Ralph Giordano über die infame linke Glorifizierung der Mörder von 9/11

Von David Berger, Mi. 11. Sep 2019, Titelbild: HTB-YouTube-Screenshot

Heute vor 18 Jahren wurde der größte Terroranschlag der Geschichte verübt: die islamistischen Anschläge vom 11. September 2001 auf die Türme des World Trade Center und das Pentagon, bei denen fast 3.000 Menschen ums Leben kamen. Aus diesem Anlass dokumentieren wir hier einen Passus aus der Eröffnungsrede des Journalisten, Publizisten, Schriftstellers und Regisseurs Ralph Giordano „Nicht die Migration, der Islam ist das Problem“ bei der „Kritischen Islamkonferenz – Aufklären statt Verschleiern“ am 31. Mai 2008 in Köln-Lindenthal.

Ein neues Zeitalter weltweiter Furchtverbreitung

Auch wenn manche Aussagen inzwischen von der tragischen Realität überholt wurden („Deutschland hat bis zur Stunde Glück gehabt“), scheint die Rede Ralph Giordanos (Quelle) noch immer höchst aktuell:

Wir aber müssen wissen, was mit dem 11. September 2001 Einzug in die Geschichte gehalten hat: Ein neues Zeitalter weltweiter Furchtverbreitung. In diesem Kontext hat Deutschland bis zur Stunde Glück gehabt – die beiden Kölner Kofferbomben haben nicht gezündet, und drei andere Täter mit acht Attentatsplänen konnten rechtzeitig festgesetzt werden. So braucht es nicht zu bleiben. Was dann?

An dieser Stelle sei ein kleiner Einschub erlaubt – zu den unvergessenen Reaktionen einer spezifischen Linken auf den Horror jenes Septembertags vor nunmehr fast sieben Jahren. Ich habe mein ganzes Leben lang, vor und nach der Befreiung, Schwierigkeiten gehabt, zu hassen, obwohl ich genügend persönlichen Grund dazu gehabt hätte – und das ist mir auch gelungen. Aber dann, spät, habe ich es doch noch gelernt – als ich die ersten Verlautbarungen aus dieser Ecke auf die Anschläge von New York, Washington und Pennsylvania über mich ergehen lassen musste: nämlich dass „Ground zero“, der Anschlag auf die Twin Towers – ich zitiere –

„die Ersatzsprache der Gewalt ist, weil berechtigte Anliegen nicht gehört worden sind, eine Reaktion darauf, daß den Armen der Welt jedes Verständnis versagt wurde…“

Diese Camorra der Einäugigen mit dem Zynismus ihrer inneren Beziehungslosigkeit zu den Verbrannten, Zerquetschten, zu Staub Zermahlten, bei gleichzeitig infamer Glorifizierung der Mörder als Arm rächender Gerechtigkeit – diese verkommene deutsche Linke hat mich dann doch noch zu hassen gelehrt.

Und eine hoffentlich nie realisierte Vision gezeugt: Der Kölner Dom durch bin Ladens Jünger mit Tausenden von Toten und Verletzten planiert. Und mitten im Chaos dann, hinzugeeilt und rauchgeschwärzt, die Stockhausens, Teweleits, Peymanns, Drewermanns und Co. – dabei, die noch sprechfähigen Überlebenden flehentlich aufzufordern, den Anschlag doch bitte als einen Krieg der Schwachen zu verstehen, denen der Dialog verweigert wurde, als einen Beweis enttäuschter Liebe, dem man Verständnis entgegenbringen müsse…

Ich kann all diesen selbsternannten Fürsprechern der sogenannten Dritten Welt ziemlich genau voraussagen, was ihnen in solch hoffentlich nie realisiertem Fall blühen würde – nämlich an Ort und Stelle gelyncht zu werdenDiesen Placken musste ich mir hier von der Seele reden.“

Rechte Verschwörungsmythen krönen linken Wahnsinn

So weit Ralph Giordano. Diese perfide Entschuldigung des Terrors wird nur noch durch rechts- und linksextreme, anti-amerikanische Verschwörungsfanatiker übertroffen, die den USA – gegen alle wissenschaftlichen Studien zu dem Fall – vorwerfen, die Terroranschläge zugelassen bzw. sogar selbst inszeniert zu haben, um eine größere weltweite Akzeptanz für den Krieg gegen den Nahen Osten (und die muslimische Welt) sowie für den reibungsfreieren Zugang zum Erdöl zu erlangen.

Auch hier zeigt sich sehr deutlich, wie linke und rechte Fanatiker sich sehr nahe stehen. Das Gegengift gegen Linksgrün ist eben auch hier nicht der Rechtsextremismus, sondern das liberal-konservative Denken der freien Welt.

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Dieser Artikels erschien zuerst auf Philosophia perennis und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors und PP-Blogbetreibers David Berger.

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Zum Autor: David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch Der heilige Schein über seine Arbeit im Vatikan als homosexueller Mann. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Homomagazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritk. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die ZeitJunge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.

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