Was wird von der Merkel-Ära bleiben?

Von Jürgen Fritz, Fr. 9. Nov 2018

Nach über 18 Jahren an der CDU-Spitze und über 13 Jahren Kanzlerschaft neigt sich die Merkel-Ära ihrem Ende zu. Zeit zu fragen, was von dieser Frau bleiben wird. Eine der ersten, die diese Frage explizit stellten, war die heute-show. Was von dieser im allgemeinen zu halten ist, muss wohl nicht näher erläutert werden, aber das Resumee von Olaf Schubert ist tatsächlich mehr als sehens- und vor allem hörenswert. Und dann macht er ihr am Ende sogar noch ein mehr als großzügiges Angebot. Wer hätte das gedacht?

Ganz sicher: Merkel geht – nach intensiver Aufforderung – völlig freiwillig

Schubert sieht Merkels Teilrückzug gespalten, denn einerseits freut er sich für sie, dass sie nun einfach mehr Zeit habe, andererseits denke er aber auch in ihren Mann (Anmerkung JFB: wobei sich das ja nun erledigt haben könnte). Insgesamt, so betonte der Komiker, gehe ihm ihr Gehen schon nah, ja regelrecht ans Herz – nicht mehr auf den Sack wie früher. Dabei ist er ganz sicher, dass sie freiwillig geht – nach intensiver Aufforderung natürlich. Wenn die Hände der Parteifreunde, die eben noch die Schulter klopften, sich langsam um die eigene Gurgel legen, dann müsse man reagieren.

Natürlich könnte das aber auch eine Finte sein und Merkel wollte einfach mal die Großmäuler aus der Reserve locken, die nun irgendwo in Brandenburg im CDU-Gulag interniert werden, und Merkel regiere weiter, bis selbst die Junge Union verrottet sei.

Merkel hinterlässt zwar eigentlich keine Lücke, aber die wird sofort gestopft – zum Beispiel mit AKK, dem Merkelklon

Von der Ära Merkel würde aber schon einiges bleiben, zum Beispiel drei Schränke voller Hosenanzüge. Und es sei tatsächlich eine Ära, die hier zu Ende gehe. Zu Beginn ihrer ersten Kanzlerschaft (2005) gab es nicht einmal ein iphone, so Schubert. Und 13 Jahre sei einfach eine lange Zeit. Was werde heute noch über Hitler geredet und bei dem waren es nur zwölf. Wobei man schon konstatieren müsse, am Ende der Merkelära sei Deutschland insgesamt doch in einem wesentlich besseren Zustand als 1945.

Die Lücke, die Merkel lasse, die, so Schubert süffisant, müsse man erstmal finden, sobald man sie aber gefunden habe, werde sie ja sofort gestopft, zum Beispiel mit Kramp-Karrenbauer. Das sei ja quasi ein Merkelklon – wieder eine Frau, aber aus dem Saarland. Das Saarland stehe ja noch unter Ostdeutschland.

Nach ihrem Abtritt wird Merkel wahrscheinlich erst mal über die Dörfer tingeln, den SPD-Vorsitz übernehmen oder so

Was Merkel wohl ab 2021 machen werde, wenn sie sich völlig aus der Politik zurückgezogen habe? Nun, bei den Fußballern sei es ja meist so, dass sie durch die kleineren Clubs tingeln. So werde sie es wohl auch machen, zum Beispiel bei der SPD anheuern als neue Vorsitzende. SPD-Vorsitzende, das könnte sie quasi so nebenbei von Zuhause machen, die paar Monate, die es die noch gebe.

Zu bedenken sei aber auch, dass Merkel ja unheimlich viele Kontakte habe zu den ganz Großen, wie etwa zu Horst Lichter (Bares für Rares), aber auch zur Nationalmannschaft. Vielleicht fange sie ja nochmal an beim DFB, so als Einlassmädchen.

Frau Merkel, Sie können sich bei mir hinterm Haus jederzeit verstecken, wenn die AfD Sie vor Gericht zerren will

Schubert macht sich aber auch ein wenig Sorgen um Merkels Sicherheit, hat die AfD doch schon angedroht, wenn sie an die Macht komme, zerre sie Merkel vor Gericht. Und dann zeigte der Komiker, dass er nicht nur eine wirklich witzige, sondern auch eine großzügige, ja selbstlose Seite hat, als er sagte: „Frau Merkel, Sie können sich bei mir jederzeit verstecken.“ – Natürlich nicht unbedingt in der Wohnung, aber hinterm Haus. Ach, aber hören Sie doch einfach selbst.

Olaf Schubert: Was bleibt von der Ära Merkel?

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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