Union auf neuem historischem Tief – SPD fällt ebenfalls

Von Jürgen Fritz, Mo. 24. Sep. 2018

Genau ein Jahr sind die Bundestagswahlen nun her. Mehr als 10 Punkte hat Schwarz-Rot seither verloren, ca. jeden fünften Wähler. CDU/CSU stürzen auf ein historisches Tief von 27 Prozent, die SPD fällt auf 16. Die AfD klettert dagegen von Rekordhoch zu Rekordhoch und auch die drei anderen Parteien, die nicht in der Bundesregierung sind, können diese Woche zulegen.

CDU/CSU fallen auf niedrigsten Wert, den INSA je gemessen hat

Immer wenn CDU/CSU und SPD hoffen, jetzt endlich den Boden gefunden zu haben, dann geht es wenige Wochen später noch weiter nach unten. Wer hätte sich vor wenigen Jahren vorstellen können, dass die Union mal unter 30 Prozent fallen könnte. Als ich im letzten Jahr einige Wochen vor der Bundestagswahl in einem Gedankenspiel die Union mit 32,5 und die SPD mit 20 Prozent bezifferte, hielten das viele für völlig unrealistisch.

Am 24. September 2017, genau heute vor einem Jahr, kamen CDU/CSU dann auf 32,9 und die SPD auf 20,5 Prozent. Ich lag mit meinem Gedankenspiel also ziemlich nah an der Wirklichkeit. Doch selbst diese Werte können sie schon lange nicht mehr halten. Zuerst ging es für die SPD unter 20 Prozent, dann in den letzten Wochen und Monaten für die Union erstmals unter 30 Prozent. Und dieser Abwärtstrend hält bei beiden an. Denn wie INSA heute vermeldet, fallen CDU/CSU jetzt sogar auf 27 Prozent und die SPD auf 16.

AfD, Linkspartei und FDP steigen

Schwarz-Rot kommt damit zusammen gerade noch auf 43 Prozent, mehr als 10 Punkte weniger als vor einem Jahr, als sie noch 53,4 Prozent erzielen konnten. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren kam Schwarz-Rot noch auf 67,2 Prozent (in den 1970ern immer auf über 90 Prozent).

Die AfD konnte schon letzte Woche klar an der SPD vorbeiziehen und diese Woche kann sie nochmals zulegen und kommt jetzt auch bei INSA wie schon vor drei, vier Tagen bei Infratest dimap (ARD-DeutschlandTrend) auf 18 Prozent, liegt jetzt also erstmals sogar schon zwei Punkte (ca. 0,95 Millionen Wähler) vor der SPD.

Auf Platz 4 unverändert Die Grünen mit 14,5 Prozent, auf Platz 5 die Linkspartei mit jetzt 11,5 Prozent (plus 0,5) und auf Platz 6 die FDP, die ebenfalls 0,5 Punkte zulegen kann auf jetzt 10 Prozent. Auf sonstige Parteien entfielen nur noch ca. 3 Prozent der Stimmen.

INSA-Meinungstrend vom 24. September 2018

INSA befragte im Zeitraum 21.09. (Fr.) bis 24.09.2018 (Mo.) über 2.000 Personen (2.051) per Online-Befragung von gezielt ausgewählten Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool) und rechnete die Ergebnisse nach hauseigenen Formeln hoch. Die maximale Fehlertoleranz beträgt +/- 2,5 Prozentpunkte. Hier die Ergebnisse (in Klammern die Veränderungen zur Vorwoche):

  1. CDU/CSU: 27 % (– 1,5)
  2. AfD: 18 % (+ 0,5)
  3. SPD: 16 % (– 1)
  4. GRÜNE: 14,5 % (+ 1,5)
  5. LINKE: 11,5 % (+ 1)
  6. FDP: 10 % (+ 1)
  7. Sonstige: 3 % (– 1,5)

2018-09-24

Gewinne/Verluste gegenüber der Bundestagswahl 2017

Bei Neuwahlen gäbe es derzeit also zwei große Gewinner: die AfD und Die Grünen sowie zwei große Verlierer: die SPD und die CDU/CSU. Bezogen auf die INSA-Werte ergeben sich folgende Veränderungen im Vergleich zur Bundestagswahl vom 24. September 2017:

  1. GRÜNE: + 5,6 %
  2. AfD: + 5,4 %
  3. LINKE: + 2,3 %
  4. FDP: – 0,7 %
  5. Sonstige: – 2,0 %
  6. SPD: – 4,5 %
  7. CDU/CSU: – 5,9 %

*

Titelbild: YouTube-Screenshot

**

Aktive Unterstützung: Jürgen Fritz Blog ist vollkommen unabhängig, werbe- und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: Jürgen Fritz Blog. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR