Bäcker Bosselmann richtet sich mit eindringlichem Appell an alle Kunden, doch dann …

Von Jürgen Fritz, So. 22. Mär 2020, Titelbild: Instagram-Screenshot

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2, welches die Lungenerkrankung Covid-19 hervorruft, breitet sich in Deutschland, in Europa und in der Welt immer weiter aus. Ausgangsbeschränkungen wurden bereits verhängt. Die Wirtschaft hat schon jetzt mit drastischen Folgen zu kämpfen. Nun veröffentlichte der Bäcker Gerhard Bosselmann aus Hannover ein dramatisches, sehr emotionales Video. Wie soll eine Bäckerei Homeoffice machen? Teils unter Tränen schilderte er in einem Video, dass sein Unternehmen nur noch wenige Wochen überleben könne, wenn keiner mehr komme. Und er hat einen Appell an alle Bäckereikunden sowie noch eine weitere Botschaft. Doch dann tauchen seltsam anmutende Dokumente auf.

Gerhard Bosselmann aus Hannover: „Gehen Sie zum Bäcker, scheißegal wie der heißt“

Hier die eindringlichen, berührenden Worte von Gehahard Bosselmann, die verdeutlichen, was diese Coronakrise, diese Pandemie für tausende mittelständische Unternehmen bedeutet: 

Eine seltsame Dienstanweisung

Doch am Samstag wurde bekannt, dass just dieser weinende Gerhard Bosselmann intern Mitarbeiten mit fristloser Kündigung droht, sollten sie „leichtsinnig“ krank werden. „Krankmeldungen wegen Erkältung ohne Fieber werden nur mit vorgelegter Corona-Testierung akzeptiert. Andernfalls werden wir keine Lohnfortzahlung zahlen“, heißt es in einem Schreiben an die Belegschaft, dessen Echtheit Bosselmann der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) bestätigte.

„Wer in seiner Freizeit nicht ernsthaft und strikt zuhause bleibt, sich auf Partys, Kindergeburtstagen usw. oder Treffen mit Freunden leichtsinnig infiziert, gefährdet die Firma und die Kollegen“, schreibt Bosselmann in dem Aushang weiter. „Diese Mitarbeiter werden sofort (!) fristlos entlassen wegen schwerer Unternehmensschädigung einschließlich weitreichender Regressansprüche “, so die unmissverständliche Drohung.

Bosselmann-Schreiben-2

Gegenüber der HAZ verteidigte Bosselmann dieses Vorgehen. Anlass sei gewesen, dass drei Mitarbeiter „bei Corona-Partys oder einem Kindergeburtstag waren, und jetzt nicht wissen, ob sie weiterhin zur Arbeit kommen sollen“. Er habe vielleicht einen scharfen Ton gewählt, so Bosselmann, aber „wenn einzelne Mitarbeiter durch ihr Verhalten den gesamten Betrieb gefährden, muss man deutliche Worte finden.“

 Und eine seltstame Kundenmitteilung

Auch diese Kundenmitteilung mutet doch etwas seltsam an und es wird ein Muster erkennbar: das Spiel mit der Übertreibung und Dramatisierung.

Bosselmann-Kunden-Plakat

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