Sankt Augustin: 17-Jährige tot aufgefunden – Immigrant aus Kenia streitet die Tat nicht ab

Von Jürgen Fritz, Mo. 03. Dez 2018

Ihren Eltern hatte sie gesagt, sie wolle eine Freundin besuchen. Doch bei dieser kam sie niemals an. Am Freitagmittag haben ihre Eltern sie dann als vermisst gemeldet. Per Handy habe sie sich in den zwei Tagen nach ihrem Verschwinden mehrmals bei Bekannten gemeldet. Aber niemand hat die 17-Jährige aus Unkel bei Bonn nochmals gesehen. Am frühen Sonntagabend haben dann Feuerwehr und Polizei in Meindorf an der A59 mit einem Großaufgebot nach dem Mädchen gesucht. Auch Rettungstaucher aus Köln und Bonn waren im Einsatz und suchten in einem kleinen See an der Straße „Auf dem Mirzengrehn“ nach der Vermissten. Doch dann machte man eine schreckliche Entdeckung.

Vielleicht ist sie bei dem Kenianer?

Gegen 17 Uhr wurde gestern die Feuerwehr alarmiert. Spaziergänger haben am Ufer des Sees in der Nähe des Penny-Marktes an der Johann-Quadstraße Kleidungsstücke der 17-Jährigen gefunden. Nun wurde eine große Suchaktion gestartet. Nach Angabe der Feuerwehr waren daran rund 200 Einsatzkräfte, darunter eine Hundertschaft der Polizei, Hunde und ein Hubschrauber, beteiligt. Gegen 20.15 Uhr wurde die Suche dann aber eingestellt. Was war geschehen?

Parallel zu der Suchaktion wurden zusammen mit der Polizei Rheinland-Pfalz soziale Kontakte des vermissten Mädchens überprüft, um herauszufinden, mit wem sie sich getroffen haben könnte. Dabei stellte man fest, dass sie Kontakt hatte zu einem angeblich 19-jährigen Immigranten aus Kenia, der sich schon länger in Deutschland aufhalten soll, gleichwohl aber noch in einer Unterkunft wohnt, in der neben wohnungslosen Menschen auch Flüchtlinge untergebracht sind. Offenbar hatte die 17-Jährige den Afrikaner, der sowohl einen kenianischen als auch einen deutschen Pass haben soll, besucht. Nach Informationen des General-Anzeigers hatten sich die beiden im Vorfeld bereits Kurznachrichten über die sozialen Netzwerke geschrieben.

Der Notarzt kann nur noch den Tod des Mädchens feststellen

Nachdem die Polizei also diesen jungen Mann ausfindig gemacht hatte, fuhr sie zu der Unterkunft, in der er untergebracht ist. Der Kenianer wurde vor seiner Wohnanschrift auch angetroffen. Gegenüber den Polizisten gab er sogleich an, dass die 17-Jährige leblos in seiner Wohnung liegen würde. Einsatzkräfte fanden das Mädchen dann. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod der Jugendlichen feststellen. Dabei kann es sein, dass sie bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag verstarb, dass sie also zum Zeitpunkt der Suchaktion schon längst tot war.

Nachdem die Spurensicherung den Fundort untersucht hatte, wurde die Leiche der 17-Jährigen am frühen Monatmorgen in einen Bestattungswagen aus der Unterkunft gebracht. Zur Betreuung von Angehörigen war durch die Feuerwehr ein Team der Notfallseelsorge alarmiert worden. Die Unterkunft liegt am Rande eines bei Nacht kaum beleuchteten Gewerbegebiets neben einer Bahntrasse. Einen Wachdienst gibt es dort nicht. In drei Wohneinheiten sind dort nach Auskunft der Stadt Sankt Augustin 39 Menschen untergebracht.

„Er hat die Tat nicht abgestritten.“

Es gibt wohl Hinweise, dass sie eines unnatürlichen Todes starb, denn es wurde sofort eine Mordkommission eingerichtet. Diese geht dem Verdacht nach, dass die 17-Jährige aus Unkel umgebracht wurde. Der Immigrant solle im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden, sagte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Robin Faßbender, am Montag. Der vorgeblich 19-Jährige wurde vorläufig festgenommen. „Er hat auch noch weitere Angaben gemacht, die wir zurzeit überprüfen“, sagte Staatsanwalt Faßbender. Details wollte er aber nicht nennen.

Wie genau das Mädchen zu Tode kam, ist derzeit noch nicht bekannt. Laut WDR soll keine Waffe im Spiel gewesen sein. Man vermutet daher zunächst, dass sie erwürgt worden sein könnte. Auch das Motiv, sollte es sich um ein Tötungsdelikt handeln, worauf wohl vieles hindeutet, ist noch unklar. Polizeisprecher Robert Scholten sagte aber bezüglich des festgenommenen Kenianers wörtlich: „Er hat die Tat nicht abgestritten.“

Polizeisprecher Robert Scholten zum Leichenfund der vermissten 17-Jährigen in Sankt Augustin

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Titelbild: WDR-Screenshot

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