Außer Spesen nichts gewesen

Von Jürgen Fritz, Di. 16. Okt 2018

Die überschwängliche Freude unserer ganz speziellen Freunde nach der Bayernwahl ist inzwischen der großen Ernüchterung gewichen. Die Grünen werden nämlich allmählich Gewahr, dass ihnen ihre 17,5 Prozent wenig bringen werden. Söder kann nämlich ganz gemütlich mit den Freien Wählern, „der besseren CSU“, koalieren, die sich schon auf die gemeinsame Regierung freuen, so dass Die Grünen wie bisher im Landtag sitzen und dort kräftig herumphantasieren dürfen, sehr viel mehr aber nicht. Jetzt beginnt das große Geheule „Aber die Wähler haben uns doch so viele Stimmen gegeben, wir sind doch die großen Wahlsieger, wie kann das denn sein?“. Tja nun, ein bissel rechnen können schadet manchmal halt auch nicht, ihr Lieben, nicht wahr?

„Nächstes Mal dreistellig!“

Von 8,6 auf 17,5 Prozent! Ja so ein Wahnsinn, oder? Zum ersten Mal überhaupt in Bayern zweistellig. Und dann sogar näher an 20 als an 10 Prozent dran. Wer hätte das vor ein, zwei Jahren für möglich gehalten? Ja, Die Grünen, wie sie sich selbst nennen, waren am Sonntagabend völlig aus dem Häuschen. Sie haben die SPD, die große Schwester von früher, weit hinter sich gelassen und schafften es sogar, die AfD und die Freien Wähler auf die Plätze vier und drei zu verweisen. Einige Grüne träumen schon von: „Nächstes Mal dreistellig!“ Mathematik gehört, wie gesagt, außer vielleicht bei Boris Palmer, jetzt nicht unbedingt zu den Stärken der Grünen.

Doch irgendwann – Die Grünen sind im Oberstübchen weder die hellsten Kerzen auf dem Törtchen noch die, die am schnellsten entflammen – kam einer auf die Idee zu fragen: Was nun? Bis der erste Grüne auf die Idee kam, diese Frage zu stellen, da hatte Söder – man muss den Mann nicht sympathisch finden, nein, wirklich nicht, aber immerhin hat er doch ein anderes Format als diese völlig Irren, den Name Katharina Schulze will ich gar nicht mehr nennen -, da hatte also Markus Söder, der besonders Wendige, aber eben auch Clevere, das Ding mit dem freien Hubert Aiwanger schon halb unter Dach und Fach gebracht.

Außer Spesen nichts gewesen

„Und was wird dann aus mir?“, fragte die kesse Heide Simonis damals, bevor sie sich bei RTL oder sonstwo als TV-Tänzerin versuchte. Tja, diese Frage haben sich Die Grünen dann wohl gestern irgendwann auch gestellt: „Was wird denn jetzt aus uns?“ Ihr dürft wieder brav im Maximilianeum Platz nehmen, bekommt jetzt auch viel mehr Sitze als bisher. Das war’s dann aber auch. „Was? Aber wir haben doch … aber das geht doch … aber das kann doch nicht …“ – Können Sie die Schnappatmung hören? Außer Spesen nichts gewesen, ist man versucht zu sagen, aber das wäre ungerecht. Außerdem gibt es jetzt viel mehr grüne Spesen. Also immerhin etwas.

Unterm Strich bleibt stehen: Der linksextremistische, volks- und verfassungsfeindliche Block,  der seltsamerweise außer den SED-lern kaum beobachtet wird – warum eigentlich nicht? Vielleicht weil diese Linksextremisten die höchsten Staats-, Staatsschutz-, Verfassungsschutz und Richterämter ja gerade mitbesetzen? -, bleibt zusammen bei 30,4 Prozent hängen. Nur die Reihenfolge hat sich geändert. Die Grünen haben nun innerhalb der Linksextremisten die Führung übernommen, die SPD ist nun zur kleinen Schwester geschrumpft und die SED-ler bleiben schwach wie eh un je.

CSU + Freie Wähler + AfD + FDP kommen dagegen nicht auf 30, sondern auf über 64 Prozent. Das ist übrigens deutlich mehr als CSU und FDP 1990 zusammen hatten (damals ca. 60 Prozent). Die Freien Wähler und die AfD gab es vor 28 Jahren noch nicht.

Der Pyrrhussieg der Postmodernen

Klaus-Rüdiger Mai, der gestern einen ganz exzellenten Artikel auf Tichys Einblick veröffentlichte, spricht von einem „Pyrrhussieg der Postmodernen“. Mai findet eine schöne Metapher, um das Ganze zu veranschaulichen: Die Grünen haben sich so nah ans Tor herangekämpft, nur haben sie nicht registriert, dass sie sich in der Abseitsfalle befinden. Sie werden nah dem Tore bleiben, doch werden sie kein Tor schießen. Es reiche noch nicht einmal, um eine starke Opposition auf die Beine zu bringen, weil ihr Partner, die SPD, so sehr schwächele. Und dann kommt er auf einen ganz wesentlichen Punkt zu sprechen, aus meiner Sicht, einer DER Schlüssel überhaupt des grünen Pyrrhussieges.

Die Medien, so May, haben in ihrer Mehrzahl die CSU kampagnenhaft heruntergeschrieben, desavouiert, die Grünen aber gefeiert und nach oben geschrieben. Die Mehrzahl der deutschen Journalisten wolle auf Teufel komm raus die Grünen an der Macht. Die einseitige Anti-Seehofer-Moderation der grünen Agitprop-Frau der ARD, Tina Hassel, sei ein seriöses Argument für die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, denn dieser erfülle längst nicht mehr seinen Bildungs- und Informationsauftrag, weil er nicht mehr objektiv und überparteilich informiere, sondern parteiisch indoktriniere.

Die Grünen leisten sich eine hohe Moral, für die aber andere aufkommen müssen

Das postmoderne Spießbürgertum sei sehr bedacht auf seinen Wohlstand und leiste sich eine hohe, allerdings abstrakte Moralität, weil sie vollkommen eigener Verantwortlichkeit enthoben sei. Den Urgrund der spießigen grünen Ideologie sieht er völlig richtig in der entkoppelten Verantwortung. Man leiste sich eine hohe Moral, für die aber andere aufkommen müssen.

Die Grundlage der grünen Ideologie sei utopisch und totalitär. Die CDU müsse daher begreifen, dass ihr politischer Gegner die Grünen seien. Deshalb dürfe sie nicht deren Geschäft erledigen. Denn dann würde es ihr so ergehen, wie den Sozis – die Grünen wuchsen auf deren Kosten.

Lesen Sie hier den gesamten, sehr lesenwerten Artikel von Klaus-Rüdiger Mai: Noch feiern sie – Der Pyrrhussieg der Postmodernen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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