Anschlagsserie in Sri Lanka: Hunderte Tote, viele hunderte Verletzte, überall Leichenteile

Von Jürgen Fritz, So. 21. Apr 2019

Zu einer ganzen Anschlagsserie von acht Explosionen kam es heute in Sri Lanka. Drei der Detonationen fanden in Luxushotels in Colombo, der Hauptstadt des Landes, statt, drei weitere in katholischen Kirchen, während Gläubige gerade die gut besuchte Ostermesse feierten. Wenige Tage zuvor hatte Sri Lankas Polizeischef noch vor Anschlägen durch radikale „Islamisten“ gewarnt. Von mehreren sogenannten „Selbstmordattentätern“ ist die Rede, die sich in die Luft gesprengt haben. Es soll insgesamt mehrere hundert Tote und viele hundert Verletzte gegeben haben.

Über 200 Tote und über 450 Verletzte, überall Leichenteile

Ostern ist für Christen das Fest der Auferstehung Jesu Christi, ein Fest der Hoffnung und des Friedens. Doch das sahen heute morgen wohl nicht alle so. Wer genau hinter diesem Bomben-Terror steckt ist zur Stunde noch nicht geklärt. Fakt ist, dass es zwischen 8:30 und 9:00 Uhr Ortszeit (4:30 und 5:00 Uhr MEZ) los ging mit einer ganzen Serie von Anschlägen, drei auf Kirchen, drei auf Luxushotels und dann später nochmals zwei weitere Detonationen. In einem Hotel soll Sprengstoff eines Typs gefunden worden sein, der bereits in der Vergangenheit bei gewaltbereiten Mohammedanern sichergestellt worden sei, so ein sri-lankischer Sicherheits-Experte. 

Lokale Medien berichten, dass an mehreren der Anschlagsorte sogenannte „Selbstmordattentäter“ am Werk waren. Der Polizeichef von Sri Lanka soll bereits vor zehn Tagen vor einer radikalmuslimischen Gruppe namens „National Thowheeth Jama’ath“ (NTJ) gewarnt haben, heißt es. Ihm lägen Hinweise von einem ausländischen Geheimdienst vor, dass diese Organisation Anschläge auf Kirchen sowie auf die indische Botschaft in Colombo plane, habe er am 11. April an hochrangige Beamte geschrieben. NTJ sei erstmals 2018 in Erscheinung getreten, als sie buddhistische Statuen zerstört haben sollen.

Momentan geht man von über 200 Toten, darunter auch zig Ausländern aus den USA, Großbritannien, Portugal, Niederlande und Belgien, sowie über 450 Verletzten aus, wobei die Zahlen wohl sogar noch steigen können. Sieben Verdächtige sollen bislang festgenommen worden sein. An den Tatorten sollen sich grausame Bilder geboten haben. Nach einem Besuch an drei Anschlagsorten erklärte Wirtschaftsminister Harsha de Silva: „Ich habe überall Leichenteile verstreut gesehen.“

Immer wieder Anschläge auf Christen

Im letzten Jahr gab es bereits 86 bestätigte Vorfälle von Übergriffen gegen Christen und dieses Jahr bislang auch schon 26 derartige Zwischenfälle. Am Palmsonntag war erst eine methodistische Kirche in Anuradhapura zum Ziel eines Anschlags geworden. Die Behörden in Sri Lanka verhängten nach der Anschlagsserie heute eine Ausgangssperre  von 18:00 bis 06:00 Uhr Ortszeit.

Die Tat von heute erinnert auch fatal an einen anderen Terroranschlag auf Christen in der Region. Am Ostersonntag 2016 sprengte sich ein Mitglied der Taliban in einem Freizeitpark im pakistanischen Lahore in die Luft. Dabei waren 72 Menschen zu Tode gekommen, hauptsächlich Christen die sich dort eingefunden hatten, um Ostern zu feiern.

In den vergangenen Jahren erlebte Sri Lanka einen Touristenboom. Zuvor hatte im Land ein blutiger Bürgerkrieg getobt, der 2009 zu Ende gegangen war.

Die multireligiöse und multiethnische Nation wurde von einem fast 26-jährigen Bürgerkrieg heimgesucht

Der Inselstaat Sri Lanka, das frühere Ceylon, seit 1972 Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka, liegt östlich der Südspitze des Indischen Subkontinents und zählt ca. 21 Mio. Einwohner. Die Bewohner der Insel bilden eine multireligiöse und multiethnische Nation. Den größten Teil der Bevölkerung machen die Singhalesen aus, die meist Buddhisten sind. Die größte Minderheit stellen die Tamilen, mehrheitlich Hindus. Weitere ethnische Minderheiten sind die Moors, ausschließlich Muslime, sowie Malaien und Burgher, außerdem die indigene Bevölkerung Sri Lankas, die Veddas. Ca. 70 Prozent der Bevölkerung  sind Buddhisten, 12 bis 13 Prozent Hindus, ca. 10 Prozent Muslime und 7 bis 8 Prozent Christen, vor allem Katholiken (ca. 6 Prozent), die Minderheiten bei den Tamilien und Singhalesen darstellen.

Von 1983 bis 2009 kam es zu einem Bürgerkrieg in Sri Lanka, in welchem tamilische Separatisten (Hindus) um Unabhängigkeit vom Inselstaat Sri Lanka kämpften. Nach über 25 Jahren endete der Bürgerkrieg im Mai 2009 mit dem vollständigen militärischen Sieg der sri-lankischen Regierungstruppen über die tamilischen Rebellen. Die Zahl der Todesopfer des fast 26-jährigen Bürgerkrieges wird auf 80.000 bis 100.000 geschätzt.

Ein persönliches Wort

Menschen können unterschiedliche Weltanschauungen haben, auch religiöse solche, aber niemals darf ein Mensch andere töten, nur weil sie eine andere religiöse oder sonstige andere Weltanschauung haben. Niemals! Wenn dies immer wieder geschieht, spricht das massiv gegen die Weltanschauung derer, die so etwas tun.

In Gedanken bei den armen Menschen in Sri Lanka, die Opfer dieser schrecklichen Anschläge wurden. Dass Christen während der Ostermesse, ihrem heiligsten Fest!, böswillig, brutal und heimtückisch getötet werden, schmerzt einem auch als „Atheist“ zutiefst im Herzen. Dies ist ein unendlich trauriger Tag, nicht nur für Christen, nein für alle anständigen Menschen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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