Köln: Geiselnehmer versucht nach einem Molotow-Anschlag eine Frau anzuzünden

Von Jürgen Fritz, Mo. 15. Okt 2018, Update 16. Okt 2018

Ein arabisch sprechender Immigrant hat Montagmittag in Köln zunächst mittels eines Molotow-Cocktails einen Brandanschlag auf ein 14-jähriges Mädchen verübt, dann eine Frau als Geisel genommen, die er stundenlang festhielt, schließlich mit Benzin übergoss und anzünden wollte, bevor das SEK ihn per Schusswaffeneinsatz außer Gefecht setzen konnte. Anschließend machte die Polizei einen weiteren Fund.

Zuerst Brandanschlag im McDonald-Restaurant, dann eine Geiselnahme in einer Apotheke

Heute in der Mittagszeit kam es in Köln zu äußerst dramatischen Szenen. Ein Immigrant hat zunächst einen Molotowcocktail in einem Restaurant im Bahnhof gezündet. Laut dem Focus hat er dabei gezielt versucht, ein 14-jähriges Mädchen in Brand zu setzen, die Verbrennungen an Bein und Gesäß erlitten haben soll. Ein Passant hat sich auf das Mädchen geworfen, um sie zu löschen. Eine weitere Person soll eine Rauchvergiftung erlitten haben.

Die 14-Jährige hat so schwere Brandverletzungen erlitten, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Das Auslösen der Sprinkleranlage hat den Täter dann unter anderem dazu veranlasst, das Restaurant zu verlassen. Die Feuerwehr soll mit hundert Mann zum Einsatz gekommen sein.

Nun flüchtete der Täter vermutlich mit einer Schusswaffe in der Hand in eine Apotheke am Bahnhof. Dort nimmt er eine Frau als Geisel und verschanzt sich im hinteren Bereich der Apotheke. Polizei und Sondereinsatzkommando (SEK) kommen zum Einsatz. Der Bahnhof wird nach Beginn des Einsatzes gegen 12.45 Uhr großräumig abgesperrt und geräumt. Es wird dazu aufgefordert, „auf dem schnellsten Weg das Bahnhofsgebäude zu verlassen“, der Zugverkehr kommt zum Erliegen.

Geiselnehmer fordert die Freilassung einer inhaftierten Tunesierin

Bei dem Geiselnehmer, der Arabisch spricht und der sich zum Daesh (Islamischer Staat) bekennt, er sei ein Daesh-Sympathisant, handelt es sich also mutmaßlich um einen radikalmuslimischen Terroristen. Dieser fordert von der Polizei freien Abzug, außerdem einen Koffer und eine Reisetasche, die er zuvor im Café des Schnellimbisses liegen gelassen hat, in welchem er den Brandbeschleuniger gezündet hat. Zudem fordert er die Freilassung einer Tunesierin.

Die Geiselnahme zieht sich über Stunden hin. An der Frau hat der Migrant laut Polizei mehrere Camping-Gaskartuschen befestigt und droht, sie anzuzünden. Der Bahnhof wird bleibt seit den Mittagsstunden gesperrt. Nach Schätzungen der Deutschen Bahn NRW werden Hunderte Züge von der stundenlangen Sperrung betroffen. Fernzüge, Regionalbahnlinien und S-Bahnen werden umgeleitet. Einige Züge enden vorzeitig.

Der Immigrant versucht, die Frau anzuzünden

Schließlich entschließt sich das SEK gegen 15 Uhr, also nach über zwei Stunden, einzugreifen und die Geisel zu befreien. Die Beamten feuern zunächst zwei Blendgranaten ab. Die Explosionen sind auf dem Breslauer Platz auf der Bahnhofsrückseite deutlich zu hören. Als der IS-Sympathisant das SEK sieht, versucht er die in Geiselhaft genommenen Frau, die er bereits mit Benzin übergossenen hat, anzuzünden, hält ihr ein entflammtes Feuerzeug an den Kopf.

Doch die Beamten können die Frau in letzter Minute retten, indem sie die Schusswaffen gegen den Mann einsetzen und ihn mit mehreren Schüssen in den Körper, unter anderem einem Bauchschuss, außer Gefecht setzen. Die Geisel kann befreit werden, wird aber verletzt. Der Geiselnehmer wird durch die Schüsse so schwer getroffen, dass er reanimiert und dann ins Krankenhaus zur Not-OP eingeliefert werden muss.

Kein Anspruch auf Asyl und schon vielfach polizeilich in Erscheinung eingetreten

In der Apotheke finden die Polizisten dann weitere Gaskartuschen und Brandbeschleuniger. Wahrscheinlich hatte er also vor, noch weitere Anschläge zu verüben. Außerdem finden sie einen Ausweis, der auf einen einen 55-jährigen Syrer ausgestellt ist, welcher 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist und seither hier geduldet wurde, also gar keinen Anspruch auf politisches Asyl hat.

Diese Person soll bereits ab 2016 mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sein, unter anderem wegen Diebstahl, Betrug, Körperverletzung und Hausfriedensbruch. Die Polizei prüft derzeit, ob die Person, auf welche der gefundene Ausweis ausgestellt ist, und der Täter identisch sind, wovon sie aber ausgeht.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Geiselnehmer  eingeleitet wegen gefährlicher Körperverletzung, Geiselnahme und versuchtem Mord.

Nachtrag

Der am Tatort gefundene Ausweis gehört, wie schon vermutet, tatsächlich dem Geiselnehmer, wie die Polizei heute, am Dienstag, mitteilte. Durch die Analyse von DNA-Material konnte dies zweifelsfrei nachgewiesen werden. Mehr als 100 Kriminalermittler sind an dem Fall dran. Die Polizei ist sich also sicher: Der Täter ist der 55-jährige Syrer. Seine Aufenthaltserlaubnis geht bis 2021. Er ist, wie oben bereits berichtet, „polizeibekannt“. Insgesamt ist er 13 Mal polizeilich in Erscheinung getreten.

Die Katuschen, die der Syrer benutzt hat, sind mit Eisenkugeln bestückt gewesen. Mit großer Hitze hätten die Gaskatuschen zur Explosion gebracht werden können. „Die Sprengwirkung sei eine ungeheuerliche gewesen“, sagt der leitende Ermittler.

In seiner Wohnung fand die Ermittler an den Wänden arabische Schriftzeichen. Diese wurden inzwischen übersetzt. Sie bedeuten:

„Allah ist groß.“

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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