Berlin: nackte Leiche einer 15-Jährigen gefunden, verurteilter Vergewaltiger unter Verdacht

Von Jürgen Fritz, Di. 11. Aug 2020, Titelbild: RTL-Screenshot

In der Rummelsburger Bucht in Berlin wurde letzten Mittwoch die Leiche eines Mädchens gefunden, welche splitternackt auf einer Grünfläche lag. Die Obduktion ergab, dass die 15-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Zuvor hatte sich der 41-jährige Bekim H. in Begleitung eines Rechtsanwalts der Polizei gestellt und die Beamten zur Leiche geführt. Er soll versucht haben, die Schülerin zu vergewaltigen, habe sie dann, um dieses Verbrechen zu vertuschen, ermordet. Doch das war, wie nun bekannt wurde, nicht die erste Sexualstraftat von Bekim H.

Einschlägig vorbestrafter Sexualstraftäter stellt sich der Polizei und führt sie zum splitternackten Leichnam eines 15-jährigen Mädchens

Letzten Mittwoch erschien der 41-jährige Bekim H. zusammen mit seinem Rechtsanwalt auf einer Polizeidienststelle in Berlin, hatte einen Rucksack einer Jugendlichen dabei und wollte sich der Polizei stellen. Anschließend führte er die Beamten zum Leichnam eines 15-jährigen Mädchens, das nackt auf Grünfläche in der Berliner Spreebucht Rummelsburger See, angrenzend an die Berliner Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg, lag. Zum genauen Tathergang wollte sich der Verdächtige zunächst noch nicht äußern.

Die Polizei ging von einem Tötungsdelikt aus. Da Hinweise auf Fremdverschulden vorlagen, übernahm eine Mordkommission am Fundort die Spurensuche und die weiteren Ermittlungen. Eine am Donnerstag durchgeführte Obduktion bestätigte dann die Vermutung, dass das Mädchen einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.

Anschließend kam heraus: Der 41-jährige Bekim H. ist ein vorbestrafter Sexualstraftäter. Mona Lorenz, Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, sagte:

„Der Mann ist einschlägig vorbestraft und saß wegen Sexualdelikten schon in der Psychiatrie.“

Nach versuchter Vergewaltigung Mord aus Verdeckungsabsicht

Die 15-Jährige, eine Deutsche mit Migrationshintergund, war am Dienstagabend mit einer Freundin auf einer Party gewesen. Da ihre Mutter sich auf einer Fortbildung in der Uckermark befand, stand sie zu der Zeit unter der Aufsicht eines Nachbarn. Auf der Party haben die beiden Mädchen wohl einiges an alkoholischen Getränken zu sich genommen. Die 15-Jährige dürfte wohl berauscht gewesen sein. Die Obduktion ergab, dass sie 1,3 Promille Alkohol im Blut hatte.

Gegen Mitternacht sollen die beiden Mädchen die Party verlassen haben. Dann trennten sich ihre Wege. Die Freundin wollte wohl noch jemanden in Berlin-Neukölln treffen. Etwa eine Stunde später, gegen 01 Uhr erhielt sie die letzte WhatsApp-Nachricht der 15-Jährigen. Diese befand sich zu dem Zeitpunkt wohl auf dem Nachhauseweg. Ab 03 Uhr war ihr Handy dann ausgeschaltet.

Was dann genau geschah, ist noch nicht geklärt. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber RTL, er hätte gegen 23 Uhr (passt nicht ganz mit den Zeitangaben der Freundin zusammen) „ein Mädchen“ und „einen Jungen“ gesehen, die über einen Zaun geklettert seien. Er hatte den Eindruck, da würde „ein Typ“ ein Mädchen abschleppen. So habe sich das Ganze angehört. Die beiden hätten „rumgeblödelt“ und gelacht.

Vermutlich ist es dann etwas später zu einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Wahrscheinlich entkleidete der mutmaßliche Täter die 15-Jährige komplett und fiel über sie her. Die Leiche wurde auf jeden Fall splitternackt aufgefunden. Offensichtlich hat der Täter versucht, das Mädchen zu vergewaltigen. Nachdem das nicht klappte, hat er sie dann wohl ermordet, um die versuchte Vergewaltigung zu vertuschen. Polizei und Staatsanwaltschaft werfen ihm Mord aus Verdeckungsabsicht vor. 

Parallelen zu einem früheren von Bekim H. begangenem Verbrechen, der Vergewaltigung einer 68-Jährigen

Wie genau die Schülerin zu Tode kam, gab die Polizei zunächst noch nicht bekannt. Auch ob der Verdächtige den Mord gestanden hat, wurde mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bekanntgegeben. Die 15-Jährige und der 41-jährige Tatverdächtige sollen sich auf jeden Fall nicht gekannt haben.

Bei Bekim H. soll es sich um einen deutschen Staatsbürger, angeblich ohne Migrationshintergrund handeln. Der offizielle Begriff „Migrationshintergrund“ ist seit 2016 allerdings wie folgt definiert: „Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.“ Wenn also alle Großeltern Nicht-Deutsche waren, die Eltern aber mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind, so fällt die Person offiziell bereits nicht mehr unter den Begriff „Migrationshintergrund“, der hier offensichtlich eher eng als weit definiert wurde.

Der Name Bekim stammt jedenfalls aus dem Arabischen. Gegebenenfalls ist auch eine aserbaidschanische, usbekische, kasachische, uigurische, turkmenische oder tatarische Abstammung des Namens möglich.

Nach RTL-Informationen sollen die Verletzungen des Mädchens Parallelen zu einem früheren Verbrechen von Bekim H. aufweisen. Bereits Ende November 2001 wurde der damals 22-Jährige vom Berliner Landgericht wegen der Vergewaltigung einer 68 Jahre alten Frau zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. „Dabei soll er diese nicht unerheblich körperlich misshandelt haben“, zitiert die BILD aus der damaligen Anklageschrift. Dies würde darauf hindeuten, dass auch das 15-jährige Mädchen „nicht unerheblich körperlich misshandelt“ wurde.

Wann und warum man Bekim H. wieder auf die Gesellschaft losließ, wurde bisher trotz expliziter Presseanfrage nicht beantwortet

Das Gericht ordnete damals aber keine Gefängnisstrafe an, sondern die Unterbringung im Maßregelvollzug. Maßregelvollzug ist nicht Strafvollzug und auch keine Sicherungsverwahrung, sondern soll die „fachgerechte Behandlung und sichere Unterbringung von Straftätern leisten“, die „aufgrund ihrer psychischen oder Suchterkrankung das Unrecht ihrer Straftat nicht einsehen können“. Diese Straftäter und Verbrecher werden von Gerichten meist als nicht oder vermindert schuldfähig in forensisch-psychiatrische Kliniken eingewiesen.

Nach einem positiven Gutachten zu seinem Zustand wurde Bekim H. dann schließlich entlassen. Wann genau man den mehrfach wegen Sexualdelikten und wegen Vergewaltigung Verurteilten wieder auf die Gesellschaft losließ, ist bislang nicht bekannt. Offensichtlich hat man sich im rot-dunkelrot-grün regierten Berlin bisher geweigert, eine dahingehende Presseanfrage der BILD zu beantworten, beziehungsweise ist dem noch nicht nachgekommen. Ebenso blieb unbeantwortet, auf Grund welcher Prognosen Bekim H. entlassen wurde und ob er möglicherweise noch unter Führungsaufsicht stand.

Fest steht aber: das 15-jährige Mädchen ist tot. Und es starb nicht eines natürlichen Todes, sondern wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, wurde mutmaßlich ermordet, um ein anderes Verbrechen, ein Sexualdelikt, zu vertuschen.

Bericht des BILD-Reporters Til Biermann direkt vor Ort

Weitere Quellen

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