Marc Jongen: Merkel ist nicht die Kanzlerin der Deutschen, sie ist die Kanzlerin der anderen

Von Jürgen Fritz, So. 8. Jul 2018

Diese Woche hielt der kulturpolitische Sprecher der AfD, Dr. Marc Jongen, eine bemerkenswerte Bundestagsrede. Deutschland sei auf dem Weg in eine Bananenrepublik, wenn die Regierungschefin ihren Innenminister daran hindere, geltendes Recht anzuwenden und das eigene Land zu schützen. Was zulasten des eigenen Volkes gehe, interessiere Frau Merkel längst nicht mehr. Sie sei die Kanzlerin der anderen. Die Missachtung des Eigenen bei gleichzeitiger kritikloser Bejubelung alles Fremden führe direkt in die Zerstörung der Kulturnation Deutschland. Die Merkel-Regierung wolle nicht Fremden helfen, Deutsche zu werden, sie mache vielmehr Deutsche zu Fremden im eigenen Land. Ziel der Linken bleibe die Zerstörung der bürgerlichen Gesellschaft und des Nationalstaates. Im Migranten habe sie ihr neues revolutionäres Subjekt gefunden, so dass sie den deutschen Proletarier nicht mehr benötige.

Der Weg in die Banananenrepublik

„In den vergangenen Tagen“ so begann der AfD-Abgeordnete Dr. Marc Jongen, gerne auch der Parteiphilosoph der Alternative für Deutschland genannt, „wurden wir entsetzte Zeugen einer Regierungskrise, und die Gefahr der Eskalation zur Staatskrise
ist längst nicht gebannt.“ Die deutsche Regierung leiste sich Szenen einer zerrütteten Politehe wie in einer Bananenrepublik. Insofern wäre es vielleicht konsequent, dass das misslungene Freiheits- und Einheitsdenkmal, im Volksmund „Bundesbanane“ genannt, nun tatsächlich gebaut werde; das gäbe unserem Weg in die Bananenrepublik quasi einen symbolischen Ausdruck. Und so fährt er wörtlich fort:

„Nein, meine Damen und Herren, setzen wir kein solch fatales Symbol in unsere Hauptstadt – die 17 Millionen Euro dafür wurden ja jetzt gottlob noch gesperrt –, schreiben wir den Wettbewerb für dieses Denkmal neu aus und prämieren dann einen würdigen Entwurf! Sie finden den Ausdruck „Bananenrepublik“ übertrieben? Machen Sie sich bewusst: Eine Regierungschefin hindert ihren Innenminister daran, geltendes Recht anzuwenden und das Land vor dem massenhaften illegalen Grenzübertritt durch Migranten zu schützen.

Missachtung des Eigenen bei gleichzeitiger kritikloser Bejubelung alles Fremden mit dem Ziel der Zerstörung der Kulturnation Deutschland

Sie begründet es damit, Herr Hofreiter (der etwas dazwischenrief), dass eine solche nationale Lösung zulasten Dritter gehen würde. Was zulasten des eigenen Volkes geht, das interessiert Frau Merkel längst nicht mehr. Sie ist die Kanzlerin der anderen.“

Dass diese Mentalität an die Macht gelangen und sich so lange dort halten konnte, das habe sehr viel mit dem kulturellen Klima zu tun – einem kulturellen Klima,
in dem die Missachtung des Eigenen bei gleichzeitiger kritikloser Bejubelung alles Fremden als normal gelte und Kritik daran sofort mit der „Rassismus“-Keule beantwortet werde, so der Philosoph weiter.

Seit 20 Jahren mindestens steht die Kulturpolitik der Bundesregierung im Dienst des Umbaus Deutschlands zu einer multikulturellen Vielfaltsgesellschaft. Diese Politik
arbeitet erklärtermaßen an der Aushöhlung der nationalen Identität und damit aktiv an der Zerstörung der Kulturnation Deutschland.

Die Merkel-Regierung will nicht Fremden helfen, Deutsche zu werden, sie macht vielmehr Deutsche zu Fremden im eigenen Land

Normalerweise seien höhere Beamte diplomatisch, aber manchmal plauderten sie auch die Geheimnisse ihrer Regierung aus. Der Leiter der Kulturabteilung im Auswärtigen
Amt, Dr. Andreas Görgen, habe im vergangenen September eine Rede „Für eine post-nationalstaatliche Kulturpolitik“ gehalten. Er habe diejenigen, die „dem souveränen Nationalstaat hinterherträumen“, wörtlich der „spießbürgerlichen Ignoranz“ bezichtigt. Und dann Jongen wörtlich weiter: „Man lässt sich also von den Bürgern des Nationalstaats Deutschland qua Steuern ein üppiges Salär bezahlen und beschimpfe sie als Spießer, wenn sie der Abschaffung des eigenen Landes nicht untertänig zustimmen. Was für eine Arroganz, meine Damen und Herren!“

Natürlich würden die schon viel zu lange hier Regierenden dieses perfide Programm mit den allerschönsten Worten verkaufen. Zum Beispiel verpacke man es als „Nationalen Aktionsplan Integration“ – auch im Kulturbereich. Und wer habe schon etwas gegen die Integration von Migranten? Auch die AfD nicht – wenn es denn darum ginge, Migranten an die deutsche Kultur heranzuführen, sodass sie sich assimilieren und spätestens in der zweiten oder dritten Generation keine Fremden mehr seien. Nur dadurch wäre der soziale Frieden nachhaltig zu sichern in diesem Land. Aber das Gegenteil geschehe: Die Merkel-Regierung wolle nicht Fremden helfen, Deutsche zu werden; sie macht vielmehr Deutsche zu Fremden im eigenen Land.

Eine subtile Form der Gehirnwäsche

Sie sei eine post-nationalstaatliche Regierung, eine Regierung gegen das eigene Volk. Man wolle die interkulturelle Öffnung der Kultureinrichtungen erzwingen. Man wolle Diversity Management von Museen, Theatern usw. einfordern. Vor allem wolle man die Legitimität kultureller Vielfalt mithilfe der Staatsmedien in den Köpfen verankern. Dieses Cultural Mainstreaming aber sei nichts anderes als eine subtile Form der Gehirnwäsche.

Er habe sich lange gefragt, wie eine ehemals bürgerliche Partei wie die CDU sich solcher linksradikalen Ideologie widerstandslos ergeben könne. Seit er im Kulturausschuss sei, wisse Jongen: „Sie sind einfach zu unbedarft, um dieses Spiel zu durchschauen, aber ich erkläre es Ihnen gerne.“

Ziel der Linken bleibt die Zerstörung von bürgerlicher Gesellschaft und Nationalstaat, neues revolutionäres Subjekt ist der Migrant

Seit der gute alte Proletarier ausgedient habe, sei Die Linke auf der verzweifelten Suche nach einem neuen revolutionären Subjekt – und da habe sie den Migranten für sich entdeckt. Ziel bleibt wie eh und je die Zerstörung der bürgerlichen Gesellschaft und des Nationalstaats.

Wenn Herr Bartsch (Die Linke) die Bibel zitiere, dann meine er eigentlich die Mao-Bibel.Bleiben Sie nicht länger die nützlichen Idioten dieser gewieften linken Ideologen“, appelliert Marc Jongen an die bürgerlichen Parteien. Hinter dieser Regierungskrise stehe als tiefere Ursache ein Kulturkampf. Die AfD nehme diesen Kulturkampf an und begegne ihm mit der grundsoliden bürgerlichen Vernunft eines Franz Josef Strauß. „Aus demselben Grund lehnen wir diesen ideologisch durchsetzten Kulturhaushalt ab“, schloss der AfD-Abgeordnete seine bemerkenswerte Rede, in welcher er einen um den anderen gezielten Treffer setzte.

Jongens Rede in Bild und Ton

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Zum Redner: Dr. Marc Jongen, Jahrgang 1968, wuchs in Südtirol auf. Über seine Mutter hatte er die italienische, über seinen Vater die niederländische Staatsbürgerschaft. Seit 2011 ist er deutscher Staatsbürger. Jongen studierte zunächst in Wien Volkswirtschaft, dann Philosophie sowie Indologie, Geschichte, Germanistik und Wissenschaftstheorie. 2009 wurde er in Karlsruhe mit summa cum laude zum Doktor der Philosophie promoviert. Die Doktorarbeit betreute Peter Sloterdijk, der vielleicht bedeutendste Denker unserer Zeit und bis 2015 Rektor der Hochschule, bei dem Jongen bis dahin Assistent war. 2013 trat Jongen in die AfD ein. Er ist einer der beiden Landessprecher der AfD Baden-Württemberg und seit 2017 Bundestagsabgeordneter.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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