Kindergeburtstag ohne Heiko

Von Jürgen Fritz, Sa. 02. Mär 2019

Wegen eines Hydraulikschadens an seinem Bundeswehr-Airbus A319 musste Außenminister Heiko Maas (SPD) mit seiner 30 bis 40-köpfigen Delegation seine Afrika-Reise um 20 Stunden verlängern. Da man nicht mit der Air-France zurückreisen mochte, schickte die Flugbereitschaft der Bundeswehr zwar sofort eine größere Ersatzmaschine vom Typ A340, was lediglich Kosten von 300.000 Euro verursachte, doch hatte die Panne eine wirklich dramatische Folge. Da Maas erst einen Tag später nach Hause kam, verpasste er doch glatt den Geburtstag seines Sohnes. JFB sprach exklusiv mit Natalia Wörner, der neuen Lebenspartnerin unseres Außenministers, wie die Patchworkfamilie das verkraftete.

Heiko hat uns ganz schrecklich vermisst

JFB: Frau Wörner, wie war es für Ihren Partner, beim Geburtstag seines Sohnes nicht dabei sein zu können?

NW: Ich habe zwar jetzt gelesen, er sei ganz cool geblieben im heißen Mali und im Garten des Hotels der Delegation soll am Donnerstagabend reichlich Bier und Gin Tonic geflossen sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Heiko da dabei war. Er ging sicherlich sofort auf sein Zimmer und hat uns schrecklich vermisst. Mir wäre ja lieber gewesen, er wäre Justizminister geblieben. Dann wäre er nicht so oft unterwegs.

JFB: Herr Maas soll gesagt haben, im Alltag eines Ministers komme es nicht allzu oft vor, dass ihm ein ganzer Tag geschenkt werde. Was denken Sie, wie er das gemeint hat?

NW: Hat er das wirklich gesagt?

JFB: So wird es berichtet.

NW: Hmm, das kann ich mir gar nicht erklären.

JFB: Und wie war der Kindergeburtstag ohne den Papa?

NW: Also das war wirklich nicht einfach, das kann ich Ihnen sagen. Der Junge ist ja wirklich süß, aber ich fühle mich da oft überfordert, was der mir für Fragen stellt.

Gut oder böse?

JFB: Was hat er denn gefragt?

NW: Er fragte mich doch tatsächlich, ob Hass etwas Gutes oder etwas Böses sei.

JFB: Und was haben Sie ihm geantwortet?

NW: Na dass Hass etwas ganz arg Böses wäre. So böse, dass wir es jetzt überall verboten haben.

JFB: War er damit zufrieden?

NW: Der und mit einer Antwort zufrieden. Da kennen Sie Heikos Sohn aber schlecht.

JFB: Was hat er geantwortet?

NW: Na gleich die nächste Frage gestellt – wie immer. Ob Liebe gut oder böse sei.

JFB: Was haben Sie gesagt?

NW: Ich sagte ihm, dass Liebe etwas ganz arg Gutes sei, das Beste überhaupt. Aber dann ging es erst richtig los. Denn jetzt fragte er mich sofort: „Aber wenn jemand ganz arg ungerecht ist, darf ich diese Ungerechtigkeit dann nicht hassen? Bin ich dann böse, wenn ich es doch tue?“

JFB: Oh, der Junge scheint mir wirklich sehr aufgeweckt zu sein.

NW: Aufgeweckt? Der Bub überfordert mich manchmal total. Ich bin Schauspielerin und doch keine Philosophin. Am liebsten spiele ich übrigens in Rosamunde Pilcher-Verfilmungen. Aber in englischen, nicht in deutschen! Das ist nämlich ein großer Unterschied, wissen Sie?

Was, wenn jemand es liebt, andere mundtot zu machen?

JFB: Ja, ja, sicher. Und wie ging das Gespräch mit dem Kleinen weiter?

NW: Ach so, ja. Na ich sagte, dass man Ungerechtigkeiten natürlich schon hassen dürfe. Aber dann fragte er gleich, was wäre, wenn jemand Ungerechtigkeiten lieben würde, dies aber nur dann, wenn er selbst sie begehe, ob das dann gut sei, weil doch Liebe etwas Gutes wäre, wie ich erklärt hätte.

JFB: Was haben Sie ihm darauf geantwortet?

NW: Dass man Ungerechtigkeiten natürlich nicht lieben dürfe. Aber dann fragte er gleich weiter. Dann sei ja gar nicht der Hass an sich böse, sondern nur, wenn man etwas Gutes, wenn man quasi falsch hassen würde? Und Liebe sei dann ja auch nicht immer gut. Wenn zum Beispiel jemand es liebe, anderen ganz arg weh zu machen. Oder wenn er es liebt, anderen immer Angst zu machen, dass die sich gar nicht mehr trauen, was zu sagen, wenn er in der Nähe ist. Ob das dann gut wäre, wenn jemand es ganz arg liebt, andere einzuschüchtern und sie mundtot zu machen?

JFB: Das hat er gesagt? Wie alt ist der Junge nochmal?

NW: Er ist jetzt zwölf geworden.

JFB: Und wie haben Sie ihm auf seinen Einwurf mit dem richtigen und dem falschen Hass geantwortet?

NW: Ehrlich gesagt, konnte ich ihm nicht mehr so richtig folgen und habe ihn gefragt, wie er denn überhaupt auf solche Sachen komme. Wissen Sie, ich bin ja Schauspielerin und keine Philosophin. Habe ich Ihnen eigentlich schon von meinem neuen Filmprojekt erzählt? Es geht dabei um eine …

JFB: Oh, sehr interessant. Aber vielleicht könnten wir noch einen Moment bei dem Gespräch mit Ihrem Stiefsohn bleiben. Haben Sie das Gespräch mit Gewalt abgebrochen?

NW: Nein, natürlich nicht! Was denken Sie den von mir?! Ich habe ihm nur gesagt, dass er nicht immer so blöd fragen soll und ihn auf sein Zimmer geschickt.

Ich liebe durchsetzungsstarke Männer

JFB: Und wie war es, als Ihr Partner dann endlich nach Hause kam? Haben Sie ihm davon erzählt?

NW: Oh, das war schön, als Heiko dann endlich ankam. Ich sagte Ihnen ja, ich fühle mich manchmal mit den Kindern alleine überfordert. Ich bin ja Schauspielerin, wissen Sie? Habe ich Ihnen schon von meiner neuen Rolle erzählt? Es ist eine Verfilmung des Romans …

JFB: Ja gewiss. Wirklich sehr interessant. Aber was sagte Herr Maas denn, als er nach Hause kam? Hat es ihm nicht sehr weh getan, den Geburtstag seines Sohnes verpasst zu haben?

NW: Doch, doch, natürlich. Das hat ihn sehr geschmerzt, auch wenn er das nach außen hin nicht zeigt. Wissen Sie, er gibt sich ja vor der Öffentlichkeit immer so cool, aber in Wirklichkeit ist er total sensibel. So wie in der neuen Verfilmung des Rosamunde Pilcher-Romans der englische Lord …

JFB: Ja, sicher. Herr Maas wird völlig unterschätzt. Den Eindruck haben wir auch. Was sagte er denn, was er an diesem zusätzlichen Tag in Mali gemacht habe?

NW: Er meinte, er hätte die Zeit genutzt und vom Hotelzimmer aus, viele Telefonate zu führen und Schaltkonferenzen abgehalten, unter anderem auch mit Facebook und Twitter. Er hätte jetzt gar nicht mehr viel sagen müssen. Die würden jetzt schon in vorauseilendem Gehorsam von sich aus genau das machen, was er wolle. Denen müsse man eben nur die Daumenschrauben zeigen, das würde schon reichen. Deutschland sei inzwischen zwar nicht mehr Export-Weltmeister, dafür jetzt aber Zensur-Weltmeister und das nur dank seines Netzwerkdurchsetzungsgesetzes. Wissen Sie, ich stehe ja schon immer auf durchsetzungsstarke, mächtige Männer. In der Romanverfilmung, in der ich gerade spiele, gibt es auch so eine männliche Rolle, ebenfalls so ein durchsetzungsstarker Typ, der …

Mit dem Jungen stimmt etwas nicht

JFB: Ja, ja, unglaublich interessant. Aber noch eine letzte Frage: Haben Sie Herrn Maas auch von dem Gespräch mit seinem Sohn erzählt, von der richtigen und der falschen Liebe, dem richtigen und dem falschen Hass?

NW: Ja, natürlich. Ich sagte zu ihm, dass er mit dem Kleinen unbedingt mal ein ernstes Wort reden müsse, weil der mir immer so komische Fragen stelle. Wissen Sie, ich hasse es, wenn er so nachfragt. Ich bin ja keine Philosophin, sondern eine Schauspielerin.

JFB: Ja, gewiss. Und was sagte Herr Maas dazu?

NW: Ach, wissen Sie, Heiko versteht mich immer so gut und ich ihn. Unsere Beziehung ist so harmonisch. War sie von Anfang an. Und er pflichtete mir sofort bei, ihn selbst würde der Kleine auch immer so seltsames Zeug fragen. Er kenne so was gar nicht. Solche Gedanken seien ihm völlig fremd. Irgendwas stimme nicht mit dem Jungen. Das müsse er ihm noch austreiben. Haben ich Ihnen schon gesagt, wie sehr ich durchsetzungsstarke Männer liebe? Da werde ich ganz schwach. In meiner neuen Rolle als …

JFB: Frau Wörner, wir danken Ihnen für das sehr aufschlussreiche Gespräch. Und bitte grüßen Sie Ihren Stiefsohn ganz herzlich von uns.

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Titelbild: Youtube-Screenshot

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