BSW fällt unter 5 Prozent, Union fehlen evtl. nur 10 Punkte zur absoluten Mehrheit

Von Jürgen Fritz, So. 02. Feb 2025, Titelbild: © JFB

Drei Wochen vor der Bundestagswahl fällt BSW in den Wahl-O-Matrix-Mittelwerten aller Institute erstmals unter fünf Prozent. DIE LINKE steigt im Gegenzug auf über 4 Prozent. Die Union bleibt mit knapp über 30 Prozent vorne, vor der AfD mit nun fast 21 Prozent, während die FDP jetzt sogar unter 4 Prozent fällt.

So würden die Deutschen heute wählen

Angegeben ist für jede Partei der Wahl-O-Matrix-Mittelwert aller Institute, die – bezogen auf den mittleren Tag der Befragung – in den letzten drei Wochen repräsentative Erhebungen durchführten. Aktuell liegen zehn Umfragen von neun verschiedenen großen Meinungsforschungsinstituten vor, die diese Kriterien erfüllen. Aufgeführt ist für jede Partei der niedrigste und der höchste Wert dieser zehn einbezogenen Befragungen (immer nur die aktuellste) sowie fettgedruckt das arithmetische Wahl-O-Matrix-Mittel aller zehn Werte:

  1. CDU/CSU: 28,5 – 34 % ==> 30,1 %
  2. AfD: 19 23 % ==> 20,7 %
  3. SPD: 15 – 17 % ==> 15,9 %
  4. GRÜNE: 12 – 15 % ==> 13,7 %
  5. BSW: 36 % ==> 4,9 %
  6. DIE LINKE: 35 % ==> 4,2 %
  7. FDP: 3 – 4 % ==> 3,8%
  8. Freie Wähler: 1,2 – 2 % ==> 1,6 %
  9. Sonstige: 5,1 %

(c) JFB

Erläuterung: Diese Werte sind so zu verstehen, dass es für jede Partei bzw. für jede Bundestagsfraktion ein Fenster gibt, innerhalb dessen sie derzeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit läge. Die aufgeführten Zahlen stellen die Mitte dieses Fensters dar. Kleine Abweichungen von dieser Fenster-Mitte von ein bis zwei Prozent sind also jeweils in beide Richtungen möglich, bei größeren Parteien auch drei Prozent, wobei die Wahrscheinlichkeit, je weiter man sich von der Mitte des Fensters weg bewegt, immer mehr abnimmt und zwar drastisch. Abweichungen von fünf bis zehn Prozent sind daher nahezu ausgeschlossen. Dies läge weit außerhalb des Fensters.

Potentielle Verteilung der Direktmandate

Die potentielle Verteilung der Direktmandate (Erststimme) sieht laut Wahlkreisprognose zum Stand 25.01.2025 wie folgt aus:

  1. CDU/CSU: 231
  2. AfD: 46
  3. SPD: 11
  4. GRÜNE: 9
  5. DIE LINKE: 2
  6. BSW: 0
  7. FDP: 0

Bereits 40,2 Prozent der gültigen Zweitstimmen könnten bei diesem Ergebnis für eine absolute Mehrheit reichen

Sollten sowohl BSW als auch DIE LINKE und die FDP den Einzug in den Bundestag nicht schaffen, weil sie weder die Fünf-Prozent-Hürde bei den Zweitstimmen überspringen noch mindestens drei Direktmandate gewinnen, so könnten nach diesem Ergebnis circa 40,2 bis 40,3 Prozent der gültigen Zweitstimmen für eine absolute Mehrheit der Sitze im Bundestag ausreichen. Der Union würden somit nur gut 10 Prozentpunkte für eine Alleinregierung fehlen.

Sollten dagegen BSW, DIE LINKE und die FDP alle drei den Einzug in den Bundestag doch noch schaffen, bräuchte es ca. 46 bis 47 Prozent der gültigen Zweitstimmen für eine absolute Mehrheit der Sitze im Bundestag. Schafft es nur eine oder schaffen es nur zwei dieser drei Parteien in den Bundestag liegt der Grenzwert für die absolute Mehrheit im Parlament dementsprechend dazwischen.

Die Erhebungen dieser Institute hat Wahl-O-Matrix ausgewertet

Die zehn Umfragen, welche ausgewertet wurden, waren (Kriterium 1: bezogen auf den mittleren Tag der Befragung nicht älter als drei Wochen, Kriterium 2: von jedem Institut immer nur die jeweils aktuellste, sofern nicht verschiedene Erhebungsmethoden vorlagen, ansonsten von jeder Erhebungsmethode die jeweils aktuellste):

  1. Allensbach, mittlerer Tag der Befragung: 13.01.2025, Face to face – persönlich-mündliche Befragung von 1.015 nach Quotenvorgaben ausgewählten Personen,
  2. Ipsos, mittlerer Tag der Befragung: 17.01.2025, Online-Panel – internetbasierte Befragung von 1.000 ausgewählten Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool),
  3. Wahlkreisprognose, mittlerer Tag der Befragung: 22.01.2025, Befragung via geschl. Online Panel, Befragte: 1.500 wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren
  4. Forsa (RTL/ntv-Trendbarometer), mittlerer Tag der Befragung: 24.01.2025, telefonische Befragung von 2.504 zufällig ausgewählten Personen,
  5. Verian, mittlerer Tag der Befragung: 25.01.2025, telefonische Befragung von 1.461 zufällig ausgewählten Personen,
  6. YouGov, mittlerer Tag der Befragung: 25./26.01.2025, internetbasierte Befragung von 1.781 gezielt ausgewählten Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool),
  7. Forschungsgruppe Wahlen (ZDF-Politbarometer), mittlerer Tag der Befragung: 28.01.2025, telefonisch und online erhobene Befragung von 1.428 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten.
  8. Infratest dimap (ARD-DeutschlandTrend), mittlerer Tag der Befragung: 28.01.2025, zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung von 1.336 Personen,
  9. Civey (SPIEGEL) vom 19.01.2025, 15 Uhr, mittlerer Tag der Befragung: 29./30.01.2025, Stichprobengröße: 10.022, stellvertretend für die Grundgesamtheit (volljährige Bundesbürger) in der Stichprobe zur Berechnung des repräsentativen Ergebnisses berücksichtigt wurden,
  10. INSA (BILD am Sonntag), mittlerer Tag der Befragung: 30./31.01.2025, Mix–Befragung per Telefon und per Online-Panel von 1.203 Personen,

Wahl-O-Matrix, Deutschlands führendes Meta-Analyse-Tool (von JFB gegründet) hat damit eine sehr breite Datenbasis von insgesamt 23.250 Befragten.

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