

Ferdinands Angebot an die Muslime

Er stellte Emir Muhammad XII. Abu Abdallah Bedingungen, die so günstig waren, dass dieser gar keine andere Wahl hatte, als sie anzunehmen. Am 2. Januar 1492 übergab Abu Abdallah die Schlüssel der Stadt an das spanische Königspaar (siehe Bild oben). Das Problem mit den Muslimen in Spanien war gelöst. Nachdem dies vom Tisch war, wurde drei Monate später ein Kapitän namens Christoph Columbus vom spanischen Königshaus endlich beauftragt, den Seeweg nach Indien zu finden. Im August begann die Reise, die mit der Entdeckung der neuen Welt im Oktober endete.

Emir Abu Abdallah und allen Bewohnern Granadas, zum Schluss fast ausschließlich Muslime, sagte Ferdinand Wahrung des Besitzstandes und persönliche Unversehrtheit zu. Wer sofort abziehen wollte, konnte das ungehindert tun und seinen Besitz mitnehmen oder aber ihn innerhalb von zwei (oder drei) Jahren ohne Einschränkungen veräußern.

So gut wie alle, die über Vermögen verfügten, entschieden sich für letztere Option und verließen Spanien als wohlhabende Leute Richtung Marokko. Spanien war von der letzten muslimischen Fremdherrschaft befreit. Die Reconquista war beendet.

Das Jahr 1492

Das Jahr 1492 bildet also einen doppelten Markstein: a) die vollständige Befreiung Spaniens von muslimischer Herrschaft und b) die Entdeckung Amerikas. Daher wird dieses Jahr bzw. die Zeit um 1500 herum als der Beginn der Neuzeit angesehen. Die Symbolkraft des Jahres 1492 kann dabei gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Im frühen 9. Jahrhundert hatte der arabische (nicht muslimische!) Kalif von Bagdad al-Mamun die Erdkugel bis auf ein paar Kilometer genau vermessen und berechnen lassen. Nun, 1492, nachdem der letzte muslimische Herrscher in Spanien abgesetzt war, sendeten Ferdinand und Isabel Christoph Columbus aus, der hinter dem Horizont den runden Globus vermutete und die neue Welt entdecken sollte. Dieses Beispiel zeigt wohl prägnanter als jedes andere, wie in den Jahrhunderten dazwischen der Geist quasi aus der arabischen in die europäische Welt gewechselt war.

In der inzwischen vollständig islamisierten arabischen Welt aber, die über Jahrhunderte wissensmäßig und kulturell weit überlegen war, hatte man sich die Erde nunmehr flach vorzustellen. Dies befahl das „heilige Buch“ des Islam, der Koran. Und alle wesentlichen Wahrheiten über Gott und die Welt, so die weitere Vorgabe dieses Buches, befänden sich in diesem „heiligen Buch“, so dass es anderer Bücher und Forschungen im Grunde nicht unbedingt bedürfe.

Exkurs: Das Alhambra-Edikt

Dass Nordafrika in irgendeiner Form vom Zuzug all der Muslime profitiert hätte, davon ist nichts bekannt, in keiner Form. Am meisten gelitten haben übrigens sowohl unter den Muslimen als auch unter den Christen – Stichwort: Alhambra-Edikt – die Juden. Warum dies so war, das wäre Stoff für einen eigenen Essay.

Durch dieses Edikt wurden die Juden aus allen Territorien der spanischen Krone vertrieben. Wer bis zum 31. Juli 1492 nicht zum Christentum übergetreten war, musste Spanien verlassen. Im Gegensatz zu den Muslimen hatten die spanischen Juden nur vier Monate Zeit eine Entscheidung zu treffen und wenn sie nicht konvertieren wollten, ihr Hab und Gut zu verkaufen und das Land zu verlassen. Dies führte zu einer Welle von Konvertierungen zum christlichen Glauben. Allerdings standen diese neuen Christen im Generalverdacht der Inquisition. Dies führte zu einer tiefen Spaltung der spanischen Gesellschaft. Viele Juden flüchteten aber auch ins benachbarte Portugal. Hier wurden sie zunächst mit offenen Armen empfangen.

Aus ökonomischer Sicht war das Alhambra-Edikt verheerend für Spanien. Zum einen mussten die vor der Vertreibung stehenden Juden ihr Hab und Gut in Windeseile verkaufen. Dies führte zu einer Überschwemmung des Marktes. Die Preise gerade im Immobiliensektor fielen drastisch. Noch schlimmer, ganze Wirtschaftssektoren, die zuvor fest in der Hand der spanischen Juden waren, waren nun verwaist. Da Christen der Geldverleih verboten war, fehlte das Kapital. Auch Ärzte und Handwerker, die vertrieben wurden, fehlten nun. Während sich in anderen europäischen Ländern eine Mittelschicht bildete, blieb es in Spanien bei Oberschicht und Unterschicht. Ebenso verheerend war die Vertreibung der Juden für Kultur und Wissenschaft. Viele Universitäten hatten Probleme die Lehrer zu ersetzen.

Das europäische Erfolgsmodell und seine Ausbreitung

Insgesamt sollte sich im Europa der Neuzeit aber eine weltweit einmalige Erfolgsgeschichte entwickeln, die im Laufe der kommenden Jahrhunderte von vielen, die dazu imstande waren, kopiert und imitiert wurde: USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea, Taiwan, inzwischen auch in Ansätzen von Indien und China. Weniger Rußland und gar nicht Afrika und die gesamte islamisch dominierte Welt. Letztere Zwei ziehen es inzwischen massenweise vor, statt selbst etwas aufzubauen, dorthin zu immigrieren, wo andere schon etwas aufgebaut haben und sich dort ins gemachte Nest zu setzen. Doch zurück zum einmaligen europäischen Erfolgsmodell.

Indem die religiösen Fesseln, auch die des Christentums, immer mehr gelockert wurden, die Rationalität Raum gewinnen konnte, eine Rückbesinnung auf die griechisch-römische Antike mit ihrer einmaligen kulturellen Höhe stattfand (Renaissance), die Wissenschaften einen neuen Aufschwung nahmen, die Aufklärung sich ihren Weg bahnte, wurde das tausendjährige Mittelalter langsam aber sicher überwunden, die Neuzeit begann mit all ihren Errungenschaften, die schließlich in die Moderne mündete. Mit diesem Essay möchte ich das Augenmerk aber auf einen bestimmten Punkt richten:

Wer von den Muslimen sofort abziehen wollte, konnte das ungehindert tun und seinen Besitz mitnehmen oder aber ihn innerhalb von zwei (oder drei) Jahren ohne Einschränkungen veräußern.

Schlusswort

Europa steht erneut vor einer Epochenwende oder befindet sich vielmehr schon mitten darin. Es sollte sich wiederum von jeglicher Fremdherrschaft, von feindlichen Bündnissen auf eigenem Territorium, von Untergrabung und Unterwanderung befreien. Und es sollte dies erneut in dieser generösen Art tun, wie es Ferdinand Ende des 15. Jahrhunderts getan hat, damit Rolf Peter SieferlesMichael Leys oder Michel Houellebecqs düstere Aussichten vom völligen Untergang Europas nicht wahr werden.

Denn unser Erdteil, unsere einmalige Kultur, unsere Gesellschaft, unsere Errungenschaften, vor allen Dingen die bedingungslose Gewährung der Menschenrechte für alle auf unserem Territorium, unsere Sicherheit, unser Wohlstand, unsere Freiheit sind sehr viel fragiler als es die meisten vermuten.

Wer von den Muslimen sofort abziehen wollte, konnte das ungehindert tun und seinen Besitz mitnehmen oder aber ihn innerhalb von zwei (oder drei) Jahren ohne Einschränkungen veräußern. Good bye Mohammed.

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Literaturempfehlungen

„Good bye Mohammed – Das neue Bild des Islam“ (Archäologie und neueste Quellenforschung widerlegen wesentliche Punkte der islamischen Tradition: Es war ganz anders) von Norbert G. Pressburg, hier speziell das vorletzte Kapitel „Die tausendundzweite Nacht: Die Märchen von al-Andalus“

„Der Selbstmord des Abendlandes – Die Islamisierung Europas“ von Michael Ley, hier speziell erster Teil, I. Kapitel „Das Märchen von al-Andalus“

„Der Mythos vom toleranten Islam“ von Hans-Peter Raddatz in DIE WELT vom 11.09.2002

„Islamisches Spanien – Das Land, wo Blut und Honig floss“ von Eugen Sorg in DIE WELTWOCHE, Ausgabe 35/2005

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Dieser Essay erschien zuerst auf Philosophia perennis, inzwischen auch auf Epoch Times und auf prikk.world.

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Bild: Emir Muhammad XII. Abu Abdallhah übergibt Granada den Katholischen Königen Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón. – Francisco Pradilla Ortiz [Public domain], via Wikimedia Commons

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Sind wirklich alle Religionen gleich?

Von Jürgen Fritz

Das naive, unkritische Bewusstsein meint, Religion sei a priori und per se etwas Gutes, unabhängig vom Inhalt, so als ob, um es bildlich auszudrücken, alles, was in einer Flasche ist, gut schmecken müsse. Was für ein Bewusstsein hatten die Väter des Grundgesetzes? Und wie wird dies inzwischen gegen uns eingesetzt?

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Alle Religionen sind gleich. Basta!

Das naive, unkritische Bewusstsein meint, Religion sei a priori und per se etwas Gutes (andere meinen ähnlich unkritisch ein a priori Schlechtes), unabhängig vom Inhalt, so als ob, um es bildlich auszudrücken, alles, was in einer Flasche ist, gut (oder schlecht) schmecken müsse. Auf die Idee, dass in einer Flasche auch Essig sein könnte oder ein vergiftetes Getränk, kommt es nicht, ja kann es gar nicht kommen, weil es Geschmack des Inhalts und Flasche noch nicht voneinander zu abstrahieren vermag. Der Geschmack ist für das naive, unkritische Bewusstsein an die Flasche gekoppelt, untrennbar mit ihr verbunden.

Was für ein Bewusstsein hatten die Väter des Grundgesetzes?

Hinzu kommt, dass es aus den meisten etwas anders gearteten Flaschen niemals trinkt, dennoch aber seine Geschmackserlebnisse auf alle anderen Flaschen und deren Inhalt überträgt, weil sie doch so ähnlich aussehen. „Es sind doch auch Flaschen! Und was in einer solchen drin ist muss gut schmecken!“ – Was für ein Bewusstsein hatten die Väter des Grundgesetzes?

Inhalte prüfen verboten

Unsere derzeitige Regierung und ihre Kartell-Freunde verbieten übrigens die Prüfung, was in den Flaschen einer bestimmten fremden Sorte, die die meisten von nicht kennen, drin ist. Ja sie verbieten sogar, diese Frage überhaupt aufzuwerfen und das zu thematisieren. Warum wohl? Na weil alles, was in einer Flasche drin ist, a priori gut ist. Also muss man doch den Inhalt gar nicht mehr prüfen. Ist doch klar, oder? Muss man nur ein bisschen logisch denken.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Aber dann müsste man ja, wenn man andere vergiften will, einfach nur …

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Bild: Pixabay, CC0 Public Domain

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Weshalb suchen die Europäer ihr Heil in der Selbstvernichtung?

Von Jürgen Fritz

Die Islamisierung sei weit fortgeschritten und für weite Teile Europas nicht mehr umkehrbar, sagt der Politikwissenschaftler Michael Ley. Diese breche aber nicht einfach so über uns herein, wir lassen sie zu. Woher kommt die Sehnsucht nach Selbstvernichtung und was bedeutet das für die Zukunft Europas?

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Ist die Islamisierung Deutschlands und Österreichs noch aufzuhalten?

Die Islamisierung sei bereits viel weiter fortgeschritten als die meisten glauben, macht der Politikwissenschaftler und Soziologe Dr. habil. Michael Ley bei der Präsentation seines neuen Buches Die letzten Europäer – Das neue Europa auf Einladung der Freiheitlichen Akademie in Wien deutlich. Als Faustregel gelte: Wenn in einer Gesellschaft, in welcher die indigene Bevölkerung sich zahlenmäßig zurückentwickle, 10 Prozent Muslime seien, dann verdoppelten sich diese anteilig etwa alle 10 Jahre. Offiziell gäbe es in Österreich derzeit 8 Prozent Muslime, realistischer sei aber von 10 Prozent auszugehen. Dementsprechend werden es in 10 Jahren etwa 20 Prozent Muslime sein, in 20 Jahren 40 Prozent usw. In wenigen Jahren wird Österreich also islamisiert sein.

80 Prozent der Personen, die seit 2015 kommen, seien Männer zwischen 18 und 30 Jahren. Das sei natürlich kein Zufall, sondern organisiert. Wenn dieser Zustrom so anhalte, dann werde bereits in fünf Jahren, diese Alterskohorte der muslimischen Männer zwischen 18 und 30 sowohl in Österreich als auch in Deutschland gleich stark sein wie die der Österreicher bzw. Deutschen, wie wissenschaftlich berechnet wurde. Hinzu komme, dass die Muslime mehr Kinder bekommen als die indigenen Österreicher bzw. Deutschen. Insofern sei der Zug der Islamisierung unserer Heimat in wenigen Jahren bereits abgefahren und nicht mehr zu stoppen.

Was steckt hinter der Zivilisationszerstörung?

Dies müsse nicht bedeuten, dass unsere Länder untergingen, aber wir alle seien Zeitzeugen einer Zivilisationszerstörung. Und diese Zivilisationszerstörung komme einer Selbstzerstörung gleich. Wir werden nicht islamisiert, wir werden nicht überrollt, sondern wir lassen die Islamisierung zu. Diese zivilisatorische Selbstzerstörung sei also gemacht und es gebe Kollaborateure. Zu nennen wären hier beispielsweise Jean-Claude Juncker (Präsident der Europäischen Kommission).

Ziel sei es, die europäische Zivilisation zu zerstören, in der wahnsinnigen Hoffnung, sie könnten eine neue Zivilisation, eine neue Kultur schaffen. Solche Pläne einer „negroiden Mischkultur“ aus Europäern, Afrikanern und Nahostlern gebe es seit 1925. Und diese Pläne seien übernommen worden von vielen auch in der EU. Was aber sind die Gründe für diesen Multikulturalimus?

Ziel: einen neuen Menschen schaffen

Multikulturalisten gehen davon aus, dass wir keine homogenen Gesellschaften mehr bräuchten, sondern heterogene, weil homogene Gesellschaften zu Nationalismus und Faschismus führen würden. Ziel sei also ein neuer Mensch. Die Idee eines neuen Menschen kennen wir von allen Totalitarismen: von den Nazis, von den Kommunisten usw. Wir hätten es also erneut mit der Idee zu tun, einen neuen Menschen aus der Retorte von oben gelenkt schaffen zu wollen. Dies aber sei nichts anderes als die Verankerung eines neuen utopischen Totalitarismus.

Multikulturalisierung Europas bedeutet nichts anderes als Islamisierung

Dieser neue Mensch komme aus Afrika, er komme aus dem nahen Osten. Das Einzige, was dieser neue Mensch aber mitbringe, sei der Islam. Multikulturalisierung Europas bedeute nichts anderes als dessen Islamisierung. Das aber wollten diese Leute, die die alte Kultur zerstören wollen, nicht sehen. Sie wollten auch nicht sehen, was Islam überhaupt bedeutet. Sie hätten gar keine Ahnung, was der Islam ist. Sie haben noch nie den Koran gelesen. Aber sie wollen mit diesen muslimschen Massen einen neuen Menschen schaffen, ohne überblicken zu können, was sie hier anrichten.

Aber warum denken diese Zivilisationszerstörer überhaupt, dass wir einen neuen Menschen bräuchten? Es würde doch reichen zu sagen, wir wollen keinen Faschismus, wir wollen keinen Kommunismus, wir wollen keinen Nationalsozialismus mehr. Wir wollen freie Gesellschaften, auch in einer europäischen Union. Dieses Motiv, einen neuen Menschen schaffen zu wollen, so Michael Ley, könne nur über unsere europäische Vergangenheit verstanden werden.

Woher kommt die Idee, einen neuen Menschen schaffen zu wollen?

In der österreichisch-deutschen Geschichte spiele der Nationalsozialismus eine Schlüsselrolle. Die 68er, die Grünen etc. seien Kinder von ehemaligen Nationalsozialisten. Diese beschäftigten sich nicht mit ihren Eltern, sondern bastelten sich ein Feindbild: die Nazis.

Sie konstruieren also ein absolut Böses und wollen dann, in der Hoffnung so die Guten zu sein, genau das Gegenteil erschaffen. Dieses absolut Böse setzen sie mit politisch rechts gleich (was schon mal sehr fragwürdig ist, ob die Nazis wirklich rechts waren, jf), ergo müssen sie links sein, um so die Gewähr zu haben, absolut gut zu sein. (Das Böse in seiner Tiefenstruktur haben sie natürlich überhaupt nicht verstanden. jf)

Und das Ziel dieser „Guten“ ist nun die Schaffung einer neuen Kultur. Voraussetzung hierfür ist aber die Zerstörung der alten bösen deutschen, österreichischen, europäischen Kultur. Die Kinder drehen also die Ideologie der Eltern einfach um. Die Eltern sagten: Heil durch Vernichtung, die Kinder sagen nun: Heil durch Selbstvernichtung. 

Warum wollen auch die anderen Westeuropäer einen neuen Menschen schaffen?

Warum machen dies aber nicht nur Deutsche und Österreicher, sondern auch Franzosen und alle anderen, sogar Dänen, die niemals eine Kolonie hatten? Auch hier wurde ein Feindbild gebastelt, das Feindbild des weißen Mannes, der andere ausbeutet, der andere kolonisiert, der andere unterdrückt. Der Weiße an sich sei ein verabscheuungswürdiges Wesen. Aber wo kommt dieses abstruse Denken, diese Selbstverachtung und dieser Selbsthass her?

Eine Schlüsselperson, so macht Michael Ley klar, war Jean Paul Sartre. Der französische Existenzialist schrieb das Vorwort zu dem Buch „Die Verdammten dieser Erde“ von Frantz Fanon. Fanon, ein französischer Psychiater, Politiker und Schriftsteller war der Theoretiker des Antikolonialismus. Sartre schreibt nun im Vorwort zu „Die Verdammten dieser Erde“: es sei nie schlecht, wenn man einen Europäer erschlägt. Mit dem Erschlagen eines Europäers schlage man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: ein Unterdrücker sei weg und ein Unterdrückter werde Mensch. Und genau dies sei die Einstellung unserer Linken, unserer Grünen zu unserer Kultur: Selbsthass.

Wie mit diesem unbewussten Selbsthass umgehen

Wenn wir diesen Selbsthass nicht bekämpfen, so macht Michael Ley deutlich, dann werden wir unsere europäische Kultur nicht retten können. Was wir hier erleben, sei nichts anderes als die Vorstufe eines Bürgerkrieges. Wer sich aber für die Erhaltung unserer Zivilisation einsetzt, der ist bereits ein „Rechter“, ein „Rassist“, ein „Islamophober“. Es sei völlig egal, wie man argumentiere, diesen Vorwurf bekomme man nicht vom Tisch. Political Correctness verlange von jedem, sich zu seiner Selbstvernichtung positiv zu stellen. 

Islamisierung als zweite Seite der Medaille

Die Selbstvernichtung sei die eine Seite der Medaille, die andere sei die Islamisierung. Was wir seit 2015 erleben, sei eine Hidschra, ein Dschihad durch Einwanderung. Die Hidschra ist die Grundlage des gesamten Islam. Der islamische Kalender beginnt nicht mit der Geburt Mohammeds, so wie der christliche Kalender mit der Geburt des Heilands beginnt, sondern mit der ersten Hidschra von Mohammed von Mekka nach Medina. Die Grundlage des Islam ist nicht eine transzendente Religion, sondern Eroberung. Militärische Eroberung, Ausbeutung, Verknechtung, Versklavung.

Nirgendwo ging es primär darum, dass die Unterworfenen die „Religion“ annehmen sollten. Das konnten sie tun. Viel größer war aber stets das Interesse Dhimmis (Schutzbefohlene, Menschen zweiter Klasse) zu haben. Denn Dhimmis mussten eine Sondersteuer bezahlen (Erpressungsgeld, um nicht gemordet zu werden ähnlich dem Mafia-Prinzip). Dies sei keine, wie viele meinen könnten, radikale Interpretation des Islam, sondern das Wesen des Islam selbst.

Das islamische Weltbild

Das Weltbild des Islam sehe wie folgt aus. Die Welt wurde von Allah erschaffen. Sie gehört Allah. Daher gehören auch Deutschland und Österreich Allah und nicht den Deutschen bzw. Österreichern. Die ersten Menschen waren ursprünglich alle Muslime: Adam, Abraham, Moses, auch Jesus. Aufgabe eines jeden Muslim ist, die Welt wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Dies ist die Lebensaufgabe jeden Muslims (!). Daher gibt es verschiedene Dschihads. Auch wir Deutsche und Europäer wurden als Muslime geboren. Aber unsere Eltern verderben uns quasi, wenn sie uns nicht zu Moslems erziehen.

Der unvermeidliche Clash

Wenn nun diese beiden Kulturen zusammenstoßen, die europäische, westliche und die islamische, dann sind die Probleme nicht nur vorprogrammiert, sie sind unauflöslich. Weshalb? Dem Muslim wird von klein auf eingetrichtert: Mensch sein heißt Muslim sein. Also kann der Nichtmuslim, der „Ungläubige“ nicht als gleichwertig und auch nicht als gleichberechtigt anerkannt werden.

Katholiken, Protestanten und Juden könnten zusammenleben. Das war oftmals schmerzhaft, teilweise schrecklich, aber es sei möglich, weil man eine gemeinsame Grundlage habe. Demokratie setzte voraus, dass ich den anderen grundsätzlich als gleichberechtigt akzeptiere. Das gehe aber nur in einem säkularen Staat, der nicht von einer Religionsgruppe beherrscht wird. Die Christen hätten es erst nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) kapiert, wie man rechtsstaatlich zusammenleben könne, dass man Staat und Religion trennen müsse. Genau dies sei aber im Islam nicht möglich. Weshalb nicht?

Warum der Islam nicht reformiert werden kann

Weil der gesamte Koran ganz anders als die Bibel nach eigenem, nicht hintergehbarem Anspruch wörtliche oder indirekte Rede Allahs ist. Wie soll man aber Gottes Wort reformieren, wenn man diesen zugleich als allwissend, allmächtig und perfektes Wesen postuliert? Das geht nicht!

Juden und Christen könnten immer sagen, die heiligen Schriften seien ja nur menschliche Überlieferungen gewesen. Diese könne man kritisch-hermeneutisch interpretieren. Es sei ja nicht Gottes, sondern nur Menschenwort. Der Koran aber sei, so die Behauptung und der nicht in Frage zu stellende Selbstanspruch, Allahs Originalwort. Dies habe Mohammed (oder die sonstigen Islamerfinder) ausdrücklich und mit allergrößtem Nachdruck so behauptet. Und Mohammeds Wort, welches ja Allahs Wort sei, dürfe nicht in Frage gestellt werden, ohne dass das komplette Konstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzt. Genau deshalb tun sich alle, die den Islam reformieren wollten und wollen, so schwer.

Bassam Tibi: Euroislam ist nicht möglich

Der aus Syrien stammende deutsche Politikwissenschaftler Bassam Tibi habe vor 40 Jahren den Euroislam propagiert. Er habe 40 Jahre gekämpft für einen Euroislam, der mit demokratischen Rechtsstaatsprinzipien vereinbar ist. (Das war natürlich von vorne herein zum Scheitern verurteilt. jf) Vor einem halben Jahr habe Tibi in einem Artikel in der WELT eingesehen: Das Projekt Euroislam ist nicht möglich. Seither dürfe er in der WELT (und in Deutschland) nicht mehr schreiben, müsse jetzt in der Schweiz veröffentlichen.

Das Problem sei also nicht, wie gerne suggeriert werde, der Islamismus, sondern der Islam selbst. Der Koran, die Grundlage dieser Weltanschauung, ist nicht vereinbar mit demokratischen Verfassungen. Im Koran stehen mindestens 25 Tötungsaufrufe von Allah selbst, die man nicht interpretieren oder wegreden könne. Der Koran sei mit der deutschen Verfassung und mit einem Rechtsstaat grundsätzlich nicht vereinbar. Und dies könne nicht geändert werden. Eine diesbezügliche Überprüfung des Korans auf Verfassungsgemäßheit finde in Deutschland aber nicht statt. (Niemand traut sich diese Wahrheit der Nichtvereinbarkeit zu konstatieren aus Angst vor den Konsequenzen. jf).

Islam und Antisemitismus

Hinzu kommt noch etwas weiteres. Im Koran finde sich wissenschaftlich nachweisbar mehr Antisemitismus als in Hitlers „Mein Kampf“. Wie aber, fragt Michael Ley, könne man das in einem Land wie Deutschland oder Österreich nach dem Holocaust übersehen? Es gebe eine Untersuchung, die belegt, dass die Muslime in Österreich zu 69 Prozent Antisemiten seine. Bei den Katholiken seien es dagegen nur 9 Prozent.

Massenzuwanderung von Muslimen bedeute also, wir holen uns das wieder ins Land, was wir glaubten nach 1945 mühsam überwunden zu haben. Und das machen „Antifaschisten“. Grüne „Antifaschisten“, rote „Antifaschisten“. Diese beschimpfen Kritiker als Nazis, wenn diese darauf hinweisen, dass sie es seien, die wieder Nazis ins Land holen. Warum tun diese „Antifaschisten“ dies? Unter anderem deshalb, weil sie Wahlen gewinnen und die Stimmen der Muslime haben wollen. Dass sie damit massenweise Antisemitismus ins Land holen, sei ihnen dabei egal.

Ist die Islamisierung Europas noch abwehrbar?

Die Islamisierung Europas sei aber in Teilen bereits so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr umkehrbar sei, meint Michael Ley. Weil wir diese Einstellung haben, werde ein Großteil Europas verloren sein. Marseille und Paris seien nicht mehr zu retten. Ein Großteil Europas sei soweit islamisiert, dass der Prozess nicht mehr gestoppt werden könne. Zu retten seien vielleicht noch Teile Europas, insbesondere Polen, Ungarn, Slowakei, Tschechien, die baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen), da diese Staaten nicht islamisiert seien und die Postmoderne nicht mitgemacht hätten, sondern ihre Identität behalten wollten. Diese Länder werden wahrscheinlich den Nukleus eines neuen Europa bilden.

Die EU werde an verschiedenen Problemen scheitern, nicht zuletzt auch an der Islamisierung, die sie ja selbst bewusst betreibe. Die zwei wichtigsten Faktoren würden bereits abwandern: das Kapital und die gut ausgebildeten jungen Menschen. Es werde also zu einer verstärkten Wanderungsbewegung kommen von Kapital und gut Ausgebildeten a) nach Übersee, b) in diesen neuen europäischen Nukleus, der eher konföderalistisch in Form von Nationalstaaten organisiert sein wird, wo nur die wichtigsten Dinge wie Verteidigung vergemeinschaftet sein würden.

Können Deutschland und Österreich de-islamisiert werden?

Diese Frage werde entscheidend sein, um in das neue Europa aufgenommen werden zu können. Westdeutschland könne man vergessen. Nordrhein-Westfalen könne man nicht mehr retten. Bestimmte Landesteile wie Sachsen oder Thüringen seien vielleicht noch rettbar, weil da sehr wenige Muslime leben, was man diesen Bundesländern gerade vorwerfe. Politisch würden die Parteien gewinnen, die sinnvolle, staatsrechtliche De-Islamisierungskonzepte vorlegen könnten. Alles andere werde die Leute nicht mehr interessieren. Derzeit gebe es in ganz Europa keine einzige Partei, die ein Konzept vorgelegt hätte zur De-Islamisierung. Das habe nichts mit „rechtsradikal“ zu tun, macht Ley deutlich. Jede Regierung habe die Pflicht, die eigene Kultur zu schützen.

Und über die Zusammensetzung des deutschen Volkes habe der Souverän zu entscheiden, also das Staatsvolk. Angela Merkel hätte vor der Grenzöffnung einen Volksentscheid durchführen, mindestens aber das Parlament befragen müssen. Wir hätten hier Regierungen, die Recht brechen in einem Umfang, wie es das seit 1945 nicht gab. Frau Merkel sei eine Schwerstverbrecherin. In Deutschland gebe es eine totalitäre Gesinnungsethik, die es in Österreich so nicht gebe. Dort wolle man diese Einwanderungspolitik mit Gewalt durchziehen, egal was es koste. Ley geht davon aus, dass wir noch fünf bis zehn Jahre Zeit haben, uns vor der endgültigen Islamisierung zu retten.

Wer sind die Kollaborateure

Wer sich in eine andere Zivilisation begebe, müsse sich integrieren. Der Multikulturalismus aber sage, die Immigranten müssen sich überhaupt nicht ändern. Die Einheimischen müssten sich ändern. Wer das macht, gebe aber seine eigene Kultur auf. Was hier tatsächlich stattfindet, sei nichts anderes als Kollaboration. Ein Kollaborateur sei der Kardinal in Köln Herr Woelki. Dieser habe im Frühjahr ein Schiff aufbauen lassen, das aussehe wie ein Migrantenschiff und es habe es an der Stelle im Kölner Dom aufstellen lassen, wo normalerweise die Krippe von Jesu Christi steht. Was bedeutet das? Woelki habe den Erlöser abgelöst. Nicht mehr Jesus Christus sei jetzt der Erlöser, sondern die Immigranten.

Die zweite Kollaborateurin sei Frau Käßmann (ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland). Diese forderte vor zwei Jahren, anstatt die Taliban zu bekämpfen, solle man mit ihnen beten. Frau Käßmann fürchte, dass die AfD die neuen Nazis wären. Auf dem Kirchentag habe sie eine Betgemeinschaft gegen die AfD gebildet. Was haben Herr Woelki und Frau Käßmann noch mit ihren Religionen zu tun, fragt Michael Ley. Beide gehörten genauso wenig zu Deutschland wie der Islam.

Fazit

Der Islam könne nicht integriert werden, weil er eine politische Religion sei. Politische Religionen (ein wissenschaftlicher Fachterminus), wie Nationalsozialismus, Faschismus, Kommunismus, zeichnen sich dadurch aus, dass sie gegen Demokratie und gegen Rechtsstaaten seien. Einen liberalen Hitlerismus oder Stalinismus könne es nicht geben. Diese Vorstellung sei absurd. Ebenso wenig könne es einen liberalen Islam geben. Zu sagen, es gäbe einen friedlichen Islam und einen Islamismus, sei Unsinn, denn sowohl der liberale Muslim als auch der radikale legitimieren sich zu Recht (!) aus dem Koran. Man könne nicht sagen, der Eine von beiden sei illegitim.

Und hier sei auch genau der Unterschied zu sehen zum Juden- und Christentum (was leider so wenige verstehen; jf). Man habe nicht das Recht, im Namen des Christentums irgendjemanden umzubringen. Wer das tut, ist ein Mörder. Im Islam sei dies anders. Hier dürfe man „Ungläubige“ umbringen. Je mehr der Islam sich aber in seinen Ursprungsländern selbst zerstört, desto mehr Muslime werden zu uns kommen. Diesem Problem müssen wir uns stellen, so Michael Ley, und damit rational umgehen. Wir dürften uns dabei nicht einschüchtern lassen von denen, die unsere Kultur und unsere Zivilisation zerstören wollen.

Vortrag von Michael Ley (Min. 22:38 – 1:07:15)

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Dieser Artikel erschien auch auf The European.

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Europa muss fallen! Ein Projekt ausgleichender Gerechtigkeit

Von Jürgen Fritz

Bazon Brock, „der Jahrhundertmensch“, macht deutlich, wer die gefährlichsten Feinde Europas sind: nicht die Moslems oder „Islamisten“ aus allen Herren Länder, sondern die ahnungslosen Begriffsstutzer und humanistischen Selbstbeweihräucherer, die geschichtsvergessenen, aufklärungsfeindlichen Antikolonialisten, die hiesigen Machthaber, die Grundrechte und Rechtsstaat sukzessive ruinieren.

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Bazon Brock, der Jahrhundertmensch

Peter Sloterdijk, der populärste und vielleicht auch größte Denker unserer Ära, verehrt ihn wie kaum einen anderen und nannte ihn „einen Jahrhundertmenschen“. Der kauzige 81-Jährige war Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal, ist Künstler und Kunsttheoretiker sowie Philosoph. Und geistig rege wie eh und je.

Auf der Kasseler ‚documenta 4‘ richtete er 1968 erstmals eine Besucherschule ein, die den Besuchern der documenta das Verständnis für Kunstbetrachtung nahebringen und Aneignungstechniken für zeitgenössische Kunst vermitteln sollte. Als zeitgemäße Weiterentwicklung der Besucherschule initiierte er unter dem Rektor Peter Sloterdijk, der das Projekt selbst unterstützte und mitwirkte, an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe die Studienlehrgänge ‚Der professionalisierte Bürger‘. Für Bürger aller Altersgruppen gab es kostenlose Ausbildungsangebote für „Diplom-Rezipienten, Diplom-Patienten, Diplom-Konsumenten, Diplom-Bürger und Diplom-Gläubige“. Ende 2011 eröffnete Brock zusammen mit Sloterdijk und anderen als Ergänzung die ‚Denkerei‘ in Berlin-Kreuzberg.

Für Michael Leys Buch Der Selbstmord des Abendlandes: Die Islamisierung Europas schrieb er das Vorwort, einen wunderbaren Aufsatz mit dem Titel: Europa muss fallen! Ein Projekt ausgleichender Gerechtigkeit. Dieser Aufsatz wird im folgenden vorgestellt.

Der absurde Vorwurf des Eurozentrismus

So gut wie jeder Hinweis auf den Selbstbehauptunswillen von Europäern enthalte den Vorwurf des Eurozentrismus, so Bazon Brock. Es werde behauptet, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaat, unantastbare Würde (Selbstbestimmungsfähigkeit) der Individuen, Freiheit von Presse, Kunst und Wissenschaft sowie Religionsfreiheit als universelle Werte darzustellen, wäre Allmachtsanmaßung zur Durchsetzung eines europäischen Dogmas.

Hier wird, wie Bazon Brock ganz richtig feststellt, eine völlig falsche Kontrastierung und Zuordnung vorgenommen. Denn wie könne etwas eurozentristisch, dogmatisch, ja fundamentalistisch genannt werden, das in Europa über Jahrhunderte von den einen Europäern bis aufs Blut bekämpft, von anderen in heftigsten Kämpfen erfochten worden ist.

Womit wir es hier in Wahrheit zu tun haben, ist eine völlig falsche, künstliche Frontstellung: Europa versus Nichteuropa statt Aufklärung versus Verdunkelung und Despotie. Noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in Deutschland, Russland, Spanien, Italien gerade nicht anerkannt, was heute als eurozentristisch diffamiert werde. Hitler, Stalin, Franco und Mussolini, alles Europäer, waren weder Freunde der Demokratie noch der Rechtsstaatlichkeit, der Menschenwürde und der Freiheitsrechte. Es sei geradezu pervers, im Namen der Opfer des Kolonialismus die Opfer der Sicherung von Rechts- und Sozialstaat als Eurozentristen abzuqualifizieren!

Universelle Werte gegen globale Gleichheit des Scheiterns

Wer das sogar noch in humanistischer Selbstbeweihräucherung immer wieder tue, habe keinerlei historische Kenntnisse. Es sei kein Wunder, dass sich solch Ahnungslosen mit dem Konzept der Globalisierung abspeisen lassen, weil sich endlich überall auf dem Erdball die gleichen Zustände gescheiterter Hoffnung einstellten, anstatt auf Universalität eben jener hochwertigen universellen Kriterien zu bestehen. Universelle Werte gegen globale Gleichheit des Scheiterns, das sei die Aufgabe: Europäische Standards für die Welt durchzusetzen statt sie nach unten zu nivellieren!

Die größten Feinde des Abendlandes sind die hiesigen ahnungslosen Antikolonialisten

Gerade die Ahnungslosigkeit gegenüber dem, was Aufklärung heißt, erlaube manch einem, seine Dummheit so gnadenlos zu demonstrieren. Er rechnet gar nicht mehr mit Einwänden durch historische Fakten. Für ihn sei die Willkür kenntnisloser Behauptungen im Namen politischer Korrektheit allein Tugend genug.

Diese Lügenbarone in höherem Auftrag kämen ganz ohne islamistische Intervention aus. In keiner anderen Hinsicht ließe sich die Furcht vor der Islamisierung als Untergang des Abendlandes begründen als mit den bedenkenlos kriminellen Dummheiten europäischer Selbsterhöher. Zu fürchten sei nicht der Islam, sondern seine hiesigen Wegbereiter in welterlösender Mission im Namen des Antikolonialismus.

In Europa dürfen nicht die Zustände hergestellt werden, vor denen die Menschen gerade fliehen

Den hiesigen Begriffsstutzern müsse zugemutet werden, dass man mit der Aufnahme von Flüchtlingen in Europa nicht eben jene Zustände herstellen dürfe, vor denen die Menschen gerade geflohen sind. Die Forcierung des Gottesstaates auf Erden sei erst recht nicht akzeptabel, wenn sie als Durchsetzung von Religionsfreiheit maskiert werde. Im Namen solcher Freiheit die Unfreiheit zu fördern, sei Masochismus, der für die individuelle Sexualstimulierung hinnehmbar sein mag, nicht aber als Programm sozialer Kollektive. Tugendterror, den uns vor allem Saint-Just und Robespierre nahebringen wollten, sei den Europäern nach den Erfahrungen im 20. Jahrhundert in keiner Hinsicht verordenbar, nicht einmal mit der Autorität von Mohammed.

Die Islamisierung Europas ist das Resultat europäischer Geschichtsvergessenheit

Wenn er das derartig betone, versuche er seine Zweifel daran zu beruhigen, dass die europäischen Akteure in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft dem Tugendterror tatsächlich radikal widerstehen wollen. Er begründe seine Zweifel damit, dass die in dieser Hinsicht von ihm bei jeder Gelegenheit angesprochenen Persönlichkeiten keineswegs über die historischen Kenntnisse verfügen, um für eine realistische Einschätzung der anstehenden Probleme gerüstet zu sein.

Dabei wären es nicht die Islamisten die uns diese Sinnleere aus Denkfaulheit aufnötigten. Wir sollten sie deshalb nicht mit Vorwürfen traktieren, die wir uns selbst zu machen haben. Die Islamisierung Europas sei nicht als Projekt des Islam zu fürchten, sondern ein Resultat europäischer Geschichtsvergessenheit.

Der Antiislamismus wird von den Charakterlosen als neuer Antisemitismus stigmatisiert

Eine erstaunliche Anzahl der schwachen Charaktere in Europa behaupte lauthals und auf allen Ebenen wie in allen Medien, bei uns grassiere ein bedenklicher Antiislamismus. Und Antiislamismus sei der neue Antisemitismus. Wie einst den Juden grundlos Weltherrschaftspläne unterstellt wurden, so jetzt den Moslems.

Wolle man das nicht für blanken Hohn oder gar intentionale Rebarbarisierung beziehungsweise Rekriminalisierung der Politiker halten, bliebe nur eine Erklärung: Deutsche Parlamentarier bewundern das Machtbewusstsein, die Glaubensstärke sowie die Opferbereitschaft zur geforderten Unterwerfung unter unabdingbare Gebote, wie sie für Moslems mit dem Begriff Islam vorgegeben seien. Diese Westler ahnten, dass sie im täglichen Opportunismus der Anpassung ihr Mandat nicht zu erfüllen vermögen. Auch sie möchten endlich in der Unterwerfung gerechtfertigt sein, statt der Charakterlosigkeit bezichtigt zu werden.

Wie der Rechtsstaat allmählich ausgehöhlt wird

Die Rechtfertigung werde reichlich geboten, wenn selbst das deutsche Verfassungsgericht bei Entscheidungen für Deutschland, den „Empfehlungen des Islamischen obersten Religionsrates der Türkei“ folge; wenn allenthalben Parallelgerichtsbarkeiten errichtet oder geduldet würden wie in der stillschweigenden Akzeptanz von Scharia-Regeln für zivilrechtliche Auseinandersetzungen oder bei der Etablierung von Sondergerichtsbarkeiten für die Wirtschaft entsprechend dem TTIP-Abkommen.

Die Grundrechte werden ruiniert durch unsere eigenen Machthaber

Die Selbst- wie Fremdachtung schwinde. Es seien nicht Moslems oder gar Islamisten aus aller Herren Länder, die deutsche Grundrechte ruinieren, sondern hochmögende Herrschaften hiesiger Machtverhältnisse. Die grundrechtliche Zusicherung, politisch Verfolgte genießen Asyl, haben sie aufgehoben, indem sie alle Zuwanderungsmotive als politische darstellten, sodass die geforderte Unterscheidung zwischen politisch Verfolgten und Wirtschaftsmigranten diskreditiert würde.

Für die aus dieser Grundgesetzsabotage resultierenden Folgen interessierten sie sich nicht. Sie nehmen diejenigen in ihre „Willkommenskultur“ auf, die für die Aufrechterhaltung der Produktion in Deutschland nötig seien. Unerwünschte gäbe es gar nicht, wenn man endlich ein Einwanderungsgesetz verabschiedete, das alles regele. Das bezeichne den wahren Anlass aller Befürchtungen um das Ende des Abendlands.

Die Hoffnung: der naive Wortwörtlichkeitsfanatimus der Muslime verschwindet zugunsten der Einsicht, dass auch Heilige Bücher nur Menschenwerk sind

Selbst unfrommste Europäer hätten den frommen Wunsch, die innerislamischen Konflikte könnten ein Beweis dafür sein, dass auch Moslems ein Heiliges Buch als Menschenwerk zu akzeptieren bereit sind. Der naive Wortwörtlichkeitsfanatismus werde durch die streitbaren Interpretationen der Koran-Texte ganz von allein verschwinden. Was bis dahin in angemaßter Autorität des Gotteswortes geschehe, müsse jeden Kundigen beängstigen, aber, so schließt Bazon Brock in seinem grandiosen Vorwort zu einem ebenso grandiosen Buch von Michael Ley: „die Hoffnung auf Einsicht geben wir nicht auf.“

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Wie wir die Islamisierung Europas stoppen und zurückdrehen können

Von Jürgen Fritz

170 No-go-Areas. Frankreich befindet sich bereits im Vorbürgerkrieg. Wie kann die Islamisierung sowohl Frankreichs als auch Europas gestoppt und zurückgedreht werden? Wolfgang Herles im Gespräch mit dem Historiker und Philosophen Egon Flaig über dessen neues Werk: „Die Niederlage der politischen Vernunft – Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen“. Ein Buch, das den reinsten Sprengstoff enthält.

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Vorbemerkung

Das Denken von Prof. Egon Flaig entspricht nahezu exakt dem meinen, ähnlich wie das von Hartmut Krauss, dem Kopf der Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte. Würde mich jemand fragen, wer die fünf bis zehn wichtigsten und bedeutendsten Denker unserer Zeit sind, Egon Flaig wäre auf jeden Fall mit dabei. Sein neues Buch ist der reinste Sprengstoff. Flaig zeigt nicht nur auf, warum der Begriff des Feindes unverzichtbar ist, er macht auch deutlich, wie sehr wir Gefahr laufen, die Errungenschaften der Aufklärung zu verspielen und wie groß die Gefahr einer Islamisierung Europas, vor allem Frankreichs ist, welches sich bereits im Vorbürgerkriegszustand befindet. Der Historiker und Philosoph zeigt aber auch auf, wie die Islamisierung Europas gestoppt und sogar zurückgedreht werden kann.

Aus meiner Sicht müssen wir das alte, völlig inadäquate Links-Rechts-Denken endlich überwinden. Es gibt nur zwei Gruppen von Menschen:

  • Freunde der Aufklärung (d.h. der Wahrheitsorientierung), der Grund-, Bürger und Freiheits-/Menschenrechte, der Ethik, des kategorischen Imperativs und
  • Feinde der Aufklärung (Freunde der Verlogenheit), Feinde der Grund-, Bürger- und Freiheits-/Menschenrechte. Woher diese Feinde kommen, ob von rechts oder links, von oben oder unten, von vorne oder hinten, von außen oder innen, spielt letztlich keine Rolle. Sie alle müssen bekämpft werden. Entschieden bekämpft!

Wie die Islamisierung Frankreichs gestoppt und gedreht werden kann

Frankreich befindet sich, so Flaig in dem höchst interessanten Interview mit Wolfgang Herles, im Vorbürgerkrieg. Es hat bereits 170 No-go-Areas, in welche die Polizisten sich teilweise schon weigern, rein zu gehen. Wenn es rechtzeitig gelänge, dann sei es mit minimalen Opfern möglich, die Islamisierung Frankreichs zu verhindern. Man müsse nicht durch den Bürgerkrieg, wenn man diese 170 No-go-Areas brutal zerschlage. Mit allen Mitteln!

Ferner sei es notwendig, was die französische Verfassung und das französische Strafrecht erlauben, dass man Ausbürgerungen im großen Stil vornehme. Im Code Zivil stehe nämlich explizit, dass niemand Franzose sein dürfe, der sich nicht an das französische Volk assimiliere. Das aber heißt, so Flaig: „Wir haben sieben Millionen Franzosen, die zu Unrecht und gegen den Code Zivil Franzosen sind. Wenn diese sieben Millionen nicht Franzosen werden wollen, dann müssen sie Frankreich verlassen.“

Und genau so, Anmerkung von mir, kann auch das Blatt gewendet werden. Auch in Deutschland. Wenn wir das nur wollen.

Der Zweck der Republik ist auch, die Freiheit langfristig zu sichern

Natürlich diene Politik in einer Republik der Freiheit des Einzelnen, so Flaig weiter. Aber nicht nur. Eine Republik diene auch dazu, dass in der kommenden Generation die Menschen genauso frei sind wie wir heute. Das aber impliziere, unsere Freiheit ist nicht der einzige Zweck der Republik.

Ein, persönliche Anmerkung von mir, vollkommen egoistisches, kurzfristiges Tellerranddenken, welches wir nicht selten bei den total-toleranten Luschen-Liberalen finden, die sich in Deutschland FDP nennen. Unsere Freiheit, macht dem gegenüber Flaig deutlich, muss in gewisser Weise eingeschränkt werden, damit die Rahmenbedingungen weiter existieren können, unter denen eine freie Gesellschaft überhaupt erst möglich wird und auf Dauer bestehen kann. Nur so sei die Zukunft einer freien Gesellschaft gewährleistet.

Wir müssen lernen, wieder in langfristigen Perspektiven zu denken

Wie haben uns angewöhnt, sehr synchron zu denken, erklärt Flaig weiter. Wir denken immer im Augenblick. Und auch hier hat er zweifelsfrei Recht. Das Hier und Jetzt, hic et nunc, dominiert uns vollkommen. Immer mehr fehlt uns das, was man Horizont nennt. Wir müssen wieder zurück in ein Denken in langfristigen Perspektiven, sagt Flaig. Die Chinesen tun es. Die Muslime denken ebenfalls in langen Perspektiven und erobern ein Land wie Boumedienne es angekündigt hat: Wir werden euer Land erobern mit den Bäuchen unserer Frauen.

Erläuterung: Houari Boumedienne war von 1965-1978 algerischer Staatspräsident. Er hielt 1974 eine bemerkenswerte Rede mit folgender Passage: „Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und gewiss nicht als Freunde. Denn sie werden als Eroberer kommen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern. Der Bauch unserer Frauen wird uns den Sieg schenken“.

Zurück zu Egon Flaig. Diese Art der Eroberung gehe nur, wenn man in drei Generationen denkt. Muslime tun das. Wir tun es nicht. Wir denken unglaublich synchron. Das ist unserer Kulturindustrie geschuldet, die uns auf radikale Synchronität trimmt.

Anmerkung von mir: Das spätkapitalistische System basiert vor allen Dingen auf dem Anstacheln des Eros, der möglichst sofortigen Lustbefriedigung und zwar vornehmlich der materiellen. Es basiert auf dem sich sofort alles einverleiben Wollen sowie der zunehmenden Unfähigkeit zu Trieb- und Bedürfnisbefriedigungs-Aufschub bei gleichzeitigem Kleinhalten des thymotischen Seelenteils (Stolz, Ehre, Anspruch, Wut, Zorn, Kraft, Lebensenergie, Kampfvermögen) und des Logos (höchster Seelenteil: subjektive Vernunft, Denkvermögen), um möglichst willfährige und leicht zu lenkende Konsumenten und brave Untertanen zu erzeugen.

Das Versagen unserer Medien

Welche Bedeutung kommt den Medien bei diesem ganzen Prozess zu? Egon Flaig macht deutlich, dass das Versagen unserer Massenmedien darin besteht, dass der Aspekt der Information und zwar der neutralen, sauberen Information immer mehr in den Hintergrund getreten ist gegenüber

  • kurzfristigen Show-Effekten, um ja die Einschaltquote zu erhöhen und
  • der ungemeinen Zunahme von bloßer Unterhaltung (Brot und Spiele in nie gekanntem Ausmaß um die Bürger, die immer mehr zu reinen Konsumenten und Arbeitsameisen degradiert werden, ruhig und bei Laune zu halten, jf).

Das Bildungsmoment, das durch die Medien transportierbar wäre, sei in dramatischen Hintergrund getreten. Und das heißt, dass die Medien im Grund genommen nicht mehr republikdienlich seien.

Wir brauchen eine Memorialkultur und wir brauchen Bildung

Wolfgang Herles arbeitet in dem Interview wunderbar heraus, dass das republikanische Bewusstsein davon abhängt, ob wir uns erinnern an die Werte, die eine Republik und mündige Staatsbürger ausmachen. Und diese Erinnerung wiederum sei abhängig von Bildung. Ohne Bildung könne es keine Erinnerungskultur geben.

Anmerkung von mir: Deswegen kann eine Frau Chebli (SPD) auch munter über unser Grundgesetz daher schwafeln, ohne zu verstehen, wovon sie überhaupt redet, weil ihr die bildungsmäßigen Voraussetzungen fehlen. Und das gilt natürlich nicht nur für sie, das gilt insonderheit auch für nahezu alle grünen Politiker, für einen Martin Schulz, einen Sigmar Gabriel und wie sie alle heißen. Und das gilt auch für eine Angela Merkel, die alles Mögliche sein mag, aber sicher kein Kind der europäischen Aufklärung.

Die Erinnerungskultur sei in der Tat entscheidend, greift Prof. Flaig den Gedanken von Wolfgang Herles auf. Es genüge eben nicht zu sagen, wir haben den Wert der rechtlichen Geschlechtergleichheit und den können wir begründen. Denn dann komme sofort ein Nietzsche, der diesen Wert inklusive Begründung zerstört. Jede Begründung, macht Flaig deutlich, könne durch eine andere zerstört werden.

Mit anderen Worten, es sei nicht möglich, einen Wert zu verteidigen alleine mit seiner Begründung. Man könne den Wert nur dadurch verteidigen, dass man in Erinnerung rufe, was er gekostet hat. Man müsse sich bewusst machen, was es zum Beispiel gekostet habe, die rechtliche Gleichheit der Geschlechter herzustellen. Und ferner was es bedeutet, die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter wieder zu verlieren. Aus diesem Grunde gehe es nicht ohne Erinnerung.

Anmerkung von mir: Eine Gesellschaft, die vergisst, wer sie ist, von wo sie kommt, wie sie geworden, was sie ist, eine Gesellschaft ohne Erinnerung, ohne Gedächtnis ist so ähnlich wie ein Alzheimerpatient. Eine solche Gesellschaft ohne Bewusstsein ihrer selbst, ohne eine Identität ist verloren. Was also brauchen wir?

Geben wir das letzte Wort wieder Egon Flaig: „Wir brauchen eine Memorial-Kultur. Und in der Tat brauchen wir dazu Bildung.“

Wolfgang Herles im Gespräch mit Prof. Egon Flaig

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Hier geht es zum Buch von Egon Flaig: Die Niederlage der politischen Vernunft – Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen

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Good bye aufgeklärte, moderne Türkei

Von Jürgen Fritz

Ein Jahr ist der gescheiterte Militärputsch in der Türkei nun vorüber. Wie und weshalb kam es überhaupt dazu? Und was sind die langfristigen Folgen seines Scheiterns?

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Die Nacht, in der die Panzer rollten

15./16. Juli 2016: In der Nacht Panzer, die durch die Straßen Istanbuls rollen. In Ankara fallen Schüsse. Hunderte Tote, das Parlamentsgebäude der türkischen Nationalversammlung in Ankara nach Luftangriffen der Putschisten schwer beschädigt. Das Kriegsrecht wird verhängt. Teile Istanbuls und Ankaras werden abgeriegelt. Am Morgen Niederschlagung des Putsches, tausende Festnahmen. Erdoğan spricht bereits am 16. Juli 2016 von umfangreichen „Säuberungsaktionen“, die er nun vornehmen werde.

Das war das Bild der Stunden unmittelbar nach dem gescheiterten Militärputsch. Doch was steckte hinter diesem Putschversuch? Um zu verstehen, was sich hier warum abspielte, ist es notwendig, zunächst die Geschichte der Türkei ein wenig zu beleuchten.

Die Gründung der Türkei

Die Republik Türkei wurde 1923 gegründet. Im Ersten Weltkrieg war das Osmanische Reich, welches seit 1299 bestand, Verbündeter des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns. Nach der Kriegsniederlage sollte das Gebiet der heutigen Türkei weitgehend zerstückelt werden. In den östlichen Landesteilen sollte ein armenischer Staat entstehen. Südlich davon wurde den Kurden eine autonome Region zugesprochen.

Ab 1919 organisierte Mustafa Kemal Pascha (Atatürk) den politischen und militärischen Widerstand gegen diese Zerstückelungspläne. Besonders heftig waren ab 1920 die Kämpfe mit Griechenland. Nach dem Sieg der Türkei wurden die Pläne 1923 revidiert. Die bis heute gültigen Grenzen des neuen Staates wurden völkerrechtlich anerkannt. Nachdem alle ausländischen Militäreinheiten Anatolien verlassen hatten, rief Mustafa Kemal Pascha 1923 die Republik Türkei aus.

Atatürk modernisiert die Türkei und führt sie an Europa heran

Im Laufe seiner Amtszeit führte Mustafa Kemal Pascha mit strenger Hand von oben herab tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch. Die Türkei wurde sukzessive in einen modernen, säkularen und europäisch orientierten Staat verwandelt. Bereits 1922 wurde das Sultanat abgeschafft, zwei Jahre später das Kalifat; noch im gleichen Jahr auch die Scharia, das religiöse islamische Gesetz. Die einflussreichen islamischen Bruderschaften wurden verboten.

In den Folgejahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst: a) das Schweizer Zivilrecht – und damit die Einehe mit der Gleichstellung von Mann und Frau, b) das deutsche Handelsrecht und c) das italienische Strafrecht.

Atatürk: Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

1928 wurde die Säkularisierung ausgerufen, also die Trennung von Religion und Staat, welche die Voraussetzung für eine moderne, demokratische Gesellschaftsform darstellt. Die arabische Schrift wurde durch die lateinische ersetzt, das Frauenwahlrecht eingeführt. 1934 verlieh das Parlament Mustafa Kemal, der von der Bevölkerung leidenschaftlich verehrt wurde, den Nachnamen Atatürk (Vater der Türken).

Atatürk hatte den neuen Staat nach seinen Vorstellungen umgebaut mit einer extrem starken Position des Militärs, vor allem aber dem Prinzip der Trennung von Religion und Staat. Was er vom Islam hielt, daraus machte er keinen Hehl:

„Diese Hirtenreligion eines pädophilen Kriegstreibers ist der größte Klotz am Bein unserer Nation!“ – „‚Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!“ – „‚Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs (Mohammed) und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Moslems in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Die Bevölkerung der türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muss ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise.“ (Jacques Benoist-Méchin, ‚Mustafa Kemal. La mort d’un Empire‘, 1954)

Bis heute betrachtet sich die türkische Armee als Hüterin des kemalistischen Erbes. Wann immer das Militär das von Atatürk geschaffene System und damit auch die eigene Macht in Gefahr sah, mischte es sich aktiv ein. Seit 1960 kam es dreimal zu einem Putsch gegen die Regierung. Das vor einem Jahr im Juli 2016 war der vierte. Dabei gab die Armee nach einer Übergangszeit von ein bis zwei, maximal vier Jahren die Macht stets von sich aus an eine zivile Regierung zurück.

Erdoğans Weg zurück in die Vergangenheit

Nach seinem Tode 1938 wurden nur ganz wenige der von Atatürk durchgeführten Reformen und Modernsierungen der Türkei wieder zurückgenommen. Genau das aber, so gewann man die letzten Jahre zunehmend den Eindruck, sollte sich jetzt unter Recep Tayyip Erdoğan immer mehr ändern. Daher gab es wohl, so jedenfalls eine Deutung, innerhalb des Militärs Kreise, die den Putsch wagten. Ob es ein echter oder ein von Erdoğan selbst inszenierter Putsch war, darüber wurde immer wieder spekuliert, zumal die Erdoğan-Regierung sofort Listen mit tausenden von Personen zur Hand hatte, wen es nun zu verhaften und auszuschalten galt. Dies mag weit hergeholt sein, sicher ist aber, dass der Puscht recht dilettantisch und halbherzig durchgeführt wurde, vor allem aber, dass er Erdoğan in die Karten spielte, der offensichtlich ohnehin solche „Säuberungsmaßnahmen“ schon länger geplant hatte.

Auf jeden Fall ist der Militärputsch vom Juli 2016 sehr schnell in sich zusammengebrochen. Damit hat die Türkei vielleicht die letzte Chance verspielt, die schleichende Islamisierung des Landes endlich zu stoppen, eine Änderung in der Behandlung der Kurden herbeizuführen und auch ihre Haltung zum Islamischen Staat zu revidieren. Seither kann Erdoğan den Islamisierungsprozess, der von der Mehrheit der Türken wohl auch gewollt ist, noch verstärkt und beschleunigt weitertreiben, der Erbe Atatürks sukzessive zerstören und das Land geistig-moralisch endgültig aus der Moderne zurückführen Richtung Mittelalter.

Der Putsch ist gescheitert – Was nun?

Erdoğan ist aus dieser Aktion gestärkt hervorgegangen und versucht seither, das Land weiter in Richtung eines Präsidialsystems (Sultanat) auszubauen. Die Trennung von Staat und Religion, die Kemal Atatürk einst vollzog und die Türkei damit in die Moderne hinein und näher an Europa heranführte, diese Trennung, über die das türkische Militär stets wachte, dürfte damit auf absehbare Zeit dahin sein. Der weiteren Islamisierung der Türkei stehen damit alle Tore offen. Der Zug scheint nun sogar beschleunigt in Richtung Vergangenheit zu rollen. Good bye aufgeklärte, moderne Türkei.

Eine Entwicklung, die aufmerksamere Zeitgenossen auch bei uns zu erkennen glauben, Stichwort: Re-Säkularisierung und Anti-Aufklärung. Merkel, Tusk, Juncker und Obama haben sich übrigens im Juli 2016 ganz schnell hinter Erdoğan gestellt. Der Erstgenannten sagen böse Zungen nach, dass sie im Grunde in Deutschland einen ähnlichen Kurs verfolge, nur eben auf leisen Sohlen und mit anderen, weniger brachialen Mitteln. Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland nicht ganz unmerklich und schleichend einen ähnlichen Weg einschlägt. Anzeichen dafür gibt es längst. Bleibt im Moment nur zu hoffen, dass wir in allzu ferner Zeit nicht sagen müssen: Good bye aufgeklärtes, modernes Deutschland, welcome dark age. Wir könnten diesen Prozess auch ohne Militär stoppen. Wenn wir das nur wollten.

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Bild: Youtube-Screenshot aus Türkei – Die Nacht, in der die Panzer rollten

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