Haben Afghanen schon wieder einen Deutschen auf unserem Territorium totgeschlagen?

Von Jürgen Fritz, So. 9. Sep 2018, Updates rot markiert

In Köthen, Sachsen-Anhalt, kommt es gestern Abend zwischen 22 und 23 Uhr auf einem Kinderspielplatz zu einem Streit zwischen zwei jungen Afghanen und zwei jungen Deutschen, an dessem Ende erneut ein Deutscher schwer verletzt am Boden liegenbleibt und nur kurze Zeit später im Krankenhaus verstirbt. Der junge Mann, Markus B., wurde nur 22 Jahre alt.

Markus B. mischt sich in einen Streit zwischen einer Deutschen und drei Afghanen ein, das ist sein Todesurteil

Köthen ist eine Kreisstadt des sachsen-anhaltischen Landkreises Anhalt-Bitterfeld, südlich von Magdeburg gelegen, der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. Der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann wirkte viele Jahre in Köthen und der homöopathische Weltärzteverband hat hier seinen Sitz, weswegen die Stadt gelegentlich als Welthauptstadt der Homöopathie bezeichnet wird.  Johann Sebastian Bach schrieb hier unter anderem Teile des Wohltemperierten Klaviers und der Brandenburgischen Konzerte. Doch was sich am gestrigen Abend dort ereignete, war wohl alles andere als wohltemperiert.

Laut der WELT, der BZ, der BILD, der Mitteldeutschen Zeitung und der Volksstimme soll sich zwischen 22 und 23 Uhr folgendes zugetragen haben. Zwischen drei Afghanen und einer jungen Deutschen kommt es zunächst in einer Wohnung, dann weiter auf dem Spielplatz am Köthener Karlsplatz, einem bei Jugendlichen des Viertels beliebten Treffpunkt, zum Streit darüber, wer von drei Afghanen die junge Frau geschwängert habe. Jetzt kommen zwei junge Deutsche dazu, Markus B. (22) und sein Bruder (27), und gehen dazwischen, womöglich um den Streit zu schlichten, vielleicht auch, um der Frau beizustehen, weil sie um Hilfe gerufen hat. Das ist noch nicht genau geklärt.

Ein oder sogar beide Afghanen treten dem am Boden liegenden Markus B. an den Kopf, eventuell mehrfach

Auf jeden Fall kommt es jetzt zu einer Schlägerei zwischen zwei der drei Afghanen und den beiden Deutschen. Dabei kommt Markus B., der eine „ernste kardiologische Vorerkrankung gehabt habe“, er soll einen Herzschrittmacher gehabt haben, zu Fall und schlägt mit dem Kopf auf. Laut Zeugenaussagen tritt dann mindestens einer der beide Afghanen gegen den Kopf des am Boden liegenden, eventuell auch mehrfach.

Die Volksstimme berichtet, Augenzeugen hätten gesagt, Markus B. sei immer wieder gegen den Kopf getreten worden. Er soll gerufen haben: „Hört auf, ich kriege keine Luft mehr.“ Erst als ihm Hofgäste zu Hilfe kommen wollen, er selbst soll zuvor auf diesem Hoffest gewesen sein, ergreifen die Afghanen die Flucht.

Nach dem Sturz lebt Markus B. noch und blutet auch nicht. Dann aber läuft er blau an und kollabiert. Im Krankenhaus verstirbt er dann. Was ursächlich für seinen Tod war – ein Tritt bzw. Tritte gegen den Kopf oder der Aufprall – ist noch unklar und kann eventuell nach einer Obduktion festgestellt werden.

Die Polizei gibt an, sechs Minuten nach dem Vorfall am Tatort gewesen zu sein. Der schwer Verletzte wird noch ins Krankenhaus transportiert. Dort soll ihn sein Bruder noch besucht haben, bei dem es sich nach BILD-Recherchen um einen „vorbestraften rechtsextremen Intensivtäter“ handeln soll. Dann verstirbt Markus B. im Krankenhaus.

Zwei Afghanen festgenommen wegen Verdacht eines Tötungsdeliktes

Als Todesursache wurde zuerst eine Hirnblutung angegeben, die bereits festgestellt sei. Um Genaueres zu ermitteln, wurde heute um 15 Uhr eine Obduktion durchgeführt. Ob die Hirnblutung durch einen oder mehrere heftige Schläge auf den Kopf zustande kam, durch den Sturz und Aufschlag des Kopfes oder durch die Tritte an den Kopf, darüber wurde bisher noch nichts mitgeteilt.

Auf jeden Fall wurden zwei der drei jungen Afghanen festgenommen. Ein dritter Afghane, der sich ebenfalls auf dem Spielplatz aufgehalten habe, sei nicht in die Auseinandersetzung verwickelt gewesen, heißt es. Gegen die beiden anderen bestehe der Verdachts eines Tötungsdelikts, eventuell aber auch nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Inzwischen wurde bekannt, dass der Hauptverdächtige 20, der andere Afghane 18 Jahre alt ist. Beide sollen „polizeibekannt“ sein. Der eine habe eine Aufenthaltserlaubnis, der andere hingegen sollte eigentlich bereits abgeschoben werden. Dies wurde nach MZ-Informationen bisher verhindert, weil die Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn ermittelt.

Die Ausländerbehörde des Kreises Anhalt-Bitterfeld sei mehrfach bei der Staatsanwaltschaft Dessau vorstellig geworden, weil sie wegen des laufenden Strafverfahrens gegen ihn deren Zustimmung brauchte. Die Staatsanwaltschaft soll am Donnerstag nun endlich grünes Licht für die Abschiebung gegeben haben. Das entsprechende Schreiben hätte die Ausländerbehörde aber noch nicht erreicht. Dies könnte Markus B. eventuell das Leben gekostet haben.

Der Tote war erst 22 Jahre alt

Die Afghanen würden aktuell im Beisein von Dolmetschern vernommen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung gaben die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau und die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost heute Vormittag an, dass der Verstorbene erst 22 Jahre alt war.

„Die Befragungen und Ermittlungen dauern an und werden in alle Richtungen geführt“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg. „Anlass und konkrete Umstände des Geschehens sind derzeit noch nicht bekannt.“

In Dessau-Roßlau, nahe Köthen, findet zufälligerweise gerade der Landesparteitag von Sachsen-Anhalts AfD statt. Das Bündnis „Dessau-Nazifrei“ habe „in unmittelbarer Nähe“ des Veranstaltungsortes bereits eine „Versammlung“ angemeldet, bestätigte eine Polizeisprecherin. Es ist zu vermuten, dass die „Versammlungsteilnehmer“ den AfD-Landesparteitag zu stören beabsichtigen oder gar die Teilnehmer bedrohen und einzuschüchtern wollen.

Update: Die beiden tatverdächtigen Afghanen sollen erst 18 und 20 Jahre alt sein

Wie inzwischen bekannt wurde, sollen die zwei tatverdächtigen Afghanen angeblich 18 und 20 Jahre alt sein. Damit gelten sie nach deutschen Strafrecht nicht als Erwachsene, sondern als Heranwachsende und können daher eventuell nach dem Jugendstrafrecht beurteilt werden, so es zu einer Verurteilung kommt.

Bei Heranwachsenden – mindestens 18, aber unter 21 Jahre – wird geprüft, ob der Täter bei „Gesamtwürdigung der Persönlichkeit“ und „bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand, oder es sich nach der Art, den Umständen oder den Beweggründen der Tat um eine Jugendverfehlung handelt“. Befindet der Richter, dass eines von beiden der Fall, was nicht selten vorkommt bei Heranwachsenden, zumal wenn es sich um Kulturfremde handelt, dann wird der Täter nicht wie ein Erwachsener, sondern wie ein Jugendlicher (14 bis 17 Jahre) bestraft.

Höchststrafe für Jugendliche bei Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge

Das Höchstmaß der Jugendstrafe für Heranwachsende beträgt zehn Jahre. Handelt es sich bei der Tat um Mord und reicht das Höchstmaß von zehn Jahren wegen der besonderen Schwere der Schuld nicht aus, so ist das Höchstmaß 15 Jahre.

Ein Mord liegt vor, wenn die Tötung

  1. aus niedrigen Beweggründen erfolgte: a) aus Mordlust, b) zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, c) aus Habgier oder d) sonst aus niedrigen Beweggründen, oder
  2. auf besonders verwerfliche Art begangen wurde: a) heimtückisch oder b) grausam oder c) mit gemeingefährlichen Mitteln oder
  3. wenn ein Mensch getötet wurde, um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken.

Liegt keines dieser Mordmerkmale vor, so wird von einem Totschlag nach § 212 StGB ausgegangen. Hier beträgt das Strafmaß für Erwachsene fünf bis 15 Jahre, in besonders schweren Fällen lebenslange Freiheitsstrafe, bei Jugendlichen und Heranwachsenden, die nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, aber eben nur zehn Jahre.

Bei Körperverletzung mit Todesfolge liegt das Strafmaß bei Erwachsenen zwischen drei und 15 Jahren, bei Heranwachsenden, die wie ein Jugendlicher behandelt werden, niedriger, maximal bei 10 Jahren.

Update, 18:35 Uhr: Todesursache Herzversagen

Nach dem vorläufigen, mündlich übermittelten Obduktionsergebnis soll Markus B. einem akuten Herzversagen erlegen sein, welches nicht im direkten kausalen Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen stehe, teilt die Staatsanwaltschaft mit. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden die Ermittlungen nunmehr wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen den 18-jährigen Tatverdächtigen geführt.“

Gegen den 20-jährigen Tatverdächtigen werde wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Entsprechende Haftanträge werden durch die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau am zuständigen Amtsgericht in Dessau-Roßlau gestellt.

Fest steht: Markus B., der bei der Lebenshilfe beschäftigt war, wurde nur 22 Jahre alt. Er starb, wahrscheinlich weil er einen Streit zwischen den drei Afghanen und der jungen Deutschen schlichten wollte.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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