Jörg Meuthen: Unser Nationalfeiertag steht für Freiheit!

Dokumentation, Do. 03. Okt 2019, Titelbild: YouTube-Screenshot

Heute jährt sich zum 29. Mal der Tag der Deutschen Einheit. Unser Nationalfeiertag erinnert an die deutsche Wiedervereinigung, die mit dem Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 vollendet wurde. Lesen, hören und sehen Sie dazu die Rede von Prof. Dr. Jörg Meuthen, einem der zwei Bundessprecher der AfD, der führenden Oppositionspartei im Deutschen Bundestag oder wie viele sagen: der einzig echten Oppositionspartei, der ein Plädoyer für die Freiheit, für den Liberalismus hielt.

Jörg Meuthens Rede zum Tag der Deutschen Einheit 2019

»Wir Deutsche begehen heute, am 3. Oktober, unseren Nationalfeiertag. Und wir tun das eigentlich als eine Nation, die – wenn es nach dem Willen des politischen Mainstreams ginge – in Auflösung begriffen sein sollte. Nein, dafür haben unsere Brüder und Schwestern in Ostdeutschland damals nicht gekämpft. Fast jeder von uns hat noch die Freiheitsrufe der mutig entschlossenen DDR-Bürger im Ohr „Deutschland einig Vaterland“, „Freiheit, Freiheit“ und „Wir sind das Volk“.

Heute, dreißig Jahre später, ist schon der Begriff „Volk“ verpönt. Auch Begriffe wie Vaterland und neuerdings sogar Freiheit werden von denen da oben geächtet und negativ konnotiert. Inmitten der Klima-Hysterie ist auch die Freiheit eines jeden Einzelnen nicht mehr zeitgemäß, denn „freiwilliger Verzicht“ auf unsere Freiheit soll uns da verordnet werden.

Die junge Generation, die erst nach der ‚Friedlichen Revolution‘ geboren wurde, kennt den Mauerfall nur noch aus dem Geschichtsunterricht und kann, da sie Gott sei dank! keine eigenen Erfahrungen damit machen musste, meist wenig damit anfangen. Wenn die Fridays-for-Future-Kinder heute auf die Straßen gehen, dann demonstrieren sie nicht für mehr Freiheit. Freiheit ist für diese Generation – und ich möchte das wiederholen – Gott sei dank! etwas scheinbar Selbstverständliches. Sie kennen die drückende Unfreiheit nicht; ich muss betonen: noch nicht. Sie stören sich kein bisschen daran, dass ihnen ihre Propheten sogar den freiwilligen Verzicht auf Freiheit predigen und marschieren frohgemut und fehlgeleitet in die selbstgewählte Unterdrückung.

Der 3. Oktober ist für mich jedes Jahr ein emotionaler Tag, da er mir immer wieder ins Bewusstsein rückt, was man im Trubel des Alltags zu leicht vergisst: Freiheit ist leider eben nicht selbstverständlich. Sie muss wie 1989 erkämpft und jeden Tag aufs Neue verteidigt werden – auch und gerade heute. Anders als die Ostdeutschen, haben die Westdeutschen ihre Freiheit regelrecht geschenkt bekommen. Die Freiheit ist ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg gewissermaßen zugefallen. Sie waren es gewöhnt, ihre Meinung frei äußern zu dürfen, frei reisen zu können und sich nicht zuletzt auch ökonomisch frei entfalten zu können.

Anders im Osten Deutschlands; hier folgte auf die Nazi-Diktatur ein weiteres sozialistisches Unrechtsregime: die DDR. Diese leidvolle Geschichte hat die Menschen über Generationen geprägt, hat sie hochsensibel für jede Form der Bevormundung gemacht. Aus dieser Erfahrung heraus haben besonders unsere ostdeutschen Landsleute ein untrügliches Gespür für die Bedrohung der Freiheit. Sie reagieren sozusagen allergisch auf jeden Versuch von oben – sei es von Politik oder Medien – ihre Freiheit zu beschneiden. Diesen wichtigen Freiheits-Instinkt, der vielen im Westen und in der jüngeren Generation mangels eigener Erfahrung mit Unfreiheit fehlt, den sollte man nicht als Demokratiedefizit diffamieren, sondern im Gegenteil besonders wertschätzen.

Mit tiefer Sorge blicke ich heute an unserem Nationalfeiertag auf unser Vaterland. Ein Vaterland, auf das wir nicht zuletzt auch wegen der in der ‚Friedlichen Revolution‘ erkämpften Freiheit mit Recht stolz sein können. Ich bitte Sie: Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die großen Errungenschaften unserer freiheitlichen Demokratie gegen ihre zahlreichen Feinde nicht verloren gehen. Wehren wir uns dagegen mit entschlossenem bürgerschaftlichem Engagement.«

Anmerkung: Hervorhebungen durch JFB.

Jörg Meuthens Rede in Bild und Ton

*

Aktive Unterstützung: Jürgen Fritz Blog (JFB) ist vollkommen unabhängig und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: JFB. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR

Werbeanzeigen