Die große Abrechnung – die SPD eine Schlangengrube oder Zentrum des rotbraunen Terrors?

Von Jürgen Fritz

Was für ein Auf- und Abstieg innerhalb von nur zwölf Monaten! Aus Brüssel nach Berlin, von heute auf morgen SPD-Parteivorsitzender, mit 100 Prozent Zustimmung zu diesem gewählt, die Anzahl der potentiellen Wähler innerhalb weniger Wochen um mehr als 50 Prozent gesteigert und dann dieser sagenhafte Absturz: Parteivorsitz weg, Ministeramt weg, Reputation weg, Parteifreunde weg. Doch jetzt meldet sich Martin Schulz‘ große Schwester aus Würselen zu Wort und rechnet gnadenlos ab mit der SPD-Spitze. Was aber steckt in Wahrheit hinter dem ganzen Elend der Partei?

Einmaliger Auf- und Abstieg

Wie wird es mit Martin Schulz weitergehen? Wird er nach Würselen zurückkehren und dort wieder Bürgermeister werden? Wird er in Berlin bleiben und in der zweiten oder dritten Reihe Platz nehmen oder geht er wieder nach Brüssel, die eigene Börse weiter auffüllen? Vor allem aber: Wie konnte es zu diesem einmaligen Auf- und Abstieg kommen?

Am Mittwoch wurde Martin Schulz noch gefeiert, nachdem er mit der kommenden SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles und der SPD-Verhandlungsdelegation Unglaubliches aus den Koalitionsverhandlungen herausgeholt hatte. Die CDU gab nahezu alle Schlüsselressorts aus der Hand, nur um Merkel weiter das Kanzleramt zu sichern, was aber auch sie bald schon den Kopf kosten könnte. Der Unmut in der CDU ist gewaltig!

Doch dann, nur zwei Tage später, erklärt Schulz, dass er nicht nur den Parteivorsitz abgeben werde, sondern auch auf das angestrebte Amt des Außenministers und jedes andere Ministeramt verzichten werde. Was aber bleibt Schulz dann noch? Ist er fortan nur noch ein Bundestagsabgeordneter wie viele hundert andere auch?

Die Schwester von Martin Schulz rechnet mit der SPD ab

Nun meldet sich die große Schwester von Martin Schulz, Doris Harst, zu Wort und macht der SPD-Parteispitze schwere Vorwürfe. „Andrea Nahles, Olaf Scholz und andere machen ihn zum Sündenbock für alles“, sagte Schulzens Schwester der Welt am Sonntag. „Dabei könnten sie Martin dankbar sein, nicht nur, weil er in ihrem Sinne Sigmar Gabriel abserviert hat.“ Die SPD habe sich im Umgang mit ihrem Bruder als eine „echte Schlangengrube“ erwiesen, so Doris Harst. Und sie sattelte noch weiter drauf. Jetzt sagten

„Politiker mit Führungsverantwortung: ,Martin ist an allem schuld‘. Mir wird übel, wenn ich höre, wie Herr Stegner sich äußert und wenn Juso-Chef Kühnert sagt, ,nachdem die Personalie Schulz vom Tisch ist …‘“.

Damit werde doch deutlich, dass ihr Bruder „nur belogen und betrogen“ worden sei. Martin habe diese Schlangengrube in Berlin völlig unterschätzt. Nach seiner Zeit als Spitzenpolitiker in Brüssel und Straßburg sei das nicht das Richtige für ihn gewesen.

Doris Harst gehört selbst seit Jahrzehnten der SPD an. Sie wohnt nach wie vor wie ihr Bruder in Würselen und ist dort kommunalpolitisch engagiert, unter anderem als Mitglied des Stadtrats.

Die italienische Zeitung La Repubblica schließt sich der Einschätzung von Dors Harst an. Zum Absturz von Schulz schreibt sie: „Martin Schulz war nur für 36 Stunden Außenminister. … Er ist der Ziggy Stardust der deutschen Politik.“ Als Alien sei er vor einem Jahr von Brüssel nach Berlin katapultiert und wie ein Gott einer führungslosen Partei gefeiert worden. Dann sei er in tausend Stücke gerissen worden. Er sei in diesen Monaten der perfekte Sündenbock einer Partei geworden, die seit zehn Jahren in einer Identitätskrise steckt und die zu vergessen versucht, dass sie ihn vor einem Jahr gerufen habe, so La Repubblica.

Was in Wahrheit hinter dem Elend der SPD steckt

Das eigentliche Problem der SPD ist aber weder Martin Schulz noch Sigmar Gabriel, Andrea Nahles oder all die anderen finsteren, heuchlerischen Gestalten. Das eigentliche Problem geht sehr viel tiefer. Was in Wahrheit hinter dem Elend der SPD steckt, hat der verstorbene Historiker Rolf Peter Sieferle auf den Punkt gebracht:

„Der Sozialstaat beruht auf der impliziten Annahme, daß seine Leistungen nur einer bedürftigen Minderheit zugute kommen, während die Mehrheit aus Leistungsträgern besteht, die dies durch Umverteilung finanziert. Wenn also ein Trend in Gang kommt, wodurch die Zahl und das Anspruchsniveau der Leistungsempfänger steigt und gleichzeitig die der Leistungsträger abnimmt, gerät das System in eine fundamentale Krise und bricht schließlich zusammen.“ (Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem, S. 124)

Durch die Flutung mit zu über 90 Prozent völlig unqualifizierten Immigranten erhöht die SPD aber die Zahl der Leistungsempfänger, die ohnehin längst viel zu hoch ist, noch einmal zusätzlich in drastischer Weise. Sie beschleunigt also den Zusammenbruch noch statt gegenzusteuern. Das spüren immer mehr Menschen und wenden sich ab. Daher braucht die SPD einen neuen Schützling, für den sie sich engagieren kann: den „Flüchtling“ – wodurch sie sich aber jetzt vollends gegen ihr eigentliches Klientel wendet, von dem sie gewählt werden will: den deutschen Arbeiter.

Die SPD als Interessenvertretung derer, die Deutschland zerstören werden – der Weg in den rotbraunen Terror

Die Arbeiterpartei löste sich lange schon von den Arbeitern, da diese nicht wollten, wie die SPD wollte, dass diese wollen sollen, und suchte sich nun ein neues Mündel: den „Flüchtling“. Die SPD ist schon lange keine Interessenvertretung mehr des Arbeiters. Inzwischen ist sie zuallererst die Interessenvertretung des armen ausgebeuteten Immigranten. Doch dafür eignet sich nicht jeder. Der „Flüchtling“ muss vielmehr als der schlechthin Andere konstruiert werden, der die Sozis und die Grünen nicht mit den Deutschen alleine lässt. Je exotischer der „Flüchtling“, desto besser. Und exotisch sind eben „Flüchtlinge“ aus Afrika, aus Pakistan, Afghanistan und dem Nahen Osten. „Flüchtlinge“ aus China oder aus Sibirien wären wohl deutlich weniger willkommen, da nicht richtig exotisch.

„Der ‚Flüchtling‘ aus der Dritten Welt hat in den letzten Jahren den ‚Proletarier‘ als Heilsfigur der Linken ersetzt. Beide Konstrukte tragen aber vergleichbare wahnhafte Züge. Der reale Arbeiter wollte keineswegs die ‚Revolution‘ als eschatologische (Lehre vom Anbruch einer neuen Welt) Erneuerung, sondern er wollte ein anerkanntes Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft werden, die ihn mit einem ‚Arbeitsplatz‘ versorgte und seine Lebensrisiken durch den Sozialstaat absicherte. Für die eschatologische Linke war dies ein Verrat an ihren Prinzipien (‚Wer hat uns verraten …?‘), so daß sie selbst die Sache als ‚Avantgarde‘ der Arbeiterklasse in die Hand nehmen mußte, mit den bekannten Folgen einer Kombination von Inkompetenz und Terror.“ (Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem, S. 33)

Fazit

Entweder die SPD wird untergehen oder die aufgeklärte, freiheitliche, rechtsstaatliche, demokratische, menschenrechtsbasierte Ordnung, die europäischen Kultur und Zivilisation. Tertium non datur.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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17 Antworten auf „Die große Abrechnung – die SPD eine Schlangengrube oder Zentrum des rotbraunen Terrors?

  1. Helma Braun

    Wer mit der Stimme nicht Wahlberechtigter seine Erpressungen legitimiert – SPD-Mitglieder sind zum Teil minderjährig und zum Teil Ausländer- hat moralisch sogar seine Bürgerrechte verwirkt. Sie bereiten sich anscheinend Genossen-geschlossen auf eine Konvertierung zum Islam vor, weil sie in einem demokratischen System nicht klar kommen – jedenfalls nicht adäquat.

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    1. Christian Fuchs

      Dem ist nichts hinzuzufügen. Leider bestehen die Altparteien auch aus vielen engagierten und Aufopferungsbereiten Lokalpolitikern, die nicht bereit sind anzuerkennen, welche Fahnen sie schwenken. Bei Erwachsenen ist Gut gemeint, fast immer schlecht gemacht, nur bei kleinen Kindern wird das als motiviert belohnt.

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  2. nouseforislam

    Das Elend der SPD? Die Tatsache, dass eine Partei Figuren wie Herrn Goebbels-Mielke oder Frau Barley-Glupsch als Aussenminister aufs Tableau bringt, solllte als Antwort eigentlich ausreichen. Die SPD ist auf Schussfahrt und die wird sich fortsetzen, denn inzwischen hat sich dieser Prozeß verselbstständigt. Die Partei wird unter 10 % rutschen oder sich spalten. Es zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung wie in den Nachbarländern ab, ein Zeichen dafür, dass die Zeiten der klassischen Sozialdemokratie einfach vorbei sind. Als Zufluchtsort diverser „verfolgter“ Minderheiten – wie Schwule und Lesben, Behinderte oder Flüchtlinge – aufzutreten, ist nur der Versuch, ein bißchen Sozialkompetenz zu wahren. Die klassische Klientel ist schon lange abgewandert. Und ohne Humus kann nichts wachsen.

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  3. Hansa

    Man kann die Entwicklungen in beiden ehemals großen Volksparteien auf Kernfragen herunter brechen. Die SPD kann machen, was sie will. Mit der Agenda 2010 hat sie unter dem damaligen Ansturm des US-Konzeptes von „shareholder-value“ ihren sozialpolitischen Markenkern aufgegeben. Einen anderen Kern hat sie nicht.

    so sagt es heute Willy Wimmer: h_ttps://sptnkne.ws/gGuy

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  4. Pingback: Die große Abrechnung – die SPD eine Schlangengrube oder Zentrum des rotbraunen Terrors? – Leserbriefe

  5. Surgeon100

    Mir der Agenda 2010 und dem machtgeilen Kapitalisten Schröder schon hat die SPD sich selbst verraten, und Schröder ist einer der größten Verräter der Sozialdemokratie, den es je gegeben hat.
    Kein Wunder, dass dann auch noch der Puffgänger Peter Hartz auftauchte,
    und mit der Agenda 2010 sämtlichst die kleinen Leute und Arbeiter verraten hat ! (Intonation Martin Reichardt).
    Dann hat sich die SPD mit der alten GroKo um der Macht willen weiter korrumpiert,
    und alles ! verraten um der Macht willen: Zusammenarbeit mit der Kapitalistin Merkel, es ging nur noch um die Banken, Reichen und Konzerne,
    und die Masse ist komplett verarmt und ausgeplündert worden: Renten kaputt, Verarmung, Niedriglöhne, Ausbeutung der Menschen überall ! Und das unter SPD-Regime !
    Die SPD hat also sich selbst und alles verraten. Verantwortlich wieder hauptsächlich: die Kaputtmacherin und Menschenverächterin und Menschenhasserin Merkel !
    BRD in DDR umgewandelt, das ist Fakt heute.
    Schulz hat zwar zum Ende das erkannt, aber er hat mit der SPD mit verraten. Was sollte er nun noch tun ??
    Sicher hat auch seine Schwester Recht, Berlin ist ein krankes Haifischbecken.
    So hat die SPD sich insgesamt durch Lug und Betrug an ihren eigentlichen Zielen selbst zerlegt,
    und kein vernünftiger Mensch glaubt ihr mehr.
    Und dann die Intrigen und Machtspiele in der Partei anläßlich der neuen GroKo.
    Da hat Schulz wahrscheinlich eher Charakter bewiesen,
    und hat den anderen noch Korrupteren wie Nahles und Co. das Feld überlassen.
    Nahles wird wahrscheinlich Merkel II werden, und Merkel hat mit ihrem Feminismus die neuen Hexen an die Macht gebracht,
    nun sind es Frauen, die das Land kaputt machen (dürfen), siehe auch VdL und die BW.
    Eine bösartige hässliche Oma namens Merkel hat alles kaputt gemacht, nun bringt sie weitere Frauen und Hexen diesmal aber aus der eigentlichen Gegenpartei an die Macht.
    Ein echter Hexenstaat, antichristlich, männerfeindlich, kaputt. Da werden Parteien wie die AfD es schwer haben.
    Es fällt eh auf, dass fast jede Art von Ordnung und Gesetz und Recht unter Merkel verschwunden ist.
    Möglicherweise sind gewissen Werte und Ordnungen auch eher männlich, oder haben patriarchalen Charakter,
    denn unter Merkel und ihren Intrigen und Lügen sind sie fast alle verschwunden !

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  6. Heidi Preiss

    Die AfD wird diese Korrumpel zu Recht vor sich hertreiben, bis denen die Luft ausgeht. Wir haben etwas Besseres verdient. Hätte dieser Steinmeier, dieser Vierkantenschlüsselkopf, nicht die Neuwahlen verhindert, wären wir sicher schon ein Stück weiter. Man muss sich dieses Video mal genau ansehen. Niemand von denen hatte jemals vor, keine GroKodil zu bilden. Die hinterhältigen Grimassen von der Dreyer und Schwesig sprechen Bände. Wird Zeit, dass diese Figuren voll gegen die Wand knallen – Nahles spricht für sich selbst. Würg…….

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  7. Heidi Preiss

    Was ich noch sagen wollte:
    10 kleine Negerlein sich aufs Regieren freuen,
    einen haben die Lügen zerrissen, da waren es nur noch neun

    ……………………………………..

    Da muss doch noch was gehen.
    Ich warte jetzt nur noch auf die Basis der CDU. Die SPD zerlegt sich von selbst, da wird kein Negerlein auf Dauer standhalten.

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  8. Pingback: Slavik verlässt das Gericht als freier Mann! | inge09

  9. Pingback: KOPP-REPORT – website-marketing24dotcom

  10. Realistischer

    Mit den armen unschuldigen Opfern widriger Umstände, die noch nicht korrumpiert sind vom westlichen Kapitalismus, lässt sich der Widerstand gegen die soziale Ungleichheit viel besser inszenieren.

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  11. Günter Pawllitzki

    Die SPD wird an den vielen „Goldstücken“ , die uns bereichern, scheitern. Deutschland zum Sozialamt der Bedürftigen der ganzen Welt machen zu wollen, ist in der heutigen Welt einmalig. Eigentlich nur Hirnverbrannt und irrsinnig! Man kann diesen Leuten, die der Meinung sind, dass wir keine Obergrenze brauchen, nicht mehr zuhören.
    Sie dürfen nicht mehr weiter Verantwortung für unser Land übernehmen und gehören aus den Ämtern entfernt.

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  12. Pingback: Merkel IV – Das Kabinett der fleischgewordenen Inkompetenz – rsvdr-der etwas andere Blog

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