Thüringen: CDU stürzt in Forsa-Umfrage von 21,7 auf 12 Prozent

Von Jürgen Fritz, Fr. 07. Feb 2020, Titelbild: © JFB

Genau das war zu befürchten gewesen: Die chaotischen Vorgänge in Thüringen haben der FDP vermutlich massiv geschadet, die bei Neuwahlen damit rechnen müsste, den Einzug in den Landtag nicht mehr zu schaffen. Laut aktueller Forsa-Umfrage fällt sie nämlich von 5 auf 4 Prozent. Noch sehr viel größere Verluste würden aber der CDU drohen, die laut Forsa rund 10 Prozentpunkte verlöre. Von 31 auf 37 Prozent förmlich in die Höhe schießen würde dagegen die Linkspartei und zugewinnen würden auch Die Grünen und die SPD, die AfD nur ganz leicht. Somit hätte Dunkelrot-Rot-Grün nunmehr eine überklare Mehrheit von rund 60 Prozent der Sitze im Landtag.

Dunkelrot-Rot-Grün käme momentan auf ca. 53 Prozent der Stimmen und 60 Prozent der Sitze im Landtag

Der ganz große Gewinner wäre die Linkspartei, die laut Forsa von 31 auf 37 Prozent steigen würde. Zulegen könnten ebenfalls Die Grünen (von 5,2 auf 7 Prozent) und auch die SPD: von 8,2 auf 9 Prozent. Damit hätte Dunkelrot-Rot-Grün nun eine satte Mehrheit von 53 Prozent statt wie zuletzt im Oktober 2019 bei der Landtagswahl 44,4 Prozent.

Die AfD könnte leicht zulegen von 23,4 auf 24 Prozent. Die ganze Aktion der AfD wäre aber letztlich, wenn es zu Neuwahlen kommen sollte, höchstwahrscheinlich ein Schuss ins Knie, denn die Mehrheitsverhältnisse würden sich dadurch massivst genau in die Richtung verändern, die die AfD verhindern wollte.

Legen wir diese Werte von Forsa zu Grunde, dann würde die FDP nämlich den Einzug ins Parlament mit 4 Prozent nicht mehr schaffen. Damit aber wäre die dunkelrot-rot-grüne Mehrheit sogar noch viel drastischer. Denn nun hätten Linkspartei, SPD und Grüne zusammen nicht mehr 42, sondern mindestens 53, eher 54 von 90 Sitzen im Landtag, damit eine ganz klare Mehrheit (ca. 60 Prozent der Sitze).

Bodo Ramelow wäre dann nicht mehr nur, nicht zu verhindern, er hätte ganz im Gegenteil eine noch viel größere Mehrheit als in den letzten Jahren. Somit stellt sich die Frage, ob die AfD letztlich nicht mehr Schaden anrichtet, als dass sie etwas positiv bewirken würde, da sie noch mehr Wähler ins grün-links-linksradikale Lager treibt.

So würde Thüringen laut Forsa derzeit wählen

  1. LINKE: 37 % (+ 6,0)
  2. AfD: 24 % (+ 0,6)
  3. CDU: 12 % (– 9,7)
  4. SPD: 9 % (+ 0,8)
  5. GRÜNE: 7 % (+ 1,8)
  6. FDP: 4,0 % (– 1,0)
  7. Sonstige: 7 % (+ 1,6)
2020-02-07-Forsa

(c) JFB

Laut Forsa sollen „fast drei Viertel der Befragten“ deutlich anders als in der JFB-Umfrage  angegeben haben, der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich hätte seine Wahl zum Ministerpräsidenten mit Hilfe der Stimmen der AfD-Abgeordneten nicht annehmen sollen. 64 Prozent würden bedauern, dass der frühere Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nicht mehr Regierungschef sei.

Forsa befragte gestern, am 06.02.2020, im Auftrag von RTL und ntv telefonisch 1.003 Wahlberechtigte. Die Ergebnisse wurden heute veröffentlicht.

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