Der kluge Kluge, der dumme Kluge, der kluge Dumme und der Dummdreiste

Von Jürgen Fritz

Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel, meinte der große britische Mathematiker, Logiker und Philosoph Bertrand Russell, Literaturnobelpreisträger und einer der Väter der Analytischen Philosophie. Und weiter: Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.“ Was aber unterscheidet den Dummen vom Klugen und was den klugen Dummen vom Dummdreisten?

Was macht den Dummen aus?

Was unterscheidet den Dummen vom Gescheiten, vom Klugen, vom Denker? Kennzeichen des Dummen ist nicht, dass er über wenig Wissen verfügt. Das wäre nur Unwissenheit, die meist leicht behoben werden kann. Kleine Kinder sind zum Beispiel immer unwissend, das heißt aber nicht dass sie dumm wären. Kennzeichen des Dummen ist vielmehr eine gewisse Begriffsstutzigkeit, ein Mangel an Urteilskraft sowie Denkfaulheit.

Selbst wenn er es schafft, irgendwie viele Informationen in seinen Kopf hineinzubekommen, dann kann er damit wenig anfangen. Er kann damit nicht adäquat umgehen, kann sein Wissen nicht anwenden. So wie jemand, der es irgendwie durchs Medizinstudium geschafft hat, alle möglichen Krankheitsbilder aufsagen kann, aber wenn er einen konkreten Patienten vor sich hat, nicht in der Lage ist, einfachste Diagnosen richtig zu erstellen.

Dem Dummen mangelt es also an Präzision im Denken, was meist schon mit der sauberen Begriffsbildung auf der Ebene seines subjektiven Geistes beginnt. Daher der Ausdruck „Begriffsstutzigkeit“. Er benutzt Worte, deren Bedeutung er nicht genau erfasst hat, teilweise ganz falsch oder sehr ungenau. Er sagt z.B. dumm, meint aber unwissend oder umgekehrt. Er sagt Hass, meint aber Antipathie, Zorn, Wut oder Verachtung. Er sagt Ethik, meint aber Moral.

Er liest Gutmensch und meint, das hätte was mit einem guten Menschen zu tun. Er hört psychopathologische Störung und meint, damit würden kranke Menschen nicht beschrieben, sondern verhöhnt. Er liest grün-linke Gutmenschen und meint, damit ginge die Behauptung einher, alle Grüne und Linke würden pauschal als solche klassifiziert. (Wenn jemand vor verwundeten Flusspferden warnt, dann behauptet er ja nicht, dass alle Flusspferde verwundet seien und er sagt nichts über die Gefährlichkeit von verwundeten oder nicht verwundeten Eisbären oder Schlangen aus.)

Assoziatives „Denken“ (Intuition) und eigentliches Denken

Die Ungenauigkeit in der Begriffsbildung auf der Ebene des subjektiven Geistes führt zwangsläufig zu einem Mangel an Urteilsvermögen, weil schon die Grundbausteine des Denkens, die Begriffe, die bereits hohe Abstraktionen darstellen, nicht richtig gebildet sind. Jeder Didaktiker weiß, wie schwer es ist, bei Schülern respektive Studenten die korrekte Begriffsbildung zu evozieren. Wenn diese fehlschlägt, dann liest man in Schüleraufsätzen z.B. solches: „Die Ureinwohner Ägyptens waren die Mumien“ (fehlgeschlagene Mumien-Begriffsbildung).

Auch hat der Dumme Probleme in logischen Zusammenhängen zu denken und komplexe Strukturen zu erfassen. Was sich in seinem Geist abspielt, hat eher mit sich erinnern (memorieren), mit assoziieren, mit sich etwas ausmalen und mit Analogien herstellen (denken im weiteren Sinne) als mit denken im engeren Sinne zu tun, welches immer auf Erkenntnis aus ist, auf Verstehen, mithin auf Wahrheit und dem immer ein selbstkritisches Moment innewohnt.

Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman spricht in diesem Zusammenhang a) vom schnellen Denken, System 1 oder intuitiven, assoziativen Denken, welches ganz wie von selbst und ohne jede Anstrengung abläuft und welches wir auch bei höherentwickelten Tieren finden, und b) vom langsamen logischen Denken, System 2, welches nicht nur anstrengend ist (man kann dies regelrecht messen, wie anstrengend bis hin in den Glukoseverbrauch in den Zellen), sondern regelrecht Arbeit darstellt, Gedankenarbeit. Dies ist das eigentliche Denken im Sinne von Nachdenken.

Welt und Weltdeutung – mythisches und (selbst-)kritisches Bewusstsein

Nachdenken zielt also auf Erkenntnis, mithin auf Wahrheit. Wer die Wahrheitsfrage stellt, fragt immer auch: Stimmt das wirklich? Dies setzt bereits eine höhere Bewusstseinstufe voraus. Bei Tieren und Kleinkindern ist diese noch nicht vorhanden. Ebenso bei den Frühformen des Homo sapiens vor hunderttausenden von Jahren. Der Wahrheitsbegriff setzt also zwingend diese Differenz von wahr und falsch voraus, ja, noch mehr als das.

Solange der Mensch im mythischen Bewusstsein verbleibt, kennt er die Unterscheidung zwischen Sein und Schein, zwischen wahr und falsch noch nicht. Gehen wir noch tiefer, dann können wir sogar konstatieren: Das mythische Bewusstsein kennt noch keine Unterscheidung zwischen a) der Welt und b) ihrer Deutung. Der Wahrheitsbegriff bezieht sich aber immer auf die Deutung der Welt, auf das Weltbild. Die Welt selbst kann nicht falsch sein, wohl aber ihre Deutung. Die Wahrheit oder Falschheit ist also in unserem Kopf, genauer: in unserer Vorstellungswelt. Wer den Begriff der Weltdeutung in seinem Bewusstsein noch nicht gebildet hat, der kann auch den Wahrheitsbegriff noch nicht bilden.

Dass der Mythos eine Weltdeutung bietet, dass diese wahr oder falsch sein kann, kann immer nur von einem Standpunkt jenseits des Horizontes des mythischen Bewusstseins gedacht werden. Dies setzt bereits ein kritisches Bewusstsein voraus.

Die Unmöglichkeit der Rückkehr zum naiven Bewusstsein

Dass Homer möglicherweise nicht die Wahrheit berichtet, ist eine für das griechische Denken folgenreiche Entdeckung gewesen. Der Erste, der diese Frage stellte „Stimmt das überhaupt?“, hat einen Meilenstein in der Geistesgeschichte der Menschheit vollzogen. Dieser ereignete sich im kritischen Hinterfragen.

Ist dieser Entwicklungsschritt einmal gemacht worden, ist eine Rückkehr in die Sphäre der Märchenwelt, ins mythische Bewusstsein ein für alle mal versperrt. Ein Zurück ins Paradies der Naivität und der Infantilität gibt es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. Die Sehnsucht danach bleibt aber bei vielen, vor allem denen, die sich mit dem Denken irgendwie schwer tun.

Ab diesem Ausbrechen aus dem mythischen Bewusstsein kann sich nun das Denken im engeren Sinne entwickeln, welches ein kritisches Bewusstsein voraussetzt, zunächst nach außen, dann in der nächsten Stufe gegenüber sich selbst (Selbstkritikfähigkeit). Denn wenn die anderen sich täuschen können, das ist der nächste Gedanke nicht weit, dass auch ich mich täuschen könnte.

Die Postmoderne: Infantilisierung durch Realitätsverlust

Das postmoderne Denken, welches vor allem von Subjektivismus und Relativismus geprägt ist, sowie einer Loslösung von der Realität, versucht, diesen Schritt der Differenzierung zwischen Welt und Weltdeutung wieder rückgängig zu machen, was zunehmend zu einem Realitätsverlust und damit einhergehend zu einer Infantilisierung der Gesellschaft führte, was man auch als pathologisch diagnostizieren kann.

Die Postmoderne macht sich also die nie verloschene Sehnsucht nach dem Paradies der Naivität zunutze. Deshalb konnte dieses Denken auch so erfolgreich sein in den letzten Jahrzehnten. Nicht weil es die besseren Argumente hatte, bei weitem nicht, ganz im Gegenteil, sondern weil es diese tiefe Sehnsucht bediente.

Der kluge Dumme weiß um seinen Geisteszustand

Doch zurück zum Dummen. Dieser stellt selten die Wahrheitsfrage, viel öfter dagegen die Frage nach den vermuteten Wirkungen. Sein Geist ist oftmals angefüllt mit Pawlowisierungen, mit Reiz-Reaktions-Mustern. Bestimmte Wörter erzeugen bei ihm wie bei Pawlows Hund die immer gleichen Reaktionen. Der Dumme ist in diesen Reiz-Reaktions-Mustern regelrecht gefangen und unfähig, über Selbstfreflexion aus ihnen auszubrechen.

Der kluge Dumme weiß nun zumindest um seine Schwäche in diesem Bereich des Denkens und verfügt über so viel Urteilskraft, einschätzen zu können, dass diese bei ihm nicht so sehr gut ausgeprägt ist (Rocky Balboa-Typ). Er ist also sich selbst gegenüber nicht unkritisch. Er hält sich bei bestimmten Gesprächen lieber ein wenig zurück, weil er denkt „Ich muss ja nicht allen ständig demonstrieren, was ich nicht so gut kann, muss mich nicht selbst lächerlich machen“. Oder er fragt nach, gibt offen zu, dass er etwas nicht verstanden hat, und bittet um eine Erklärung, was etwas Entwaffnendes, Authentisches hat und ihn oft sehr sympathisch macht, da dies von geistiger Offenheit und gesunder Selbsteinschätzung zeugt.

Mit solchen Menschen kann man meist recht gut auskommen. Sie sind nicht selten sehr angenehme Zeigenossen und haben andere Stärken, die sie sinnvoll einzusetzen wissen. Oftmals haben sie einen sehr feinen Charakter, haben ein gutes ethisch-moralisches Gespür. Sie können vielleicht nicht perfekt begründen und herleiten, was richtig und was falsch ist, aber sie spüren es oft genau, erfassen es intuitiv (System 1) und haben ein freundliches Wesen.

Der Dummdreiste leugnet seinen eigenen Zustand vor sich selbst und liebt es, andere zu belehren, oft ohne die geringste Ahnung zu haben

Der dumme Dumme dagegen will seine eigene geistige Verfassung nicht wahrhaben. Er leugnet sie vor sich selbst. Nicht selten ist er vom Gleichheitswahn besessen, den er bisweilen zu einem regelrechten Fetisch ausbaut, den er götzenhaft anbetet. Im Grundgesetz würde doch stehen, dass alle Menschen gleich seien. Also seien auch alle gleich intelligent, gleich gebildet, gleich hübsch, gleich attraktiv, gleich klug, gleich wertvoll usw.

Wenn man nachfragt, was er denn damit meint, wird der dumme Dumme nicht selten zornig und aggressiv, dass man es überhaupt wagt, etwas in Frage zu stellen, „was doch alle wissen“. Oder er redet dann dummes Zeug, ohne es zu merken, dass er dies tut.

Besonders penetrante dumme Dumme halten sich sogar für klüger als alle anderen und versuchen, andere auch noch zu belehren, merken gar nicht, wenn sie es mit jemandem zu tun haben, der ihnen geistig weit überlegen ist. Das sind die unangenehmsten von allen: die, so will ich sie mal nennen, Dummdreisten.

Die Kampftechniken der raffinierten Dummdreisten

Diese haben bisweilen das Talent, seltsame Diskussionsstrategien zu entwickeln, die Arthur Schopenhauer in seiner „eristischen Dialektik“ wunderbar beschrieben hat. Sie verdrehen alles und wenden Techniken an, die nicht darauf abzielen, den anderen mit Sachargumenten zu überzeugen oder gar logische Beweise zu führen, sondern ihn auszutricksen oder als Person anzugreifen. Besonders gerne machen sie andere lächerlich, schließen sie sozial aus oder versuchen sie einzuschüchtern, im Extremfall bin hin zu Morddrohungen.

Nach dem Motto: Wenn ich es schaffe, den Kontrahenten in ein schlechtes Licht zu rücken oder auszugrenzen, dann hören andere weniger auf ihn oder schenken ihm keinen Glauben mehr. Solche Gesprächsstrategien finden wir nicht selten bei Politikern. Ganz besonders bei denen, die sich über Jahrzehnte unfassbare Machtpositionen aufgebaut haben, die sie mit allen Mitteln zu schützen suchen.

Der dumme Kluge und der kluge Kluge

Der dumme Kluge hat eine Neigung, sich mit dem Dummdreisten über Gebühr auf Diskussionen einzulassen. Natürlich gewinnt er diese formal. Doch das nutzt ihm nichts, weil der Dummdreiste das in der Regel gar nicht bemerkt. Und wenn doch, macht er es wie die Taube, die das Schachspiel verloren hat. Kurz vor dem Schachmatt, schmeißt sie alle Figuren um, dreht sich stolz auf dem Brett hin und her und kackt dann aufs Brett.

Der kluge Kluge geht solchen Personen tendenziell aus dem Weg, sobald er erkennt, womit er es zu tun hat, will sich nicht auf deren Niveau herabziehen lassen und konzentriert sich, da er weiß, dass es nicht möglich ist, den anderen zu sich hochzuziehen, lieber auf die klugen Klugen, die dummen Klugen und die klugen Dummen.

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Literaturempfehlung: Daniel Kaheman, Schnelles Denken, langsames Denken (Thinking fast and slow), Penguin Verlag

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Dieser Artikel erschien erstmals auf Philosophia perennis unter dem Titel Von der Klugheit und der Dummheit.

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Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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31 Antworten auf „Der kluge Kluge, der dumme Kluge, der kluge Dumme und der Dummdreiste

  1. Erwin M.

    Mt 7,24 Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
    Mt 11,25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.
    Mt 24,45 Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihnen zur rechten Zeit Speise gebe?
    Mt 25,4 Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.
    Mt 25,8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen.
    Mt 25,9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zu den Händlern und kauft für euch selbst.
    Lk 10,21 Zu der Stunde freute sich Jesus im Heiligen Geist und rief: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen.
    Lk 12,42 Und der Herr sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht?
    1Kor 1,20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?

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    1. Surgeon100

      Hoffentlich einer der Wenigen, die es kapiert haben !
      Während die anderen auf Effekte reagieren und sich zu Recht aufregen,
      sieht der Wissende und Weise nach den Ursachen.
      Und die Ursachen liegen eindeutig in den Kräften dahinter, Gut und Böse.
      Diese Kräfte sind längst sichtbar für jeden, man muss daran nicht mal mehr glauben !
      Die schärfste Waffen des Bösen ist, den Guten zu leugnen, damit es ungehindert das machen kann, was es vor hat !

      Die Existenz eines Gottes ist längst sichtbar in den Bipolarität dieser Welt sein Beginn der Menschheit,
      genauso wie das Böse.
      Und dennoch suchen die Ignoranten immer wieder und immer mehr diese Kräfte zu leugnen,
      die in der Religion / den Religionen angesprochen werden.

      Allerdings ist das hassende Antichristentum in Deutschland und im Westen sehr weit fortgeschritten und tut es immer mehr !

      Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen. Von dem reden wir.

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  2. Denkender 1949

    Sehr guter Beitrag. Wie immer.
    Man kann es auch kurz ausdrücken: Es ist besser durch Schweigen den Eindruck zu erwecken man wäre dumm als es mit Reden (Schreiben) unter Beweis zu stellen.
    ( TRAMPELMANN; ich weiß, das überfordert dein defizitäres Logikzentrum)

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  3. Eichhörnchen

    Sehr gut. Ich habe diesen Beitrag sofort weitergereicht an Bekannte und Freunde. Mir fielen beim Lesen einige Namen von Politikern und Gesprächsrunden-Moderatoren ein. Eine davon hat vor kurzem den Kanzler Österreichs, Sebastian Kurz, interviewt. Das war nur peinlich für sie und Deutschland.

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  4. Benjamin Goldstein

    Ich glaub, der kluge Kluge ist der Dumme. Man überzeugt nämlich sehr wohl Menschen. Der ganze Grund für den linken Totalitarismus ist, dass zu wenige Leute die schrägen Typen stellen. Es ist auch wieder so, dass ich – unter einem Text, der schon wegen des Wortes „dumm“ arrogant rüberkommt – nochmal arroganter drauflade. Dort wo die Meinungsfreiheit herrscht, also in den USA, ist es ein Treppenwitz, dass Linke aber auch alle öffentlichen Debatten verlieren. Ein Grund für den Bevölkerungsaustausch ist ja auch, dass die Jury ausgewechselt wird, um den Debattenverlust auszugleichen. Demokratie mit Brechstange.

    Übrigens macht auch Beatrix von Storch trotz ihres Lampenfiebers gar keine so schlechte Figur. Man bräuchte Leute mit mehr Wucht.

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    1. gamma1709

      Ja, die Klugen sind immer bedächtig, wollen keinen Ärger und folgen dem Satz ‚Schweigen ist Gold!‘.
      Aber diese Zeit ist vorbei. Welcher Idiot hat uns eigentlich ständig diesen Satz eingebleut?
      Was nutzt das ganze Klugsein, wenn wir von Dummen am Ende regiert werden. Das nutzt weder den Klugen noch den Dummen. Dann ist die ganze Weisheit nichts wert!
      Im neuesten Fluch der Karibik kam auf den Satz ‚Ich möchte keinen Ärger haben!‘ als Antwort vom Piraten: „Was für eine schreckliche Lebenseinstellung!“
      Das hat mir gefallen.
      Wir müssen diesen Ärger für die Wahrheit auf uns nehmen, damit die unsicheren Menschen ihre Sicherheit finden und mitkämpfen, um unsere Zukunft selber gestalten zu können.

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    1. voll daneben

      in der Tat werden wir dümmer und kränker…Die Lebenserwartung geht zurück. Die Inteligenz sowieso…

      Vermutlich ist beides bei den Politikern am heftigsten vertreten (Schwesig, Gesundheitsminster….)

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      1. voll daneben

        Prof. Sinn „Ich war ein Dummkopf“

        Wie Sinn über seine eigene Zunft denkt, verrät viel über ihn selbst: „Ich bin als politischer Ökonom angetreten, die Welt zu verbessern“, sagt er. Die älteren Ökonomen müssten sich um die Politik kümmern, findet er. Auch das sei Forschung, aber eben andere. „In der Jugend forscht man theoretisch-mathematisch, im Laufe der Zeit kommt man dann mehr an die politischen Themen heran“, sagt er. „Politische Fragen sind komplizierter. Es gibt da so viele institutionelle Fragen, dazu brauchen sie eine breite Erfahrung.“ Diese in die öffentliche Diskussion einzubringen, sieht er als seine Pflicht. Ökonomen würden nicht nur für selbstreferentielle Forschung bezahlt. „Der Betriebswirt dient dem Betrieb“, sagt Sinn, „der Volkswirt dient dem Volk.“
        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hans-werner-sinn-gibt-nach-seinem-abschied-vom-ifo-keine-ruhe-15397887.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

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  5. EinFragender

    Sorry, aber für mich liest sich das wie eine Selbstbeweihräucherung von jemandem der sich als klug empfiehlt.

    Wer soll denn dumm sein, nach wessen Maßstab wird gemessen? Bildung, Fähigkeiten, Geschicklichkeit, Karriere?
    Ich bin viel unterwegs, begegne viele Menschen und musste eines feststellen: jeder Mensch hat 100% Fähigkeiten.
    Der wo sich besonders klug vor kommt oder sogar die Titel dazu hat, hat andere Defizite und die sogar sehr deutlich.

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    1. Chrisamar

      Ein „Normaler“ kann einen HBler niemals verstehen. Das ist leider so. Intelligenz ist ein tolles Spielzeug. Aber sie macht auch einsam. Darum grämen Sie sich nicht. Wenn Sie sich für intelligente Menschen interessieren, welche leider sehr selten sind, dann besuchen Sie doch MENSA. Aber ich fürchte, Sie werden die Menschen dort auch nicht verstehen können.
      Mit freundlichem Gruß!

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    2. gamma1709

      Es geht hier nur um Denkfähigkeit. Analysieren und Schlüsse ziehen.
      Es geht nicht um den Menschen als ganzes. Die meisten Menschen, die ihren Beruf gelernt haben und mit Liebe ausführen, sind darin natürlich besser als andere, handwerklich wie von ihrem Wissen her. Denn hier macht Übung eine ganze Menge an eventueller fehlender Intelligenz auch wieder wett.
      Jder der wie ein Wilder Kopfrechnen übt, stellt einen mathematiker locker in den Schatten . Leider 😉

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    3. Surgeon100

      Sie sind offensichtlich das beste Beispiel aus der Masse der Dummdreisten heute in Deutschland, die in diesem Exkurs angesprochen werden !

      Wahrheit ist immer differenziert und genau, dann aber auch messerscharf. Alles andere sind keine Wahrheiten, sondern oft nur dumme Allgemeinplätze !

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    1. gamma1709

      Ich versuche dann den klugen Dummen. Fragen kostet nichts! Das fällt Frauen allerdings leichter als Männern, denn die haben ja Angst peinlich zu wirken. Mir persönlich sind die fragenden Männer allerdings viel sympathischer.

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  6. Surgeon100

    Wenn Menschen gottlos werden, dann sind die Regierungen ratlos, Lügen grenzenlos, Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos; dann ist die Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetslos, Kirchen kraftlos, Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos, Konferenzen endlos, Aussichten trostlos.

    Nichts, was das Leben lebenswert macht, kann man für Geld kaufen.

    Antoine de Saint-Exupéry

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  7. trumpelman

    Versteht man „Dummheit“ als eine Umklammerung des Geistes wie durch einen Wahn, kann man mit Freud sagen: „Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.“ ( http://gutenberg.spiegel.de/buch/das-unbehagen-in-der-kultur-922/2 )

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  8. M.K.

    Das Dumme ist, der Dumme ist nicht belehrbar. Sh. den „Dunning-Kruger-Effekt“: Wer zu inkompetent ist, eine Lösung zu erarbeiten, ist auch zu inkompetent, die richtige Lösung anderer zu erkennen.

    Der Dumme versteht nicht, was der Kluge ihm zu vermitteln versucht und hält seinerseits den Klugen für dumm. Oder wie Dieter B. zu sagen pflegte: „Mach mal ’nem Bekloppten klar, dass er bekloppt ist“.

    Von der Bibel (Sprüche 26;5) über Mark Twain bis zu George Carlin (u.a. zugeschrieben) hat sich die gleichgelagerte Erkenntnis dahin verdichtet: „Streite nie mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau und schlägt dich dort mit Erfahrung“.

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    1. M.K.

      PS: Der Dumme „lernt“ nur durch Zwang. Nicht unbedingt faktischen Zwang – die Realität kann man „ausblenden“, dh. u.a. Ambrose Bierce, 1911: „Zyniker, Schuft der aufgrund seiner mangelhaften Wahrnehmung die Welt so sieht, wie sie ist und nicht wie sie sein sollte“ – sondern durch autoritäten Zwang.

      In diesem Sinne dürften die vereinzelten Phantasien über die Vorteile des chinesischen Systems in der Finanzkrise zu verorten gewesen sein, die damals in der einen oder anderen Wirtschaftszeitung aufblitzten. Und nie fallen gelassen wurden, wie man z.B. bei Herrn Gauck heraushören konnte.

      Man kann aber auch vorerst auf Nudging oder „Verführung“ (sh. Gustave Le Bon) zurückgreifen, um den Dummen zu lenken. Das Scheitern des Versuchs der Verführung Dummer aber Gutmeinender erleben wir gerade. (Weil die Profiteure noch besser verführen.)

      Wenn sich aber die eher früher als später anstehenden Schlachten bei Auseinanderbrechen des Generationenvertrags einstellen, wird nur ein totalitäres System handlungsfähig bleiben. Und das/ dessen Instrumente bereitet man besser früher als zu spät vor. (Dass keine Partei ein Rentenkonzept über 2030 hinaus vorlegt, muss nicht heißen, dass der bereits kräftig aus Steuermitteln, die maßgeblich von den reichen 20% der Steuerzahler erwirtschaftet werden, künstlich am Leben gehaltene „Generationenvertrag“ nicht deutlich eher zerbricht.)

      Schließlich wollen auch Politiker immer „oben schwimmen“ und nicht in einer Revolution durch andere (schlimmstenfalls sogar weniger unfähige) Karrieristen ersetzt werden.

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  9. trumpelman

    Das Desaster, das wir erleben, ist ein Ergebnis aus Dummheit und Infamie.
    Sich dazu klug zu äußern ist dumm, weil es die, die es zu lehren oder zu hindern geht, nicht erreicht.
    Man könnte alle Beiträge und Kommentare auch mit dem Finger in sein Badewasser schreiben.
    Dann hat man seinem Ärger Luft gemacht… – und dann?

    Peter Glotz schrieb in einem FAZ-Beitrag:
         „Eine neue RAF, die Roland Berger befürchtet, ist nicht in Sicht.”
    (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/peter-glotz-was-wenn-die-arbeitslosigkeit-bleibt-1228350.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2)
         Hat Berger eine RAF befürchtet?
    Sodann schrieb Glotz:
         „Aber wenn irgendwo 200 empörte Arbeiter, die entlassen werden sollen, obwohl der Konzern insgesamt schwarze Zahlen schreibt, alles kurz und klein schlagen, kann ein einziger Gewaltausbruch dieser Art einen Flächenbrand auslösen, …“
    Dass es solche Arbeiter nicht gibt, wird von Gewerkschaften erfolgreich und politisch korrekt verhindert.

    Also: Am Ende sind die Klugen die Dummen. Der Pöbel in den Köpfen der Mächtigen siegt.

    – mlskbh –

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  10. Surgeon100

    50% der Menschen tut Böses. 49% schauen zu und tun nichts. Das sind 99% Böse. Nur wenige tun Gutes und leisten Widerstand.
    Oder heute tun 90% Böses.
    Wenn die angeblich Gescheiten so voller Zweifel sind, sind sie auch nicht gescheit, sondern dumm.
    Und tauge nichts. Denn der Zweifler ist nichts anderes wie ein Idiot.
    Da sind eher die Dummen besser, wenn sie zufällig auf der richtigen Seite stehen und handeln !
    Oft sogar sind die Dummen eh die besseren Menschen, denn sie sind nicht intellektuell behindert oder verbrämt.

    Die Intellektuell Bösen sind viel gefährlicher und kränker als die Einfachen.
    Die Einfachen können nicht so verbogen sein wie ein intellektuell Verbogener.

    Das passt auch zu dem Satz der Wahrheit des Christentums:
    Den Einfältigen und Unmündigen hat Gott es offenbart, den Großen und Weisen dieser Welt aber hat er es, die Wahrheit verborgen !

    Wer sich vor Gott und auch sonst selbst für groß und weise hält, der ist es schon mal nicht, sondern klein und dumm.

    Auch heute sieht man oft genug:
    die Einfachen wissen was Sache ist. Das heisst nicht, dass sie immer was taugen.

    Der Polithansel aber, die Bosse, die Banker, die Kirchenpharisäer aber sind die Verbogenen, mit hoher Verantwortung, sie aber tun nichts !

    Die meisten reden eh nur, nur ganz wenige handeln unter hohem Risiko.
    Die ganzen schlauen Schwätzer sind auch schon in der Bibel verworfen.

    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

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