Von Jürgen Fritz, Mo. 02. Mär 2026, Titelbild: Podcast-Screenshot
Mit Nico Lange, bis 2022 Leiter des Leitungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung, sprechen Annette Heinisch und Jürgen Fritz darüber, warum Ernsthaftigkeit, Klarheit, Orientierung, Machtwille, Stärke und Durchsetzungskraft in der Verteidigungs-, Sicherheits- und Außenpolitik so wichtig sind.
Heinisch & Fritz – Der Podcast
Annette Heinisch und Jürgen Fritz sprechen mit prominenten und interessanten Gästen über wichtige Themen unserer Zeit, die in den Massenmedien oft zu kurz kommen oder nicht so beleuchtet werden, wie es nötig wäre. Die gesellschaftliche Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Im gemeinsamen Gespräch versuchen sie, die gegenwärtige Realität so genau wie möglich zu erfassen und dabei Anknüpfungspunkte zu finden, wie wir unsere eigene Zukunft so gestalten können, dass es wieder besser wird. Als Gast begrüßen sie dieses Mal den Sicherheitsexperten Nico Lange, bis 2022 Leiter des Leitungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung, der nun ein eigenes Institut für Risikoanalyse und internationale Sicherheit (IRIS) gründete.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Gespräch
Nico Lange mahnt eine neue Ernsthaftigkeit an. Wir dürfen nicht in dieses gemütliche Wunschdenken zurückfallen, macht er deutlich. Wir müssen vielmehr zum Akteur werden, der sein eigenes Schicksal selbst formt und es nicht nur von anderen formen lässt. Je schneller Deutschland begreife, dass man Macht braucht, um Regeln durchzusetzen und diese Macht auch anwenden müsse, desto besser. Gerade in einer geopolitischen Lage muss man in der Lage sein, wenn man unvollständige Informationen hat, unter Zeitdruck, auch wenn es keinen Konsens gibt, Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu sein.
Das Ganze beginne mit Klarheit und Orientierung (genau das ist übrigens Ziel unseres Podcasts), was man eigentlich will, macht Nico Lange deutlich, denn strategisches Denken bedeute ja, dass man sich 1. Ein Ziel setzt, dieses klar formuliert und dann 2. überlegt, wie dieses erreichbar ist. Wir Deutschen hätten natürlich immer gerne, dass sich irgendein Problem von alleine löst, weil wir eine große Sehnsucht nach Gemütlichkeit und Ruhe haben. Und alles, was woanders in der Welt passiert, stört diese Gemütlichkeit und Ruhe. So funktioniere das aber natürlich nicht. Wir müssen entscheiden, was wir wollen, macht Lange deutlich. Denn ansonsten schaffen andere Fakten und wir werden dann immer nur reaktiv mit den Fakten umgehen, die andere geschaffen haben.
Alles beginne mit Klarheit und Orientierung. So müssen wir uns zum Beispiel klar machen, dass es nicht darum geht, der Ukraine zum Sieg zu verhelfen gegen Russland, wir müssen vielmehr Europa zum Sieg verhelfen. Denn die Ukraine ist ja Europa. Ukrainische Sicherheit und europäische Sicherheit seien das Gleiche. Und es sei ja auch Putins Krieg gegen Europa.
Ein wesentlicher Faktor sei dabei Russlands Brutalität. Diese sei Teil der russischen imperialistischen Kultur. Hier gelte das Prinzip: je mehr Opfer, desto größer die Tat. Das seien archaische Vorstellungen, die auch bei Wladimir Putin eine Rolle spielen. Gewalt sei in der russischen Gesellschaft viel stärker akzeptiert als in unserer. Diese russische Brutalität, die keine Rücksicht auf eigene Verluste nimmt, führe dazu, dass wir militärisch auf Überlegenheit setzen müssen. Wir müssen auf andere Weise gegen Russland kämpfen, weil wir uns auf die russische Kampfweise nicht einlassen können, da wir unsere Soldaten nicht so verheizen können. Wir müssen vielmehr in großer Überlegenheit militärische Konflikte schnell entscheiden. Das sei auch das Humanitärste, das Ganze schnell zu entscheiden, schnell zu einem Ende zu bringen. Deswegen sei unsere Art, für Sicherheit und Verteidigung zu sorgen, teurer als die russische (weil für uns jeder einzelne Mensch wertvoll ist). Was man auf jeden Fall aber brauche, sei der Wille, abzuschrecken und sich zu verteidigen. Dazu gehöre auch, zurückzuschlagen.
Im Umgang mit Vertretern eines solchen Regimes müsse man daher Stärke, Härte, Klarheit, Durchsetzungskraft und Abschreckungsfähigkeit mitbringen. Ansonsten werde man nur herumgeschubst. Was wir insgesamt brauchen, sei eine neue Ernsthaftigkeit. Worte müssen etwas bedeuten. Hinter ihnen muss ein ernsthafter Wille stehen und Handlungsfähigkeit.
Wo unser Podcast zu finden ist
Heinisch & Fritz ist zu finden auf:
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- Deezer: https://www.deezer.com/de/show/1002684931
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