Bayern: CSU im Tal der Tränen – AfD nur noch ein Punkt hinter der SPD

Von Jürgen Fritz

Neuneinhalb Monate bis zur immens wichtigen Landtagswahl in Bayern und die CSU versinkt immer tiefer im Tal der Tränen. Die AfD dagegen liegt jetzt nur noch einen Punkt hinter der SPD.

Das Ende der absoluten Mehrheit

Wie bereits mehrfach berichtet, stellte die CSU in den letzten 56 Jahren 51 Jahre lang die Alleinregierung in Bayern. Nur einmal war sie auf einen Koalitionspartner angewiesen (2008 bis 2013 die FDP). Doch neuneinhalb Monate vor der immens wichtigen Landtagswahl rückt nun die absolute Mehrheit in immer weitere Ferne für die noch Seehofer-, bald vielleicht schon Söder-CSU.

Aktuell käme sie bei Landtagswahlen laut GMS gerade noch auf 37 Prozent. Ein Minus von fast elf Prozent gegenüber der letzten Landtagswahl 2013 (!). GMS veröffentlichte heute seine Umfrageergebnisse für Sat 1 Bayern (befragt wurden vom 27. bis 29. 3. November mehr als 1.000 Personen, die Ergebnisse anschließend mit hauseigenen Formeln hochgerechnet, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten):

  1. CSU: 37 %
  2. SPD: 15 %
  3. AfD: 14 %
  4. GRÜNE: 10 %
  5. FDP: 8 %
  6. Freie Wähler: 7 %
  7. LINKE: 3 %
  8. Sonstige: 6 %

2017-11-30

Gewinne / Verluste gegenüber 2013

Sofern wir voraussetzen wollen, dass die GMS-Zahlen die aktuelle Lage realistisch abbilden, ergäben sich im Vergleich zur letzten Landtagswahl in Bayern folgende Gewinne respektive Verluste.

  1. AfD: + 14,0 %
  2. FDP: + 4,7 %
  3. GRÜNE: + 1,4 %
  4. LINKE: + 0,9 %
  5. Freie Wähler: – 2,0 %
  6. SPD: – 5,6 %
  7. CSU: – 10,7 %

Muss die CSU sich nächstes Jahr zwischen SPD und AfD entscheiden?

Der große Verlierer der Landtagswahl wäre nach derzeitigem Stand also die CSU mit fast elf Punkten Einbuße, der ganz große Gewinner dagegen erneut die AfD. Diese wird, das kann man wohl jetzt schon sagen, zum 15. Mal in Folge bei Landtagswahlen reüssieren und auch in dieses Landesparlament einziehen. Sie hat sogar wie bei der Bundestagswahl im September gute Chancen, als drittstärkste Kraft in den bayerischen Landtag einzuziehen, ja eventuell wird sie sich sogar die SPD noch schnappen können.

Wovon wir aber mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit ausgehen können, ist, dass die CSU nächstes Jahr mindestens einen Koalitionspartner benötigen wird, um eine Mehrheit zustande zu bringen. Und sollte die Wahl nächstes Jahr in etwa so ausgehen, wie die GMS-Umfrage es aktuell nahe legt, dann würde es nicht einmal für CSU + FDP (45 %) oder CSU + Freie Wähler (44 Prozent) reichen. Sie müsste dann schon entweder beide mit ins Boot holen, um eine Mehrheit zustande zu bringen oder sich zwischen SPD, AfD und Grünen entscheiden. Wäre das nicht eine Gaudi?!

Das Ende scheint nahe

Die Tage von Horst Seehofer scheinen aber gezählt zu sein. Eventuell fällt schon Anfang nächster Woche die Entscheidung, ob er zurücktritt und wenn ja, wer sein Nachfolger als Ministerpräsident und wer als Parteivorsitzender werden wird.

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Bilder: Youtube-Screenshot sowie © eigene Grafik (Wahl-O-Matrix)

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10 Antworten auf „Bayern: CSU im Tal der Tränen – AfD nur noch ein Punkt hinter der SPD

    1. Jutta M. Brandt

      Ja ich habe mir auch die Augen erst mal reiben müssen, als ich das mit den 10 % für die Grünen las. Ist mir auch völlig unverständlich. Die können nur alle in München sitzen, dem rot-grünen Moloch, da in München kaum noch echte Bayern wohnen. Tja, ich als Urbayerin hoffe auf eine starke AfD……

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  1. Tanzender Berg

    Die abgebildeten Personen sind ALLE Mitglieder eines Gruselkabinetts. Da hilft nur eines: AfD wählen. CSU unter 35%, SPD weniger als AfD, das wird dann eine Gaudi!

    Gefällt 2 Personen

  2. Gerro

    Fatale Fraktionsgemeinschaft
    Das Problem der CSU regiert im fernen Berlin und heißt Dr.Merkel (CDU). Sie hat mit ihrer Islam-Immigration die am meisten davon betroffene Bayern-CSU bei der Wahl am 24.9.2017 mit in den Abgrund gerissen. Mitgegangen – mitgefangen – mitgehangen, so lautet das Schicksal in der Fraktionsgemeinschaft namens Union.
    Spätestens seit 2015 merkt der dümmste Bayer: Wer CSU wählt, wählt zwangsläufig die islamophile Dr.Merkel und hält sie an der Macht. Da kann der bairische Löwe Horst oder demnächst Markus? in München so viel brüllen wie er mag – er landet im Berliner Kanzleramt als Bettvorleger zu Füßen von Dr.Angela Dorothea Merkel, geb. Kasner-Kazmierczak, aus Polen stammend.
    .
    Bezogen auf alle 61,5 Mio Wahlberechtigten bekamen Dr.Merkel und ihre 2.Groko am 24.9.2017 nur noch … 24,8 Mio Stimmen … 40,3 Prozent der Wahlberechtigten … weit unter der absoluten demokratischen Mehrheit.

    Totaler Verlierer ist Dr.Merkel mit ihrer 2.Groko. Ein Verlust von 105(!) Sitzen, obwohl +78 Sitze durch Sondermandate und Wahlbeteiligung dazu gekommen sind:

    CDU 200 (-55) Sitze + CSU 46 (-10) + SPD 153 (-40) = Groko 399 (-105) Sitze

    Gewinner sind alle anderen Parteien, am allermeisten die demokratischen Neuparteien:

    AfD 94 (+94) + FDP 80 (+80) = Neue 174 (+174)
    Linke 69 (+5) + Grüne 67 (+4) = Alte 136 (+9)

    Der Bundestag musste räumlich wegen der Mandatsverluste aus Dr.Merkels zweiter Groko-Regierung in der Sitzordnung völlig umgestaltet werden, betroffen waren 288(!) Sitze/Bänke. Da kam die Bundestagsverwaltung ganz schön ins Schwitzen, Ob Dr.Merkel mitgeholfen hat?

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  3. Gerro

    Lieber Jürgen!

    Fakt ist:
    Die größte Wahlverliererin aller Zeiten heißt Dr.Merkel, in Personalunion als Bundeskanzlerin .und als CDU-Parteivorsitzende.

    Warum lenken Sie mit Ihrem Artikel von dieser Tatsache ab? Gesponsert aus dem Kanzlerinamt?

    Das Ende scheint nahe

    Die Tage von Angela Merkel müssten an sich gezählt zu sein. Eventuell fällt schon Anfang nächster Woche die Vorentscheidung, ob sie zurücktritt und wenn ja, wer ihr Nachfolger als CDU-Parteivorsitzender werden wird.

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