Schon mehr als jeder Vierte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund

Von Jürgen Fritz, Sa. 31. Aug 2019, Titelbild: destatis-Screenshot

Die Zahl der Ausländer stieg in Deutschland auch 2018 weiter an. Waren es 2010 noch 6,75 Millionen, so waren es Ende 2018 schon fast 11 Millionen. Doch die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund ist noch sehr viel größer, beinahe doppelt so hoch.

Zahl der Ausländer steigt auf fast elf Millionen

Insgesamt lebten laut statistischem Bundesamt zum Jahresende 2018 ca. 83 Millionen Menschen in Deutschland. Die Bevölkerung ist letztes Jahr um 227.000 Personen gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilte, hat die Bevölkerungszahl damit erstmals die Marke von 83 Millionen Einwohnern überschritten. Interessant ist nun aber, wie sich die Bevölkerung zusammensetzt. Noch interessanter, wie sich die Zusammensetzung im Laufe der letzten Jahre veränderte und immer weiter wandelt.

Eines springt sofort ins Auge: Die Anzahl der Ausländer und der (direkten oder indirekten) Immigranten = Migrationshintergründler steigt und steigt. 2012 wurde in Bezug auf die Ausländer, also die Personen ohne deutschen Pass (Staatsangehörigkeit), erstmals die 7 Millionen-Marke überschritten, 2014 dann die 8 Millionen-Marke. Und nur ein Jahr später, 2015, waren es bereits über 9 Millionen, aber nur um dann 2016 auch die 10 Millionen-Marke zu überspringen. 2017 stieg die Zahl der rein juristisch, rein formal Nicht-Deutschen weiter an auf über 10,6 Millionen und 2018 dann auf fast 11 Millionen (10,92 Mio).

Die meisten dieser 10,92 Millionen ohne deutsche Staatsangehörigkeit waren übrigens Türken (1,48 Mio.), Polen (860.000) und Syrer (746.000). Bezogen auf 83 Millionen Gesamtbevölkerung entsprach das einem Bevölkerungsanteil von fast 13,2 Prozent. Jeder Siebte bis Achte, der sich 2018 dauerhaft in Deutschland aufhielt, war also ein Ausländer – Tendenz immer weiter steigend. Anders formuliert: Auf etwa 72 Millionen Deutsche (inklusive aller Eingebürgter und der Kinder von Immigranten, die schon ab Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit haben) kamen 2018 bereits knapp 11 Millionen Ausländer bzw. auf 6,6 Deutsche einer.

Die viel zu enge Definition von „Personen mit Migrationshintergrund“

Noch viel extremer sehen die Zahlen aber aus, wenn man nicht nur diejenigen betrachtet, die über keine deutsche Staatsangehörigkeit verfügen, sondern alle, die entweder selbst nach Deutschland immigriert sind (direkte Immigranten) oder von solchen abstammen (indirekte Immigranten), offiziell „Personen mit Migrationshintergrund“ genannt.

Ein Migrationshintergründler ist also jemand, der entweder selbst die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt oder wenn dies bei mindestes einen Elternteil der Fall ist. Im Einzelnen umfasst diese Definition folgende Personen:

  • zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländer
  • zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte
  • (Spät-)Aussiedler
  • mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Nachkommen der drei zuvor genannten Gruppen.

„Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist.“ So definiert das Statistische Bundesamt den Ausdruck „Migrationshintergrund“. Das heißt, schon ab der dritten Generation gelten die Nachfahren von direkten Immigranten nicht mehr als Personen mit Migrationshintergrund. 

Wandern also beispielsweise zwei Türken, Araber oder Afrikaner nach Deutschland ein (erste Generation), werden eingebürgert und bekommen Kinder (zweite Generation), die dann wiederum Kinder von eingebürgerten Türken, Arabern oder Afrikanern heiraten, mit den sie Kinder bekommen (dritte Generation), so gelten diese bereits nicht mehr als Personen mit Migrationshintergrund, selbst wenn alle ihre vier Großeltern aus der Türkei, Arabien oder Afrika stammen und man sich nicht mit den indigenen Deutschen vermischt, sondern vollkommen unter sich bleibt, vielleicht sogar die deutsche Sprache nur rudimentär spricht und versteht.

Diese Definition ist natürlich viel zu eng gefasst. Mittels dieses Tricks schafft man es, die Zahl der tatsächlichen Migrationshintergründler, die höher ist als die offiziellen Zahlen, zu verschleiern. Alle folgenden Zahlen beziehen sich also auf diese enge Definition die das Statistische Bundesamt natürlich vorsätzlich so vorgegeben hat.

Auf eine Person mit Migrationshintergrund kommen nur noch knapp drei Ursprungsdeutsche

Aber selbst diese Zahl der offiziellen Personen mit Migrationshintergrund ist sehr viel höher als die der Ausländer, also sehr viel höher als 10,92 Millionen. Die Zahl der Migrationshintergründler betrug 2017 bereits 20,3 Millionen und stieg 2018 nochmals um ca. 500.000 an auf 20,8 Millionen.

Dabei besaßen 2018 rund 52 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsbürgerschaft, knapp 48 Prozent waren Ausländer. Etwa die Hälfte der 10,9 Millionen Migrationshintergründler mit deutschem Pass besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit seit ihrer Geburt (5,5 Millionen). Ca. 13,5 Millionen der insgesamt 20,8 Millionen Migrationshintergründler sind nicht in Deutschland geboren, sondern selbst in unser Land migriert (eigene Migrationserfahrung, direkte Immigranten).

Somit war 2018 mehr als jede vierte Person in Deutschland (über 25 Prozent) eine solche mit Migrationshintergrund. Oder anders formuliert: Auf eine Person mit Migrationshintergrund kamen nur noch knapp drei Ursprungsdeutsche.

Und wohlgemerkt, das sind die gezielt zu niedrig angegeben Zahlen in Bezug auf Migrationshintergründler, die bereits ab der dritten Generation nicht mehr erfasst, sondern zu den indigenen Deutschen dazu geschlagen werden. Diese betragen inklusive der indirekten Immigranten der dritten, vierten, fünften Generation maximal 62,2 Millionen (83 minus 20,8).

Es ist nicht gleichgültig, aus welchen Menschen sich eine Gesellschaft zusammensetzt

Dabei gilt, selbst wenn ab sofort die Immigration vollkommen gestoppt werden würde (Nullgrenze), würde der Anteil der tatsächlichen Migrationshintergründler weiter steigen, weil diese a) im Durchschnitt wesentlich jünger sind als indigenen Deutschen (50-, 60-, 70-jährige Frauen bekommen keine Kinder mehr) und b) weil sie auch mehr Kinder bekommen als gleichaltrige Ursprungsdeutsche. Zu dieser höheren Produktion an Kindern kommen aber c) jedes Jahr nochmals hunderttausende neue Immigranten hinzu, so dass der Anteil der tatsächlichen indigenen Deutschen noch schneller schrumpft, während der der Personen mit Migrationshintergrund weiter ansteigt.

Was wir also Jahr für Jahr, Dekade für Dekade sehen, ist eine allmähliche Veränderung der Zusammensetzung der Bevölkerung in Europa, vor allem aber Deutschlands. Dass dies nicht ohne vielfältige Auswirkungen auf unser Land bleiben wird, dürfte klar sein. Denn um Thilo Sarrazin das Schlusswort zu überlassen:

»Hohe Produktivität, Wohlstand und wissenschaftliche Leistung erfordern, dass ein nennenswerter Teil der Menschen in der Gesellschaft über ein hohes Maß an Geist und Wissen verfügt und diese auch einsetzt. Darum ist es nicht gleichgültig, aus welchen Menschen sich eine Gesellschaft zusammensetzt und was diese an Ressourcen und Prägungen mitbringen.« (Feindliche Übernahme – Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht, S. 247)

P.S.: Dabei gilt natürlich, Ausländer nicht gleich Ausländer und Immigrant nicht gleich Immigrant. Hier gibt es, je nach Kultur aus welcher der Migrant stammt, wiederum riesige Unterschiede.

Altersaufbau der Schutzsuchenden 2018

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