Vermischung ist immer gut – Das neue Dogma

Von Jürgen Fritz, Mi. 07. Aug 2019, Titelbild: Pixabay, CC0 Public Domain

Die optimale Trinktemperatur von Kaffee liegt bei ca. 65 bis 70 Grad Celsius. Wenn man in eine Tasse eingeschenkten Kaffee kurz stehen lässt, hat er genau diese optimale Temperatur. Lässt man ihn jedoch noch länger stehen, dann kühlt er mit der Zeit weiter ab. Die Temperatur sinkt allmählich unter 65 Grad Celsius und dann immer weiter, bis er irgendwann nicht mehr richtig schmeckt. Einige ganz Kluge meinen nun, sie hätten ein Verfahren gefunden, wie sie das Abkühlen gänzlich verhindern, ja den schon leicht zu kühlen Kaffee ganz ohne Anstrengung, quasi wie in einem perpetuum mobile, wieder erwärmen könnten, so dass er immer optimal schmeckt, noch besser als zuvor.

Auf Selbstverständlichkeiten, die man ohnehin nicht ändern kann, muss man nicht ständig explizit hinweisen, das wäre albern

Zunächst einmal ist klar, dieses allmähliche Abkühlen kann nicht verhindert werden. Dagegen kann man nichts machen, außer immer wieder frischen Kaffee zuzubereiten oder Energie zuführen, zum Beispiel in der Mikrowelle. Ständig darauf hinzuweisen, dass Kaffee in der Tasse abkühlt, wäre also albern, denn das weiß eigentlich jeder, der halbwegs bei klarem Verstand ist. Dazu braucht es keine täglichen oder wöchentlichen Meldungen in der Presse: „Und wieder ist in Deutschland eine Tasse Kaffee weit unter 65 Grad Celsius abgekühlt“.

Eine politische Partei, die sich zum Ziel setzen würde, die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, dass eingeschenkter Kaffee mit der Zeit abkühlt, würde sich lächerlich machen.

Auf andere Dinge muss man aber geradezu immer wieder hinweisen, nämlich auf solche, auf die man Einfluss nehmen kann

Wenn dagegen jemand hingeht und deutlich kälteren Kaffee oder sogar ein anderes kühleres Getränk zu dem nur noch 60 Grad warmem Kaffee dazuschüttet, mit der Begründung, er habe ja keine 65 bis 70 Grad mehr, sei also schon ein bisschen zu kühl, so erscheint es sinnvoll, dezidiert und immer wieder darauf hinzuweisen, dass dadurch die Temperatur nicht steigt, sondern sogar rapide sinkt – je kühler das Dazugeschüttete und je mehr davon, desto mehr – und dass auch der Geschmack schlechter wird. Wenn es eine ganz andere Kaffeesorte oder gar ein anderes Getränk ist, das ständig zugekippt wird, dann wird sogar nach einiger Zeit kaum noch etwas von dem ursprünglichen Geschmack übrig sein.

Solche Hinweise, auch wiederholte, sind sicherlich nicht albern. Ganz im Gegenteil, sie können sogar wichtig und geradezu notwendig sein, zumal wenn der Dazukipper nicht aufhört mit seiner Aktivität und immer noch mehr kühlere Flüssigkeit in den Kaffee reinkippen möchte.

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