Dieter Nuhr über Greta und Fridays For Future

Von Jürgen Fritz, Di. 01. Okt 2019, Titelbild: ARD-Screenshot

»Erst kommt der Herbst. Ich bin gespannt, was Greta macht, wenn es kalt wird. Heizen kann es ja wohl nicht sein. „How dare you!„, hat sie gesagt, „Wie könnt ihr es wagen?!“. Und ja wir müssen diese Kritik ernst nehmen. Wir haben eine Welt geschaffen, in der siebeneinhalb Milliarden Menschen bei wachsendem Wohlstand und wachsender Gesundheit immer älter werden. Das ist beschämend. Eine Welt, in der über 90 Prozent der Kinder zur Schule gehen, Mädchen wie Jungen. Aber der Klimawandel kommt und Greta will, dass wir in Panik geraten. Nun war Panik eigentlich noch nie ein guter Ratgeber, aber natürlich muss was passieren. Ich werde, weil meine Tochter zu den Freitagsdemos geht, im Kinderzimmer nicht mehr heizen.« – Dieter Nuhr über Greta, die Göttliche, und Fridays For Future.

„Bloß wegen der Wirtschaft“

Dieter Nuhr weiter: »Das Klimapaket der Bundesregierung wird es nicht bringen. Es bringt exakt, glaube ich, nix. Das Klimapaket ist so eine Art Globuli, wo man hofft, dass die Erde glaubt, dass es wirkt. Ich glaube, wenn wir die 54 Milliarden, die das Paket kostet, in die Forschung gesteckt hätten, das wäre was gewesen. Aber egal. Manchmal habe ich so Anfälle, da denke ich so ganz naiv, in der Politik ginge es darum, etwas zu erreichen. Dumm von mir. Entschuldigung.

Aber als älterer Herr sollte man sich wahrscheinlich sowieso in dieses Thema gar nicht einmischen – schon gar nicht mit Argumenten. Dass Mobilität Bedingung für die Grundversorgung der Bevölkerung sei oder solche Sachen. Als Schulkind interessiert mich doch die Grundversorgung nicht. Das machen doch die Eltern. 

Und bei den Lehrern, die jeden Freitag mitlaufen, ist der Staat zuständig. Im gesamten Erziehungsapparat dieses Landes ist niemand, der wüsste, was Wirtschaft bedeutet. Deshalb sagt Greta „How dare you?!“ Bloß wegen der Wirtschaft, hat sie gesagt, also bloß wegen Nahrung, Kleidung, Heizung usw. (…)

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde es gut, dass es Greta gibt. Ganz ehrlich! Dass die Dringlichkeit des Problems deutlich wird, dass die Ingenieure und Techniker mal anfangen zu arbeiten, weil ohne CO2 aus der Luft ziehen und Geo-Eengineering wird das nix werden. Da kommt jetzt ein bisschen Zug rein und das ist gut, dank Greta. Aber wenn unsere Kinder meinen, wir könnten diese Welt mit ein bisschen Sonne und Wind antreiben, dann sollten wir Eltern ihnen ein Hamsterrad mit Dynamo ins Kinderzimmer stellen, da können sie dann ihre Handys aufladen.«

Nuhr im Ersten

Sehen und hören Sie den ganzen Dieter Nuhr, speziell Minute 4:35 bis 9:25.

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