Sind Götter letztlich auch nur Diskursteilnehmer, zudem extrem schwache?

Von Jürgen Fritz

Das Wort Gott sei für ihn nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden, schrieb Albert Einstein im Januar 1954 in einem Brief an den Philosophen Erich Gutkind. Können wir die Götter so einfach abtun oder müssen wir sie nicht vielmehr ansehen als Diskursteilnehmer. Wenn ja, wie sehen ihre Argumente denn aus, über welche Argumentationskraft verfügen sie und was beten die, die jene anbeten, denn eigentlich an?

Das Hauptargument der Götter

Götter sind letztlich auch nur Diskursteilnehmer. Durch die Bank aber solche, deren ganze Argumentationskraft sich je nach geistig-moralischem Entwicklungslevel fast immer auf „Argumente“ der folgenden Art beschränkt: „Mach genau das, was ich dir sage! Sonst breche ich dir alle Knochen / zerstampfe ich dich zu Brei / ersäufe ich dich wie eine junge Katze …“.

Wer also Götter anbetet, betet letztlich primär eines an: die Macht. Denn wer würde einen schwächlichen Gott, der nichts zustande bringt, haben wollen oder gar anbeten? Das Anbeten von Göttern zeugt also von einem Charakter, der die Macht mehr verehrt als die Wahrheit. Dies verbindet übrigens die Gottesanbeter und die politische Linke

Der finale Showdown?

Die meisten von ihnen wurden allerdings von zwei besonders egomanischen Kollegen beseitigt, welche extrem viel Aufmerksamkeit benötigen und daher keinen anderen neben sich zu dulden bereit sind. Und die zwei haben sich seit 1.400 bis 2.000 Jahren beleidigt zurückgezogen und sagen seither gar nichts mehr. Manche meinen, in diesem Jahrhundert stünde der große Showdown dieser zwei Verbliebenen an beziehungsweise ihrer fanatisierten Armeen.

Ob es nicht am besten wäre, sie würden ihren Streit unter sich austragen, sich in einem fairen Duell gegenseitig zur Strecke bringen und die Menschen endlich in Ruhe lassen? Warum müssen sie immer andere für sich bluten lassen? Vielleicht weil sie zu feige sind, sich selbst dem Kampf zu stellen?

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Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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23 Antworten auf „Sind Götter letztlich auch nur Diskursteilnehmer, zudem extrem schwache?

  1. 300sel

    Götter sind die Erfindung früherer „Gelehrter“. Ihre Existenz ist bis heute nicht bewiesen. Wie bitte (und worüber) soll man mit solchen Phantomen diskutieren?

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  2. truckeropa66

    Ich hatte vor vielen Jahren eine Diskusion it einem evangelischen Pfarrer. Dieser Mann war Überzeugter Anhänger, und schwer von was anderem zu überzeugen!
    In dieser Diskusion, wurde von einer dritten Person die Frage aufgebracht:“was ist Gott?“
    Hier geriet der Pfarer dann doch Plötzlich in Erklähfungsnotstand!
    Meine Erklährung damals als noch Realschüler(15) war dann so. Der Gott, oder früher die Götter, unabhängig von welcher Religion auch immer, sind die Erklährung der jeweiligen Menschen für die Dinge die zu dem jeweiligen Zeitpunkt Unerklärbar waren. Bsp. Die alten Griechen, ein doch zu ihrer Zeit gebildetes Volk, könnte sich aber Dinge wie Blitz und Donner erklären, also war ein Gott dafür die Selbe!
    Mit der Zeit würden Dinge erforscht und somit erklärt, der jeweilige Gott wurde dann Arbeitslos und wegrationalisiert. Heute hat man nur noch einen Gott, und der schiebt sich immer weiter raus….ende des 19ten Jahrhunderts, wohnte er hinter den Wolken. Dann kamen Flugzeuge, da wohnte er im All, in den 1960zigern kam die bemannte Raumfahrt, und so wurde er weiter raus geschoben……

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  4. Horstilein

    Die Römer wussten es schon: der Wahlspruch der Kaiser ab Augustus war: deorum offensae diis curae – Beleidigungen der Götter müssen die Götter selbst rächen.

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  5. Benjamin Goldstein

    Die Götter kämpfen ja auch. Alte Legenden sind ein unglaublicher Schatz des Wissens.

    Der „Krieg der Titanen“ reflektierte mit Sicherheit einen realen Krieg zwischen Menschen. Der alte Götterhimmel wurde durch einen neuen abgelöst. Warum? Weil unterworfene Völker ihr Denken ändern. Dem liegt eine unbequeme Wahrheit zugrunde. Mit Gewalt lässt sich das Denken der besiegten komplett umschreiben, ohne dass die Menschen das bewusst wahrnehmen.

    Das Attentat von Charlie Hebdo hat die Akzeptanz des Blasphemieparagraphen von der CSU bis in die Linkspartei getragen. Argumente wurden nicht gehört, aber die Führung der Linkspartei hat sämtliche Forderungen nach Säkularismus fallengelassen wegen des Anschlags.

    Übrigens täten Atheisten auch einmal gut daran, die Gruppe derer, die sich Atheisten nennen, einmal empirisch zu beschreiben. Mir scheinen selbst Islamisten mehr Selbstreflexion zu haben als die meisten Atheisten.

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  6. Sohn des Oels

    Es kommt immer darauf an welchen Gott man meint. Die (alten) Götter hatten ja schließlich einen Namen und standen für etwas. Z.B. der Marsgott stand für Krieg u.s.w. Es gibt aber einen Gott der von sich sagt, er sei der alleinige oder einzige Gott der das Recht hat angebetet zu werden. Und er erklärt in seinem Wort schon ganz zu Anfang das er der Schlange (die für den tiefen Fall des Menschen verantwortlich war) den Kopf zertreten werde. Aus der Schlange oder Luzifer (Lichtengel) der er mal war, bevor er sich erhoben hatte, ist nun Satan oder der Teufel geworden. Und seine ganzen Unterteufel sind die Götter und Dämonen wie wir sie über die ganze Zeit und aus der Antike so gerne bis in die Neuzeit übernommen haben. Übrigens, einen Kampf wird es geben im Himmel zwischen seinen (Jesu) Engeln unter der Führung Michaels und den anderen (gefallenen) Engeln unter Satans Führung. Und noch etwas. Gott feige? Hat er „das lebendige Wort Gottes“ nicht sogar sein Leben für die die Menschheit gegeben? Nennt man ihn nicht das Lamm Gottes? (Opfer) Nennt man ihn nicht den Löwen aus Juda? (Mut und Stärke) Nennt man ihn nicht den König aller Könige? (Autorität) Und wo sitzt er wohl? Zur Rechten Seite des Vaters im Himmel auf seinem Trohn.

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  7. Tanzender Berg

    Die zwei besonders egomanischen Kollegen sind, ihrem jeweiligen Temperament entsprechend, eine sadomasochistische Beziehung eingegangen, die sie jetzt in vollem Ernst ausleben. Daher ist absehbar, wie der Kampf dieser beiden ausgeht.

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  8. Jürg Rückert

    Sind wir in der Hand Gottes, unter seinem Stiefel oder allein auf der Wiese?
    Sie haben eine Münze mit Wappen und Zahl. Bei 10 Würfen müsste es 5:5 stehen. Gab es aber 3 Mal Wappen, so ist dies nirgendwo gespeichert, um die Wahrscheinlichkeit in menschlichem Sinne zu „retten“! Da sitzt keiner, der Buch führt.
    Das Leiden der Tiere hat mich als Kind immer verletzt, das der Menschen weit weniger. Der Buchhalter da oben vermerkt die Leiden der Menschen als Guthaben. Aber die Leiden der Tiere sind in diesem System völlig sinnlos. „Just us“ – Hauptsache wir sind gerettet!
    Die Angriffe des eineigen Gottes Allah auf den dreieinigen Gott werden immer heftiger. Noch eine Runde und der Dreieinige ist k.o. Die Welt lacht schon über Seinen Namen. Wir werden sehen, ob der Arm des Gottessohnes fällt. Zeit wäre es. Er ist dran.

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  9. Werner N.

    Der bloße Hinweis und die falsche Interpretation von Einsteins bekanntem „God–Letter“ (1954, ein Jahr vor seinem Tod) ist die selektive Praxis von Atheisten. Dieser Brief bezog sich auf Eric Gutkinds alt-jüdischen, monotheistischen, personifizierten Bibel–Gott, nicht den Gott der Natur. Einstein lehnte das „Wort“ Gott und dessen Personifizierung ab, nicht Gott. Das tat er schriftlich sein Leben lang, so z.Bsp. in seinem berühmten Satz: ..“Gott würfelt nicht“.. (1942). Oder: ..“Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind“.. Oder: ..“Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt“.. (1929). Oder: ..“The religion of the future will be a cosmic religion. It should transcend personal God and avoid dogma and theology, covering both the natural and the spiritual..“.. Oder: Friedrich Dürrenmatt, 1979: ..“Einstein pflegte so oft von Gott zu reden, dass ich beinahe vermute, er sei ein verkappter Theologe gewesen“.. Da der „God–Letter“ erst Jahre später bekannt wurde, konnte man ihn ob dieser Widersprüche nicht mehr befragen. (Zitate: Wikiquote u.A.).

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  10. Werner N.

    @300sel – Die Frage nach der Anzahl der Götter führt nicht weiter. Wie Einstein richtig sagte, verstellt der Begriff „Gott“, insbesondere der personifizierte, das eigentliche Wesen und Anliegen jeder Religion. Nebenbei, für die Atheisten und „Aufgeklärten“: Selbst I. Kant hielt „Gottesbeweise“ für überflüssig: ..„Das Dasein Gottes ist ein Postulat der reinen praktischen Vernunft“.. An anderen Stellen spricht er von einem „weisen Urheber der Natur“ oder dem „Reich Gottes“.

    Das zentrale Thema jedweder Religion ist der sog. „Heilige“ oder „Absolute“ Geist, bzw. sollte es sein. Mit diesem immateriellen Faktum haben Materialisten Schwierigkeiten. Geist existiert (anders als Materie) a-priori als untrennbare Einheit. Wie beim menschlichen Geist gibt es niedere und hohe Ebenen. Sie entsprechen den Faktoren von Zeit und Raum, die auch mit der Transzendenz einhergehen. Der pragmatische Umgang mit dem „Diskursteilnehmer“ Geist ist Voraussetzung für den zweiten „Erkenntnis“–Weg, Wissen via Intuition. Bislang unterscheiden nicht einmal Lehrstuhlinhaber zwischen „Erkenntnis“ und „Wissen“. Da die singuläre Methode – ebenso wie die schrittweise kausal folgernde – ohne kompetente Schulung zu gravierenden Fehlschlüssen führen kann, sollte man sie anbieten, jedoch neben den Möglichkeiten auch auf die Gefahren hinweisen. Das versäumten vor allem die Kirchen des Christentums.

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    1. 300sel

      Zunächst einmal vielen Dank für Ihre sachliche Ausdrucksweise, die bei den zahlreichen selbst ernannten Gralshütern des Christentums in diesem Blog leider nicht so selbstverständlich ist.

      Immanuel Kant wirkte vor gut 250 Jahren. Seither hat die Wissenschaft extreme Fortschritte gemacht. Ich meine daher, dass seine Sicht heute nicht mehr der richtige Maßstab sein kann.

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      1. Werner N.

        Man kann solch ein Thema natürlich nicht in wenigen Sätzen erschöpfend behandeln. Bezüglich I. Kant stimme ich Ihnen voll zu. Es ist richtig, seine Naturwissenschaft beruhte auf der von Newton, die durch Quanten- und Relativitätstheorie abgelöst wurde. Zudem bildet seine „Aufklärung“ aber noch einen ideologischen Grundpfeiler unserer „Moderne“ und wird als hehrer „westlicher Wert“ verklärt. Mir scheint, dass der buchstäblich not–wendige Blickwechsel auf diesem Blog nicht richtig behandelt wird. Die Autoren verkennen sowohl die auf Dauer selbstzerstörerische Wirkung der traditionellen „Aufklärung“ aufgrund ihrer rationalistischen Eindimensionalität. Ebenso, dass die modernistischen Katastrophen und Niedergänge von bekennenden „Aufklärern“ bewerkstelligt werden (Kanzlerin, EU–Funktionäre, rot/grüne Kultur–Marxisten u.A.). Das intellektuelle Establishment versagt ebenfalls.

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      2. 300sel

        @Werner N.

        Ich sehe das mit etwas anderen Augen, nämlich aus dem Blickwinkel des Agnostikers.

        Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Aufklärung keineswegs von Immanuel Kant (geboren 1724) in Gang gesetzt wurde, sondern schon im 17. Jahrhundert begann, als Kant noch gar nicht gezeugt war.

        Kants etwa zehn Jahre ältere Zeitgenossen Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert gelten als die maßgeblichen Impulsgeber. Sie ersannen die „Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers“ („Enzyklopädie der Wissenschaften, Künste und Handwerke“).

        Interessanterweise steuerte mit D’Alembert ein Naturwissenschaftler – er war Physiker und Mathematiker – damit einen grundlegenden Teil zur Aufklärung bei, wohingegen die fundamentalchristlichen Kommentatoren hier im Blog ja durchwegs der Auffassung sind, Aufklärung sei nur das Teufelswerk „dummer“ Philosophen und Naturwissenschaftler seien Gottgläubige.

        Was die „die modernistischen Katastrophen und Niedergänge von bekennenden „Aufklärern“ “ angeht, kann ich indes nicht so recht erkennen, warum es sich bei der von Ihnen so bezeichneten Gruppe (Kanzlerin, EU–Funktionäre, rot/grüne Kultur–Marxisten u.A.) um ‚Aufklärer‘ handeln soll. Hier wäre ich Ihnen für eine substantiierte Begründung dankbar.

        Meines Erachtens handelt es sich bei diesem Personenkreis um skrupellose, machthungrige Karrieristen und Profiteure des angeblichen „Sozialstaats“ einerseits (Kanzlerin, EU-Funktionäre) oder um alles andere als „aufgeklärte“ Fundamentalideologen (rot/grüne Kultur–Marxisten u.A.) bzw. eine Mischung aus beidem.

        Und was das Versagen des „intellektuellen Establishments“ angeht, wäre zunächst einmal zu klären, wem diese Adelung heute überhaupt gerecht wird …

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  11. Werner N.

    @300sel – Danke für Ihre Replik.
    1. Zur Aufklärung. Es stimmt, Kant kam relativ spät zur Aufklärung. Er übernahm Einiges von früheren britischen und französischen Aufklärern. Entscheidend sind aber seine ideologischen Postulate, mit denen er zum „Alles–Zerstörer der Metaphysik“ (Moses Mendelssohn) wurde, eindimensionales Denken und Egalitarismus förderte, durch das nur exoterische Vorgehen Innerlichkeit eliminierte u.A. Foucault fragte, ..„Wie kommt es, dass die Rationalisierung der Moderne zur Raserei der Macht führt?“.. (1992). Dennoch, die Aufklärung ist im Westen das bedeutendste Erbe des 18. Jahrhunderts. Mittlerweile halten jedoch Aufklärungskritiker deren Leitbilder für die Fehlentwicklungen und Katastrophen für ursächlich. Drastische Stimmen sprechen von „Aufkläricht“.

    Den unumgänglichen fundamentalen Paradigmenwechsel verdeutlichte Prof. Wolfgang Welsch: ..“Die hehren Modelle der älteren und neueren Moderne haben sich, gelinde ausgedrückt, nicht als zielführend erwiesen. Ein Kurswechsel ist fällig. (…) Dieser Befund legt den Gedanken nahe, dass wir nicht einer Fortschreibung oder Erneuerung oder einer Ergänzung und Detailverbesserung der modernen Programmatik bedürfen, sondern eines tieferen Wandels, einer radikalen Umstellung“.. (S. 177). (W. Welsch >Blickwechsel<, Reclam 2012).

    Es wären die Positionen zu klären: a) klassische Aufklärung, b) reformierte „Zweitaufklärung“, c) postmoderne „Gegenaufklärung“. Nur b) und c) scheinen mir noch diskutabel, wobei es bei letzter nicht um Abschaffung von Aufklärung geht, sondern um eine solche für die Gegenwart und Zukunft.

    2. Zu Naturwissenschaft und Glaube. Nicht alle Physiker lehnten Gott und religiösen Glauben ab. Bedeutende Naturwissenschaftler – wie der Mathematiker Blaise Pascal, Max Planck oder Albert Einstein – bekannten sich dazu und offenbar beeinträchtigte das ihre epochemachenden Erkenntnisse nicht. Die a–kausale und kausale Methode können sich gegenseitig positiv beeinflussen. Dem objektiven Verstand fehlt es an der übergeordneten Sicht und er geht dem zirkularen Zeit- und Raumbegriff aus dem Weg. Damit entsagt er Transzendenz. Für die modernistischen humanen, religiösen, wissenschaftlichen und technischen Probleme werden jedoch „Trans–Perspektiven“ buchstäblich not-wendig.

    3, Zum „intellektuellen Establishment“ zähle ich Autoren, Journalisten, Profs, Kleriker, die den selbstzerstörerischen Effekt aufklärerischer Denkprämissen in der „Moderne“ nicht erkennen oder ignorieren, also rd. 90% der Meinungsmacher. Sie verinnerlichten zu sehr reflexartiges Ausblenden für das eindimensionale Denken.

    4. Zu „machthungrigen“ Aufklärern. Die Kanzlerin lobte die Aufklärung noch vor einem halben Jahr als vorbildliche „westliche Werte“ und führte sie gegen Jene ins Feld, die angeblich das „Völkerrecht“ missachten. Verschiedene Abgeordnete des Bundestages verlangten vom GroßImam, ..“dass sich der Islam modernisieren müsse durch die Aufklärung, wie das Christentum“.. (Deutschlandfunk 16,03.16). Der CSU–Generalsekretär M. Blume forderte vom Islam „ein Konzept der Aufklärung, der Europäisierung, mit allem, was zu unserer Leitkultur gehört“. (Christl. Forum 21.04.18). Die Europäische Union wirbt für die ..„Werte der Aufklärung als europäische Leitkultur“.. und sieht diese durch die Migrantenströme in Gefahr. (www. openpetition.eu, 01.03.16). Sozialisten und Marxisten sagten: „Kant gehört uns“. (Google). Die Ergebnisse des „mündigen Verstandes“ im sozialistischen Ostblock 1989, der USA und gegenwärtig der EU sind bekannt.

    5. Agnostiker meinen, Gott / Geist kann sein oder auch nicht. Somit pflegen sie bestenfalls einen weltlichen Glauben, d.h. sie begrenzen auch ihre Raum– und Zeit–Einstellungen.

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    1. truckeropa66

      Sehr gebildet und intellektuell ausgedrückt! Aber wäre es nicht einfacher zu sagen in einer Sprache die dann jeder, auch weniger gebildete versteht?

      Ich habe weiter oben eine persönliche Stellungnahme in diesen Kommentaren hier abgegeben! Sicherlich nicht so wissenschaftlich fundamentiert, aber dafür denke ich klar verständlich.

      Möchte ihnen hier noch eines sagen, oder wie der Volksmund sagt „drauf setzen“

      Habe mich persönlich nie als ungläubig betrachtet, bin nach wie vor Mitglied in der christlichen Vereinigung in die ich hineingeboren wurde, aber bin mit absoluter Sicherheit kein Mensch, der in bedingungsloser Hingabe all dies kritiklos akzeptiert und toleriert!
      Ich kann sehr wohl an einen christlichen Gott glauben, ohne dabei an die Allmacht einer daraus entwickelten Vereinigung zu Glauben. Denn genau hier hat sich die Entwicklung von vor rund 2000 Jahren, als dieser Mann Namens Jesus, die Händler und andere Selbstgläubige aus dem Tempel in Jerusalem gejagt haben soll wiederholt. Würde diese Person heute wiederkommen, würde es ihr mit 99 % Tiger Sicherheit ähnlich ergehen wie damals!

      Zum Thema gibt es einen Gott? Ja es gibt etwas daganzweit weck an das man glauben sollte! Ich hatte in den vergangenen 51 Jahren einiges das Gefühl das da irgendwo eine steuernde übernatürliche Kraft sitzt, au h wenn ich mich nicht im Stande sehe diese zu beschreiben.

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    2. 300sel

      @Werner N.

      Vielen Dank für Ihre ausführliche Sicht.

      Ich denke, dass jeder Mensch selbst entscheiden (dürfen) muss, wie weit er sich auf die metaphysische Ebene begibt oder nicht. Das ist natürlich nicht alleine eine Frage der Ratio und/oder des Intellekts, sondern eher eine Frage der Freiheit und Selbstbestimmtheit.

      Als Agnostiker liegt es mir völlig fern, anderen vorzuschreiben, was sie so zu denken oder zu glauben haben oder auch nicht. Umgekehrt möchte ich aber auch weder mit glühenden Einsenzangen, Messern oder Schwertern noch mit irgendwelchen Teufelsschwüren (wie leider in der Kommentarspalte dieses Blogs immer wieder der Versuch unternommen wird) zwangsbekehrt oder in sonstiger Weise dazu beglückt werden, einen mir nicht inhärenten „Glauben“ annehmen zu müssen, nur um nicht im Fegefeuer oder auf dem Scheiterhaufen zu enden.

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      1. 300sel

        Die christlichen Kirchen gerieren sich wie globale soziale Mega-Konzerne. Ihr Gebaren hat rein gar nichts mit dem zu tun, was sie zur Rechtfertigung ihres Handelns vorgeben. Die ganze von den Kirchen inszenierte Spiritualität ist letztlich nichts weiter als ein skurilles „Corporate Design“, mit dem sie seit Jahrhunderten überaus erfolgreich in ihren Märkten tätig sind.

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