Rüdiger Safranski über gut und böse

(Jürgen Fritz, 04.10.2019) Der Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski gilt als einer der großen Intellektuellen im Lande. Bekannt wurde er vor allem durch seine Monografien zu Friedrich Schiller, E.T.A. Hoffmann, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe und Martin Heidegger. Noch bekannter dann, als er von 2002 bis 2012 zusammen mit Peter Sloterdijk im ZDF „Das Philosophische Quartett“ moderierte. Hans-Martin Esser sprach für „The European“ mit dem Bestsellerautor, auch über das Thema gut und böse.

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Welcher Gott ist stärker?

(Jürgen Fritz, 14.04.2019) Fußballweltmeisterschaft. Endspiel. 89 Minuten sind vorüber. Es steht noch immer 0:0. Das Match ist hochklassig. Taktisch sind beide Mannschaften exzellent eingestellt. Vor allem in der Defensive und in der Laufarbeit liefern sie jeweils eine Meisterleistung ab. Auch technisch alles vom Feinsten. Das Einzige, was fehlt, ist das längst überfällige Tor, denn trotz der jeweils überragenden Defensivarbeit gab es doch einige sehr schön herausgespielte Torchancen, wenngleich noch keine zwingende. Jetzt aber in der 90. Minute schafft es die Mannschaft A, der Gastgeber der WM, sich in einem Konter durchzuspielen. Der Mittelstürmer von A läuft alleine auf den Torwart von B zu. Niemand ist mehr zwischen ihnen. Keiner kann den Stürmer von hinten mehr einholen.

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Was ist das Gute?

(Jürgen Fritz, 05.04.2019) Angenommen du hast ein Kind und möchtest es vor der Wirklichkeit der Welt schützen, da du befürchtest, dass es diese, zumal es ein sehr sensibles Kind ist, nicht aushalten, dass es an ihr zerbrechen könnte. Also erzählst du ihm von Anfang an Lügen. Nicht aus böser Absicht, sondern um deinen kleinen Schatz, der dir so sehr am Herzen liegt, ja welchen du mehr liebst als dein eigenes Leben, zu schonen, um ihn zu beschützen vor dieser schrecklichen, ja manchmal geradezu grausamen und ungerechten Welt.

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Du sollst keine anderen Bösewichte neben dem Nazi haben

(Jürgen Fritz, 25.01.2019) Die Aussage, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht relativiert, also zu rein gar nichts in Bezug gesetzt werden dürfen, sie vielmehr eine Singularität in der gesamten Menschheitsgeschichte darstellen, daher mit keinen anderen Verbrechen auch nur verglichen werden dürfen, egal wie schlimm diese auch gewesen sein mögen, zeigt, dass hier in einem religiösen Akt das absolut Böse geschaffen werden sollte. Dieses absolut Böse soll sodann als absoluter Bezugspunkt für alles dienen, ein moralischer archimedischer Punkt quasi, anhand dessen man ein Koordinatensystem aufspannt, über welches man sich und die ganze Welt definiert und bestimmt. Aus dem „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ wird das neue erste Gebot: „Du sollst keine anderen Bösewichte neben dem Nazi haben. Es gibt nur den einen und mit ihm ist nichts vergleichbar“.

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Gut und böse

(Jürgen Fritz) Man müsse das Gute tun, damit es in der Welt sei, schrieb einst Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach. Doch die einen meinen inzwischen, gut und böse gäbe es gar nicht, und die anderen haben große Schwierigkeiten, es richtig zu verorten. Was liegt dem jeweils zu Grunde?

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Menschwerdung

(Jürgen Fritz) Der Mensch ist Bürger zweier Welten. Er ist ein biologisches und zugleich ein Kultur- respektive geistiges Wesen. Erst diese zweite Dimension, die es zu entwickeln gilt, macht den Menschen zum Menschen. Doch wie kann diese zweite Welt erschlossen werden? Welche Rolle spielen Demut und Erhabenheit? Vor allem aber: wie können wir ganz Mensch werden?

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Das Dilemma der europäischen Moderne: der Verlust des Heiligen

(Jürgen Fritz) Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der eine und einzige Gott ein Konstrukt des menschlichen Geistes, ein Produkt seiner einzigartigen Phantasie, aber auch seiner tiefen Sehnsucht. Braucht die Menge letztlich aber nicht den einen und einzigen Gott der Orientierung, des Lebensgefühls wegen und auch um sich verbunden zu fühlen und eine gemeinsame Grundlage zu haben?

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